Ø Die Zähmung des Jangtsekiang: Abwehr von Flutkatastrophen
Der Jangtsekiang ist in den letzten 2000 Jahren über 200mal über seine Ufer getreten, vor allem im Roten Becken und im Unterlauf des Flusses. Er hat sich zu einem der gefährlichsten Flüsse entwickelt, was bei den sog. „Jahrhundertwassern“ erhebliche Auswirkungen hatte. 1931 und 1935 kamen je 140000 Menschen ums Leben 1954 weitere 33000
insgesamt verloren 19 Mio. Menschen ihr Obdach
Ursachen für die Überschwemmungen:
- Abholzung der Wälder am Ober- und Mittellauf des Stromes => Regenwasser wird nicht abgefangen - Berghänge wurden urbar gemacht => starke Erosion - Im Unterlauf wurden Auffangbecken zu landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gemacht => Fließgeschwindigkeit stieg
Durch den Bau des Staudamms kann das Flutwasser kontrolliert und reguliert und Überschwemmungen verhindert werden.
Ø Ausbau der Infrastruktur
- Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Schifffahrt:
Die Rolle des Jangtsekiang als Verkehrsader in wirtschaftlicher Hinsicht wird gestärkt. Hochseetaugliche Schiffe bis 10000 Tonnen können durch die Schleusen den Damm passieren und bis ans Ende des Stausees fahren => Chungking soll den größten Hafen der Welt an einem See bekommen. Die industrielle Entwicklung der Uferregionen würde vorangetrieben und die Schifftransporte verfünffacht. - Regional- und Landesentwicklung:
Nord-Süd-Konflikt Chinas soll durch Staudamm-Projekt gelöst werden: der rückständige Norden soll mit Energie beliefert und die Infrastruktur verbessert werden. - Bekämpfung der Trockenheit in den Nordprovinzen:
Die Lebensbedingungen im Norden werden durch den katastrophalen Wassermangel enorm erschwert. Durch den Staudamm könnte Wasser in einem 1200km langen Kanal nach Norden transportiert werden. (bisher noch in Planung)
2. Argumente gegen den Staudamm
Ø Ökologische Folgen:
- Durch die Stauung des Wassers entsteht eine Ausweitung des Wassers von 630km, dadurch werden ca. 3000 Pflanzenarten und ca. 350 Tierarten bedroht. Z.B. der chinesische Alligator und des weiße Jangtse-Delphin sind mit 22 anderen Arten sogar vom Aussterben bedroht.
- Gefahr der Versandung: Jangtsekiang ist einer der Flüsse mit der größten Sedimentfracht, ca. 680 Mio. Tonnen/Jahr, verursacht durch Erosion Bei Ablagerung im Stausee findet kein Nährstofftransport zu den landwirtschaftlichen Gebieten im Unterlauf mehr statt. Durch Ablagerung im Stausee und im Oberlauf tritt wieder die Gefahr von Überschwemmungen oberhalb des Dammes auf. - Das Klima könnte sich verändern (kältere Sommer, wärmere Winter) - „Die Überflutung von 1600 Fabriken durch den geplanten Stausee dürfte die Belastung des Jangtsekiang mit giftigen Abfällen wie Quecksilber massiv verstärken. Die abnehmende Fließgeschwindigkeit wird zudem dazu führen, dass der Fluss schon die Verschmutzungen aus den bestehenden Quellen nicht mehr verarbeiten kann.“ („Erklärung von Bern“ der Schweizer Staudammgegner)
Ø Geologische Gefahrenpotentiale: Sicherheit des Dammes
Der Projektort befindet sich im Bereich, wo die Indische und die Eurasische Platte aufeinanderstoßen. => Erdbebengebiet
In den 80er Jahren führte ein kanadisches Konsortium eine Machbarkeitsstudie für das Projekt durch, nach der, der Damm Erdbeben der Stärke 7 hält. Dieses Konsortium hielt sich dabei - so in der „Erklärung von Bern“ - nicht an die Richtlinien des internationalen Industrieverbandes ICOLD. => gemäß diesen Richtlinien sind in dem Gebiet alle 200 Jahre Erdbeben zu erwarten, denen der Damm nicht standhält.
Auch die Sedimentablagerungen im Stausee erhöhen den Druck auf den Damm. Schweizer Geologen befürchten auch, dass im Fall eines Dammbruchs eine weltweite Katastrophe stattfinden könnte: durch die plötzliche Verlagerung der Wassermassen könnte sich die Erdachse verschieben.
Ø Soziokulturelle Folgen des Projekts:
- Durch die Ausweitung des Wassers werden 140 Städte, 13541 Dörfer und 1600 Fabriken unter Wasser gesetzt. 1,8 Mio. Menschen müssen dem Wasser weichen und umgesiedelt werden. 7 Milliarden Mark plant Chinas Regierung an Entschädigung zu zahlen. => Problematik der Finanzierung, da nicht nur eine Entschädigung nötig ist, auch eine neue Infrastruktur mit Arbeitsplätzen muss geschaffen werden. - Mit dem Bau des Stausees würden die berühmten Touristenattraktionen in den 3 Schluchten überschwemmt: 800 Denkmäler mit bis zu 5000 Jahre alten Grabstätten, unwiederbringliche Schätze und einzigartig schöne Landschaften. - Auch die fruchtbarsten Gebiete in China überhaupt mit ca. 24000ha Ackerland werden in den Fluten versinken.
- Die regionalen Disparitäten werden noch verstärkt: die sowieso schon reicheren östlichen Provinzen profitieren von dem Projekt, während die rückständigen, bevölkerungsreichen Provinzen im Westen einen hohen Preis zahlen!
Ø Finanzierung des Projektes:
Die Kostenschätzung stieg von 1986 bis 1998 von 15 Mrd. DM auf 75 Mrd. DM. => Chinesische Regierung versucht ausländische Investoren durch politische Vergünstigungen anzulocken. Die Schweizer versuchen durch die Verbreitung der „Erklärung von Bern“ zu verhindern, dass sich Investoren dem Projekt anschließen.
Es stellt sich die Frage, ob China sich das Projekt überhaupt leisten kann?
Die Regierung ist sich trotzdem immer noch sicher, dass diese Großinvestition langfristig billiger ist, als die Regulierung jährlicher Hochwasserschäden oder die Kosten für neue Kohle- bzw. Atomkraftwerke.
Die Lösung scheinen sie auch schon parat zu haben, die Finanzierung soll u.a. durch die Erhöhung der Strompreise in ganz China finanziert werden.
3. FAZIT
Das Projekt ist eines der ehrgeizigsten überhaupt, China erfüllt sich so 3 langersehnte Wünsche: - Erzeugung von Energie - Die Zähmung des Jangtsekiang
- Ausbau der Infrastruktur zur Entwicklung des chinesischen Hinterlandes
Allerdings sah es die Regierung nicht für nötig, die chinesische Bevölkerung zu fragen, ob das Projekt überhaupt durchgeführt werden soll. Auch den Gründen der Gegner schenkten sie keine Aufmerksamkeit. Über geologische Gefahren, ungeklärte ökonomische Auswirkungen und soziokulturelle Folgen vertraut die Regierung scheinbar nur auf ihre Macht dieses Projekt durchzuführen, egal wie! Für den Notfall steht Militär und Polizei bereit. Auch die Weltbank ist bei der Arroganz, mit der China gegen die Bedenken vorgeht, zu keinem Engagement bereit.
Den Kritikern bleibt nur die Hoffnung, dass das Projekt noch zu stoppen ist.
Tipp: Fotos vom Staudamm-Projekt:
http://www.tischler.ch/d/window/laender/china/damm/damm.html
Quellen: - Der Drei-Schluchten-Damm/Textsammlung für den Unterricht, Dr. Eckhard Freiwald, Toroverlag Hamburg 1997
Arbeit zitieren:
Christine Jost, 2001, Der Drei-Schluchten-Damm in China, München, GRIN Verlag GmbH
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Der Zahn der Zeit.....
...nagt an diesem Bericht. Inzwischen sind 7 Jahre vergangenseit Diese Informationen zusammengestellt wurden, und der Staudamm wurde bereits 2006 fertiggestellt. Insgesamt spricht man von ca 115 Mrd. € kosten. Auch kleinere Einzelheiten werden von zahlreichen Quellen anders beschrieben. Aber ich bin trotzdem dankbar für diesen Text - Wir nehmen grade in Erdkunde das selbe Thema durch. Ich hoffe ich verletze kein Copyright wenn ich mir hier ein paar Passagen kopiere?
MfG ein Schüler der 8ten Klasse
am Friday, October 17, 2008-