Die Hauptpersonen :
(Charakterisierung)
Jed Barnes : 15 Jahre alt, Einzelgänger, ist mit sich selbst nicht zufrieden, sehr nachdenklich, liebt seine Schwester über alles, guter Schüler, sehr verschlossen, und lässt deshalb niemand an sich ran, verzweifelt, will seinem Leben ein Ende setzen, kümmert sich um seine Schwester, versinkt in Selbstmitleid, bezeichnet sich als Versager und Verrückter
India Barnes : Schwester von Jed, 12/13 Jahre alt, sehr selbstbewusst und optimistisch, fröhlicher Mensch, ein bisschen verrückt, großer Elvis-Fan, einzige Bezugsperson von Jed,
Die Eltern : kommen miteinander nicht zurecht, kümmern sich nicht um ihre Kinder, Streitigkeiten bestimmen den Alltag,
Skye : 14/15 Jahre, zufällige Begegnung mit Jed, undurchschaubar, versteht Jeds Ansichten nicht, ist das Gegenteil von ihm, einzige Bezugsperson außerhalb der Familie, lügt ihn oft an
Jenny und Karl : Lehrer von Jed, wollen ihm helfen, sind sehr besorgt, erkennen aber nicht die Problematik
Zum Inhalt
Besonderheit : Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit. Die Gedichte stammen von einem Jungen, der sich in der gleichen Situation wie Jed befand.
Das Jugendbuch „Alles hinter sich lassen ?“ von Maureen Stewart handelt von dem 15jährigen Jed, der seinen Selbstmord plant, da er mit sich und seinem Umfeld nicht zurrecht kommt.
Da der 15jährige Jed sich schon immer „anders“ fühlt, seine Eltern ihm keinerlei Aufmerksamkeit schenken, und er mit sich und seinem Leben nicht zurrecht kommt, schreibt Jed seine Probleme in Tagebuchform auf.
Keiner bemüht sich darum ihm zu helfen, außer seinen Lehrern Jenny und Karl, die seine Probleme aber nicht analysieren können, nicht zuletzt weil er von einem falschen Grund für seine negative Stimmung erzählt. Er befolgt jedoch den Rat der Lehrerin seine Gefühle in Gedichten zu verarbeiten, sowie mit ihr einen Schulpsychologen-Termin wahrzunehmen. Er verhält sich jedoch uninteressiert und unkooperativ. Da die Eltern viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind erkennen sie die Problematik nicht einmal als die Lehrer danach mit ihnen sprechen. Allein seine Schwester India kann ihn zeitweise mit ihrer optimistischen und fröhlichen Art aufheitern, aber kann ihm nicht die fehlende Zuneigung geben. Er lernt die 14jährige Skye kennen, mit der er sich zwar auf Anhieb versteht, aber auch sie erkennt seine Gedanken nicht.
Er rutscht immer weiter hinein und beginnt sich sogar selbst zu verletzen. Als auch keiner diesen „Hilferuf“ versteht, beschließt er schließlich, sich einen Tag nach dem Geburtstag seiner Schwester umzubringen.
Im Epilog erfährt der Leser, dass Jed nicht gestorben ist, sondern vom Hals abwärts querschnittsgelähmt ist. Er redet nicht und leidet an einem nervösen Schock. Seine Schwester hat sein Tagebuch gefunden und gelesen, seine Eltern geben sich die Schuld und
merken erst jetzt, was ihrem Sohn jahrelang gefehlt hat : Zuneigung und Liebe.
Innere Entwicklung Jeds
Jed erzählt anfangs, dass er einmal jemandem von seinen Gefühlen erzählt habe, und dieser ihn als „Außerirdischen“ bezeichnet habe. Deswegen ist er natürlich demotiviert und hat Angst sich zu öffnen. Seine Eltern schenken ihm keinerlei Zuneigung oder Interesse - er fühlt sich einsam. Von Anfang an hat Jed den Wunsch seinem Leben ein Ende zu setzen, will aber noch warten, um alles ganz genau planen zu können. Außerdem weiß er nicht ob seine Schwester seinen Selbstmord verkraften wird. Dieses Verhalten zeigt, dass er ihn bewusst vor sich herschiebt, um vielleicht doch noch eine Ausweg zu finden, oder von Außen Hilfe zu erhalten. Er verschließt sich aber immer mehr, also wird es für die Lehrer fast unmöglich ihn zu durchschauen. Er will zwar Hilfe, aber nichts dafür tun. Dadurch verfällt er immer mehr dem Selbstmitleid und der Isolation.
Das größte Problem ist seine pessimistische Einstellung. Er sieht alles negativ und kann einfach kein Glück spüren und sich schon gar nicht an Alltäglichem erfreuen.
Er bezeichnet sich als „Versager“ und „verrückt“ und hält sich für unnötig.
Er verfasst selbst Gedichte, in denen er deutlich machen will, dass die Leute auch mal in ihn hinein schauen sollen.
Doch grade das konstante Verhalten der Eltern bewegt ihn dann doch sein Vorhaben zu verwirklichen, und sich nach dem Geburtstag seiner Schwester umbringen zu versuchen
In diesem Gedicht zeigt Jed deutlich, dass er Hilfe haben möchte.
Ich
Ich fühle mich unwohl mit meinen
Ich fühle immer zu viel, nie zu wenig. Deshalb herrscht in mir auch Verwirrung vor.
Also beurteile mich nie nach meinem Schein.
Ich versuche immer, hart zu wirken. Um eine Mauer Gegen die Verletzungen zu errichten. Aber meine wahren Gefühle zeigen sich
Ich muss so leicht zu lesen sein
Ich habe vor nichts auf dieser Welt
Wenn man keine Angst vor dem Sterben hat. Das ist alles nur Theater, eine Vorstellung, wenn du so willst. Um in deinen Augen normal zu erscheinen.
Sprache und Stil
Das Buch ist nicht ganz einfach zu verstehen, da man sich in die Person „Jed“ hineinversetzen muss, um den gesamten Inhalt und besonders seine etwas anderen Denkensweisen zu verstehen.
Obwohl das Buch als Tagebuch, d.h. in der „Ich-Perspektive“ von einem Jugendlichen geschrieben ist, findet man keinen übertrieben jugendlichen Sprachstil vor.
Zum Aufbau
Das Buch ist nicht in Kapitel unterteilt, da die Geschichte gradlinig, d.h. ohne Höhepunkt oder Wende verläuft. Der Handlungsverlauf hat ein abruptes Ende. Danach findet man einen Epilog (Nachwort), in dem der Leser über den Verlauf nach dem Selbstmordversuch aufgeklärt wird.
Bedeutung/Problematik
Das Buch stellt das aktuelle Problem „Selbstmord“ aus der Sicht eines 15 Jährigen da. Die Autorin schildert die Gefühle und Probleme des Jugendlichen sehr intensiv und genau und appelliert damit an die Gesellschaft, auch mal in das Innere der Mitmenschen zu schauen und sich mit diesem zu befassen. Es zeigt wozu fehlende Zuneigung führen kann, grade bei labilen Menschen und/oder denen, denen Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein fehlt. Außerdem spielt das Thema „Selbstverletzung“ sowie extremer Pessimismus eine wichtige Rolle.
Kritik/Stellungnahme
Ich finde das Buch sehr gut geschrieben und finde die Darstellung aus der Perspektive des Jungen sehr anschaulich, sodass man sich in seine Situation hineinversetzen kann. Außerdem zeigt die Autorin, dass es wichtig ist, sich auch an den kleinen, alltäglichen Dingen zu erfreuen, und seinen Mitmenschen Zuneigung und Interesse zu zeigen.
Arbeit zitieren:
Daniela Kurtz, 2000, Stewart, Maureen - Alles hinter sich lassen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Daniela Kurtz hat den Text Stewart, Maureen - Alles hinter sich lassen? veröffentlicht
Daniela Kurtz hat einen neuen Text hochgeladen
kennia hat den Text Stewart, Maureen - Alles hinter sich lassen? kommentiert
Ängste verstehen und hinter sich lassen
Ihr Selbsthilfe-Coach
Cornelia Dehner-Rau, Harald Rau
Zwänge verstehen und hinter sich lassen
Was Betroffene und Angehörige ...
Katarina Stengler, Anne Bleick
Alles fügt sich auf dem Jakobusweg
Pilgern auf der "Via de la Pla...
Mathilde Kaffenberger, Michael Kaffenberger
Fiktive Leben - Gelebte Fiktio...
Roland Barthes, Susanne Knaller, Ilse Lafer, Christian Schulte, Sabine Folie
kennia
Hilferufe.
Ich habe dieses Buch heute zu lesen begonnen und es heute beendet.
Ich finde es ist einfach ... einmalig!!!
Allerdings bezweifele ich, dass die Schnitte ein Hilferuf waren, denn das waren sie sicher nicht.
Ich glaube auch nicht, dass das Gedicht (Ich)nach Hilfe ruft, sondern eher den Gefühlszustand Jeds wiedergibt.
Wer könnte einem Menschen mit solchen Gefühlen, so einer Weltanschauung oder wie man das auch nennen mag wohl helfen?
(Abgesehen davon, dass Jed sich von diesem jetzigen Leben befreien will...)
Man kann der Familie und den anderen Bekannten wohl wirklich keinen Vorwurf machen, nicht mehr zu dieser Zeit.
am Tuesday, May 28, 2002-
kennia
...ps.: wenn sich jemand so fühlt oder ähnlich und einfach mal reden will: schreibe mich an...
am Friday, May 31, 2002-