Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Grundbegriffe und Entwicklungen 4
2.1 Was ist E-Commerce? 4
2.1.1 Das Internet und seine Entwicklung 4
2.1.2 E-Commerce 5
2.1.2.1 Business-to-Business (B2B) 5
2.1.2.2 Business-to-Consumer (B2)C 6
2.1.2.3 Consumer-to-Business (C2B) 6
2.1.2.4 Consumer-to-Consumer (C2)C 6
2.1.2.5 Intra-Commerce 6
2.2 Was ist Logistik? 6
2.2.1 Aufgabe der Logistik 7
2.2.2 Logistik früher und heute 7
2.2.3 Strukturierung der Logistik 7
2.2.3.1 Beschaffungslogistik 8
2.2.3.2 Produktionslogistik 8
2.2.3.3 Distributionslogistik 8
2.2.4 Einsatz von Informationstechnologien 8
3. Veränderungen und Entwicklungen im E-Commerce
beeinflussen die Logistik 9
3.1 Bedeutung der Logistik 9
3.2 E-Commerce mit der Logistik 9
3.2.1 E-Commerce Anbieter haben sich „verrechnet“ 10
3.3 E-Commerce in der Logistik 11
3.4 Technologien in der Logistik 12
4. Probleme und Zukunftsperspektiven 13
4.1 Probleme im E-Commerce 13
4.2 Probleme in der Logistik 14
4.3 Zukunftsaussichten 15
5. Schluss und Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Unsere Zeit ist geprägt von den schnellen technologischen Entwicklungen und den Nutzen, den die Menschen daraus ziehen können.
Das Internet ist eine der größten technologischen Errungenschaften der letzten Jahre und trägt in großem Maße dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft wandelt. Auch das starke Wachstum des Electronic Commerce, das auf die Ausbreitung des Internets zurückzuführen ist, trägt zum Wandel bei. Aber man muss sich fragen, wie es der Branche ergeht, die dafür sorgt, dass unsere im Internet bestellten Waren vor unsere Haustür kommen.
Internet und E-Commerce, schön und gut, aber ohne Logistik geht es doch nicht. Die Aussage „E-Commerce ist wie eine Nacht ohne Sterne“ [Krieger, Winfried] verdeutlicht dies. Ohne tiefergehende Erläuterungen kann gesagt werden, dass der E-Commerce auf die Logistik einen Einfluss hat.
Man denke nur an die zunehmende Werbung über Logistik-Dienstleister und an den Auf-wand, der betrieben wurde, um den Börsengang der Deutschen Post AG zum Erfolg zu machen.
Diese Arbeit hat die Aufgabe, die Auswirkungen des E-Commerce auf die Logistik zu untersuchen. Um zu wissen, worum es geht, werden zuerst die grundlegenden Begriffe genauer dargestellt. Dann geht es über die Ausarbeitung der konkreten Einflüsse zu den Problemen und Zukunftsperspektiven.
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2. Grundbegriffe und Entwicklungen
Um zu verstehen, welche Verbindungen zwischen E-Commerce und der Logistik bestehen, müssen beide Begriffe genauer erläutert werden.
2.1 Was ist E-Commerce?
E-Commerce ist die weitverbreitete Abkürzung für Electronic Commerce. Womit wiederum der Elektronische Handel gemeint ist. Teilweise wird auch synonym dazu der Begriff E-Business (Electronic Business) verwendet. Diese beiden Begriffe sind noch relativ neu und lassen sich nur sehr schwer abgrenzen.
Aber der gewaltige Boom im E-Commerce ist ohne die Entwicklung des Internets nicht möglich gewesen.
2.1.1 Das Internet und seine Entwicklung
Das Internet ist ein Gesamtheit von miteinander vernetzten Computernetzwerken. Diese ver-bundenen Computernetzwerke bezeichnet man als „interconnected networks“. Die Kurzform davon heißt internets.
Ende der 60er Jahre hat das US-Militär das ARPANet ins Leben gerufen. Rechner von Universitäten und Forschungseinrichtungen wurden miteinander verbunden und bildeten das erste Netzwerk des späteren Internets. In der militärisch-technologischen Forschung sollte es die Arbeit erleichtern, in dem es die Mehrfachnutzung der wenigen und teuren Computer durch alle Wissenschaftler im Land erlaubte.
In den 70er Jahren wurde das Netzwerk weiterentwickelt. Forscher, die vorher beim Militär waren, haben es in die Privatunternehmen und Universitäten gebracht. In den 80er Jahren entstanden viele wissenschaftlich und akademisch genutzte Netzwerke, sowie Firmennetzwerke. Das militärische ARPANet wurde abgekoppelt und ist auch heute noch vom eigentlichen Internet getrennt.
In dieser Zeit begannen Hacker, Cracker und andere junge Computerspezialisten Mailboxsysteme einzurichten, worüber Software getauscht und Kommunikation stattfand. Die Daten flossen über die Telefonleitung.
Der wahre Aufschwung des Internets begann mit dem Aufkommen des leistungsstarken und anwenderfreundlichen Dienstes WWW (World Wide Web).
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Dadurch wurde das Internet der breiten Masse zugänglich. Die Nutzerzahlen sind in den vergangen Jahren sehr schnell gestiegen.
Weltweit sollen die Nutzerzahlen bis 2003 auf 183 Millionen steigen, davon leben 83 Millionen in Europa. 1998 waren es weltweit 31 Millionen Nutzer, europaweit 21 Millionen. Die meisten Menschen meinen mit dem Internet das World Wide Web. Das stimmt so aber nicht. Das World Wide Web ist ein Dienst des Internets. Daneben gibt es noch andere Dienste. Zu den meist genutzten zählt die Übertragung von E-Mails. Als weiteres gibt es noch FTP (Dateiübertragung) und Telnet (interaktiver Zugriff auf entfernte Rechner). Ein wesentliches Merkmal des Internets ist seine Dezentralität. Das Internet gehört niemandem. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Das Netz ist nicht hierarchisch strukturiert. Wenn ein Teil des Netzes ausfällt, können andere Teile trotzdem noch weiter arbeiten. Das Internet ist die technologische Grundlage für E-Commerce.
2.1.2 E-Commerce
Durch die steigende Verbreitung des Internets hat auch der E-Commerce stark zugenommen. In der Literatur wird zwischen E-Commerce i.w.S. und E-Commerce i.e.S. unterschieden. Im weiten Sinn meint die elektronische Unterstützung aller wirtschaftlichen Wertschöpfungsaktivitäten. Im engen Sinne werden zusätzlich noch die Phasen einer Geschäftstransaktion berücksichtigt. Dies wären beispielsweise Vorgänge in der Beschaffung oder Distribution. Der Online-Handel hat sich weltweit unterschiedlich entwickelt. Der Vorreiter sind die USA. 1,2% des gesamten US-Handels werden im E-Commerce umgesetzt. In Europa sind es nur 0,2%. Innerhalb Europas gibt es dann auch noch Unterschiede. Europäischer Führer ist Schweden. Dort gibt es eine Online-Handelsdurchdringung von 0,7%. Höher ist es nur in den USA. Dafür ist Schweden aber auch ein relativ kleines Land. Genau umgekehrt ist es in Deutschland und UK. Die anderen europäischen Länder hinken mehr oder weniger hinterher, aber dennoch steckt teilweise noch große Potenzial dahinter. E-Commerce lässt sich in verschiedene Bereiche unterteilen
2.1.2.1 Business-to-Business (B2B)
Das ist der elektronische Handel zwischen Unternehmen. Als Anbieter kann man beispielsweise nennen www.webtradecenter.de oder www.goodax.de. Dem B2B-Bereich werden die größten Wachstumschancen eingeräumt. 90% des Internet-Handels werden sich in diesem Bereich abspielen.
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Schon heute wickeln die Unternehmen weltweit ein Handelsvolumen von 17 Milliarden Dollar über das Internet ab. Forrester Research erwartet bis 2002 einen Anstieg auf 330 Milliarden Dollar.
Der Großteil der Geschäfte wird auf sogenannten B2B-Marktplätzen abgewickelt. Immer mehr Firmen planen eine Ausweitung ihrer Aktivitäten in Richtung B2B. 2.1.2.2 Business-to-Consumer (B2C)
Darunter wird das Endkunden-Geschäft verstanden, also Transaktionen zwischen Unternehmen und Konsumenten. Der Online-Buchhändler Amazon (www.amazon.de) ist ein Beispiel dafür. Längst läuft der Verkauf der Produkte über das Internet noch nicht so gut. Es lassen sich aber klare Spitzenreiter herausarbeiten. 61% aller Online-Käufer griff zu Büchern, CDs oder Videos. Danach folgen Computerhardware und -zubehör. Auch die Reisebranche verzeichnet gute Online-Umsätze.
2.1.2.3 Consumer-to-Business (C2B)
Das sind Transaktionen zwischen Konsumenten und Unternehmen. Ein Anbieter ist zum Beispiel www.priceline.com. Dies ist ein Bereich, dem kaum Beachtung geschenkt wird. 2.1.2.4 Consumer-to-Consumer (C2C)
Es geht um Handelsbeziehungen zwischen Privatleuten. Ein bekannter Anbieter ist Ebay (www.ebay.de). Die Online-Auktionen haben durch das Internet ein Wachstum von 1700% innerhalb eines Jahres verzeichnen können, von 18 auf 318 Millionen Mark.
2.1.2.5 Intra-Commerce
Man bezeichnet es auch als innerbetrieblicher E-Commerce. Es lässt sich schwer abgrenzen zum Business-to-Business-Bereich.
2.2 Was ist Logistik?
Es gibt viele Definitionen von Logistik. Der Definitionsvorschlag des DIN lautet, dass Logistik Planung, Steuerung und Durchführung des Flusses (Bewegung, Festhalten, ...) von Personen und/oder Gütern ist, um ein Ziel innerhalb eines Systems zu erreichen. Logistik kann als betriebliche Funktion aufgefasst werden, die in den unterschiedlichen Betrieben mehr oder weniger stark eine Rolle spielt. In den Verkehrsbetrieben ist demnach die Rolle der Logistik nicht unerheblich. Dagegen betrachten Bank- und Versicherungsbetriebe die Logistik als weniger wichtig.
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2.2.1 Aufgaben der Logistik
Aufgabe der Logistik ist es, dass die richtig Menge von den richtigen Objekten am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist. Zusätzlich soll noch zu den richtigen Kosten in der richtigen Qualität geliefert werden. Man bezeichnet dies auch als die sechs r´s. Sie drücken die Ziele logistischen Denkens und Handelns aus.
2.2.2 Logistik früher und heute
Die Logistik hat Ursprünge, die bis in die vorchristliche Vergangenheit zurück reichen. Städte und Niederlassungen wurden an für den Transport günstigen Stellen gegründet, so geschehen an Flüssen oder Küsten. Ein Beispiel dafür ist die Entstehung der Hanse in Deutschland. Im militärischen Bereich spielte die Logistik schon sehr früh eine wichtige Rolle. Die Logistas bei den alten Römern waren für die Versorgung der Legionen zuständig. Ohne technische Hilfen war das nicht zu bewältigen. Die mächtigen Fünf waren lange Zeit die wichtigsten Hilfsmittel: die schiefe Ebene, der Keil, die Schraube, der Hebel und das Rad. Die nächsten bahnbrechenden Erfindungen gab es erst wieder ab dem 18. Jahrhundert. Erst kam die Erfindung der Dampfmaschine, Erstellung größerer Mengen Roheisen durch Steinkohlenkoks, die Einführung der Eisenbahn, die Erfindung des elektrodynamischen Prinzips von Siemens sowie des Verbrennungsmotors von Otto. Das Flugzeug hat es schließlich ermöglicht, dass immer größere Entfernungen bewältigt werden können.
Die Logistik war früher hauptsächlich im Militär anzutreffen, vor allem bei den alten Römern. Danach galt die Logistik Jahrhunderte lang als mathematische Wissenschaft oder als spezielle Form der Symbolic Logic (and, or, nor) von Leipnitz und Boole. Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Begriff Logistik im Militär wieder auf.
Erst 1955 wurden die theoretischen Überlegungen zur Logistik in die Wirtschaft übertragen. Das war in Amerika. In Deutschland erschienen 1970, 1972 und 1973 die ersten Veröffentlichungen. Am Anfang standen die Materialflussvorgänge im Vordergrund. Heute spielen der Fluss der Informationen und Daten von Mensch-Maschine-Systemen und Maschine-Maschine-Systemen und deren Optimierung eine wichtige Rolle.
2.2.3 Strukturierung der Logistik
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die Logistik zu strukturieren. Genauer betrachtet wird hier nur die Strukturierung nach Funktionszusammenhängen.
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2.2.3.1 Beschaffungslogistik
Die Beschaffungslogistik gehört neben dem Einkauf zum Beschaffungsmanagement. Zum Funktionsumfang der Beschaffungslogistik gehören Warenannahme und -prüfung, Lagerhaltung, -verwaltung, Lagerdisposition, Innerbetrieblicher Transport, Planung, Steuerung und Kontrolle des Material- und Informationsflusses.
2.2.3.2 Produktionslogistik
Die Produktionslogistik umfasst die Planung, Steuerung und Überwachung des Materialflusses vom Rohmaterial der Beschaffung über die Stufen des Fertigungsprozesses bis hin zum Fertigwarenlager. Nach den Phasen des Güterflusses ist die Beschaffungslogistik vorgeordnet und die Distributions- und Entsorgungslogistik nachgeordnet.
Ziel ist es, Kundenwünsche auch bei hoher Produktvielfalt und kurzen Lieferzeiten wirtschaftlich und termingerecht erfüllen zu können.
2.2.3.3 Distributionslogistik
Zur Distributionslogistik gehören die physischen, dispositiven und administrativen Prozesse der Warenverteilung von einem Industrie- oder Handelsunternehmen zur nachgelagerten Wirtschaftsstufe oder zum Kunden. Die Distributionslogistik hat die Aufgabe den vom Markt geforderten Kundenservice zu möglichst geringen Logistikkosten zu ermöglichen. Zum Kundenservice gehören die Lieferzeit, die Lieferschnelligkeit, die Lieferhäufigkeit, die Lieferbereitschaft und die Lieferqualität.
2.2.4 Einsatz von Informationstechnologien
Die Logistik kann nicht mehr auf den Einsatz von IT verzichten. Für die unterschiedlichen Phasen des Materialflusses werden verschiedene Technologien angewendet. Es lassen sich Hardwaresysteme und Kommunikationssysteme unterscheiden. EDV-Hardware sind die Rechner im engeren Sinne, die physischen Systeme zur Datenspeicherung sowie Ein- und Ausgabegeräte. Kommunikationssysteme dienen zur Datenübertragung. Im folgenden werden zu den jeweiligen Einsatzgebieten ein paar Technologien genannt. Zur physischen Datenspeicherung werden Magnetplatten (Festplatten), Disketten, Magnetbänder und Magnetkassetten benötigt. Zu den Dateneingabegeräten zählen Beleglesung (Klarschriftleser, Markierungsleser, Barcodeleser), Spracheingabe, Manuelle Eingabe über Terminals, Betriebsdatenerfassung. Die Datenausgabegeräte beinhalten Monitore, Drucker und Plotter, Sprachausgabegeräte. In Kommunikationssystemen spielt die Datenübertragungstechnik eine große Rolle. Daten können per Funk, Telefon oder über Netzwerke übertragen werden.
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3. Veränderungen und Entwicklungen im
E-Commerce beeinflussen die Logistik
„E-Commerce ohne Logistik ist wie eine Nacht ohne Sterne“ [Krieger, Winfried]. Diese Aussage verdeutlicht die Abhängigkeit zwischen dem E-Commerce und der Logistik. Es gibt verschiedene Einflüsse.
3.1 Bedeutung der Logistik
Die Bedeutung der Logistik ist durch das Aufkommen des E-Commerce deutlich gestiegen, wie auch Punkte weiter unten verdeutlichen werden. Die Logistik hat sich ur Schnittstelle zwischen New und Old Economy entwickelt. Klassische Speditionen und Logistikfirmen werden immer mehr zu Full-Service-Unternehmen. Sie wickeln für ihre Kunden die komplette Logistiksparte ab.
Durch die schnelle Entwicklung des E-Commerce ist es wichtig, dass Firmen sich global ausrichten. Durch diese zunehmende Globalisierung steigt auch die Bedeutung der Logistik. Globalisierung, gesteigertes Outsourcing und die schnellen Entwicklungen im IT-/E-Business-Bereich haben die Transport- und Logistikindustrie gewandelt.
3.2 E-Commerce mit der Logistik
Durch das Internet haben immer mehr Menschen die Möglichkeit am E-Commerce teilzunehmen. Die Kundenansprüche steigen und mit ihnen auch die Anforderungen an die Logistik. Die Kunden möchten folgendes erfüllt bekommen: ! Umfassende Produkt- und Preisinformation ! Preisgünstigkeit ! Bestellung rund um die Uhr ! Lieferzusage bei Bestellung ! Schnelligkeit der Lieferung ! Lieferung innerhalb enger Zeitfenster ! Information über Sendungsstatus
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Daraus ergeben sich diese Anforderungen an die Gestaltung der Logistiksysteme: ! Keine „normalen“ Kundenauftragsprofile ! Fehlende Prognosemöglichkeit aus historischen Daten ! Modularerweiterbare Logistik-Systeme ! Leistungsfähige, integrierte Systeme (Workflow) ! Paketdienstfähige Sendungsgrößen ! Kurze Kommissionsdurchlaufzeit ! Effiziente Verpackungsprozesse ! Vorsortierungsmöglichkeit für Logistik-Dienstleister ! Länderübergreifende Distribution
3.2.1 E-Commerce Anbieter haben sich „verrechnet“
Im Zuge der Entwicklung des Internets und des rasanten Aufkommens von E-Commerce Anbietern haben viele versucht, noch etwas vom großen Kuchen abzubekommen. Aber so einfach ist das mit der New Economy nicht. Viele Anbieter haben Probleme mit der Logistik. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass ein Artikel in einem Großhandelslager eines Onlinehändlers irgendwann eingepackt und zum Kunden geliefert wird. Nur wann ist irgendwann? Ein technischer Manager hat gesagt, dass es mit Hilfe der technischen Logistik kein Problem ist, eine Ware nach Auftragseingang innerhalb von 2 Tagen zu verpacken und zum Kunden zu liefern. Dieser Bemerkung darf man nicht so leichthin glauben. Gerade im vorletzten Weihnachtsgeschäft (1999) hat man das gemerkt. Viele Online-Händler wurden von dem Ansturm der Kunden und den darauf folgenden Aufträgen überrannt. Kunden mussten vertröstet werden. Viele Händler sind dem Ansturm nicht gewachsen, der gerade an Weihnachten auftritt. Dann wurde noch der Fehler gemacht, dass man noch mehr Server bereitstellte, um mehr Aufträge annehmen zu können. Das hat alles verschlimmert. Man kann dies nur machen, wenn gleichzeitig die Logistik verbessert wird.
Das „logistische Back-End“ ist sehr wichtig. Wird dies nicht beachtet, fängt der Online-Händler sich starke Kritik seiner Kunden ein.
Teilweise wird eine Logistik ohne eigenes Lager geplant. Das kann nicht immer die richtige Strategie sein.
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Aber durch ein eigenes Lager entstehen Kosten für die Lagerhaltung und die Kapitalbindung. Um dies zu vermeiden, werden Kooperationen mit starken Partnern eingegangen. Der Online-Buchhändler Buch.de arbeitet mit Phoenix-Montanus, einem der großen stationären Buchhändler in Deutschland, zusammen.
Die Paketdienste profitieren am meisten. Firmen wie United Parcel Service (UPS) stehen bereit, um Online-Händlern zu helfen, die glaubten, alle Probleme mit leistungsfähiger EDV lösen zu können. Im Zuge der Entwicklung im E-Business werden immer mehr Logistik-Unternehmen gegründet.
3.3 E-Commerce in der Logistik
Auch im Logistikmarkt hat der E-Commerce Einzug gehalten.
42 Milliarden Dollar des Logistikumsatzes weltweit sind auf Einkäufe zurückzuführen, die im Internet getätigt wurden. Diese Zahl wird sich noch weiter erhöhen. Im Zeitalter des E-Commerce sind immer mehr Klein- und Kleinsttransporte, eine kurzfristige und termingerechte Zustellung sowie eine globale Markabdeckung gefragt.
Unternehmensinterne Logistikabteilungen werden erst ab 1.000 Sendungen pro Tag rentabel. Erst ab 15.000 Sendungen sind sie gegenüber Outsourcing-Lösungen die wirtschaftlich sinnvollere Alternative. Davon profitieren natürlich die Logistikdienstleister. Distributionsleistungen werden zunehmend über elektronische Handelsplattformen beschafft. Es lassen sich 3 Geschäftsmodelle unterscheiden:
! Reverse Markets: Versender platzieren eine „Request for Quote“ (eine Nachfrage)
! Auction Markets: Hier bieten die Transporteure ihre Kapazitäten an. Versender
! Permanent Booking Markets: Über die Handelsplattform werden
Durch die konsequente Nutzung von Marktplätzen können die Kosten für Transportdienstleistungen um bis zu 15% gesenkt werden.
In den USA gibt es solche E-Markplätze für Logistikdienstleistungen seit Mitte der 90er Jahre. Innerhalb der Marktplätze kann man Spezialisierungen in Bezug auf die Kundengruppen erkennen (Bulknet für Chemietransporte) und auch in Bezug auf die Logistikleistung (GoCargo für Containerladungen). In Europa haben diese Handelsplattformen noch keine große Bedeutung. 27% der Transporte in Europa sind Leerfahrten. Hier ist noch ein großes Potenzial für E-Marktplätze vorhanden.
3.4 Technologien in der Logistik
Durch den Mausklick des Bestellers im Internet werden komplexe logistische Abläufe ausgelöst. Der Informations- und Warenfluss muss beherrscht werden. Es gelten verschiedenen An-forderungen für die E-Logistics, die produktionsinternen Systeme und die Distributionszentren: Geschwindigkeit, Flexibilität, Modularität und Verfolgbarkeit. Geschwindigkeit bedeutet reaktionsschnelle Auftragsabwicklung von der Online-Entgegennahme bis zur Auslieferung an den Kunden. Flexibilität und Modularität bezieht sich auf saisonale Sortimentsänderungen und Schwankungen beim Bestelleingang und auf die problemlose Erweiterbarkeit beim Umsatzwachstum.
Um die Anforderungen zu erfüllen, werden geeignete Lager-, Kommissionier- und Sortiertechniken sowie geeignete Logistik-Software benötigt. Genannt werden können hier: beleglose Kommissioniersysteme nach dem Pick-to-Light-Verfahren, Mann-zur-Ware oder Warezum-Mann-Kommissionierung, Hochleistungs-RBG mit Mehrfach-Lastaufnahme, moderne Sorter sowie Stauförderer mit berührungsloser Förderguterkennung und Warehouse-Management-Systeme.
Multimedia revolutioniert das logistische Back-End. Im Business-to-Business-Bereich gibt es verschiedene Möglichkeiten. Beispiele wären: Bestellserver, integrierte Bestandsführungssysteme oder Onlinezugriff auf zentrale Kunden- und Auftragsdaten sowie auf optische Belegarchive und Statistiken im Factoring.
Zunehmender Bestandteil von E-Commerce-Systemen ist Tracking and Tracing. Tracking bezeichnet die Ermittlung des aktuellen Status (Zustand, Ort). Tracing nennt man auch Bilden einer Sendungshistorie. Der genaue Sendungsverlauf kann ex post mit allen wichtigen Ereignissen rekonstruiert werden.
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4. Probleme und Zukunftsperspektiven
Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. So auch hier. Auch ist es gut zu wissen, was die Zukunft bringt.
4.1 Probleme im E-Commerce
Die Entwicklung im E-Commerce wird dadurch gebremst, dass die Verbraucher, zumindest von deutscher Seite aus, starke Sicherheitsbedenken haben. Oft wird bei einem Online-Geschäft die Eingabe der Kreditkartennummer verlangt. Davor haben aber viele Hemmnisse. In den USA ist dies nicht der Fall. Es scheint aber vor allem ein psychologisches Problem zu sein. Im Ausland wird im Restaurant ja auch mit Kreditkarte bezahlt und man weiß nicht, was der Kellner damit anstellt. Aber hier hat man die Ware (das Essen) bekommen und bezahlt dann. Bei vielen E-Commerce Anbietern ist es umgekehrt. Erst Geld, dann Ware. Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist, dass dem Internet nicht getraut wird. Kann ich sicher gehen, dass wirklich Herr XY bei mir bestellt hat? Oder jemand könnte im Namen eines anderen, ohne dessen Wissen, einkaufen. Man hofft, dass das geplante Signaturgesetz bald verabschiedet wird und diese Bedenken dann beseitigt.
Der Verbraucher muss zu viele Kompromisse eingehen. Auch die einzelnen Schritte des Kaufprozesses führen zu Verärgerungen und damit zu Verhinderung eines Kaufes. In den letzten Monaten sind die Kosten für den Zugang zum Internet erheblich gesunken. Aber teilweise ist es doch relativ umständlich den Zugang zu günstigen Tarifen zu erhalten. Es fallen Mindeststunden an, die Zugangsdaten kommen spät oder gar nicht an und der Gebührenzähler tickt immer weiter. Auch die Qualität des Zugangs und seine Geschwindigkeit lassen teilweise zu wünschen übrig, so dass hier auch viele davon abgehalten werden, online einzukaufen.
Zudem wird die Entwicklung des E-Commerce in Deutschland durch die verkrusteten Strukturen in der politischen Szene gebremst. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Politiker meistens mitten in den 50ern sind und daher nicht mehr für ein neues Zeitalter bereit. Hauptsächlich aber fehlt es am Bewusstsein, dass ein neues Zeitalter ansteht mit neuen Anforderungen, denen wir uns stellen müssen.
In Europa gibt es noch Einschränkungen durch uneinheitliche gesetzliche Regelungen, zu nennen wären da u.a. Mehrwertsteuersätze und Wettbewerbsregeln.
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Es gibt einen Trend im Internet, der für die Online-Shops gravierende Folgen haben kann: Schaufensterbummel am Bildschirm. Das Internet bietet hervorragende Möglichkeiten sich über Produkte und Preise zu informieren und auch Vergleiche anzustellen. Dann wird die Kaufentscheidung getroffen und man geht in ein reales Geschäft und handelt dort mit Verkäufern, in dem ihm der Preis aus dem Internet unter die Nase gehalten wird. 29 Milliarden Dollar Umsatz werden dieses Jahr (2000) im Online-Geschäft gemacht. Der Offline-Umsatz, der durch Online-Recherche beeinflusst wird, beträgt dagegen über 200 Milliarden Dollar. Die zunehmende Unübersichtlichkeit des Online-Angebots verwirrt immer mehr Nutzer. Die rasante Entwicklung des Internets und des E-Commerce bietet ein großes Potenzial für kriminelle Aktivitäten. Hacker können Server lahm legen und Webseiten verunstalten. Die Seiten des Online-Anbieters sind dann entweder nicht erreichbar oder müssen vorübergehend vom Netz genommen werden. Das hat zur Folge, dass ein Imageschaden entsteht und auch Umsatzverluste zu verkraften sind.
4.2 Probleme in der Logistik
Die Logistiker wollen am E-Commerce verdienen, doch die Branche kommt nur langsam in Fahrt. Die Entwicklung des E-Commerce ging bzw. geht so schnell voran, dass die Logistiker davon überrascht wurden. Die Transport-Branche hinkt hinter dem dynamischen Wachstum des E-Commerce ein wenig hinterher. Die gebotenen Chancen können noch nicht voll genutzt werden.
Auch werden kreative Köpfe benötigt, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Solche Mitarbeiter sind aber nicht einfach zu finden. IT-Experten sind Mangelware und die, die dann auch noch etwas von Logistik verstehen, noch schwerer zu finden. Die Dynamik und Komplexität der Entwicklung birgt die meisten Risiken. Ein einzelner Mensch kann die logistischen Abläufe eines mittleren Distributionszentrums nicht mehr kontrollieren. Daher benötigt man ein ausgewogenes Team von Experten, die aus verschiedenen Bereichen kommen.
Frachtenbörsen, Ausschreibungen per Internet und die Integration der Logistikdienstleistung in das Supply Chain Management erfordern den Einsatz moderner DV-Systeme und die Vernetzung über definierte Standards. Die heutige Informationstechnologie kann aber mehr als die Logistik verträgt.
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Programme können Prozesse in beliebige Teilprozesse aufteilen und dann wieder zu neuen Einheiten zusammenführen. Der physische Materialfluss kommt da aber oft nicht mehr mit. In der Logistik müssen Prozesse durchdacht und überschaubar sein. Der Logistiker muss überprüfen können, wie jeder Schritt physisch abläuft. Sonderfälle werden mit Vorsicht behandelt. Der Grund liegt darin, dass nachträgliche Änderungen an DV-Systemen zeitaufwendig und kostspielig sind.
Große Probleme bereitet auch der große Innovationsschub. Ist ein DV-System endlich erfolgreich implementiert, hat der Markt schon neue, schnellere und einfacher zu wartende Lösungen entwickelt. Auch sind die Software-Märkte sehr unübersichtlich geworden. Eine Vereinheitlichung, zum Beispiel von Lagerverwaltungssystemen, ist dringend notwendig.
4.3 Zukunftsaussichten
Die rasante Entwicklung des E-Commerce wird auch in Zukunft weitergehen. Der E-Commerce im B2B-Bereich steigt von 177 Milliarden EURO im Jahr 2000 auf 422 Milliarden EURO in 2003. Das Internet wird sich zum wichtigsten elektronischen Handelskanal entwickeln. Das Wachstum steigt jährlich um 68%, der Handel über EDI dagegen nur noch um 8%. Einzelhandel, Fahrzeugbau und Konsumgüter haben in 2003 einen Anteil von 49% am gesamten E-Commerce-Volumen. Die Großunternehmen stehen dabei an der Spitze. 26% ihres Handels werden sie elektronisch abwickeln.
E-Commerce wird die Einkaufsgewohnheiten der Menschen langfristig ändern, vor allem dann, wenn das Ladenschlussgesetz nicht fällt. Das wird dem 24-Stunden-Einkauf über Internet noch mehr Wachstum verschaffen.
Mittelfristig werden günstige Flatrates einen positiven Einfluss auf den E-Commerce haben. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hat vor einigen Wochen den Beschluss getroffen, dass die Deutsche Telekom ihren Mitbewerbern eine „Großhandelsflatrate“ anbieten muss anstatt der bisher zu zahlenden Minutenpreise. Nun hat die Deutsche Telekom ein Modell vorgelegt. Es bleibt abzuwarten, ob es den erhofften Erfolg haben wird. Für die klassische Logistik erwartet man in den kommenden 5 Jahren ein jährliches Wachstum von 8%. Für den Bereich Outsourcing und Kontraktlogistik 15-20% p.a. Der Bereich Inhouse-Outsourcing hat mit mehr als 30% das höchste Wachstumspotenzial. In den Jahren 2000/2005/2010 wird ein Marktvolumen von 370/550/800 Milliarden EURO erwartet.
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Dadurch, dass man die im Internet bestellten Waren nach Hause liefern lässt, hat der Trans-porteur zwar weniger Ladung pro LKW, dafür aber mehr Touren. Die Lieferzyklen werden immer kürzer, die Transporteinheiten immer kleiner. Zudem wird das Wachstum in der Transport-Branche gesteigert durch: ! Die fortschreitende Globalisierung
! Die Auslagerung des Transports- und Lieferwesens auf Spezialisten ! Den Wegfall der Grenzen in Europa und Nordamerika ! Immer mehr zeitgenauere, sog. Just-in-time-Belieferungen der Fabriken und Montagebänder mit Vormaterialien, Bauteilen und Modulen.
Zur Zeit erwarten die Kunden eine Zustellzeit von 24 Stunden nach Auftragserteilung. Das ist heute Standard. In Zukunft sind aber erheblich höhere Anforderungen zu erwarten. Es gibt Pilotversuche, wo die Zustellzeit auf bis zu einer Stunde reduziert werden soll. Das probt man zur Zeit in Ballungsgebieten. Dazu müssen sich aber die Paketdienstleister und Kurierdienste auf die neuen Anforderungen im Internet-Business ausrichten.
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5. Schluss und Zusammenfassung
Man sieht, dass die Entwicklung und der zunehmende Erfolg des E-Commerce nicht ohne Einfluss auf die Logistik geblieben ist. Es ist aber erkennbar, dass der Electronic Commerce die Logistik mehr braucht, als die Logistik ihn. Die Logistik kann es sich aber nicht mehr leisten, darauf zu verzichten.
Können beide Beteiligten, E-Commerce und Logistik, ihre Probleme lösen, dann dürfte dem wachsenden Erfolg, der sich dann natürlich in Gewinne niederschlagen sollte, nichts mehr im Wege stehen.
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Arbeit zitieren:
Katrin Haller, 2001, Auswirkungen des Electronic Commerce auf die Logistik, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Notwendigkeit und Ziele einer Corporate Identity
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 17 Seiten
Kurzer Überblick zur Corporate Identity
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Referat (Ausarbeitung), 19 Seiten
Auswirkungen von E-Business und E-Logistik auf die Industrie und Logi...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 23 Seiten
Katrin Haller hat den Text Auswirkungen des Electronic Commerce auf die Logistik veröffentlicht
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