Die Diskussion nach dem Vortrag Seite I
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 DIE DISKUSSION NACH DEM VORTRAG 1
2.1 Die Bedeutung der Diskussion und wie man sie in Gang bringt 2
2.2 Schwierigkeiten während der Diskussion 3
2.3 Die Diskussion beenden 5
LITERATURVERZEICHNIS II
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1 Einleitung
Gute Vorträge, Reden und Präsentationen zu halten ist in der gegenwärtigen Zeit eine Qualifikation, die in sehr vielen Berufsfeldern von einiger Bedeutung ist. Überwältigende Zahlen und geniale Theorien können durch eine schlechte Präsentation viel von ihrer Überzeugungskraft verlieren. Daher ist es für berufstätige Menschen wichtig, sich auf dem Gebiet der Vortragstechniken weiterzubilden, um den eigenen Argumenten ein Maximum an Ausdrucksstärke zu verleihen, aber auch, um sich möglichst optimal auf Vorträge vorbereiten zu können.
Um einen guten Vortrag zu halten, ist die Beachtung sehr vieler Punkte notwendig. Einige der Kernpunkte sind zum Beispiel eine effektive Vorbereitung, der richtige Einsatz visueller and anderer Medien, richtiger Umgang mit Redeangst bzw. Lampenfieber, Haltung und Körpersprache während des Vortrags und nicht zuletzt das richtige Verhalten bei der Diskussion nach dem Vortrag. Einige dieser Punkte lassen sich durch theoretisches Studium, beispielsweise durch das Lesen einschlägiger Fachliteratur zum Thema Rhetorik verbessern, vieles kann jedoch nur durch ständiges Training in realen Situationen verbessert und letztendlich gemeistert werden. Dabei liegt es natürlich nahe, das Training nicht erst in entscheidenden Situationen stattfinden zu lassen, sondern bereits in der Ausbildung soviel Kompetenz zu vermitteln, dass grobe Ausrutscher später vermieden werden können. Entsprechend sinnvoll und wichtig sind deshalb Veranstaltungen wie diejenige, die im Wintersemester 2000/2001 im Rahmen der Soziologischen Handlungskompetenzen durchgeführt wurde.
2 Die Diskussion nach dem Vortrag
Jeder Vortrag kommt irgendwann einmal zum Ende. Doch meist ist mit Beendigung der eigentlichen Rede die Sache für den Vortragenden noch nicht abgeschlossen. Sowohl bei Referaten in Schule oder Universität als auch bei Präsentationen im beruflichen Bereich schließt sich meist eine Diskussion an, die den verschiedensten Zwecken dienen kann. Ob diese Diskussion den Eindruck des Vortrags verstärkt oder ihn untergräbt, ist weiterhin vom Vortragenden abhängig, denn er steht im Mittelpunkt des Geschehens und kann
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wesentlichen Einfluss auf den weiteren Fortgang und die Richtung der Diskussion nehmen. Deshalb ist es für den Redner sehr wichtig, sich auch auf diesen Teil seines Vortrags gründlich vorzubereiten und die Möglichkeiten und Gefahren zu kennen.
2.1 Die Bedeutung der Diskussion und wie man sie in Gang bringt
Zunächst einmal ist eine rege Diskussion über die vermittelten Inhalte grundsätzlich im Interesse des Referenten, denn sie signalisiert ein interessiertes Publikum und ist meist ein Hinweis darauf, dass es gelungen ist, Interesse am Thema und den eigenen Standpunkten zu wecken. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, dem Publikum die Inhalte noch besser zu vermitteln, da Fehler in der Rede ausgemerzt werden können und das Publikum in der Diskussion nicht nur passiver Zuhörer, sondern aktiver Teilnehmer ist. Daher bleibt vieles, was in der Diskussion zur Sprache kommt, sehr stark bei den Zuhörern hängen. Nach Pabst-Weinschenk (1995: 121) behält der Mensch durch Sehen, Hören und eigene Erarbeitung 90% des vermittelten Stoffs, während durch die rein passive Aufnahme ohne eigene Erarbeitung nur 50% hängen bleiben. Dies ist einerseits eine Chance für den Redner, birgt aber andererseits natürlich auch die Gefahr, dass ein guter Vortrag durch einen schlechten Umgang mit kritischen Fragen oder destruktiv eingestellten Zuhörern entwertet wird. Im Folgenden soll daher auf die häufigsten Situationen und Probleme, die während der Diskussion auftreten können, eingegangen werden. Oft besteht das erste Problem einer Diskussionsrunde darin, dass sich niemand zu Wort meldet. Das ist zwar besser als mit negativer Kritik überhäuft zu werden, wird aber sehr schnell peinlich und weckt nicht zu Unrecht die Frage, ob der Redner sein Publikum vielleicht niedergeredet hat, statt es für sein Thema zu begeistern (Hofmeister, 1999: 137). Um solche Peinlichkeiten zu vermeiden, bietet es sich an, bestimmte Teilaspekte von vorneherein für die Diskussion zu reservieren und dies auch während des Vortrags bereits deutlich zu machen. So wird das Publikum schon frühzeitig auf die anschließende Diskussion vorbereitet und größere Pausen am Anfang der Diskussion lassen sich durch einschieben dieser Aspekte überbrücken. Auch pointierte und provokante Formulierungen der vorgetragenen Thesen und Inhalte wirken sich positiv auf die Diskussionsbereitschaft der Teilnehmer aus (Pabst-Weinschenk, 1995: 121). Allerdings sollte man beim Einsatz solcher Mittel sehr vorsichtig sein und weder qualitativ noch quantitativ übertreiben, denn
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eine zu starke Provokation des Publikums kann sich in der Diskussion sehr schnell als Bumerang erweisen. Wenn dann erst einmal die erste Frage aus dem Publikum gestellt ist, läuft die Sache in den allermeisten Fällen (Hofmeister, 1999: 138).
2.2 Schwierigkeiten während der Diskussion
Nun muss sich der Vortragende der Herausforderung stellen, gleichzeitig der Frage zuhören und eine Antwort darauf formulieren zu müssen. Der Fragesteller erwartet eine schnelle und präzise Antwort, lange Pausen sind nicht erwünscht. Pabst-Weinschenk (1995: 122) empfiehlt zwar, in größeren Diskussionsrunden erst mehrere Fragen zu sammeln, um sie dann gebündelt und zusammenfassend beantworten zu können. Dies ist jedoch nicht immer möglich und kann in manchen Situationen sogar negativ wirken, weil es als Ausweichen interpretiert werden kann. In diesem Fall ist im Gegensatz zur eigentlichen Rede, die meist lange und intensiv vorbereitet und eingeübt werden kann, „Sprechdenken“ gefragt. Dennoch lassen sich auch für die Diskussion einige wichtige Vorbereitungen treffen. So sollte man sich bereits in der Vorbereitungsphase Gedanken darüber machen, welche Fragen, Einwände und Kritikpunkte die Zuhörer stellen könnten. Außerdem sollte man sich darüber bewusst sein, welche Rolle man als Redner in der Diskussionsrunde einnimmt. Bei besonders wichtigen Anlässen bietet es sich darüber hinaus an, mit zwei Gruppen aus vertrauten Personen ein Pro-Contra-Spiel durchzuführen, um neue Argumente zu entdecken bzw. Argumentationsweisen für oder gegen bestimmte Aspekte des eigenen Themas kennen zu lernen (Lehmann und Reese, 1998: 277-278). Von zentraler Bedeutung ist auch die Länge der Antwort. Diese sollte sich nach der Art der gestellten Frage richten. Auf eine geschlossene Frage sollte zum Beispiel eine knappe Minimal-Antwort folgen, während eine offene Frage eine etwas ausführlichere Formulierung erfordert. Hat man den Eindruck, dass der Fragesteller etwas wichtiges übersehen hat, dann fügt man der Antwort eine zusätzliche Mitteilung hinzu. Eine Antwort mit Meta-Kommentar ist erforderlich, wenn die Frage falsch oder unverständlich gestellt ist, bzw. wenn eine bestimmte Absicht hinter der Frage vermutet werden kann wie es zum Beispiel bei Suggestivfragen oder falsch konstruierten Alternativen der Fall ist. Diese letzte Art möglicher Fragetypen ist sicherlich die unangenehmste für jeden Vortragenden, da sie im Extremfall auch unfaire persönliche Attacken beinhalten kann. Hofmeister (1999: 141-142)
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nennt drei mögliche Reaktionen auf solch einen Angriff: 1. Man antwortet mit einer Rückfrage und zwingt so den Angreifer, sachliche Gründe zu nennen. 2. Der Angriff wird an das restliche Publikum weitergegeben, wenn man sich von diesem Unterstützung erwarten kann. 3. Man nimmt selbst Stellung zu dem Angriff. Das sollte dann aber immer in Form einer Ich-Botschaft geschehen, zum Beispiel mit Sätzen wie „Ich bin betroffen, dass“, „Ich bin erstaunt, dass“, etc.
Es lassen sich also nach der Länge der Antwort vier verschiedene Typen unterscheiden: Minimal-Antwort, Antwort im gefragten Umfang, Antwort mit zusätzlicher Mitteilung und Antwort mit Meta-Kommentar (Pabst-Weinschenk, 1995: 123). Je nach Verwendungshäufigkeit ergeben sich durch den Einsatz dieser vier Typen verschiedene Wirkungen bei den Zuhörern. Der vereinzelte Einsatz der Minimal-Antwort betont die eigene klare Linie, während der häufige Gebrauch dieses Antworttyps eher als Einsilbigkeit und Verschlossenheit, im Extremfall auch als Inkompetenz wahrgenommen wird. Antworten im gefragten Umfang vermitteln und fördern immer die Kooperationsbereitschaft und intensivieren das wechselseitige Gespräch. Sie sollten deshalb in jeder Diskussionsrunde vorkommen. Vereinzelte Antworten mit zusätzlicher Mitteilung betonen den Überblick und die Informiertheit des Redners, ihr häufiger Gebrauch kann jedoch provozierend wirken und ein intellektuelles Unterlegenheitsgefühl bei den Fragern hervorrufen. Antworten mit Meta-Kommentar sind, wie bereits erwähnt, notwendig, um auf inakzeptable unterschwellige Angriffe mancher Fragesteller zu reagieren und diese ins rechte Licht zu rücken. In diesem Fall sind solche Antworten ein Mittel der Selbstverteidigung gegen bösartige Fragen. Werden sie jedoch zu häufig oder ohne konkreten Anlass eingesetzt, so kann dies vom Publikum als Dominanz des Redners bzw. als Ausweichen vor den Fragen interpretiert werden. Insgesamt machen es die negativen Folgen des häufigen Gebrauchs von Minimal-Antworten sowie von Antworten mit zusätzlichen Mitteilungen und Meta-Kommentaren nötig, diese Antworttypen nur sehr dosiert und begrenzt einzusetzen. Im Zweifelsfall sollte man deshalb eine Antwort im gefragten Umfang vorziehen. Von besonderer Bedeutung in einer Diskussion ist immer der Umgang mit Einwänden aus dem Publikum. Einwände werden vom Redner oft mit einem negativen Unterton wahrgenommen, was eine angemessene Reaktion erschwert. Deshalb ist es von Vorteil, manche Einwände bereits im Vortrag vorwegzunehmen, sofern dies möglich ist. Damit lässt sich die eigene Vorbereitung demonstrieren und man hat die Chance, den Einwand zu
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entkräften, bevor er überhaupt von einem Zuhörer formuliert werden kann (Pabst-Weinschenk, 1995: 124). Kommen die Einwände jedoch erst in der Diskussionsrunde zur Sprache, ist Ruhe, Gelassenheit und Selbstdisziplin das oberste Gebot. Negative Körpersprache sollte in dieser Situation vermieden werden, das heißt man sollte Augenkontakt zu der Person, die den Einwand vorbringt, halten und sie in Ruhe ausreden lassen. Der richtige Umgang mit Einwänden ist ein sehr komplexes Thema, dessen umfassende Behandlung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Der geneigte Leser findet weitere nützliche Informationen zu dieser Thematik bei Lehmann und Reese (1998: 288-297). Tipps zum Umgang mit Einwänden in Verkaufsgesprächen finden sich bei Ebeling (1997: 178-184).
2.3 Die Diskussion beenden
Dass eine angeregte Diskussion vom Redner angestrebt werden sollte, ist bereits erwähnt worden. Unter Umständen ist es jedoch geboten, eine ausufernde Diskussion zu beenden, sei es, weil sie sich in eine falsche Richtung entwickelt oder einfach nur die vorgegebene Zeit zu Ende geht. Eine entsprechende Vorbereitung kann auch hier vieles erleichtern. Eine vorher getroffene Absprache mit dem Veranstalter kann beispielsweise die Möglichkeit bieten, die Diskussion im passenden Moment durch diesen beenden zu lassen. Auf keinen Fall aber sollte man die Chance versäumen, am Ende noch einmal die wesentlichen Punkte des Vortrags und der Diskussion zusammen zu fassen. So lässt sich der letzte Eindruck, den das Publikum vom Vortrag mitnimmt, durch den Redner gestalten und nicht durch einen eventuell sehr kritisch eingestellten Fragesteller. Ganz am Ende sollte man sich schließlich noch beim Publikum für die Teilnahme an der Diskussion bedanken. Dies sollte dem tatsächlichen Verlauf der Diskussion angemessen erfolgen. Das heißt, bei einem sehr schleppenden Verlauf sollte man sich nicht für die „hervorragende“ oder „rege“ Diskussion bedanken. Falsche Töne werden vom Publikum fast immer erkannt und entsprechend negativ aufgenommen. Das gilt im übrigen für den gesamten Vortrag und die gesamte Diskussion und nicht nur für die abschließende Danksagung.
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Ebeling, Peter, 1997: Rhetorik - der Weg zum Erfolg. München: Humboldt-Taschenbuchverlag Jacobi.
Hofmeister, Roman, 1999: Das neue Handbuch Rhetorik. Besser reden - sicher überzeugen. Weyarn: Seehamer Verlag.
Lehmann, Günter und Uwe Reese, 1998: Gestalten kommunikativer Situationen. Band 1: Die Rede, Der Text, Die Präsentation. Frankfurt am Main: Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften.
Pabst-Weinschenk, Marita, 1995: Reden im Studium - Ein Trainingsprogramm. Frankfurt am Main: Cornelsen.
Eidesstattliche Erklärung
Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Hausarbeit „Die Diskussion nach dem Vortrag“ selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen als die in der Arbeit angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet habe. Die Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keinem anderem Prüfungsamt vorgelegen. Alle Ausführungen, die wörtlich oder sinngemäß übernommen wurden, sind als solche gekennzeichnet.
Nürnberg, den 31. Januar 2001 _______________________________ (Christopher Verheyen)
Quote paper:
Christopher Verheyen, 2001, Die Diskussion nach dem Vortrag, Munich, GRIN Publishing GmbH
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