Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Die Finanziellen Mittel 4
3. In was investiere ich ? 5
3.1 Aktien. 5
3.2 Investmentfonds 5
3.3 Festverzinsliche Wertpapiere. 7
3.4 Optionsscheine 9
4. Wo investiere ich ? 10
4.1 Good Old Germany 11
4.1.1 Der Deutsche Aktienindex „DAX“ 11
4.1.2 Der Neue Markt Index „NEMAX“ 12
4.2 Think Global. 13
4.2.1 New York Stock Exchange „NYSE“ 13
4.2.2 Tokyo Stock Exchange „NIKKEI und TOPIX“ 14
5. „Börse und Zeit“ - Der Anlagenzeitraum. 15
6. Das Anlageverhalten 17
6.1 Der Konservative Anlagetyp 17
6.2 Der Spekulative Anlagetyp 18
7. Der Risikofaktor Börse. 18
8. Wie erwirbt man Wertpapiere ? 20
9. Epilog 21
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1.) Einführung
Es ist noch nicht all zu lange her, da war bei den meisten Menschen in Deutschland das Wort Börse gleichgestellt mit dem Begriff Jahr 2000 Virus, sprich es war Ihnen unbekannt. Erst seit der Privatisierung der Telekom und deren Börsengang, der in ganz Deutschland für Furore sorgte, ist der Begriff Börse, Neuemission oder Blue Chips in fast jedem deutschen Haushalt kein Fremdwort mehr und sogar Gesprächsthema im Friseursalon. Keine Party findet mehr ohne Small Talk über den Neuen Markt statt und zu jeder Nachrichtensendung gehören die neusten Wertpapierkurse. Die einstigen deutschen Aktienmuffel sind wie ausgewechselt. Kein Wunder, haben die Deutschen doch endlich erkannt, daß Aktiengeschäfte auf lange Sicht gesehen als Kapitalanlage einfach unschlagbar sind. Sicher haben einige noch Angst und zweifeln ob sie den Schritt an die B örse wirklich wagen sollten. Fakt ist aber, daß man die Altersvorsorge nicht alleine dem Staat überlassen werden sollte. Angesichts der Lage, daß heute noch zwei Arbeitnehmer einen Rentner finanzieren, um das Jahr 2030 aber jeder aktive Tätige allein für e inen Rentner aufkommen muß, sollte man seine Scheu überwinden und „ins kalte Wasser springen“. Je früher man sich mit dem Thema Börse beschäftigt, desto eher kann man sich als Arbeitnehmer zur Ruhe setzen und von seinen Erträgen zehren, die man zuvor Gewinnbringend am Kapitalmarkt angelegt hat. Noch wichtiger ist aber, daß man dann nicht nur mehr von der gesetzlichen Rente abhängig ist, die ja bekanntlich nicht sehr üppig ausfällt. Die Börse ist kein Buch mit sieben Siegeln. Jeder kann sie verstehen, wenn er sich am Anfang ein paar Begriffe und Definitionen einprägt, die für das agieren an der Börse unerläßlich sind. Hat man sich diese erstmal verinnerlicht, ist der Börsendschungel, den man am Anfang für undurchdringlich hielt, schon viel durchsichtiger geworden. Und durch stetiges lesen der einschlägigen Fachliteratur (z.B. Börse Online, Finanzen, Das Wertpapier ect.) wird der Erfolg sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.
Ich hoffe das ich mit diesem Referat den für Anfänger ersten und schwierigen Schritt nicht abnehmen, aber vielleicht leichter und angenehmer gestalten kann, denn vor der Börse muß niemand Angst haben.
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2.) Die Finanziellen Mittel
Alles dreht sich nur um das eine. Das Geld! Entweder man hat es oder man hat es nicht. Die Deutschen haben es allen Anschein nach, denn seit dem Börsengang der Telekom kaufen Sie Aktien, als wenn es morgen keine mehr geben würde. „Alleine in die T -Aktie investierten deutsche Privatanleger bis heute rund 500 Milliarden Mark“ 1 . Dies bringt mich zu der Frage, wieviel Geld man eigentlich benötigt um am Börsengeschehen teilzunehmen? Eins steht fest, Millionär muß man nicht sein. An der Börse kann man auch mit kleinen Beträgen Gewinne erzielen. Zwar werden diese nicht so üppig ausfallen als wenn man größere Summen investiert hat, aber jeder hat ja mal klein angefangen. Das beeindruckendste Beispiel ist für mich Warren Buffet. Vom Forbes Magazin ist er 1999 zum zweitreichsten Mann Amerikas gekürt worden 2 . „Verblüffend ist aber, daß er der einzige in der Liste ist, der seinen Reichtum nur mit Aktien machte. Angefangen hat er als kleiner Junge, wo er sich für seine ersten ersparten Dollar eine einzige Aktie kaufte“ 3 . An diesem Beispiel kann man erkennen, das es nicht so wichtig ist mit wieviel Geld man an der Börse spekuliert, viel wichtiger ist es was man daraus macht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, das man nur mit dem Geld spekuliert auf das man kurzfristig auch verzichten kann, d.h. wenn man Wertpapiere verkaufen muß, nur weil man seine Miete sonst nicht begleichen kann, sollte man von Börsengeschäften seine Finger lassen. Nur wenn man auf das nötige „Kleingeld“ für mindestens 1 Jahr verzichten kann ist man in der Lage, auch mal kleinere Durchhänger an der Börse, sog. Korrektur- oder Konsolidierungsphasen, zu überstehen ohne das das Existenzminimum gefährdet ist. Ein weiterer gefährlicher Punkt ist das Spekulieren auf Kredit. Da an der Börse der Erfolg nicht vorprogrammiert ist, wäre es im höchsten Grade leichtsinnig, mit Geld zu spekulieren was einem gar nicht gehört. Schon viele die nach diesem Beispiel vorgegangen sind, sitzen heute auf einem hohen Schuldenberg, der einen das ganze Leben lang verfolgt. Wieviel Geld letztlich jeder anlegt muß jeder selbst wissen, und wird deshalb maßgeblich von der individuellen Risikoneigung bestimmt. Im Kapitel 6 werde ich aber noch genauer auf die Risikoneigungen und das allgemeine Anlageverhalten eingehen. Trotzdem sollte man sich lieber auf kleinere Beträge Beschränken auf die man schlimmstenfalls verzichten kann.
1 Willi H. Grün: „Aktien für alle“. Börse Online 6/2000, S. 123.
2 Forbes Magazine, Internetadresse: http://www.forbes.com/tool/toolbox/billnew
3 Robert G. Hagstrom Junior:“ Warren Buffet - Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.“, S. 23-24.
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3.) In was investiere ich ?
Wenn man sich nun entschieden hat sein Geld erfolgreich an der Börse anzulegen und auch seinen finanziellen Rahmen abgesteckt hat, kommt man unwillkürlich zu der Frage, worin man sein Geld eigentlich investieren möchte. Nachfolgend w erde ich die Finanzierungsinstrumente aufführen, die an den Börsenplätzen gehandelt werden und dem Anleger zur Auswahl stehen.
3.1) Aktien
Jeder hat schon einmal was von ihr gehört und ohne sie würde es die Börse nicht geben. Die Aktie ist die am weitesten verbreitete Anlageform. Jede Unternehmung die an der Börse agiert bzw. agieren möchte, muß Aktien herausgeben. Aber was sind Sie denn genau? „Aktien sind Anteilspapiere, die das wirtschaftliche Miteigentum an einer Aktiengesellschaft verbriefen“ 4 . Im Hinblick auf das Stimmrecht unterscheidet man zwei Aktienarten: Zum einen die Stammaktie und zum anderen die Vorzugsaktie. Die Stammaktie gibt dem Aktieninhaber das Recht auf der jährlichen Hauptversammlung der Aktiengesellschaft, wo alle Anteilseigner eingeladen sind, über zukünftige Entscheidungen der AG mitzubestimmen. Der Inhaber einer Vorzugsaktie hingegen hat kein Stimmrecht bei der Hauptversammlung. Dafür kommt er aber in den Genuß einer bevorzugten Dividendenausschüttung. „Die Dividende ist der auf eine Aktie entfallende Anteil an der Gewinnausschüttung einer AG“ 5 . Die Aktie bietet dem Anleger zweierlei Ertragschancen: zum einen die eben erwähnte Dividendenausschüttung und etwaige Sonderausschüttungen (z.B. bei einem Jubiläum) und zum anderen die Kursgewinne. Zu erwähnen ist, daß die Aktie ein Risikopapier ist, d.h. daß Kursgewinne und Dividenden nicht garantiert werden. Auf die Risiken der Aktienanlage werde ich aber noch genauer im Kapitel 7 eingehen.
3.2) Investmentfonds
Eine andere und bei den Deutschen sehr beliebte Art sein Geld zu „vermehren“ ist die Anlage in Investmentfonds.
4 Hans G. Linder: Lexikon der Kapitalanlage, 11 Auflage, S.10
5 vgl. Hans G. Linder: a.a.O., S.45
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„Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die deutsche Fondsbranche einen Rekordzufluss von 45,6 Milliarden €. Doppelt soviel wie 1998. Damit sind mittlerweile mehr als 400 Milliarden € in Investmentfonds angelegt“ 6 . Das Prinzip ist denkbar einfach: Tausende von Anlegern kaufen Fondsanteile einer speziellen Investmentgesellschaft (z.B. DWS, DIT, ADIG ), wo es gewissermaßen in einem großen Topf landet. Die Fondsmanager legen das angesammelte Kapital breit gestreut in Aktien, Rohstoffwerten, Bundesanleihen usw. an. Sind die Manager erfolgreich, vermehren sie das Fondsvermögen und damit den Wert je Anteil. Den spektakulärsten Managementerfolg der deutschen Fondsgeschichte erwirtschaftete Masato Kawada, Fondsmanager des Invesco GT Japan Enterprise. „Mit satten 549 % hatte er 1999 die höchste Jahresperformance (Jahresgewinn) von in Deutschland zugelassenen Fonds“ 7 .
Damit einem als Anleger die Wahl zur Qual gemacht w ird, kann man zwischen folgenden Investmentfonds wählen (unter unzähligen Fonds habe ich die wichtigsten herausgesucht):
- Im Aktienfond verteilen sich die Gelder meist auf Aktien aus verschiedenen
- Bei Rentenfonds wird das Geld ausschließlich in Festverzinslichen
- Mischfonds beinhalten Aktien, Rentenpapiere sowie andere Wertpapiere.
- Als letztes möchte ich noch den Geldmarktfond erwähnen. Anleger, die sich nur
6 Hans Heuser: „3000 Fonds im Test“. In: Die Telebörse 14/2000, S.33
7 Joachim Althof: Finanzen 02/Februar 2000, S.98
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Reine Geldmarktfonds existieren erst seit 1994 in Deutschland. Oft hört man auch von einem Rücknahmepreis von Investmentfonds. Dies ist der Preis, zu dem die Fondgesellschaften die vom Anleger erworbenen Anteile zurücknimmt. Bei allen Lobpreisungen der Investmentfonds muß man aber auch erwähnen, daß diese im allgemeinen nicht ganz billig sind. Wenn man Anteile erwerben will, muß man oft einen Ausgabeaufschlag zahlen. Dieser kann bis zu sechs Prozent des Rücknahmepreises ausmachen. Deshalb sollte man sich genau umschauen, welchen Fond man sich aussucht. Es gibt nämlich auch Investmentfonds einen geringen oder sogar gar keinen Ausgabeaufschlag verlangen. Da lohnt es sich schon mal, etwas genauer die Bedingungen der Fondsgesellschaften zu betrachten.
3.3) Festverzinsliche Wertpapiere
Auf Dauer erwirtschaften Aktien die höchsten Erträge. Mit Ihnen ist aber auch das Risiko eines Verlustes höher. Wer das nötige Durchhaltevermögen nicht mitbringt und daher Anlagen bevorzugt, deren Erträge zwar nicht so hoch wie die von Aktien ausfallen, aber dafür sicherer und präzise kalkulierbar sind, der ist mit festverzinslichen Wertpapieren besser beraten. Festverzinsliche Wertpapiere, in Fachkreisen auch Anleihen, Renten oder Obligationen genannt, sind, wie der Name schon sagt, mit einem festen Zins ausgestattet und besitzen eine bestimmte Laufzeit sowie eine Form der Tilgung. Bedeutende festverzinsliche Wertpapiere sind Anleihen öffentlich-rechtlicher Körperschaften (Bundes-, Bahn-, Post-, Länder- und Kommunalanleihen) sowie Schuldverschreibungen von Industrieunternehmen (Industrieobligationen). Die Erträge aus Anleihen erfolgen zum einen in Form von Zinszahlungen des Herausgebers der Anleihe (den sog. Emittenten) und zum anderen in Form von Wertsteigerungen, die sich als Differenz zwischen Ausgabepreis und Verkaufs- bzw. Rücknahmepreis ergeben. Wie Anleihen ausgestattet sind erfährt man, wenn man sich die Emissionsbedingungen (sog. Anleihebedingungen) genauer ansieht.
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Sie beinhalten folgende Merkmale 8 :
- Das Ausgabejahr legt fest, wann die Anleihe herausgegeben wird bzw. wurde.
- Die Laufzeit bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Verzinsungsbeginn und der
- Bei der Tilgung unterscheidet man zwischen der planmäßigen und
- Anleihen können eine feste oder variable Verzinsung haben. Festverzinslich
- Anleihen können auf verschiedene Währungen lauten (DM, Euro oder eine
Wie bereits erwähnt, sind Festverzinsliche Wertpapiere eine relativ sichere Anlageform. Ich sage relativ, weil auch bei ihnen gewisse Risiken bestehen. Neben dem allgemeinen Kursrisiko und Währungsrisiko, auf die ich später noch eingehen werde, wird dem Risiko der Bonität bei den Anleihen eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Bonität ist der Ruf einer Person oder Firma in bezug auf ihre Zahlungsfähigkeit. Während Anleger, die ihr Geld in Bundesanleihen investiert haben, also in den Staat, kaum um ihr Erspartes bangen müssen, sieht es bei anderen Schuldnern oft nicht so rosig aus. Wie sicher Anleger vor Zahlungsausfällen sind, verrät im Regelfall das sogenannte Rating. Normalbürger können nur selten prüfen was für eine Zahlungsmoral der Schuldner hat. Dafür gibt es spezielle „Rating-Agenturen“. Sie durchleuchten die Anleiheemittenten auf deren Zahlungsmoral in der Vergangenheit, die Ertragslage des Unternehmens in der Zukunft ect.. Der bekannteste Gutachter in diesem Bereich ist Standard & Poor’s („S & P“). S & P benotet die Zahlungsmoral der kreditsuchenden Unternehmen. Je nachdem wie gut Sie die Bonität einschätzen, verleihen sie sehr gute, zufriedenstellende oder
8 Göttler Finanz AG: „Das Einmaleins der Börse“- Release 2 [32-Bit-Version] „Profi Edition“ (Software)
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schlechte Noten. Die Benotung erfolgt durch eine Buchstabenkombination. Ein „AAA“ („Triple-A“) ist das Z eichen für Anleihen höchster Güte. In der Nachfolgenden Tabelle kann man die S & P Rating-Symbole entschlüsseln 9 :
Anleger müssen bedenken, daß ein Rating nicht immer gleich bleibt. Bei einer Herunterstufung (dem sog. down-grading) sinken im allgemeinen auch die Kurse der Anleihen. Beim Anleihekauf daher immer aufs Rating achten. Gerade Kleinanleger sollten deshalb nur Titel der A -Kategorie in die engere Wahl nehmen, da diese sich in Zukunft auch noch dort bewegen.
3.4) Optionsscheine
Zu guter letzt kommen wir zu einer Anlageform, von denen Börsenneulinge lieber die Finger lassen sollten, den Optionsscheinen. Schon viele haben sich dabei die Finger verbrannt. Locken doch bei dieser Anlageform mitunter enorme Gewinn-
9 Rolf
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chancen, die ganz schnell im dreistelligen Prozentbereich liegen können, aber auch genauso schnell den Minusbereich erreichen. Optionsscheine verbriefen zwar kein Miteigentum wie Aktien, räumen dafür aber dem Besitzer Kauf- oder Verkaufsrechte, sogenannte Optionen, ein. Der Inhaber eines Optionsscheins, in Fachkreisen ist die englischsprachige Bezeichnung „ Warrent“ geläufig, hat die Möglichkeit, einen bestimmten Gegenstand, Basisinstrument genannt, künftig zu einem im voraus festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Basisinstrument kann eine Aktie, Anleihe oder Währung sein. Anders ausgedrückt, der Käufer eines Kaufsoptionsscheins, auch Call genannt, spekuliert auf steigende Kurse wo gegenüber der Käufer eins Verkaufsoptionsscheins, auch Put genannt, auf sinkende Kurse spekuliert. Bei dieser Anlageart handelt es sich sozusagen um „Aktienspekulationen hoch zwei“, d.h. sie sind auf der höchsten Spekulationsstufe einzuordnen und sollten doch besser Profis überlassen werden. Deshalb werde ich auch nicht weiter in die Materie der Optionsscheine, die sehr umfangreich ist, eingehen. Trotzdem hat man jetzt einen kleinen Überblick erhalten, und weiß jetzt ungefähr was Optionsscheine sind, falls man in Zukunft mal über dieses Wort stolpern sollte, was bei Börseninteressenten sich fast nicht vermeiden läßt.
4.) Wo investiere ich ?
Nachdem wir, hoffentlich erfolgreich, geklärt haben wieviel Kapital wir einsetzen wollen und uns eine Anlagenart herausgesucht haben müssen wir uns jetzt entscheiden, wo wir unser Geld investieren wollen. Bei einigen Aktien, Fonds oder Anleihen sind wir zwar an einen Börseplatz (z.B. den Deutschen) gebunden, dies trifft bei weitem aber nicht auf alle zu. Die meisten Aktien, Fonds und Anleihen werden auch auf anderen Börsenplätzen wie zum Beispiel New York, Tokio oder London angeboten. Manche findet man sogar nur dort, weil diese nicht im Ausland gehandelt werden. Die Frage, wo man sein Kapital zur „Vermehrung“ hinschickt, ist keine Nationale Frage mehr. Nach der Erweiterung des Binnenmarktes in Europa und der zunehmenden Globalisierung der Märkte ist die Transparenz nicht mehr so gegeben wie vorher. Deshalb möchte ich nachfolgend die wichtigsten Börsenplätze vorstellen und dem zukünftigen Anleger damit einen Pfad durch den schier undurchdringlichen Dschungel der Kapitalmärkte schlagen.
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4.1) Good Old Germany
Der deutsche Markt ist wieder im kommen. Ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung brachte Deutschlands Börsen zu neuen Höhenflügen. Auslöser und Zugpferd der steigenden Börsenkurse war zum größten Teil eine einzige Branche. Der Name der Branche heißt Technologie. Sie ist in vorwiegend zwei deutschen Indizes vertreten, im Deutschen Aktien Index (DAX) und im Neuen Markt Index (NEMAX).
4.1.1) Der Deutsche Aktienindex „DAX“
10 Marktkapitalisierung / Börsekapitalisierung = Börsenkurs multipliziert mit der Anzahl der
4.2) Think Global
Anleger die nicht bzw. nicht alles in Deutsche Wertpapiere investieren wollen, weil Sie dort vielleicht keine attraktiven Renditen erwirtschaften, haben Dank der Globalisierung der Märkte die Möglichkeit, Wertpapiere aus aller Herren Länder zu erwerben. Aktien und Fonds aus Japan und den USA sind bei den Anlegern heiß begehrt. Nicht zuletzt deshalb, weil besonders das Börsenjahr 1999 in diesen Ländern extrem erfolgreich war. Renditen von 100 % bis hin zu 300 % waren bei einigen Wertpapieren keine Seltenheit 11 . Deshalb möchte ich Nachfolgend denjenigen, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, ihr Geld im Ausland anzulegen, die beiden wichtigsten Kapitalmärkte kurz vorstellen. Trotzdem sollte man nicht arglos sein Geld wegen aussichtsreicher Renditechancen einfach mal so in ausländischen Wertpapieren deponieren. Ein genaues studieren der fremden Börsenplätze, deren Wirtschafts- und Finanzlage ist notwendig, um dauerhaft erfolgreich zu sein.
4.2.1) New York Stock Exchange „NYSE“
11 Aktien-Fondsmanager des Jahres 1999: Finanzen 02/2000, S.100
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4.2.2) Tokyo Stock Exchange „NIKKEI und TOPIX“
12 vgl. Göttler Finanz AG: „Das Einmaleins der Börse“
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5.) „Börse und Zeit“ - Der Anlagenzeitraum
Nach und nach arbeiten wir uns immer weiter voran. Jetzt müssen wir uns die Frage stellen, zu welchen Zeitpunkt wir Aktien kaufen sollten und wie lange wir diese behalten, bevor wir Sie mit Gewinn wieder verkaufen. Der legendäre Chef der Deutschen Bank, Hermann J. Abs brachte es mit folgendem Satz auf den Punkt: „Zum kaufen sind Aktienkurse immer zu hoch, zum verkaufen zu niedrig.“ 13 Wann aber sollte man wirklich einsteigen? Um sich ein Bild von der derzeitigen Kurslage zu verschaffen ist es, wie schon erwähnt, notwendig, die einschlägige Fachliteratur zu studieren. Erst dann kann man ungefähr die Kurse der einzelnen Aktien oder Indizes einschätzen und bewerten. Laut der Statistik sind die Monate November bis April gute Börsenmonate und versprechen daher Kursgewinne. Die Zeit von Mai bis Oktober sind laut Statistik zu meiden. Festgestellt wurde diese Untersuchung am Dow Jones. Er hat in den vergangenen 50 Jahren von den zugelegten 10000 Punkten 9000 in den Wintermonaten
13 Börse Online 10/2000, S. 150
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November bis April angesammelt. 14 Zwar ist diese Untersuchung statistisch untermauert, darauf vertrauen würde ich aber nicht unbedingt. Man sollte sich auch noch andere Informationen beschaffen. So ist es auch sinnvoll, die Empfehlungen v on Investmentbanken zu studieren. Besonders nach den Quartalsergebnissen, welche alle Unternehmen ablegen müssen, empfehlen die Banken eine Aktie zum Kauf, zu halten oder zum Verkauf. Wenn man sich nun vielversprechende Wertpapiere zugelegt hat, muß man sich fragen, für wie lange man die Papiere im Depot liegen lassen sollte. In dieser Hinsicht gibt es eine Vielzahl von Meinungen und Ratschlägen. Einige sagen, man sollte sich kein Wertpapier zulegen, wenn man es nicht mindestens für sieben bis zehn Jahre behalten will. Hierbei spricht man von sogenannten Dauerinvestments. Ein Bereich wo Dauerinvestments sinnvoll sind ist der Technologiesektor. Dieser Sektor unterliegt auf einen kurzen Zeitraum gesehen, d.h. ein bis zwei Jahre, sehr großen Schwankungen. Auf lange Sicht ist dieser Sektor aber die Anlage schlecht hin. Es gibt aber auch Menschen, die halten nichts von langen Anlagen. Wenn Sie Wertpapiere kaufen, dann nicht länger als für einen Tag. Sogenannte „Daytrader“ reagieren sofort auf Schwankungen am Börsenparkett. Schnelles kaufen und verkaufen ist ihr Ziel. Wie Dauerinvestments lassen sich auch dort große Gewinne erzielen. Diese Art des spekulierens ist aber sehr gefährlich, da sich die Börse nur schwer auf Minuten und Stunden vorausberechnen läßt. Daher ist diese Spekulationsart für Erstanleger nicht geeignet. Zwischen Dauer- und Shortinvestments liegen die Anlagen, die von den meisten Anlegern favorisiert wird. Ihr Anlagenzeitraum liegt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Für Anleger die ihr Geld in diesem Zeitraum anlegen, gibt es einen sehr wichtigen Punkt zu beachten. Nämlich die sogenannte Spekulationsfrist. Wie überall im Leben wird der Anleger auch bei Börsengeschäften vom Staat zur Kasse gebeten. Aktiengewinne müssen nämlich ab einer g ewissen Höhe versteuert werden. Kursgewinne zählen zu den „sonstigen Einkünften“. Pro Jahr dürfen Anleger Spekulationsgewinne nur unterhalb der Freigrenze von 1000 DM steuerfrei behalten. Alles was darüber hinaus geht, wird voll mit dem persönlichen Steuersatz 15 belegt. Steuerpflichtig sind aber nur die Geschäfte, die innerhalb der Spekulationsfrist getätigt werden. 1999 wurde diese von sechs auf zwölf Monate verdoppelt. Kurz und knapp gesagt heißt das, wer seine Wertpapiere ab Kaufdatum 365 Tage behält und dann
14 Börse Online 10/2000, S. 149
15 Persönlicher Einkommensteuersatz 1999: 0 bis 53 %,
Geldidee 4/2000, S. 40/41
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verkauft, muß keine Steuer zahlen. Deshalb sollte man seine Aktien mindestens 1 Jahr ruhen lassen. Denn wer gibt schon gerne die Hälfte seines Gewinnes an andere ab?
6.) Das Anlageverhalten
An der Börse hat jeder das gleiche Ziel, nämlich aus seinen Anlagen den größtmöglichen Gewinn herauszuholen. Dieses Ziel kann man durch zwei Strategien erreichen. Zum einen die Konservative Strategie und zum anderen die Spekulative Strategie. Diesen Strategien entsprechend lassen sich auch dazugehörige Anlagetypen aus der Masse herauskristallisieren. Jeder unterwirft sich diesem „Börsengesetz“. Manchen ist es Bewußt und einigen Unbewußt. Es entscheidet darüber wo, wieviel, wie lange und wann wir Kapital an die Börse bringen. Nachfolgend möchte ich kurz auf beide Anlagetypen eingehen und diese erläutern.
6.1) Der Konservative Anlagetyp
Der Konservative Anlagetyp ist sehr Vorsichtig wenn es sich um Börsengeschäfte handelt. Er betrachtet seine Börsengeschäfte unter längerfristigen Gesichtspunkten, d.h. ein Anlagezeitraum ab zwei Jahren kommt für Ihn in Frage. Die Kapitalanlage sieht er als Investition. Sicherheit ist ihm sehr wichtig. Er ist nicht bereit, in der Hoffnung auf spekulative Kursgewinne hohe Risiken einzugehen. In seinem Depot sind neben erstklassigen Staats- und Firmenanleihen vor allem deutsche und internationale Blue Chips, d.h. Standardaktien.
6.2) Der Spekulative Anlagetyp
Anders als der Konservative Anleger nutzt der Spekulative Typ auch kurzfristige Chancen. Für überdurchschnittliche Gewinne i st er bereit, ein hohes Risiko einzugehen. Daytrading, der Handel mit Optionsscheinen und das agieren auf riskanten Märkten wie den Emerging Markets in Lateinamerika, Afrika und Asien. Die Anlageschwerpunkte sind wie schon erwähnt die Aktien von Wachstumsmärkten, aus zyklischen Branchen und Optionsscheine (OS).
7.) Der Risikofaktor Börse
Bisher haben wir die Börse als Kapitalmarkt gesehen, wo Anleger ihr Geld kurz- oder langfristig „parken“, und nach geraumer Zeit wiederkommen um es samt den erwirtschafteten Gewinnen abzuholen. Nun wäre es aber gegenüber Einsteigern unverantwortlich nicht auch auf die Kehrseite der Medaille hinzuweisen. Obwohl fast am Ende stehend ist dieses Kapitel extrem wichtig, damit man, sinnbildlich gesehen, alle Eisberge gut umschifft und heil am Ziel ankommt. Die Börse hält nämlich viele Risiken für die Anleger bereit. Die wichtigsten möchte ich nachstehend erläutern. Fast jeder hat es mitbekommen, wie im Herbst 1999 die Holzmann AG in die Krise stürzte. Bei einem Kurs 1996 von 544 DM, was damals 278 € 16 entsprochen hätte, stürzte die Aktie im November 1999 bis auf 23 €. Bei zulangem halten der Aktien hätte man wahnsinnig viel Geld verloren. Mit einer einzigen Aktie ziemlich genau 500 DM. Wäre damals keine politische Lösung errungen worden, hätte der Aktienkurs wahrscheinlich keinen festen Boden mehr gefunden. Dies ist bzw. war ein Musterbeispiel dafür, was das Unternehmerische Risiko, das sogenannte Konkursrisiko, ausmacht. Ein anderes Risiko ist das Kursänderungsrisiko. Dies ist ein allgemeines Marktrisiko. Wenn
16 Der Umtauschkurs Euro zu DM beträgt genau 1,95583
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die NYSE zum Beispiel, die die Mutter aller Börsen ist, in ein Tief rutscht, rutschen meist alle anderen Weltbörsen hinterher. Eine Börse kann, obwohl weit entfernt und andere Branchen beinhaltend, eine bzw. viele fremde B örsenplätze mitbeeinflussen. Das bekannteste Beispiel dafür war der Schwarze Freitag an der Wall Street Anfang der 30‘er Jahre. Aber auch andere Einflüsse wirken auf die Aktienkurse ein, so das diese ständigen Schwankungen unterliegen. Dies kann durch eine Prognose der zukünftigen Ertragslage des Unternehmens geschehen, aber auch durch Empfehlungen von Banken und Investmenthäusern. Das Risiko der Kursprognose, also das richtige Timing für den Ein- bzw. Ausstieg aus Wertpapiergeschäften gehört auch mit z u den Hauptrisiken. Durch zahlreiche Analysemethoden wie der Fundamentalanalyse und der Chartanalyse (technische Analyse) versucht man erfolgversprechende Anlageentscheidungen zu fällen. Die fundamentale Analyse ist eine Methode zur Bewertung von Unternehmen aufgrund unternehmensspezifischer Daten aus der Vergangenheit und des wirtschaftlichen Umfelds. Ziel dieser Analysemethode ist die Ermittlung des „fairen“ Preises einer Aktie. Die Chartanalyse dagegen ist eine Technik zur Interpretation von Charts, d.h. das interpretieren von Aktienkursen über mehrere Monate und Jahre hinweg, und verfolgt das Ziel, Kursprognosen und Kursziele abzuleiten, um auf diese Weise geeignete Zeitpunkte für Aktienkäufe- bzw. verkäufe zu finden. 17 Die aus diesen beiden Charttechniken resultierenden Prognosen können sich aber auch im nachhinein als fehlerhaft erweisen. Unter diesem Aspekt bleiben Aktiengeschäfte immer Entscheidungen, die einer gewissen Unsicherheit unterliegen. Das Währungsrisiko ist seit dem 01.01.1999 in den E uropäischen Staaten wo der Euro als Buchgeld eingeführt wurde hinfällig. Aber außerhalb dieses Staatenbundes ist es sehr wohl noch vorhanden. Wer zum Beispiel Aktien von Unternehmen kauft, deren Sitz sich in einem anderen Land befindet, geht nämlich dieses Risiko ein. Obwohl der Kurs der Aktie in der Landeswährung steigt, kann der Kurs in der heimischen Währung, in der auch das Depot geführt wird, stagnieren, wenn die ausländische Währung gegenüber der heimischen an Wert verliert. Als letztes möchte ich noch das Inflationsrisiko erwähnen, denn überall wo dieses Wort auftaucht, läßt es Erinnerungen an die Nachkriegszeit wach werden, wo sich so mancher Milliardär kaum ein Brot leisten konnte. Das Inflationsrisiko nämlich bezeichnet die Gefahr, daß der Anleger infolge einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Obwohl heutzutage kaum noch
17 Göttler Finanz AG: „Das Einmaleins der Börse“
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stark auftretend in den Industrieländern, ist die Inflation trotzdem immer vorhanden, wenn auch nur minimal. Denn durch eine gesunde Geld- und Wirtschaftspolitik läßt sie sich gut kontrollieren.
8.) Wie erwirbt man Wertpapiere ?
So, jetzt haben wir den zukünftigen Anleger über die Risiken der Wertpapiere informiert, haben die einzelnen Wertpapiere erläutert, sind auf die wichtigsten Kapitalmärkte eingegangen und auf die Zeiträume wann es günstig ist einzusteigen und wann auszusteigen haben wir auch besprochen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Punkt. Nämlich, wie man Aktien, Fonds oder Anleihen kaufen kann. Deshalb möchte ich im letzten Kapitel darauf eingehen, wie der Anleger schließlich zu seinen ausgesuchten Wertpapieren gelangt. Wie sagt man so treffend: „Viele Wege führen nach Rom.“ So gibt es auch verschiedene Methoden Börsenpapiere zu kaufen. Der erste und wahrscheinlich auch einfachste Weg ist der über die Bank. Da glaube ich fast jeder ein Konto bei einer Bank hat, sollte man auch bei seiner Hausbank bleiben. Zuerst muß man neben seinen bestehenden Konto ein Depot eröffnen. Hat man dies getan muß man, bevor man Wertpapiere ordern kann, sich von der Bank über a lle Eventualitäten des Wertpapierkaufes belehren lassen. Dabei wird man von der Bank in eine bestimmte Risikoklasse eingestuft. Damit will die Bank das Spekulationsverhalten der Kunden bestimmen. Nachdem der Papierkrieg geschafft ist, kann es losgehen. Bevor man nun Wertpapiere ordert, sind die Banken verpflichtet auf Wunsch den Kunden zu beraten. Die ist für Menschen sinnvoll die nicht tagtäglich Fachzeitschriften studieren. Bei allen Vorteilen die die Banken bieten müssen auch die Nachteile genannt werden. Zum einen sind die Depotgebühren zu nennen. Sie variieren zwar zwischen den einzelnen Banken, sind aber vergleichsweise ganz schön hoch. Der zweite, und für mich viel gravierendere Nachteil kommt dann zum Vorschein, wenn man sich entschlossen hat einen oder mehrere Fondsanteile zu erwerben. Die Banken bieten nämlich ihren Kunden fast ausschließlich die eigenen Fondsprodukte an. So verkaufen die Sparkassen Fonds der DGZ-Deka, zu den Genossenschaftsbanken gehört die Fondsgesellschaft Union und die Commerzbank arbeitet mit der Adig zusammen. Der erste Haken ist, daß nicht jede Fondsgesellschaft in jeder Sparte den besten Fond haben kann, so daß auch vergleichsweise schlechte Fonds verkauft werden. Der zweite Haken ist der, daß der Kunde kaum die Möglichkeit hat, Fonds einer fremden Gesellschaft zu kaufen. Auch
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wenn er den Namen und die Wertpapierkennnummer angibt tun sich Banken und Sparkassen schwer, die gewünschten Anteile zu besorgen. Dieser Misere kann man sich aber entziehen wenn man sich an sogenannte Direktbanken oder Direktbroker wendet. Auch hier muß man ein Depot eröffnen, kann dann aber Wertpapiere, ob Aktien, Fonds, Anleihen oder Optionsscheine, nach belieben kaufen. Alles ist erhältlich was an der Börse gehandelt wird. Auch die Depotgebühren sind günstiger als bei der Hausbank. Aber wie überall im Leben hat auch diese Institution einen Nachteil. Wer nämlich zu Direktbanken/Direktbroker geht muß genau wissen was er haben möchte, denn eine Beratung wie bei der Hausbank gibt es dort nicht. Wenn man nur Aktien kaufen möchte hat man nun die Wahl zwischen Banken/Sparkassen oder zwischen Direktbanken/Direktbroker. Möchte man sich aber Fonds zulegen, hat man noch eine dritte Möglichkeit. Man kann sich nämlich auch direkt an die Fondgesellschaften richten. Die Depotgebühren sind oft kostenlos, dafür aber wie bei den Direktbanken keine Beratung und das Depot ist halt nur für Fonds, nicht für andere Wertpapiere. Das wenn man direkt bei den Fondsgesellschaften kauft nicht die Möglichkeit hat Fonds fremder Gesellschaften zu erwerben ist, so denke ich, logisch. Wenn sich jeder nun seinen geeigneten Wertpapierhändler ausgesucht und Vor und Nachteile gegeneinander abgewogen hat, kann es losgehen.
9) Epilog
Viele haben schon Tausende, wenn nicht gar Millionen, mit Geschäften an der Börse verdient. Aber bei allen positiven darf man nicht vergessen, daß die Börse schon genauso viele, wenn nicht sogar mehr, in den Ruin getrieben hat. Man sieht, daß die Börse ein sehr schmaler Grat ist, wo es auf beiden Seiten sehr tief Abwärts geht. Nur durch Ruhe, Ausdauer, Geschicklichkeit und wie überall im Leben auch ein bißchen Glück, erreicht man das Ziel seiner Wünsche. Zum Schluß möchte ich noch auf zwei Dinge hinweisen, die bei Redaktionsschluß noch nicht abzusehen waren. Zum einen geht es um die Fusion der Frankfurter Wertpapierbörse mit der London Stock Exchange zu der „I X“ (International Exchange), und zum anderen über die Neubesetzung des Nikkei.
Die „I X“ wird Europas größter Börsenplatz werden. Auf einer Pressekonferenz am 3. Mai 2000 in London gaben die Vorsitzenden der beiden Börsen dies bekannt. Was bringt die Fusion dem Anleger ? Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz
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klar zu beantworten. Wie bei jeder Fusion wird es Vor- und Nachteile geben. Fest steht, das Frankfurt die Standardwerte (Blue Chips) an London abgeben wird. Im Gegenzug wird Frankfurt der Heimatort der Internet-, Multimedia- und Technologietitel sein. Sicherlich stehen noch viele Fragen offen. Was passiert mit dem Pfund ? Wird Großbritannien sich jetzt dem Euro unterwerfen ? Man muß abwarten, und sehen was die Fusionsgespräche ergeben. Wie man aber sieht, hat die Globalisierung jetzt auch die Börse erreicht. Und als letztes macht der Nikkei 225 wieder Schlagzeilen. Gerade noch vorgestellt als Japans führender, wenn auch „veralteter“ Index, macht er jetzt eine 180° Wende. Denn Ende April 2000 wurde der „veraltete“ Nikkei-Index modernisiert. Am 24. April wurden 30 Titel auf einen Streich ausgetauscht. Die Newcomer, alle samt aus der Technologiebranche, haben ein Indexgewicht von rund 50 %, während die ausgeschiedenen Kandidaten es man gerade auf 3 % brachten. Die 195 alten Mitglieder mussten einen großen Teil ihrer Gewichtung im Index an die Neulinge abgeben. Meiner Meinung nach ist das die „Frischzellenkur“, die Japans Börse dringend gebraucht hat. Jetzt ist der Weg frei für ein langanhaltende Hausse. 18
18 Hausse = Aus dem Französischen übernommene Bezeichnung für eine über längere Zeit anhaltende
Arbeit zitieren:
Björn Günther, 2000, Die Börse - Ein Kapitalmarkt nur für Profis?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Leonardo da Pisa - Die Fibonacci-Zahlen - eine Arithmologie
Die Fibonacci-Zahlen - eine Ar...
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