der Kranke darunter gelitten haben, mir abspüren zu müssen, dass ich ihn überhaupt nicht als Mensch, sondern als einen ekligen Gegenstand betrachtete. Aber er ließ mich das nicht entgelten, sondern suchte mir meine Not mit dieser ersten Begegnung mit dieser seiner Men- schenrülne zu' nehmen, indem er mir dankte. Er, der Kranke und Blöde, war gemeinschafts- fähig. Ich, der Gesunde, war es nicht, sondern musste es durch ihn werden. Wir sind schnell gute Freunde geworden.
Die Eigenart Bodelschwinghs, jedem kranken Menschen seine Krankheit als seinen Bereich der eigensten Verantwortung zu zeigen und ihn die in ihm vorhandenen guten Möglichkeiten als persönlichen Auftrag Gottes erkennen zu lassen, hob die Kranken zum Bewusstsein vol- len Menschentums empor. Unlöslich verbunden mit diesen ja – Wert jeden menschlichen Lebens – war die volle Eingliederung in die Zionsgemeinde, in die gemeindemäßig verwirk- lichte Gleichheit aller Menschen vor Gott. Die Not jedes einzelnen fügte sich bei B o- delschwingh sofort in größere Zusammenhänge ein und um allen helfen zu können, bekam Bodelschwingh reichlich Gaben, um die er in aller Welt gebeten hatte.
Die oben schon genannte Theologie-Schule, mit der Bodelschwingh die von ihm geleitete Anstalt erweiterte, war sein Lieblingsgedanke, den er 1905 verwirklichte, und die als eine innere und äußere Ergänzung der Fakultäten gedacht war.
Bodelschwingh gründete auch Arbeitslosenkolonien unter anderen bei Berlin, die ihm auch bei der Resozialisierung der "Brüder von der Landstraße". Im Jahre 1906 kam es jedoch dazu, dass Bodelschwingh den Zusammenbruch der von ihm gegründeten Arbeitslosenkolonie "Hoffnungstal", aufgrund schlechter Kollektorenarbeit, bekannt geben musste. Das Werk wuchs: zu den eigentlichen Häusern für Kranke gehörten die Hauptwerksbetriebe, aber auch neue Arbeitszweige.
während seiner Tätigkeit im Landtag von 1903 bis 1908 bekam er noch das Wanderarbeits- gesetz durch.
Der evangelische Geistliche starb nun am 02.04.1910 im Alter von neunundsiebzig Jahren in Bethel bei Bielefeld. Seine 1872 gegründete Wohlfahrts- und Missionsanstalt in Bethel übernahm sein Sohn (Friedrich von Bodelschwingh, *14.08.1877 in Bethel, +04.01.1946 ebenfalls in Bethel), der die Anstalten seines Vaters auch noch erweiterte.
Friedrich Christian Carl von Bodelschwingh gehört zu den wahrhaft großen Gestalten der evangelischen Kirche. Sein Lebenswerk, von einem tiefen Glauben an Gottes wirkende Gna- de getragen, war ganz auf die Hilfe an Menschen ausgerichtet.
Seite 2
Quote paper:
Thomas Schrowe, 1998, Bodelschwingh, Friedrich Christian Carl von, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Thomas Schrowe has published the text Bodelschwingh, Friedrich Christian Carl von
Thomas Schrowe has uploaded a new text
Friedrich von Bodelschwingh und Paul Gerhard Braune
Briefwechsel 1933-1945
Friedrich von Bodelschwingh, Paul Gerhard Braune, Jan Cantow, Kerstin Stockhecke
0 comments