fängt am Freitagabend zum Sonnenuntergang an und wird am Samstagabend beendet. 2
30.09. Rosh ha-Shana (Neujahr)
Das Neujahrsfest leitet die zehn Bußtage ein und mit Iom Kippur.
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09.10. Iom Kippur (Versöhnungsfest)
Der letzte der zehn Bußtage wird durch absolutes Fasten und im Gebet gefeiert. Dieses Fest gilt als höchster und persönlichster Feiertag und wird als Höhepunkt des jüdischen Jahres im Hause gefeiert.
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14.10. Sukoth (Laubhüttenfest)
Das Laubhüttenfest wird acht Tage im Freien in eigens dafür gebauten Laubhütten gefeiert. Es dient zur Erinnerung an die Zeit der Wüstenwanderung vor der Sesshaftwerdung des Volkes Israel. Es ist gleichzeitig ein Erntedankfest.
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22.12. Chanukkah (Lichterfest)
Ein achttägiges Lichterfest, das an die Tempelweihe erinnert. An einem achtarmigen Leuchter wird jeden Tag eine weitere Kerze angezündet.
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21.03. Purim (Losefest)
Freudenfest anlässlich der Errettung der Juden durch Esther vor dem Anschlag Hamans. Dieses Fest wird in ausgelassener Fröhlichkeit gefeiert.
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20.04. Pessach (Passah)
Das Pessach-Fest wird zur Erinnerung an die Befreiung vom Joch des Pharao und den Auszug aus Ägypten begangen. Die Hauptfeier findet in der Familie statt. Das Pessach ist auf den Tag des ersten Frühlingsvollmondes festgelegt.
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09.06. Schawuot (Wochenfest)
Das Wochenfest findet sieben Wochen nach Pessach statt. Gefeiert wird der Tag der Sinaioffenbarung (Verkündung der Tora). Die Tora-Rollen und der Toraschrein werden mit Blumen geschmückt. Für die Bauern ist es gleichzeitig der Tag der Kornernte und gilt deshalb auch als Erntefest. Es ist ein sehr freudiges Fest.
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Simchat Tora (Gesetzesfreude)
Während des Jahres werden die fünf Bücher Mose gelesen. Zum Abschluss dieses Lesejahres finden Umzüge mit den Tora-Rollen statt. Für die Kinder gibt es nach dem Gottesdienst Süßigkeiten.
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Wie man am Tag des Neujahres (30.09.) sehen kann, haben die Juden eine andere Zeitrechnung als wir. Das 19. Jahrhundert ging bei ihnen von 5561 bis 5660. Charakteristisch an diesen Feiern und Festen ist, dass sie sehr häufig fröhliche Anlässe haben. Die Ausmaße einiger Feiern waren natürlich auch manchmal davon abhängig, ob man arm oder reich war. So konnten die Reichen manche Feste besser geschmückt feiern, aber der Sinn wurde dabei nie vergessen. So wurden die Ärmsten jeder Gemeinde fast immer von den Reichen eingeladen.
Die Frau im Judentum
Das, was wahrscheinlich immer am interessantesten an anderen Kulturen bleiben wird, ist die Frage: Welche Rolle spielt die Frau? In den meisten Kulturen werden Frauen unterdrückt und manchmal sogar schlechter als Haustiere behandelt. So schlimm ist es im Judentum nicht gewesen. Die Frau kommt aber bei näherer Betrachtung nur nebensächlich vor. Sie spielt zum Beispiel im Gottesdienst keine Rolle und die Riten führen auch nur die Männer aus. Selbst im Haushalt ist das “männliche Geschlecht” bemerkbar. Obwohl es viele Heldinnen gab, wie die Richterin Deborah und viele Frauen wie Esther und Judith, gibt es so gut wie keine Rechte für die Frauen. So muss sich die Frau nach jeder Geburt und Menstruation des rituellen Tauchbades unterziehen. Das frische und gleichzeitig reine Wasser soll die Sünde und das Alte abwaschen und hinwegtragen.
Der Mann hingegen dankt jeden Tag im Morgengebet dafür, dass er keine Frau ist: “Gesegnet seist Du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der Du mich nicht als Weib erschaffen…”. Schon an diesem Spruch kann man erkennen, dass die Frauen so gut wie keine Rechte haben und es eine Strafe ist, eine Frau zu sein. Der Spruch wurde jedoch erst 1846 in Breslau aufgehoben.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bemühte man sich ernsthaft darum, dass die Frau mit dem Mann gleichgestellt wird. Abraham Geiger war bereits 1837 der Auffassung, dass es bei der Behandlung von Frauen keine Unterschiede geben dürfte und somit setzte er durch, dass auch Frauen geistliche Ämter offen standen. Die Frauen, die diese Freiheit gar nicht kannten, wagten sich erst nach einiger Zeit an diese Ämter. Anfangs hatten sie es ziemlich schwer, denn die meisten Männer wollten dort keine Frauen sehen. So hatten die Frauen im 19. Jahrhundert hart zu kämpfen, bevor sie überhaupt von den Männern anerkannt und akzeptiert wurden. 1
Synagogen in Deutschland
Der Begriff “Synagoge” kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie “Versammlung”. “Der Juden Schule” - so nannte auch Luther die Synagoge. Die Treffen der Gemeinde fanden emotionaler und undisziplinierter als in Kirchen statt. Doch mit zunehmendem Einfluss der Reformjuden änderte sich dieses Bild zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Nun wurden das Gebet und die Predigt in deutscher Sprache gehalten. Letztendlich änderte sich sogar die Kleidung der Prediger und die Orgel wurde ein wesentlicher Bestandteil der Synagoge.
Um die Gottesdienste morgens, nachmittags und abends zu halten, müssen sich mindestens zehn Männer zusammenfinden. In den deutschen Ghettos ging dazu ein Synagogendiener (“Klopfer”) von Haus zu Haus, um alle Juden zum Gottesdienst aufzurufen, da es in einer Synagoge keine Glocken wie in Kirchen gibt.
Eine der berühmtesten Synagogen, die im 19. Jahrhundert in Deutschland erbaut wurden, ist die Synagoge in der Oranienburger Straße. Die Einweihungsfeier dieser Synagoge war am 5. September 1866. 1
Eduard Knoblauch ist der Architekt des Kultbaus gewesen. Diese Synagoge besitzt eine wunderbar verzierte Dachwölbung, die gleichzeitig zur Abrundung des Gebäudes dient. Der Davidstern bildet die Turmspitze. Sie steht fest in der Häuserkette und ist mit ihr verankert. Die Synagoge ist bedeutend größer als die anderen Häuser. Da sie so sehr herausragt, kann man sie schon von weitem sehen. In der Synagoge sind die Räume hell, da durch die Fenster der Lichteinfall sehr groß ist, wozu das raffinierte Beleuchtungssystem auch noch beiträgt. Sie war damals eines der neuesten und modernsten Gebäude überhaupt.
Doch nicht alles war so schön anzusehen. Der Großteil der Juden lebte in Armut. Sie hausten schmalen, verschmutzten Gassen.
Die Häuser sind einfach aneinander gereiht. Die Straße ist nicht sonderlich beleuchtet. Es sind nur vereinzelt Laternen vorhanden. Die Juden lebten schon immer zusammen. Sie schützten sich so gegen Angriffe von außen. Aber auch in den Ghettos gab es unterschiedliche soziale Schichten. In einem sehr kleinen Viertel eines Ghettos lebten die reichen Juden und in einem größeren lebten die armen Juden, die oftmals jeden Tag um ihr Leben kämpften.
Das Emanzipationsedikt in Preußen
In Preußen vollzog sich die Gleichstellung der Juden in Stufen.
1804 durften in Bayern jüdische Kinder zum ersten Mal die öffentlichen Schulen besuchen. 1807 verlor Preußen im Frieden von Tilsit viele Gebiete östlich der Oder. Dort lebte der überwiegende Teil der jüdischen Bevölkerung.
1808 gab die preußische Städteordnung den Schutzjuden die städtischen Bürgerrechte. Den Höhepunkt brachte am 11. März 1812 das Emanzipationsedikt, denn in den deutschen Ländern Westfalen und Preußen wurden Juden gleichberechtigte Staatsbürger und in Hessen durften die Juden sogar bürgerliche Namen tragen. Nun hatte die jüdische Bevölkerung die Erlaubnis, die Ghettos zu verlassen und sich auch in den anderen Stadtteilen niederzulassen. Dieses Privileg konnten aber nur die Reichen annehmen. Die armen Juden blieben in ihrer Gemeinschaft, zu denen sich jetzt auch verarmte Christen gesellten. 3
Die Eingliederung der Juden in die Gesellschaft war nun rechtlich gesichert. Aus Dankbarkeit meldeten sich viele jüdische Jugendliche zum Dienst in den Befreiungsheeren. Nach dieser Zeit fand man für sie keine Verwendung mehr im öffentlichen Dienst. Sie hatten ihre Pflicht getan und entgegen der Versprechungen wurden sie einfach wie heiße Kartoffeln fallen gelassen. Nur denjenigen, die zum Christentum überwechselten, standen große Karrieren bevor.
Nach und nach wurden auch in anderen deutschen Gebieten Emanzipationsedikte erlassen. Aber der Wiener Kongress, der versuchte, die alten Strukturen wieder herzustellen, legalisierte bereits 1816 die erneuten Entrechtungen der Juden. Er legte fest, dass die aber bereits erhaltenden Rechte auch weiterhin bestehen bleiben. Solche Unstimmigkeiten gab es schon bei den Festlegungen der Bürgerrechte. Die Oberhäupter hofften darauf, dass im Zuge der Anpassung (“Assimilation”) die Juden ihr Judentum und die damit verbundenen Bräuche und Sitten aufgeben, sich allmählich in die “christliche” Gesellschaft eingliedern und letztendlich ganz zum Christentum übertreten würden. Doch nach einiger Zeit bemerkte man, dass kaum Juden ihren Glauben aufgaben und zum Christentum wechselten. So schaffte es auch nicht die Emanzipation, die Gegensätze, die zwischen
der jüdischen und christlichen Gesellschaft herrschten, auszuräumen. Die Emanzipation diente eher
dazu, eine gesetzliche Regelung für das Zusammenleben zu erstellen. Jedoch musste der Großteil der
jüdischen Bevölkerung unter vielen Schikanen und Peinigungen leiden, da die meisten Christen sie
nicht als vollwertige Menschen ansahen, sondern als Gesindel und Pack. Viele sahen in den Juden
auch den Mörder Christi. So wurden sie häufig beschimpft und ausgeschlossen.
Arbeit zitieren:
Claudia Siegel, 2000, Judentum in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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