Die Kinder, Clemens und Carla, sind von den Nachbarn so eingeschüchtert, daß sie nicht mehr fähig sind zu lärmen bzw. lustig und aufgeweckt zu spielen, wenn sie dazu die Möglichkeit hätten.
Es gibt eine Menge Konflikte mit den Nachbarn. Frau Franke, sie hält sich für ziemlich heilig, wird nur bei seltenen Gelegenheiten sanft: zum Beispiel wenn sie von Geld spricht, oder ihre im Keller gelagerten Marmeladengläser nachzählt.
In dem Haus in dem Käte mit den Kindern wohnt gibt es eine verständnisvolle Hauswirtin. Bei ihr kann Fred anrufen, um mit Käte einen Treffpunkt auszumachen. Leider sucht auch sie im Alkohol Trost Doch sie wird nicht aggressiv nach einigen Kognaks, im Gegenteil, ihre zittrigen Hände werden ruhig. Sie gibt Käte einen neuen Lippenstift, um sich für die Liebe schön zumachen.
Käte hat ihre kleinen Zwillinge durch eine Krankheit verloren. Auf Grund ihrer Armut konnten sie sich nicht die richtige ärztliche Behandlung leisten und so mußten sie zusehen, wie die beiden immer weniger wurden. Es ist kein Wunder, daß sie immer verbitterter wurden. Dies ging soweit, daß Fred die Kinder am Abend schlug, als er müde von der Arbeit nach Hause kam, nur weil sie miteinander sprachen oder sangen, oder ganz einfach anwesend waren. Er zog von zu Hause aus und lebt nun so gut wie auf der Straße. Im Grunde seines Herzens jedoch sehnt er sich nach seiner Familie nach seinen Kindern und nach einem Heim. Sein Gesicht ist alt geworden, leergefresssen von einem Leben, das in
seinen Augen nutzlos ist. Er wurde viel zu früh von Gleichgültigkeit erfaßt gegen alles, was andere Männer sich entschlossen haben, ernst zu nehmen. Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Schon in seiner Kindheit - im Alter von 7 Jahren - starb seine Mutter. Er hing sehr an ihr und die Leere, die sie hinterließ machte ihn traurig und melancholisch.
Er nimmt immer wieder an Begräbnissen teil, auch wenn er die Toten gar nicht kennt. Er weiß, daß er zu oft an den Tod denkt. Alles was er beginnt kommt ihm gleichgültig, langweilig und belanglos vor.
Er trifft sich mit seiner Frau in billigen Hotels. Sie ist eine gottesfürchtige Frau und sucht Trost in den Kirchen, im Beichtstuhl und im Gebet.
Für Käte bedeutet das immer, jemanden für die Kinder zu finden. Für kurze Zeit ist sie ihm böse, weil er sie zwingt, sich wie eine Hure zu benehmen und sich wie eine solche in den Hotels mustern zu lassen, doch sie liebt ihn immer noch sehr. Wenn sie bei ihm ist, sprechen sie über ihre Probleme. Ich sehe darin einen großen Vorteil für ihre Beziehung.
Sie gehen gemeinsam auf einen Rummelplatz und freuen sich über die Goulaschbuden, über die großen gelben Teddybären, die sie seit ihrer Kindheit mit dem Drehen des Glücksrades gewinnen möchte, das Kettenkarussell und die fröhliche und ausgelassene Stimmung.
Im Gespräch kommen sie sich sehr nahe und Käte gesteht ihm, daß sie oft weint, daß er ihr fehlt, daß sie Angst hat, die Kinder allein großzuziehen und daß sie vermutet, erneut schwanger zu sein.
Nach der Rückkehr ins Hotel fühlt sie sich unwohl und schlecht. Sie spürt genau, dass sie tatsächlich schwanger ist. Fred versorgt sie liebevoll mit Speisen und Getränken, die er aus der Wirtsstube holt.
Sie fragt Fred, warum er sie eigentlich geheiratet hat. Verständnisvoll verzeiht sie ihm seinen Lebenswandel - sie wünscht sich jedoch, alles wäre anders. Sie würde auch lieber in den Tag hineinleben. Sie spürt eine große Verantwortung für ihre Kinder. Sie beneidet, ihn weil er nicht schwanger ist, weil er aus der Verpflichtung die er hätte, einfach abhauen kann. Er spaziert stundenlang herum, gibt vor, sie und die Kinder zu lieben, aber er entflieht der Verantwortung für seine Familie. Er gibt zwar Käte Geld, doch von dem was er planlos in den Gasthäusern für Essen und Trinken ausgibt könnte wahrscheinlich seine Familie satt werden.
Der Inhalt dieses Buches spiegelt sich in vielen Ehen wieder. Der Mann ist unfähig Beruf und Familie zu koordinieren und die Frau findet zu wenig Bestätigung für sich selbst. Die Beiden leben nebeneinander her.
Fred blieb in seiner inneren Entwicklung stehen. Er sieht sich in erster Linie selbst, aber nicht als Familienoberhaupt sondern als Unverstandener. Er will zurück in die Familie, aber er bringt von sich aus nicht die Kraft auf, den ersten Schritt zu tun. Er resigniert immer wieder. Sein Handeln ist ohne Realitätsbezug. Er lebt in einer Scheinwelt. Käte versucht ihn immer wieder auf den Boden der Vernunft zu bringen, sie will ihn positiv beeinflussen und spürt, dass die große Aufgabe, vier Kinder großzuziehen, auf ihr allein lastet. Fred ist hin und her gerissen zwischen einer Ehekrise und seiner Daseinskrise und erkennt zu einem Zeitpunkt, wo es fast schon zu spät ist, in seiner Frau den Menschen, den er immer lieben wird.
Der Autor Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, bekam für sein Werk 1967 den Georg-Büchner-Preis und 1972 den Nobelpreis für Literatur. Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985.
Arbeit zitieren:
Elisabeth Andriska, 2000, Böll, Heinrich - Und sagte kein einziges Wort #, München, GRIN Verlag GmbH
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Tob
naja....
Ne süße Nacherzählung hast du da geschrieben! Leider nützt sie nicht wirklich viel...
am Thursday, April 25, 2002-