Schadau seinen Freund Boccard, welcher nun zur Schweizer Leibgarde des Königs gehört. Zufällig treffen sie Graf Guiche welcher den Hugenotten Schadau anrempelt: Ein Duell ist unausweichlich. Zum großen Leidwesen Wilhelms ist Schadau von Bern ein langsamer Fechter und den Beistand der "Lieben Frau von Einsiedeln" verschmäht er auch noch, weil er als Calvinist der Prädestination vertraut.
Das Duell am nächsten Morgen geht gut aus: Der Degen des überlegenen Guiche prallt am Amulett der "Lieben Frau" ab, welches Boccard ihm heimlich ins Wams gesteckt hatte. Die Nachricht, dass der treue Kirchgänger Graf von Guiche von einem Hugenotten erstochen worden ist, beunruhigt den Admiral und den Parlamentsrat sehr, denn die Lage der Protestanten in Paris ist schon schwierig genug. Einzig Gasparde erahnt den Zusammenhang und ihre Liebe ist Schadau nun gewiss.
Ein Monat später, die Lage der Protestanten spitzt sich zu: Auf den Admiral wurde ein Attentat verübt, der Pöbel von Paris wird gegen die hugenottischen Außenseiter immer ausfälliger. Der verwundete Admiral bestimmt, dass Schadau seine Gasparde an Ort und Stelle heiraten und nach Deutschland in Sicherheit bringen soll. Letzteres misslingt vorerst, da Schadau nach der Hochzeit verhaftet wird.
In dieser Nacht läuten die Glocken Sturm und auf Befehl des Königs (Einfluß der Mutter Katharina v. Medici) wird unter den Hugenotten von Paris ein Blutbad angerichtet, der Admiral wird getötet. Am Morgen kommt Boccard in Schadaus Zelle, dieser bittet ihn im Namen der „Muttergottes von Einsiedeln" zu seiner Frau zu lassen. Wilhelm nimmt ihn in der Tracht der Schweizer Königlichen auf die Straße mit. Sie kommen gerade recht, um Gasparde vor der Meute zu retten, doch wird Boccard erschossen. Auf der Flucht treffen Gasparde und Schadau am Stadttor den böhmischen Fechtmeister wieder, bei dem der Schweizer einst Unterricht hatte. Der Katholik macht kein Hehl daraus, an der Ermordung des Admirals beteiligt gewesen zu sein, revanchiert sich aber bei Schadau für die damals ermöglichte Flucht, indem er ihm einen Passierschein für die Ausreise in die Schweiz verschafft. Dort angelangt lassen sich die beiden in dem Haus des schon verstorbenen Oheims nieder. Der historische Zusammenhang:
„Das Amulett“ ist wie viele Werke Meyers in einen genauen historischen Hintergrund eingebettet. Der Autor bezieht sich auf den Zeitraum der sogenannten Hugenottenkriege in Frankreich, spezifisch auf die Bartholomäusnacht 1572 in Paris bei der 3000 Protestanten ermordet wurden. Diese gehörten größtenteils der politischen und gesellschaftlichen Oberschicht an. Es wird davon ausgegangen dass der König den Befehl zu diesem Massaker nur auf Druck seiner Mutter Katharina von Medici gab. Diese war nach dem Tod ihres Mannes 1559 die eigentliche Herrscherin des Landes, da die Thronfolger alle noch zu jugendlich waren um das Amt wirklich auszuführen. Sie hat damit in ihrer Politik eine krasse Kehrtwende gemacht. Früher setzte sie sich stark für die Gleichberechtigung der Konfessionen ein und gewährte den Hugenotten Zugang zu allen Ämtern. Sie vertrat die Meinung der Konflikt zwischen den Bekenntnissen sei weniger gewichtig als die Gefahr die dem Staat aus den Bürgerkrieg erwuchs. Katharinas einziges Ziel war immer ihre Söhne an der Macht zu halten, und das glaubte sie dadurch zu erreichen in dem sie sich relativ neutral gegenüber den extremistischen Bestrebungen beider Gruppierungen verhielt. Sie versuchte keine Seite so mächtig werden zu lassen dass sie eine Bedrohung für das Königshaus würden. Ihre Bemühungen erlitten aber immer wieder Rückschläge: Der katholische Herzog von Guise überfiel 1562 ein Gebetshaus der Protestanten und brachte die gesamte Gemeinde um. Im Süden fielen Hugenotten über Katholische Kirchen her. Die Folge war ein blutiger Bürgerkrieg, den aber Katharina im Jahr darauf durch eine Garantie der Glaubensfreiheit geschickt beendete. In den folgenden Jahren versuchen nun die Hugenotten allen voran der Admiral Coligny, den jugendlichen König Karl IX zum Protestantismus zu bekehren, um mit ihm dann einen Staat des „wahren Glaubens“ zu begründen. Die Katholiken ihrerseits versuchten mit den Herzog von Guise ins Königshaus einzuheiraten um so eine neue politische Linie hin zur Vernichtung der Hugenotten zu erreichen. Katharina musste somit feststellen dass ihre Versöhnungspolitik gescheitert war, und dass sie sich wenn sie den Staat zusammenhalten wollte für eine Seite entscheiden musste. Als ein Hugenotte einen Anschlag auf den König und die Königsmutter verübte war die Entscheidung gefallen. Sie lies den Admiral vergiften ohne ihren Sohn zu unterrichten. Als dieser von den Komplott erfährt gerät Katharina in Panik. Sie überzeugt ihn dass sie alle verloren seien wenn er nicht sofort zum Äußersten ginge: Ein fürchterliche Rachefeldzug der Hugenotten stehe bevor wenn diese erführen wer hinter den Attentat auf ihren Anführer stehe. Karl zögerte, schwankte gab aber dann schließlich nach und gab den Befehl. Um halb zwei Uhr morgens am 24. August 1572 gab Glockengedröhn das Zeichen zur Ermordung der Pariser Hugenotten, einen grausigen Blutbad bei dem 3000 Menschen ums Leben kamen.
Quellen: Meyer, Conrad Ferdinand. Das Amulett. Stuttgart: Reclam Verlag 1970. Erläuterungen und Dokumente, C.F. Meyer Das Amulett. Stuttgart :Reclam Verlag 1977. Wucherpfennig, Wolf. Geschichte der deutschen Literatur. 2.Auflage; Stuttgart: Ernst Klett Verlag 1986. Nürnberger, Helmuth. Geschichte der deutschen Literatur. 24.Auflage; München: BSV Verlag 1992. Ploetz, Karl. Hauptdaten der Weltgeschichte. 33.Auflage; Freiburg: Ploetz Verlag 1977.
Seebeck, Stefan. Referat für das Fach Deutsch: Realismus. in http://www.seebeck-online.de/html/referate/realismus.html Dautel, Klaus. Unterrichtsmaterial zu C.F. Meyer „Das Amulett“. in http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Novellen/meyer1.html
Schlüter, Henning. Seminararbeit, Meyer:“Die Füße im Feuer“. in http://www.hausarbeiten.de/archiv/deutsch/deutsch-o- fussfeuer.shtml
Arbeit zitieren:
Andreas Mayr, 2001, Meyer, C.F. - Das Amulett, München, GRIN Verlag GmbH
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Jacob Bidermanns Cenodoxus als Tragikomödie
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 20 Seiten
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Danijel Lukic
Das Amulett.
Ja Hi mal ne kurze Frage befasse mich schon lange mit dem Buch da wollte ich fragen wie man Hans Schadau und boccard charakteriesieren kann
am Wednesday, January 07, 2004-