Dekadenz-Dichtung
§ dekadent = eine Überfeinerung der Lebensverhältnisse (versnobt) -Anzeichen der Verwöhntheit - feine Leute - eine Gesellschaft, die nichts produktives machen - nur Geld ausgeben
Neuromantik (=Wiederlebung der Romantik)
§ Liebestod - Verknüpfung von Tod, Schönheit, Krankheit - Schauplatz
- Venedig
Neuklassik (= Wiederbelebung der Klassik)
§ strenger klassischer Aufbau - anspruchsvolle, kompensierte Sprache -Würde und Strenge in Aschenbachs Charakter
Expressionismus
§ Expressionismus lehnen den Tod in Venedig ab - kritisieren die Komposition als langweilig und tadeln Thomas Mann zu seinem Hang zur Repräsentanz
Gattung
§ Novelle (=Neu) - kurzer Text, der einen besonderen Ausschnitt im Leben eines Menschen zeigt
Thematik
§ Der alternde Künstler (Schriftsteller) Gustav Aschenbach verliebt sich in Venedig in den 14-jährigen Tadzio - wirft seine Lebensgrundsätze über Bord - gibt sich der Leidenschaft hin und stirbt schließlich an der Cholera in Venedig
Ort
§ München
§ Venedig - Lido
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Zeit
§ 2 Monate (vor 1900 - um die Jahrhundertwende)
Erzählperspektive
§ auktoriales Erzählen
Sujets
§ Homosexualität (Leidenschaft) - Künstlerproblematik - Tod und Krankheit (Seuche) - Stadt Venedig - Schönheit - Narzissmus
Aufbau
§ 5 Kapitel - 5-Akt-Schema beim Drama
§ Novelle = Schwester des Dramas
Entstehungszeit
§ Juli 1911 / 12
Entstehungsgeschichte
§ Italienreise von Thomas Mann mit seiner Frau und seinem Bruderhaben am Lido im Grandhotel „Bains“ gewohnt (genau das Hotel in dem Gustav Aschenbach gewohnt hat)
§ In dieser Reise erfährt er den Tod von Gustav Mahler - Komponist - zu diesem hat sich Thomas Mann hingezogen gefühlt - deshalb hat er das Buch geschrieben
Verfilmung
§ 1970 von Visconti - man hört von Gustav Mahler die 3. und 5. Symphonie
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§ arbeitet mit sehr schönen Bildern - dramatische Musik (Zeitweise schnulzig) - Film nimmt wenig Rücksicht auf Wort und Text
§ Im Film nicht möglich - der Wechsel von auktorialem und personalem Erzählen
§ Träume werden nicht dargestellt - Leitmotive (Todesboten) werden nur teilweise umgesetzt
§ sehr intensive Gestaltung der Atmosphäre - Auszeichnung in Cannes für den Film
§ Hotel wurde schön gezeigt, traumhafte, Kameraführung
Buch
§ 1912 herausgekommen „Neue Rundschau“ - Berlin
Sprache
§ komplizierter Satzbau - wahnsinnig kompliziertes Satzgefüge -Parataxe - Hypotaxe - viele Fremdwörter - Zitate aus der Literatur -Schachtelsätze - Sätze sind immer wieder eingeleitet mit der Gestalt: „Sei es, dass,...“ - viele antike Wörter - substantivierte Adjektiva
Inhalt
1.Kapitel
§ Münchner Friedhof - Aschenbach trifft Fremden - löst Denkprozess in Aschenbach aus - Reiselust
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2.Kapitel
§ es wird die Exposition (Einleitung) nachgeholt - wir erfahren von Aschenbach den Werdegang des Künstlers, vom Werk, vom Schaffensprozess und von seiner Karriere - Entwicklung zur Meisterlichkeit
3.Kapitel
§ Die Reise nach Venedig (Überfahrt - falscher Jüngling - Gondoliere) -Gondel ist schwarz - Sarg - Begegnung mit Tadzio - Missglückte Abreise
4.Kapitel
§ Liebe zu Tadzio - glückliche Tage am Lido (Hotel) - Aschenbach gesteht sich seine Liebe ein - Esperipedie = Hinauszögerung der Katastrophe
5.Kapitel
§ er stirbt an der Cholera - Aschenbachs Tod wird durch Lebensmittel übertragen - Erdbeeren
Charakteristik:
§ beschwört antike Bilder um sich selber zu rechtfertigen - will sich seine Lust zu dem Jungen nicht eingestehen
§ Schriftsteller, arbeitet täglich - ist 50 Jahre alt - kommt aus der Provinz Schlesien - Sohn eines höheren Justizbeamten - Vorfahren waren Offiziere, Verwaltungsfunktionäre im Dienst des Königs, Richter
§ straffes, anständiges, karges Leben
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§ Mutter:
Tochter eines böhmischen Kapellmeisters - Merkmale fremder Rasse im Äußeren - Temperament - frühreif - geschickt - Leistung - keine arglose Jugend - zur ständigen Anspannung und robuster Verfassung berufen aber nicht dazu geboten - häuslicher Unterricht - Einzelkindkeine Freunde
§ Vater:
Zucht - Ordnung - Pflichterfüllung - Willensdauer - zierliche Gestalthohe zerklüftete narbige Stirn - Brillenträger - großer Mund - magere zerfurchtete Wangen - war Justizbeamter
§ Motto: Aschenbach muss durchhalten - ist viel zu streng zu sich
§ Arbeitsweise: lebt asthenisch - verordnet sich jeden Tag sein Schreiben - es ist nicht die eines Künstlers, sondern eines Beamtenseine dichterischen Werke sind Erzeugnis harter Arbeit - spießig
§ Werke: „Friedrich der Große“, „Maja“,
§ der 1. Weg des Schreibens ist der über Schönheit (Tadzio) - Rausch, Begierde, Abgrund
der 2. Weg über die Erkenntnis - Aschenbach geht über den Weg der Schönheit
Tadzio
§ 14-jähriger polnischer Knabe - vollkommen schön - wird mit einer antiken Büste verglichen - Aschenbach glaubt, er schaut aus wie ein Dornauszieher = gottähnliche Schönheit - Aschenbach glaubt in Tadzio selbst das Schöne begreifen zu können
§ zwischen Aschenbach und Tadzio kein Gespräch - ein Lächeln von Tadzio - Tadzio gefällt es, dass er bewundert wird
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§ Aschenbach hofft, dass die Cholera vertuscht wird - dass Tadzio nicht abreist
§ man nimmt ihn nur aus der Sicht des Schriftstellers wahr
Todesboten
Wanderer am Friedhof
§ außergewöhnliche Erscheinung - mäßig hochgewachsen - magerlautlos - auffallend stumpfnasig - rothaarig - milchige- und sommersprossige Haut - Basthut verleiht ihm etwas Fremdländisches
- Rucksack - gelblicher Gurtanzug aus Lodenstoff - grüner Wetterkragen - Stock - Sporthemd - farblose Augen - bloßliegende Zähne - hagerer Hals - nicht bayrisch
Gondoliere
§ seemännisch blau gekleidet - gelbe Schärpe - formloser Strohhutblonder lockiger Schnurrbart - schmächtig - weiße Zähne - rötliche Brauen - führt Selbstgespräche - unheimlich - entschlossen - nicht italienisch
Straßenmusikant
§ mimisch begabt - bemerkenswerte Energie - Gitarrespieler - plastischdramatische Art - schmächtig - mager - ausgemergelt - rotes Haarneapolitanischer Komiker - verwegen - unterhaltend - Sporthemdstädtische Kleidung - hagerer Hals - großer Adamsapfel - bleiches und stumpfnasiges Gesicht - lautlos - rötliche Brauen - nicht venezianischer Schlag
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Träume
1.Traum
§ Aschenbach träumte von einer Landschaft - einem tropischen Sumpfgebiet aus Inseln, Morästen, Schlamm, Flüsse, Palmen, Bäume und Blumen
§ sah fremdartige Vögel und einen Tiger - fühlte ein eigenartiges Verlangen und sein Herz pochte vor Entsetzen
§ Vorahnung auf Zusammentreffen mit Tadzio (Reiselust - Cholera)
2.Traum
§ Im Traum befand sich Aschenbach in einem Bergland in einem Wald umgeben von Menschen und Tieren - tanzten und machten Musik -
§ besondersauffallend ein beharrliches Flötenspiel - Männer und Frauen waren eigenartig gekleidet - ungewöhnliche Rufe, Lärm, Geheul, Geruch nach Wunden und Krankheit
§ Aschenbach fühlte Angst und Neugier - Vorahnung auf Tod -Vernichtung von Aschenbach - Meeresmotiv - Aschenbach liebt es, zeigt auch Liebe zum Verbotenen, Verführerischen - mit Meer endet die Handlung
Dialog zwischen Sokrates und Phaidros
§ Dialog über die Liebe, es geht um Schönheit, Sehnsucht und Tugend -Aschenbach versucht seine Gefühle durch antike Vergleiche zu rechtfertigen (Griechen - Homosexualität)
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Das Künstlerproblem bei Thomas Mann
§ Der Schriftsteller Aschenbach kommt zur Erkenntnis, dass der Künstler gar nicht würdig sein kann und auch nicht zum Erzieher taugt, sondern ein Abenteurer des Gefühls bleiben muss
§ Thomas Mann vertritt den Repräsentationskünstler (Nationalschriftsteller)
§ Aschenbach ist in einer Schaffenskrise - deshalb geht er nach Venedig
Leitmotiv
§ kommt aus der Musik - in der Literatur ist das ein wiederkehrendes Motiv von Charakteristik von Personen und Situationen
§ wirkt durch Wiederholung - stiftet Verbindungen zwischen Handlungen und einzelnen Figuren
Funktionen der Todesmotive
§ Aufhebung der Zeit - Vergangenheit und Zukunft vermischen sich
Themenkreis Tod
§ Cholera - Seuche - wird von Lebensmittel übertragen
§ Gondel - ähnlich dem Sarg, schwarz
§ Gondoliere - Charon - Styx (= Fluss der das Totenreich von der Welt des Lebens trennt) Mythologie
§ Musiker - Karbolgeruch
§ Friedhof - Gräberfeld
§ Granatapfelsaft - ist ein antikes Todessymbol - den trinkt er, bevor er stirbt
§ Sanduhr - Leben geht zu Ende (Haus der Eltern)
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§ Wetter - spielt verrückt, als er in Venedig ankommt - es gewittert, ist feucht, schwül - Kapitel IV - Wetter ist schön - Kapitel V - er stirbt, Wetter ist schlecht
§ Tadzio ist auch Todesbote am Schluss - Tadzio ist der Führer ins Jenseits
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Arbeit zitieren:
Christina Wlaschitz, 2001, Mann, Thomas - Tod in Venedig, München, GRIN Verlag GmbH
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caro
Super1.
Hätte es nicht besser machen können!
am Tuesday, September 25, 2001-
MrStatler
Der Tod in Venedig.
super arbeit!
hilft enorm bei ergänzung und grundaufbau !
am Tuesday, November 13, 2001-
angelina
super 2.
sehr gute gliederung - logischer aufbau und themenfolge beachtet.
sehr gute unterrichtsvorlage und lektürehilfe für schüler.
am Saturday, November 17, 2001-
wahnsinn
wahnsinn.
Also die Arbeit ist einfach Fantastisch!
Alle Elemente tiefgründig interpretiert, weiter so!
am Wednesday, January 05, 2005-