Begriff
§ Verwandlungen von Mensch in Tier ist nichts Neues in der Literatur (zB Faust: Mephisto – Pudel; Metamorphosen – Ovid; griechische Sagen – Zeus nähert sich den Frauen als Tier)
§ Nur ist der Unterschied der, das diese Verwandlungen aus der Übernatürlichen / fantastischen Sphäre kommen
§ Die Verwandlung von Kafka wird als wirklich / real geschildert
§ Bis zum Schluss wartet man darauf, warum Gregor zum Käfer geworden ist – Kafka gibt aber nicht die Lösung
§ Gregor findet sich mit dem Käferdasein ab, er versucht nicht wieder zum Menschen zu werden
Art des Käfers
§ er ist ein schwarzer, glänzender Totenkäfer – er ist ein Aasfresser (wie eine Hirschkäferfrau)
§ weiches Körperende – 2 Fühler – 2 Beinreihen – er ist lichtscheu – hasst Feuchtigkeit – frisst Abfälle – halb verfaultes Gemüse – liebt alten Käse
§ ist ca. 90 cm groß (wie ein Hund) – von der Bedienerin als Mistkäfer bezeichnet
Christina Wlaschitz 2
Wohnung
§ Kafka hatte ein Zimmer so wie Gregor mit Kleiderschrank, Schreibtisch und Liegesofa (Kanapée)
§ Aussichten aus Kafkas Zimmer und Gregors sind nicht identisch
§ Gregors Zimmer ist von allen Seiten eingekreist – er ist vom Bannkreis der Familie unterworfen – ist von allen Familienmitgliedern durch Türen isoliert
§ Kafka selber verwehrt sich gegen die Zeichnung des Insekts – er will, dass es sich jeder selber vorstellt
Aufbau
§ besteht aus 3 Kapitel
§ das 1. Kapitel beschäftigt sich mit Gregors Beruf
§ das 2. Kapitel beschäftigt sich mit dem Verhalten der Familienmitglieder
§ im 3. Kapitel sieht er sich selber
Sprache
§ präzise, glasklare, logische Sprache – Verzicht auf Stimmungselemente – neigt zu Schachtelsätzen
§ Kafka ist dem Expressionismus zuzuordnen – es gibt keinen großen Kontrast zwischen der nüchteren, sachlichen Sprache und den albtraumhaften Geschehnissen – Sprache ist leicht verständlich
Christina Wlaschitz 3
Gliederung
§ Schilderung aus der Perspektive der Hauptfiguren
§ Kafka ist ein Fanatiker des personalen Erzählens – stellt seine Identifikation mit den Erlebnissen der Hauptfigur dar
Verwandlung Gregors – kann man es als Albtraum sehen?
§ Gregor stellt Familie auf die Probe, ob sie wirklich von ihm abhängig sind
§ Probleme:
Entfremdung generell Gregor in seinem Beruf harte Arbeitsbedingungen – lange Arbeitszeiten – Kontrolle vom Prokuristen – Bedrohung durch Prokurist – Kritik am System (an der Ausbeutung) – Gesellschaftskritischer-sozialkritischer Ansatz
§ Entfremdung von der Familie Ausbeutung von der Familie – nehmen, aber geben nichts – sie lieben ihn nicht – geben ihn keine Wärme und Geborgenheit als er Käfer ist, ist er für die Familie nutzlos – Vater will ihn töten – schimpft ihn Parasit – als er tot ist, sind alle glücklich
§ Entfremdung gegenüber dem eigenen Ich Selbstkomplexe – Nichtausgelebter Konflikt mit dem Vater – Eltern sind autoritär – Vater demütigt, misshandelt und missachtet ihn – kapituliert – Niederlage des Sohnes, der den Kampf mit dem Vater nicht gewonnen hat
§ Entfremdung vom weiblichen Geschlecht nicht möglich für ihn, eine dauerhafte Beziehung einzugehen – Ersatz: Schwester
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Entstehungsgeschichte
§ Kafka schreibt an Felice Bauer, mit der er sich 2x verlobt hat, in der Nacht vom 17.11.1912, dass er eine Geschichte angefangen habe und er will diese in einem Zuge beenden
§ er teilte mit, dass er die Geschichte vom 6 – 7. Dezember geschrieben habe
§ sein Freund Max Brot brachte das Buch heraus
Inhalt
§ Das 1. Kapitel beschreibt 1 Tag – beschreibt die Reaktionen der Familienmitglieder auf die Verwandlung
§ Krotesk ist, dass Gregor als Einziger Ruhe bewahrt – er empfindet seine Gestalt als Belastung für die Familie
§ Das 2. Kapitel umfasst eine Zeitspanne von 1 Monat – beinhaltet die soziale Verwandlung der Familienmitglieder
§ Vater übernimmt die soziale Verantwortung der Familie – und bewirft Gregor mit Äpfel (Vater-Sohn-Konflikt) – Vater wollte Gregor vernichten – Mutter will es verhindern
§ Im 3. Kapitel sind die Familienmitglieder müde, abgearbeitet – es zeigt einen neuen Zustand der Familie – Käfer wird in seiner Pflege vernachlässigt – sein Zimmer wird als Abstellkammer verwendet
§ Gregor wird vom Violinenspiel der Schwester angelockt (Grete = 17) – die Zimmerherren wissen das Violinenspiel nicht zu schätzen
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§ Schwester will, dass Gregor verschwindet – doch am nächsten Tag fand ihn die Dienerin tot vor
§ die Familie Samsa erkannte erst jetzt, dass Gregor sehr mager war – Gregor wird im Bewusstsein der Familie ausgelöscht – er wird nur mehr als ES bezeichnet
§ Die Familie Samsa will eine neue Wohnung – machen eine neue Lebensplanung – werfen auch die Zimmerherren raus
Interpretation
§ Gregor weigert sich zu essen – er ist Hungerkünstler – verweigert aber keine geistige Nahrung (Musik – Schwester spielt Geige, Musik als geistige Nahrung)
§ Mensch ist ausgeliefert in einer anonymen Welt – Kommunikationslosigkeit
§ das irrationale bricht ins Werk ein – Verwandlung in den Käfer – wird als Selbstverständlich hingenommen
§ fast in jedem Werk: Auseinandersetzung mit dem Vaterbild (Vater ist übermächtig) – sie wird offen oder verdeckt geführt – Vater will Gregor töten indem er Gregor die Äpfel auf den weichen „Rücken wirft“
§ das Bedrohliche im Alltagsleben: es geschehen unheimliche Dinge
§ Helden gelangen nie ans Ziel – verirren sich in einer Hierarchie von Instanzen (Labyrinth) – oft heißen sie auch K... (Bezug zu Kafka)
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§ Lebensexistenzängste sind typisch – Helden werden von Unenträtselbahren Mächten des Zufalls / Schicksals bedroht
§ Bezeichnung von rationalen und irrationalen Verflechtungen – magischer Realismus
§ Leben = Albtraum – Aufheben der Wirklichkeit, Helden verstricken sich in Schuld
§ Seine Werke haben alle Gleichnischarakter – parabelhafte Struktur seiner Werke
§ Sprachlosigkeit und Kommunikationslosigkeit ist normal für die Figuren Kafkas
Charakteristik:
vor der Verwandlung
§ zurückgezogen, passiv – krank (Asthma)
nach der Verwandlung
§ Vermittlerin zwischen Vater und Sohn – hält Vater ab Gregor zu töten – konfliktscheu
§ wird ohnmächtig – übernimmt Heimarbeit (stickt) – passive, farblose Persönlichkeit – Ödipale Situation (Vater-Sohn-Beziehung – Konkurrenzverhältnis um die Mutter)
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Gregor
vor der Verwandlung
§ ehrgeizig – unmenschliches Arbeitsverhältnis – angstbehaftet – fürchtet sich vor der Firma – ist Handlungsreisender (Textilhändler – verkauft Handtücher)
§ Auseinandersetzungen mit dem Vater – hat kein Privatleben – ist der einzige Ernährer der Familie
nach der Verwandlung
§ verbirgt sich unter einem Leintuch um der Familie seinen Anblick zu ersparen – krabbelt an der Decke herum
§ versucht nicht aus dem Käferkörper heraus zukommen – er nimmt es hin – zuerst wundert er sich – doch es kümmert ihn nicht
§ hat ständig Schuldgefühle seiner Familie gegenüber – möchte niemandem zur Last fallen
§ er isst am Schluss nichts mehr – nur geistige Nahrung (Violinenspiel seiner Schwester)
§ sein Zimmer wird als Abstellkammer gebraucht – es werden auch die Möbel herausgenommen
§ Vater drängt Gregor in die Illusion
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Grete
vor der Verwandlung
§ 17 Jahre alt – hilfsbereit – Gregor übernimmt die Vaterrolle für seine Schwester – künstlerische Ader „höheres Töchterchen“ – hat komische Beziehung zu Gregor
nach der Verwandlung
§ lernt Steno und Französisch, Verkäuferin
§ füttert Gregor – behandelt ihn wie ein Haustier – verweigert Kommunikation – vernachlässigt Bruder – Tod des Käfers macht sie zu einer Frau
Vater
vor der Verwandlung
§ bequem – keine Arbeitstätigkeit – lässt sich gehen – erfolglos, schwerfällig – lethargisch (lustlos) – Vater-Sohn-Konflikt
nach der Verwandlung
§ ist Familienoberhaupt – trägt zuhause Uniform (Bankbeamter) – zusätzliche Einnahmequelle: 3 Zimmerherren (Mieter)
§ geht zur Arbeit – übernimmt Zukunftsplanung für die Familie – legt finanziellen Verhältnisse offen – kann Familie 2 Jahre versorgen, ohne dass wer arbeiten geht
§ aggressive Wutgestaltung gegen Gregor – bewirft Gregor mit Äpfel – vollständige Herstellung der Autorität der Familie
Christina Wlaschitz 9
Arbeit zitieren:
Christina Wlaschitz, 2001, Kafka, Franz - Die Verwandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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Franz Kafka
EGG
Ganz große Klasse..
Alle wichtigen Informationen sind sehr übersichtlich und prägnant zusammengefaßt. Sehr gutes Referat.
am Thursday, October 11, 2001-
ladina
grossartig!.
Ihr Beitrag ist genau das, wonach ich gesucht habe. er ist kurz, aber komplex. Danke schön!
am Sunday, November 11, 2001-
sahne
supi.
net schlecht!!
am Tuesday, December 11, 2001-
Mathias
Kafka, Franz- Die Verwandlung.
Ist echt gut gelungen, enthält viele wichtige Informationen!
am Saturday, February 02, 2002-
Hans
Holla.
Schoenes Ding
am Sunday, March 03, 2002-
David Smith
Die Verwandlung.
Danke.... Leben um einiges leichter gemacht.
am Tuesday, March 05, 2002-
Marcel
Einsame Spitzenklasse.
Es ist genau das wonach ich gesucht habe...kurz aber kompakt ;.)
am Monday, May 06, 2002-
Bluna
Genial!!!.
Einfach genial !!!
am Sunday, June 02, 2002-
Sunny
sehr gute Ansätze.
Der Aufbau ist sehr gut gelungen, allerdings sollte man noch hinzufügen, dass der letzte Abschnitt des Buches, indem die Fahrt der Familie ins "Grüne" beschrieben wird ein sehr wichtiger Abschnitt für die Interpretation des gesamten Buches ist...diesen Abschnitt kann man entweder satirisch deuten und damit implizieren dass Gregor als Aussenseiter keine Chance hat sein Leben zu gestalten wie er will. Er kann als Rebell gegen die Normen nicht existieren. Dies ist eine Kritik Kafkas an der Gesellschaft, inder man gezwungener Massen mit dem Strom schwimmen muß, da man sonst nich lebensfähig ist und ausgegrenzt wird.
am Tuesday, June 11, 2002-
Matthias Wurm
Also, wunderbar...hat mir dat leben gerettet :-).
Danke, Danke, Danke...!!!!1
Schreib moin Deutsch-Arbeit darüber...
wunderbar!!!1
am Monday, June 24, 2002-
Nörmchen
PERFEKT.
Vielen Dank. Deine Ausarbeitung hat genau das Thema meines Vortrags getroffen. Danke nochmals.
am Monday, September 02, 2002-
Dana Scully
Gelungen.
Durch die Stichpunktartige Struktur des Textes, wirkt dieser an manchen Stellen etwas unverständlich und dürftig.
Insgesamt ist es aber ein gelungener Text.
am Monday, March 24, 2003-
Madleine Büchner
1A !!.
ich kann mich nur anschließen, absolut spitze! nur hätte ich es noch besser gefunden, wenn du textbelege mit eingebracht hättest !
am Wednesday, October 24, 2007-
Raphael
Brot?.
Ich denke, sein Freund heißt Max Brod, nicht Brot!
am Tuesday, October 21, 2008-