Franz Mayer BOS Wirtschaft 10.06.2001
0. Die Bilanz
1. Ein- und Verkauf des Umlaufvermögens (Sach- & Finanzanlagen)
1.1 Sachanlagen
a) Anschaffungskosten / Herstellkosten berechnen
b1) Buchungen der Anschaffungskosten
Rechnungseingang: 0xxx M netto 100% an 4400 VLL brutto 116% 2600 VSt. Steuer 16% Rechnungsausgleich (Zahlung):
b2) Buchung der Herstellkosten
0xxx M an 5300 AE
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1.2. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)
GWG bis DM 100,-- werden nicht auf dem Konto GWG erfasst, sondern sofort das Konto Büromaterial (o.ä.) gebucht !!! 1. 0xxx an VLL / BK VSt 2. GuV an 0xxx
1.3. Finanzanlagen
a) Anschaffungskosten berechnen:
b) Beteiligung oder Wertpapier:
Gesamtpreis der WP S 20 % des gezeichneten Kapitals à Beteiligung à Wertpapier des AV (1500) dauerhafte, langfristige Anlage
vorübergehende, kurzfristige Anlage à Wertpapier des UV (2700) Bsp.: 180 TDM S 20% von 1.000 TDM à keine Beteiligung 180 TDM S 20 % von 500 TDM à Beteiligung !!!
c) Buchung:
Beteiligung: Beteiligung (1300) an Bank (2800) lf. Wertpapiere: WP des AV (1500) an Bank (2800) kf. Wertpapiere: WP des UV (2700) an Bank (2800)
2. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
a) Ermittlung des Schlussbestandes
1. ∅ Anschaffungskosten errechnen
2. Vergleich mit Marktwert (=Teilwert):
AWP (Anschaffungswertprinzip): NWP (Niederstwertprinzip) 3. Bilanzansatz
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b) Buchungen
VAB (Vorabschlussbuchungen):
AB (Abschlussbuchungen):
3. Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Saldo von FE & UFE ermitteln !
AB > SB
è
Minderung:
AB < SB
è
Mehrung: 4. Bewertung des Jahresabschlusses
4.1. Bewertung der Forderungen
Konkursquote = Vergleichsquote = noch zu erwartende Forderung (100% - Ausfall)
1. Schritt: netto-FLL errechnen
2. Schritt: Ausfall berechnen 3. Schritt: notwendige PWB / EWB XXX
4. Schritt: (VAB)
a) Herabsetzung: b) Einstellung:
5. Schritt:
(AB)
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4.2. Bilanz- und Erfolgsanalyse (Kennzahlen)
4.3. Absetzung für Abnutzung (AfA)
a) lineare Abschreibung
Berechnung: AfA-Satz in % = 100 / Nutzungsdauer
Merkmale:
- AfA-Beträge sind gleichbleibend b) degressive Abschreibung
Berechnung: AfA-Satz in % = 100 * 3 / Nutzungsdauer (max. 30 %)
Merkmale:
c) Übergang von linear zu degressiv
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5. Jahresabschluss
5.1. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Umsatzerlöse
G Bestandsveränderungen UFE / FE
+ andere aktivierte Eigenleistungen + sonstige betriebliche Erträge - Materialaufwand - Personalaufwand - Abschreibungen - sonstige betriebliche Aufwendungen + Erträge aus Beteiligungen
+ sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
= Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
+ außerordentliche Erträge - außerordentliche Aufwendungen = außerordentliches Ergebnis - Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - sonstige Steuern = Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag
5.2. Ergebnisverwendung
Einstellung in die gesetzlichen Rücklagen:
1. Schritt: 10 % v. gez. Kapital - (gesetzl. RL + KapitalRL) = max. mögliche Einstellung 2. Schritt: 5 % von (Jü - Verlustvortrag VJ)
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5.3. Rückstellungen
Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, deren Grund bekannt sind, nicht aber deren Fälligkeit und Höhe. a) Pensionsrückstellungen:
- Erhöhung: - Senkung: - Abschluss: - Zahlung:
b) Prozesskostenrückstellungen:
- Bildung: RBK (6770) an RSTungewisseVerb (3930) - Auflösung wenn RST zu hoch waren: RSTungewisseVerb (3930) an BK (2800)
niedrig waren: RSTungewisseVerb (3930) an BK (2800)
5.4. stille Rücklagen
folgende Vorgänge führen zu stillen Reserven:
a) unterbewertete Aktiva (stille Rücklagen im eigentlichen Sinn) Bsp.: Bewertungswahlrechte (GWG-, Halbjahres-AfA-Regel; unterlassene Zuschreibung à niedere Wert wird angesetzt), etc.
b) überbewertete Passiva (versteckte Rücklagen)
Bsp.: pessimistische Einschätzung von Aufwendungen, überhöhte AfA, etc.
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II. Kosten- und Leistungsrechnung
1. Kostenstellenrechnung
Gemeinkosten (GK): nicht direkt auf die Kostenträger (Produkt) zurechenbare Kosten Bsp.: Miete, Gehalt, etc.
Einzelkosten (EK): direkt auf die Kostenträger zurechenbare Kosten
Ist-Gemeinkosten:
Normal-GK:
1.1. Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
Im einfachen BAB werden die Kosten nur an die jeweiligen Hauptkostenstellen (z.B. Material, Fertigung, etc.) verteilt.
Im mehrfachen BAB werden noch Hilfskostenstellen (z.B. Kantine, Arbeitsvorbereitung, Fertigungshilfsstellen, etc.) eingerichtet, um die Kosten genauer zu erfassen und besser kontrollieren zu können.
1.2. Berechnung der Gemeinkosten
1.3. Über- und Unterdeckung
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2. Kostenträgerrechnung (Vollkostenrechnung)
2.1. Kostenträgerzeitrechnung
2.2. Kostenträgerstückrechnung
FM
+ MGK (x%) + FL + RFGK (x%) + Masch.K + SEKF = HK + VwGK (x%) + VtGK (x%) + SEKVt = SK + Gewinn
= (vorl. VKP) vorläufiger Verkaufspreis + (PROV) Vertreterprov. (x%) = (BVP) Barverkaufspreis + (SK) Skonto (x%) = (ZVP) Zielverkaufspreis + Rabatt (x%) = (AP) Angebotspreis, netto + (UST) Umsatzsteuer = (AP) Angebotspreis, brutto
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3. Teilkostenrechnung
3.1. Deckungsbeitragsrechnung (DB)
variable Kosten: proportional, beschäftigungsabhängig, meist direkt dem Produkt direkt
fixe Kosten:
erzeugnisfixe Kosten:
Unternehmensfixkosten: keine Zurechnung auf die Kostenträger möglich
3.2. Break-even-Analyse (Stückkosten berechnen)
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Berechnung des break-even-points (bep, Gewinnschwelle)
Gesucht wird die Menge, ab der das Produkt einen Gewinn abwirft. D.h. bei dieser Menge m ist der Gewinn null (G = 0) ! beim BEP gilt: G = 0 E = K DB = K f
Gewinnschwellenmenge m =
3.3. Engpassrechnung (optimales Produktionsprogramm)
a) Bestimmung des Engpasses
Auf welcher Maschine gibt es einen Engpass?
wenn benötigte Kapazität > vorhandener Kapazität è Engpaß bei dieser Maschine !!
b) Lösungsschema
3.4. Fremdbezug
Preis Fremdbezug < k v Eigenfertigung è Fremdbezug
kritische Menge für Fremdbezug m = P Fremdbezug - k v Eigenfertigung
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III. Marketing
1. Begriffe
Marketing: Ausrichtung des gesamten Unternehmens am Markt Käufermarkt: A > N (Käufer hat Macht) è Absatz ist Engpass (momentane Situation)
1.1. Marktgrößen
Marktvolumen:
Absatzvolumen:
Marktanteil: %-ualer Anteil eines Unernehmens am Marktvolumen
relativer Marktanteil: eigener Marktanteil zu Marktanteil des Marktführers
Marktsegmentierung
Aufteilung des Marktes in Abschnitte („Teilmärkte“)
- geografisch: - soziodemographisch:
- psychographisch:
1.2. Marktforschung
- Marktbeobachtung:
- Sekundärforschung:
2. Marketingziele
mögliche Ziele:
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Zielbeziehungen
- komplementär: unterstützen sich, d.h. wenn Ziel 1 erfüllt wird, wird auch Ziel 2 erfüllt Bsp.: Produktionskosten sinken à Gewinn steigt
- konkurrierend: widersprechen sich, d.h. wird Ziel 1 verfolgt, kann Ziel 2 nicht erfüllt
- indifferent:
Zielhierachien: hierachische Gliederung von Zielen
3. Marketingmix
3.1. Produktmix
Welche Produkte werden in welcher Ausstattung produziert
a) Produktinnovation Entwicklung neuer Produkte - Produktdifferenzierung (Programmtiefe) Veränderung an Farbe, Form oder Ausstattung, z.B. gibt es einen Stuhl in verschiedenen Größen, Farben, etc. - Produktdiversifikation (Programmbreite)
Œ horizontal: sachlicher Zusammenhang auf gleicher Wirtschaftsstufe Bsp.: zu einem Stuhl wird noch ein Tisch produziert • vertikal: vor- und/oder nachgelagerte Produktionsstufen Bsp.: Möbelhersteller macht Sägewerk auf Ž lateral: ohne Zusammenhang (heterogen) Bsp.: Möbelhersteller stellt T-Shirts her
b) Produktvariation
Veränderung von Produkteigenschaften; das alte Produkt wird durch ein neues ersetzt
c) Produktelimination
Produkt wird aus dem Sortiment genommen (eliminiert); es kommt kein neues Produkt!
3.2. Distributionsmix
Vertriebssystem: zentraler (ab Werk) oder dezentraler (über Filialen) Verkauf a) Absatzweg
b) Einsatz von Handelsvertreter (HV) oder Reisenden (R)
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c) Franchising
3.3. Kontrahierungsmix (Preismix)
a) praxisorientierte Preisgestaltung
- kostenorientiert: Preis durch Vollkostenrechnung festgelegt (SK + G) - nachfrageorientiert: Preis durch Nachfrage & Nutzen
- konkurrenzorient.: Preis wird an Konkurrenz gemessen (Orient. am Marktführer)
b) preispolitische Strategien
- Hochpreispolitik: bei Einführung eines technisch neuem, hochwertigen Prod. - Niedrigpreispolitik: bei Einführung eines Massenprod., Prod. des täglichen Bedarfs - Preisdifferenzierung: es werden unterschiedl Preise für das gleiche Produkt gefordert Œ räumliche Diff.: auf unterschiedl. regionalen Märkten werden andere Preise angeboten, z.B. kostet der BMW in Tschechien weniger • zeitliche Diff.: zu unterschiedl. Zeiten, unterschiedl. Preise Bsp.: Tag-Nacht (Telefon), hoher Einführungspreis, dann nieder Ž mengenmäßige ~: bei größerer Abnahme wird der Preis billiger Bsp.: Großabnehmer, Mengenrabatt
c) indirekte Preisbeeinflussung
3.4. Kommunikationsmix
a) Werbung
produktbezogene Botschaft an potenzielle Kunden (direkte Absatzförderung) es soll AIDA erweckt werden ! ŒAttention (Aufmerksamkeit), •Interest (Interesse), ŽDesire (Bedürfnis), •Action (Handlung, Kauf)
b) Verkaufsförderung (Sales Promotion)
- Verkaufspersonal: - Verbraucher: - Handel:
c) Public Relations
unternehmensbezogene Werbung (indirekte Absatzförderung)
Bsp.: Pressekonferenzen, Tag der offenen Tür, Sponsoring, Interviews, Stiftungen, etc.
d) Product Placement
Platzieren eines Produktes, z.B. im Film / Fernsehen
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4. Portfolioanalyse
Marktstrategien:
Abschöpfungsstrategie (Feld 3): Finanzmittelüberschüsse werden für Nachwuchsprodukte (Felder 1+2) verwendet; nur notwendige Investitionen Desinvestitionsstrategie (Feld 4): keine großen Investitionen mehr (bei negativem DB à Produktelimination)
5. Produktlebenszyklus
Legende:
I. Einführungsphase: - neues Produkt: wie kommt das neu entwickelte Produkt am Markt an?
II. Wachstumsphase: - Nachfrage steigt
IV. Sättigungsphase: - Marktsättigung tritt ein
V. Degenerationsphase: - Umsätze & DB sinken
- Verluste, da Prod. technisch überholt, and. Prod. billiger, etc.
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Franz Mayer, 2001, Vorbereitung aufs Abi 2001, München, GRIN Verlag GmbH
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