Aufmerksamkeit der Person gegenüber (z.B. Frieda, Hans) Labyrinth als Menschheitsvorstellung:
- Labyrinth: wichtige Stationen auf K.s Weg liegen an der Dorfstrasse, diese bildet einen Kreis um das Schloß à am Ende genau so weit wie am Anfang; Barrieren in Form von Schlossbeamten zwischen den Kanzleien innerhalb des Schlosses bilden ein scheinbar einfach strukturiertes Labyrinth - Spiegel: „Augen“ sind ein wichtiges Element; bei Frieda spiegelt sich ihr Wert für K. in ihren Augen wider, die Gehlifen sind die Augen Klamms (in Wirklichkeit Galaters à Spiegel, die lügen können); ausserdem Gehilfen als Spiegelung von K. (Scherze, Friedas Beziehung zu Jeremias); „Gespräche“ haben meist das Schloss im Hintergrund und spiegeln dieses oder K. wider (z.B. erstes Gespräch mit Wirtin - über Klamm - ist für K. eine Karrikatur von ihm selbst); erster Brief ist eine Reflexion von K.s Ankunft
- Echos: akkustische Spiegel, machen das Labyrinth komplizierter; Lügen und Wahrheiten die K. von sich selbst verbreitet hat, findet er in anderen Gesprächen; mögliche Lüge er hieße „Josef“ ist eine Anspielung auf Proceß (Situation/Kampf wiederholt sich); Namenswiederholungen (Frieda, Hans, Wirtin, Sortini/Sordini), um die Komplexität des Labyrinths hervorzuheben Raum und Zeit:
- spätere Tage benötigen mehr Seiten à umgekehrt zu Thomas Manns Zauberberg à nicht empirische Zeitwahrnehmung; zum Schluss hin Zeit immer ungenauer und verzerrter
4.Bezug zu Frauen:
- direkt: Verarbeitung der Trennung von Julie Wohryzek und Milena Jesenska; Überlegenheit M.J.s spiegelt sich in Friedas Augen wider; Klamm stellt E. Pollak dar (mgl.: Klamm als Vater von Kafka) - generell: Kafka ging Beziehungen ein um Hilfe bei der Bewältigung seiner Konflikte zu bekommen, und um sich leichter gesellschaftlich zu integrieren, dadurch aber ist sein Schreiben gefährdet à unmöglich sich von der Normalität zu entfernen; in D.S. bearbeitet er seine Konflikte und sucht dabei nach Lösungen seine wunschgemäße Identität auszubilden, schafft es aber weder die soziale Integration (wegen Vernachlässigung Friedas) noch die Ausnahmestellung zu erhalten (à Isolation)
5.Vergleich zwischen Der Proceß und Das Schloss:
Da sowohl Das Schloß als auch Der Proceß aus ähnlichen Motivationsgründen entstanden sind, gibt es viele Ähnlichkeiten, jedoch meistens mit kleinen Unterschieden verbunden, was die Werke betrifft. - bei beiden Werken handelt es sich um Fragmente - Namensähnlichkeit: „Josef K.“ zu „K.“ (möglicherweise auch Josef)
- Die Romane sind in der auktorialen Erzählweise geschrieben, und der Leser bekommt fast alles aus der Sicht K.s (inklusive seiner Gefühle etc.) gezeigt; es werden keine Handlungen in K.s Abwesenheit beschrieben
- D.P.: meist passiver Protagonist, Bankbeamter (gebildet), Handlung in einer Grosstadt - D.S.: sehr aktiver Protagonist, vom Lande (äussert sich vor allem an K.s Benehmen und Redeweise), Handlung in einem Dorf
- eine Parallele bilden auch die Türhüter in D.P., zu den Schlossbeamten in D.S.; in beiden Fällen stellen diese scheinbar unüberwindliche Barrieren dar - Der Proceß handelt über den Kampf gegen eine unsichtbare Macht, Das Schloß um das streben nach einer unsichtbaren Macht
- wenn das Schloß aus theologischer Sicht die „Gnade“ symbolisiert, so stellen D.S. und D.P. die 2 Erscheinungsformen Gottes - Gnade und Gericht - im Sinne der Kabbala dar - beide Romane sollen aus Lebenskrisen Kafkas herausführen; in D.P. verarbeitet Kafka die gescheiterte Beziehung zu Felice Bauer, während er D.S. aufgrund der Beziehungsabbrüche zu Julie Wohryzek und vor allem zu Milena Jesenska verfasst hat (in beiden Fällen wird Übersicht über Kafkas Leben verschaffen)
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Quellen: - Fischer: Franz Kafka „Das Schloß“ - Reclam: Interpretationen Franz Kafka Romane und Erzählungen - Beck`sche Reihe: Franz Kafka (Thomas Anz) - Fischer: Franz Kafka der Künstler (Politzer) - http://www.uwasa.fi/~dw/Kafka-Verbindungen.html - http://www.geo.uni-bonn.de/members/pullmann/kafka/ - http://www.deslit.de/kafka/ Jacek Prauzner am 28.11.00 gk d3
Arbeit zitieren:
Jacek Prauzner, 2001, Kafka, Franz - Das Schloß, München, GRIN Verlag GmbH
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