- Konnte Hindernis auch so nicht überwinden, weil Wände 30cm hoch sind
- Dann probierte sie unter Pappe durchzukommen, schaffte es auch nicht
- Sie hatte bereits gemerkt, dass sie an den Seiten auch nicht vorbeikommt
- Nachdem alle Versuche gescheitert waren, versuchte sie zu graben
- Da sie sich erst durch das Streu arbeiten musste, dauerte es eine Weile, bis sie Pappe sozusagen ausgegraben hatte.
- Nun konnte sie sich durch schmalen Spalt zwischen Pappwand und Terrarienboden durchzwängen
- Erreichte endlich gewohnte Umgebung
- Beschäftigte sich mit vertrauten Laufrad
2. Definition: Erkundungsverhalten
- Maus musste die neue Umgebung erst erkunden
- Sobald sie sich ungestört fühlte und keine Angst mehr hatte lief sie überall herum Und probierte alle Möglichkeiten aus wieder auf die andere Seite zu gelangen
- dieses Beschriebene Verhalten nennt man Erkundungs- oder Neugierverhalten
- Auffällig für dieses Verhalten ist , dass d. Maus immer wieder Versuchte d. Wand hoch zuklettern oder darüber zu springen
- D. Maus nimmt mit ihren Sinnes- und Erfolgsorganen Kontakt auf, entfernt sich wieder, um sich kurz darauf, oft in etwas anderen Verhaltensweisen wieder zu nähren.
- Dadurch bezieht Maus den Käfig nicht nur in ihr Verhalten ein, sondern geht auch in vielfältiger Weiße damit um und lernt ihn so besser kennen
- Das Distanzieren von d. ersten Handlung ist Vorraussetzung für die folgende Handlung und damit für die Vielfältigkeit der Erkundung
- Auch bei Kleinkindern kann man eine solche Handlungsfolge beobachten
- Neuer Gegenstand wird ergriffen, zum Mund geführt, bekaut, dann fortgelegt und wieder ergriffen
- Erkundungs- oder Neugierverhalten ist also ein Verhalten, dass zwischen der frühen Kindheit und dem Erwachsenenalter auftritt
- In diesem Zeitabschnitt erkunden Tiere ihre Umwelt instinktiv
- Und suchen sogar vertraute Gegenstände auf um sie zu untersuchen
- Erkundungs- und Neugierverhalten gehen fließend ins Spielverhalten über
3. Definition: Spielverhalten
- wenn Lebewesen spielen, tun sie dies ohne einen erkennbaren äußeren Zweck zu verfolgen
- wollen weder ihrem Artgenossen „ernsthaft“ Beute abjagen noch wollen sie ihn im Kampf „ernsthaft“ verletzen
- dennoch sind d. Spielenden mit sehr großem Ernst bei der Sache und verwenden sehr viel Energie darauf, ihre Ziele zu erreichen
- dazu kommt, dass spielende Tiere durch ihre Unachtsamkeit oft Leib und Leben riskieren
- Spielverhalten enthält sowohl angeborene als auch erlernte Verhaltensanteile
4. Welche Tiere weißen dieses Verhalten auf?
- Um d. biologischen Sinn des Spielverhaltens zu klären, muss man beachten, welche Tiere überhaupt spielen:
- Untersuchungen haben gezeigt, nur lernfähige Tiere spielen
- handelt sich meist um Säugetiere, die auch über ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten verfügen
- dazu gehören zum Beispiel: Primaten, viele Raubtiere, manche Nagetiere (Ratten) aber auch Vögel
- Reptilien, Lurche oder Fische sind nur ansatzweise neugierig
5. Biologischer Sinn:
- da es sich in der Regel um junge spielende Tiere handelt, erwerben diese im Spiel offensichtlich Kenntnisse, die später für sie von Nutzen sind
- Das Spielen stellt also für die Tiere somit eine wichtige Entwicklungsförderung dar
- Lernen den Umgang mit Vielzahl von Gegenständen
- Üben bestimmte Bewegungsabläufe
- Hunde und Katzen üben z.b. untereinander, wie sie Beute fangen, packen und schließlich töten
- Kennzeichnend für diese Kämpfe ist die absolute Beißhemmung und der rasche Rollenwechsel zwischen den Tieren (Überlegener Hund wird abrupt zum Unterlegenen und umgekehrt)
- überdies können Verhaltensweisen verschiedener Funktionskreise erstaunlich frei miteinander kombiniert werden( z.b. Elemente des Kampf- und Beutefangspiels)
- durch Spielen wird insbesondere die geistige und soziale Entwicklung der jungen Tiere gefördert
- Spielen regt das Wachstum der Großhirnrinde und die Verknüpfung der Zentralnervösen Strukturen an
6. Vergleich: Spielende Tiere- nicht spielende Tiere
- Nagetiere, die in anregender Umgebung mit vielen Reizen spielen, sind nachgewiesenermaßen lernfähiger, flexibler und reagieren effektiver auf neue Situationen als Artgenossen, die in reizarmer Umgebung fast ohne Spielmöglichkeiten aufwachsen
- Tiere die am Spielen gehindert werden, zeigen später auffällige Verhaltensstörungen
7. Spiel im Erwachsenenalter
- wenige Tierarten spielen auch im Erwachsenenalter
- z.B.: Primaten, Delfine, Raubtiere, Nager und Huftiere
- Es scheint, dass bei allen Tiergruppen, bei denen das Spiel überhaupt vorkommt, prinzipiell auch die erwachsenen Tiere spielen
- Wenngleich sie dies auch vergleichsweise selten tun
- Bei Delfinen lassen sich auch bei erwachsenen Tieren noch erstaunliche Spielleistungen beobachten
8. Vorraussetzung für das Spiel:
- Vorraussetzung dafür, dass Tiere überhaupt spielen, ist ein entspanntes Umfeld
- Es muss frei von akuten Lebenszwängen und Bedürfnissen sein
- Ein solches Umfeld existiert meist im Schutz der Elterntiere
9. Spielgesicht:
- einige Tiere und auch der Mensch zeigen bei der Aufforderung zum Spiel oft ein Spielgesicht
- man nennt es wegen dem offenem Mund auch „Mund-Offen-Gesicht“
- Im Spiel werden keine äußerlich ersichtlichen Ziele verfolgt (der „Ernst“ fehlt)
- Elemente verschiedener Funktionskreise werden relativ frei von den Spielenden Kombiniert
- Handlungsbereitschaften, die lebenswichtige Funktionen betreffen, Hemmen das Spielverhalten (z. B. Hunger)
- Das Spiel strebt keiner Endhandlung zu, die das Spielverhalten beendet
- Solange keine anderen Handlungsbereitschaften aktiviert werden, ist das Spielverhalten in einem entspannten Umfeld nahezu „unersättlich“ ( das Beutefangspiel ist als nicht mit dem Ergreifen des Beutetiers beendet, sondern schon im nächsten Moment wieder neu ausösbar).
- Spielverhalten ist oft mit Neugierde und Erkundungsverhalten eng Verknüpft.
Arbeitsblatt: Erkundungs- und Spielverhalten
1. Erkundungsverhalten
- Zeitabschnitt zwischen früher Kindheit und Erwachsenenalter
- Tiere erkunden ihre Umwelt intensiv
- Behandeln jeden neuen Gegenstand erst als Feind ( Tier nährt sich, entfernt sich, greift an, beist Gegenstand oder trägt ihn weg)
- geht fließend ins Spielverhalten über
2. Spielverhalten
- lustbetontes Ausprobieren von Verhaltensweisen ohne Ernstbezug
- typisches Verhalten bei Jungtieren
- beim Spielen werden Erfahrungen über den eigenen Körper (Körperspiele), über das Verhalten gegenüber Artgenossen (Sozialspiele) und über die Umgebung (Objektspiele) gesammelt
- im Spiel können Verhaltensweisen geübt werden, die erst im Erwachsenenalter voll ausreifen (z. B. Sexual- und Beutefangverhalten)
3. Welche Tiere weißen dieses Verhalten auf?
- lernfähige meist junge Tiere
- überwiegend Säugetiere, die über ausgeprägtes Erkundungsverhalten verfügen
- zum Beispiel: Primaten, viele Raubtiere, manche Nagetiere (Ratten), aber auch Vögel
4. Biologischer Sinn:
- junge Tiere erwerben Kennt nisse die später für sie von Nutzen sind
- Spielen stellt also wichtige Entwicklungsförderung dar
- Lernen Umgang mit Vielzahl von Gegenständen
- Üben bestimmte Bewegungsabläufe
- Kennzeichen: absolute Beißhemmung, rasche Rollenwechsel zwischen den Tieren
- Junge Hunde und Katzen üben untereinander wie sie Beute fangen, packen und schließlich töten
- Verhaltensweisen verschiedener Funktionskreise (Kampf- und Beutefangspiel) können frei miteinander kombiniert werden
- Geistige und soziale Entwicklung der jungen Tiere wird gefördert
- Spielen regt Wachstum der Großhirnrinde und Verknüpfung der zentralnervöse Strukturen an
5. Vergleich: Spielende Tiere - nicht spielende Tiere
- Tiere, die in anregender Umgebung mit vielen Reizen spielen sind nachgewiesenermaßen lernfähiger, flexibler und reagieren effektiver auf neue Situationen als Artgenossen, die in Reizarmer Umgebung fast ohne Spielmöglichkeiten aufwachsen
- Tiere, die am Spielen gehindert werden, zeigen später auffällige Verhaltensstörungen
6. Spiel im Erwachsenenalter:
- im Erwachsenenalter spielen nur wenige Tiere
- z.B. Primaten, Delfine, Wale, Raubtiere, Nager und Huftiere
- meist gilt: Jungtiere, die überhaupt Spielen, spielen auch noch im Erwachsenenalter
7. Vorraussetzung für das Spielverhalten:
- entspanntes Umfeld (frei von akuten Lebenszwängen und Bedürfnissen (z.B.Hunger)),
- existiert meist im Umfeld der Eltern
8. Spielgesicht:
- wird bei einigen Tieren und Kleinkindern als Aufforderung zum Spiel gezeigt
- wird auch Mund-Offen-Gesicht genannt Zusammenfassung:
-Im Spiel werden keine äußerlich ersichtlichen Ziele verfolgt (der „Ernst“ fehlt)
-Elemente verschiedener Funktionskreise werden relativ frei von den Spielenden kombiniert
-Handlungsbereitschaften, die lebenswichtige Funktionen betreffen, hemmen das Spielverhalten (z. B. Hunger)
-Das Spiel strebt keiner Endhandlung zu, die das Spielverhalten beendet
-Solange keine anderen Handlungsbereitschaften aktiviert werden, ist das Spielverhalten in einem entspannten Umfeld nahezu „unersättlich „ ( das Beutefangspiel ist als nicht mit dem Ergreifen des Beutetiers beendet, sondern schon im nächsten Moment wieder neu auslösbar).
-Spielverhalten ist oft mit Neugierde und Erkundungsverhalten eng Verknüpft.
Arbeit zitieren:
Mirjam Transchel, 2001, Erkundungs- und Spielverhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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