Buddhas Lehr – und Wanderjahre
Buddha entschließt sich, die von ihm gewonnene Erkenntnis der ganzen Welt mitzuteilen. Am
7. Tag macht er sich auf den Weg nach Benares, wo er die ihm schon bekannten 5 Askete
trifft. Vor ihnen hält er im Meditationssitz seinen ersten Lehrvortrag. Er redet von den „4 edlen Wahrheiten“ und vom „mittleren Weg“ der als einziger zu Freiden und Erlösung führt. Die fünf Asketen erbitten von ihm die Mönchsweihe und Buddha entspricht ihrem Wunsch. Ihnen folgen bald andere und nach drei Monaten beträgt die Zahl der Jünger 60 Männer und Frauen. Buddha schickt diese nach allen Richtungen mit den Worten: „Geht hin, ihr Mönche, und predigt der Welt das Gesetz. Wirket für das Beste der anderen wie für euer eigenes. Bringt die freudige Botschaft zu jedermann. Es sollen nicht zwei von euch den selben Weg einschlagen.“ In seiner 45jährigen Lehrtätigkeit erwirbt sich Buddha höchste Achtung, da er es versteht, die Wahrheit in Bildern und Gleichnissen eindrucksvoll zu verkünden.
Lebensende und Nirvana
Die letzten Jahre seines Lebens verbringt Buddha in einem Kloster. Als er mit 80 erkrankt und sein nahes Erlöschen voraussieht, ruft er noch einmal alle Mönche aus sämtlichen Klöstern zu sich. Er verabschiedet sich von seinen Getreuen mit den Worten: „ Nach meinen Tod lehrt das Gute, tut das Gute, handelt gut. Wo auch immer so getan wird, werde ich zugegen sein. Wohlan, ihr Mönche, ich sage euch: Alles geht dahin und stirbt. Aber die Wahrheit bleibt! Strebt nach eurem Heil!“ Dann tritt er in die Versenkung und dvhreitet nacheinander die 4 Stufen der Meditation hinab. Mit dem endgültigen Eingehen des Buddha ins völlige Nirvana – im Augenblick seines Todes – erbebt die Erde, und Donner grollt, wie die Legende erzählt.
Die Leiche des Buddha wird verbrannt und die Asche wird auf die neun Königreiche verteilt, in denen Buddha seine Lehre verkündet hat.
Buddha und die Götter
Buddha hat die Frage nach einem Gott nie beantwortet. Seiner Meinung nach ist das Wissen über einen Gott unbedeutend für die Erlösung einen Menschen.
Buddha selbst sieht sich nur als ein „Wegweiser“ zum Heil und stellt keinen Anspruch auf göttliche Verehrung.
Buddhas erster Lehrvortrag – die Rede von Benares
Die Darstellung des Buddha ist durch Regeln festgelegt, die in Indien entstanden sind.
1. Lotospose: Buddha wird sitzend dargestellt, die Beine sind eng gekreuzt und beide Sohlen
sind sichtbar.
2. Die sympolischen Gesten der Hände haben haben große Bedeutung, denn sie zeigen die
Situationen und Tätigkeiten des Buddha während und nach seiner Erleuchtung an.
3. Geste der Erdberührung: Unmittelbar nach seiner Erleuchtung berührte Buddha
mit der rechten Hand die Erde, um sie in seinem Streit mit dem Bösen als Zeugen für seine guten Taten in den vorigen Leben aufzurufen.
4. Mit der Geste des Predigens hat Buddha das Rad der Lehre in Bewegung gesetzt.
5. Geste der Beruhigung und der Schutzgewährung: Die rechte Hand ist erhoben und dem
Betrachter offen zugewandt.
6. Geste der Argumentation: Daumen und Zeigefinger der rechten Hand sind einander
zugeneigt, die Hand ist erhoben.
7. Geste der Meditation: Die Hände sind ineinander gelegt, die Handflächen zeigen nach
oben.
8. Geste des Schenkens: Die Hand ist offen und dem Betrachter zugewandt.
Richtungen des Buddhismus
Buddha hat vor seinem Tode keine Nachfolger eingesetzt, sondern seinen Jüngern gesagt, fortan solle die Lehre ihr Meister sein. Da die Mönche aber bald über die Auslegung der Lehre uneins waren, bildeten sich verschiedene Richtungen des Buddhismus. Am Anfang steht der Urbuddhismus, die älteste Form des Buddhismus zur Zeit Buddhas und seines ersten Jüngerkreises.
Heute unterscheidet man drei große Richtungen des Buddhismus, Mahayana, Hinayana und Vajarayana, die wiederum in viele unterschiedliche Richtungen eingeteilt werden.
Das Kleine Fahrzeug (Hinayana bzw. Theravada) ist die älteste Form des Buddhismus. Hier ist die ursprüngliche Lehre des Buddha am reinsten bewahrt geblieben. Im Hinayana bleibt Buddha selbst nur ein weiser Mensch, der erwacht ist, die Lehre durchschaute und den wenigen, die sie fassen konnten, verkündete. Verbreitung in Ceylon, Burma, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam.
Das Große Fahrzeug (Mahayana) ist eine jüngere Form des Buddhismus, die sich im 2. Jahrhundert n. Chr. entwickelte. Die Anhänger meinen, dass das strenge Kleine Fahrzeug mit seinem mühsamen Weg durch Meditation nur wenige Menschen zum Heil führt. Buddha wird hier als Überweltliches, transparentes Wesen gesehen, das über Raum und Zeit steht. Prachtvolle Gottesdienste und reiche Tempel geben den Mahayana Anschaulichkeit und Leben. Die meisten Buddhisten gehören dem Mahayana an. Sie leben vor allem in China, in der Mongolei, in Korea und Japan.
Das Diamantene Fahrzeug (Vajrayana oder Tantrismus) ist eine Form des Buddhismus, die sich im 7. Jahrhundert n. Chr. in Tibet und Nepal entwickelt hat. Diese streng gegliedert geordnete Religion, in der Lamas eine große Rolle spielen, steht in vieler Hinsicht im Gegensatz zum ursprünglichen Buddhismus. Dämonen und Götter, magische Formeln und Ritualtexte, esoterische Kräfte und Kultgegenstände sind für das Vajrayana typisch. Neben den Buddhas tauchen auch weibliche Gottheiten auf, Shakti genannt, die die Energie und die Kraft des jeweiligen Buddha, dem sie zugeordnet sind, personifizieren. An der Spitze des Vajrayana steht der Dalai Lama, den die Gläubigen wie einen Gott verehren. Der jetzige Dalai Lama wurde von den Chinesen vertrieben und lebt in Indien.
Gebote der Buddhisten
Für alle Buddhisten gelten die pantsa-sila, die fünf Gebote, die in den Tempeln laut aufgesagt werden:
1. Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Vernichtung der
Lebewesen.
2. Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Diebstahl.
3. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten unerlaubten geschlechtlichen
Verkehrs.
4. Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Lüge und Trug.
5. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Genusses berauschender
Mittel.
Diese fünf Gebote entsprechen dem dritten bis fünften Teil des achtfachen Weges. Dieser achtfache Weg umfasst die fünf oben genannten Gebote ( mit der Auslassung des Wortes unerlaubt im 3.Gebot ) und die drei weiteren „Ratschläge“, die für Ordensangehörige verpflichtend sind.
6. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Essens zu ungehörigen
Zeiten.
7. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Tanzes, Singens, der Musik
und unanständiger Schauspiele, ferner des Gebrauchs der Blumenkränze, Wohlgerüche, Spezereien, Salben, Schönheitsmittel und Schmuckstücke.
8. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten der Benutzung hoher und breiter
Betten.
Das dasa sila ( die 10 Gebote ) umfaßt außer den vorher genannten auch noch zwei weitere, die besonders den frommen Laien empfohlen, den Mönchen und Nonnen aber vorgeschrieben sind.
9. Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten vom Tanzen, Singen und
unanständigen Aufführungen.
10. Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Annehmens von Gold und
Silber.
Buddhistisches Weltbild
Alles ist aus ewigem Raum entstanden und in diesem Bereich schweben unendlich viele Weltsysteme nebeneinander. Jede Welt hat eine Ober -, Mittel – und Unterwelt. In der Unterwelt liegen die heißen und kalten Höhlen, in denen Übeltäter schreckliche, zeitlich begrenzte Qualen erleiden.
Darüber erhebt sich die von Meeren umflossene Erdscheibe mit dem Berg Meru im Mittelpunkt, um den sich vier meerumspülte Erdteile legen. Auf der Erde leben Tiere, Menschen, Geister und Dämonen. Um den Meru herum kreisen Sonne, Mond und Sterne, und auf ihm oder in fliegenden Palästen über ihm leben die Götter.
Diese Welten, mit Ausnahme der oberen Himmel, befinden sich in einem ständigen Wechsel von Werden und Vergehen.
Nicht nur die Zeit ist ohne Anfang und Ende. Auch bei allen Lebewesen herrscht ein dauerndes Geborenwerden und Sterbenmüssen. Dieser Kreislauf des Werdens und Vergehens wird Samsara genannt.
In Bezug auf die irdischen, unter – und überirdischen Lebewesen heißt es, daß alle Taten und Handlungen, ob gut oder böse, in der zukünftigen Welt vergolten werden. Jeder ist also seines Glücks eigener „Schmied“. Je nach den Taten ist eine Wiederverkörperung in fünf verschiedenen Lebensformen gegeben: als Höllengeist, Tier, Geist, Mensch oder Gott.
Arbeit zitieren:
Julia Schuster, 2000, Buddhismus, München, GRIN Verlag GmbH
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