Farbe:
In dem Bild überwiegen die Farben Schwarz und Weiß und verschiedene Grauabstufungen sowie die Pastelltöne Gelb, Rose und Blaugrau. Das Weiß ist oft mit anderen Farben abgetönt, wie an der Schulter der Frau und in ihrem Gesicht. Einen ähnlichen Farbton findet man auch an dem Bogen des Geländers, an der Hand der Frau und an der Wange des Mannes.
Der Mann wurde im Gegensatz zu der Frau sehr dunkel gehalten. Er wurde nur mit schwarzer und weißer Farbe gemalt, außer die Wange wurde mit einem zarten Rot abgetönt. Seine Hand und sein Ohr wurden mit Schwarz und Weiß gemalt, der Hinterkopf dagegen nur mit Schwarz.
Der weiße Anzug des Mannes bildet einen sehr starken Schwarzweißkontrast zu dem weißen Hemd. Auch an dem Torbogen bilden die zwei weißen Striche einen Schwarzweißkontrast zu dem Schwarz dahinter. Einen solchen Kontrast bildet das schwarze Programmheft mit der weißen Aufschrift.
Der Helldunkelkontrast ist sehr zentral in diesem Bild. Zum Beispiel auch an den drei gelb-weißen Strichen hinter der Schulter der Frau, die mit dem Schwarz einen sehr starken Kontrast bilden. Auch der rechte Arm der Frau bildet einen Kontrast zu dem schwarzen Hintergrund. Das ganze Bild besteht fast nur aus Helldunkelkontrasten. Allerdings wird das ganze Bild eher dunkel gehalten.Das Verhältnis zwischen warmen und kalten Farben ist nicht ganz ausgewogen, denn das Warme übertrumpft das Kalte. Die vielen roten Streifen im Hintergrund sind der Hauptgrund für die Wärme des Bildes. Von den Personen geht kaum Wärme aus.
Eine Farbe, die sehr sparsam verwendet wurde, ist das auffallende Türkis. Obwohl es nur in sehr kleinen Mengen verwendet wurde, sticht diese Farbe heraus, da sie die einzige intensive Farbe in dem ganzen Bild ist. Das Türkis erscheint dort, wo die Blume mit dem Kleid befestigt ist und an dem Armreif der Frau. Dieses Türkis, und sei es noch so klein, bringt etwas Spannung in das Bild.
Der sehr flächige Farbauftrag zieht sich durch das ganze Bild. Der Pinselstrich ist oft zu erkennen. Er macht zum Beispiel das Gesicht und die Hand der Frau sehr starr. Der Anzug des Mannes der im Kontrast zu dessen Hemd steht, ist sehr flächig und großräumig aufgetragen. Das bringt dem Bild einen Gegensatz zu der Frau, die nicht ganz so flächig und mit mehreren Farbtönen gemalt ist. Raum:
Das Bild ist in drei Ebenen gegliedert. Den Vordergrund bildet die Frau am Ge länder, dahinter steht der Mann, der Torbogen und der Durchgang hinter dem Torbogen bilden den Hintergrund. Durch diese Gliederung bekommt das Bild eine gewisse Tiefe. Der Torbogen bildet einen Grenzbereich zwischen nah und fern. Durch die Überschneidungen von Frau und Mann und von Mann und Torbogen wird diese Wirkung hervorgerufen. Zum Teil sind die Überschneidungen aber auch unklar. So zum Beispiel bei dem Haar der Frau und dem Anzug des Mannes.
Der Bildschwerpunkt liegt mehr im Vordergrund, da hier etwas helleren Farben verwendet wurden. Auch die Räumlichkeit wirkt im Vordergrund viel deutlicher als an dem Torbogen und der Durchgang. Da im Vordergrund deutlicher gezeichnet wurde als in dem sehr flächig gezeichneten Hintergrund. Der Hintergrund besteht vor allem aus Streifen die in verschiedenen Längen und Farben gemalt wurden, und so einen Torbogen mit Durchgang entstehen ließen.
Die Horizontallinie befindet sich etwa in der Mitte des Bildes. Somit ist also eine Frontalperspektive vorhanden. Komposition:
Max Beckmann hat für sein Bild ein Hochformat gewählt. In dem Bild befinden sich sehr viele Schrägen, die hauptsächlich von links oben nach rechts unten ziehen. Doch durch die Linie die sich von rechts oben nach links unten bildet, indem sie die Köpfe der Personen schneidet und an der Schulter der Frau vorbeizieht, werden die anderen Schrägen wieder etwas ausgeglichen. Auch das zentrale Lagernde der Frau in der Mitte schafft einen gewissen Ausgleich. Trotzdem kippt das Bild leicht nach rechts unten. Das wird durch die schwarze Fläche auf der linken Seite noch verstärkt.
Waagrechten und Senkrechten findet man kaum in dem Bild. Eine Senkrechte is t zum Beispiel an des Mannes linkem Unterarm, der sich von dem weißen Hemd abhebt. Eine Waagrechte bildet das Geländer mit dem Arm der Frau. Die wenigen vorhandenen Horizontalen und Vertikalen gleichen sich aber gegenseitig wieder aus.
Der Verlauf von den Armen der Frau über die Ellbogen bildet eine ovale Form. Auch der Torbogen bildet eine solche Form, da er von dem Rücken des Mannes fortgesetzt wird. Diesen ovalen Formen stehen die dreieckigen Formen entgegen, die von den Ellenbogen der Frau, sowie von dem sichtbaren Ellenbogen des Mannes gebildet werden.
Der Kopf de Frau bildet das Zentrum des Bildes. Der Kopf ist zwar nicht ganz in der Mitte dargestellt sondern etwas nach oben verschoben, aber er bildet trotzdem den Mittelpunkt.
Werkimanente Interpretation:
Das Gemälde >Die Loge< von 1928 beruht auf der malerischen Raffinesse seiner Farbgebung. Es bezieht eine starke Wirkung aus dem Schwarz- und Weißkontrast. Diesen Kontrast wandte Beckmann geschickt an, indem er aus dem tiefen Schwarz durch Beleuchtungen die Pastelltöne Weiß, Gelb, Rose und Blaugrau aufscheinen ließ. Max Beckmann bezieht sich in dem Gemälde hauptsächlich auf den Schwarz- und Weißkontrast. Die Farbe bleibt im Hintergrund.
Nicht nur >Die Loge< sondern auch das >Selbstbildnis im Smoking<, die >Winterlandschaft< und auch >Tiergarten im Winter< beziehen ihre Wirkung aus dem Schwarzweißkontrast. Max Beckmanns Erklärung zu der Farbsymbolik seiner Malerei war( Max Beckmann Meisterwerke S.26): „Ja, schwarz und weiß, das sind die beiden Elemente, mit denen ich zu tun habe. Das Glück und Unglück will es, daß ich mich nur schwarz sehen kann. Eines allein wäre viel einfacher und eindeutiger... Ich kann nicht anders als mich in Beiden zu realisieren. Nur in Beiden, Schwarz und Weiß,- sehe ich wirklich Gott als eine Einheit, wie er es sich als großes ewig wechselndes Welttheater immer neu gestaltet.“
Max Beckmann betont eine Tendenz zur Raumöffnung, die er durch Verkürzung mit der Fläche verspannt. Dadurch entsteht eine kontrastreiche Überschneidung von der Farbe und der Form, von der Fläche und dem Raum. Das Bild zeigt eine gewisse Gegensätzlichkeit von Mann und Frau. Sie blicken in verschiedene Richtungen und scheinen sich für verschiedene Dinge zu interessieren.
Die schwarzen Flächen sind quantitativ mehr als die weißen Flächen, dadurch wirkt das Bild sehr düster. Aber auch der Einfall des Lichtes spielt dabei eine Rolle. Das Gesicht der Frau wirkt kalt. Das von links einfallende Licht verleiht dem Gesicht eine gewisse Starre. Ihr steifer Blick und ihre ernsten Gesichtszüge geben dem Gesicht etwas versteinertes. Doch die vielen Rundungen in dem Bild geben der Situation wieder etwas fließendes. Dadurch wirkt es wieder etwas wärmer und weicher. Kunsthistorischer Kontext:
Max Beckmann orientierte sich schon immer an anderen großen Künstlern. Auch >Die Loge < von August Renoir, 1874 diente Beckmann 1928 als Anregung. >Die Loge < von 1874 diente ihm nicht zur Nachahmung sondern als Herausforderung zur Entfaltung seiner eigenen Kräfte. 1918 behandelte Beckmann das selbe Thema. Es entstand die Radierung >Theaterloge< mit seiner Frau Minna Tube im Zentrum.
Das am 15. Mai 1928 beendete Gemälde gehört zu den Hauptwerken der 20er Jahren. Es wurde gleich als es fertig war von dem Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe erworben und in der Berliner Nationalgalerie als Leihgabe ausgestellt. Mit dem von Renoir inspirierten Gemälde >Die Loge< gelang Beckmann bei der Carengie-Ausstellung in Pittsburgh der internationale Durchbruch. Sein Bild erhielt eine Auszeichnung und wurde auch in der Presse gelobt. Um1930 hatte Beckmann den Höhepunkt seiner Karriere und war an vielen Ausstellungen beteiligt.
Im Exil in Amsterdam entstand 1944 >Die Loge 2< das sehr stark im Vergleich zu dem Gemälde von 1928 stand. >Die Loge2< zeigt Beckmanns zweite Frau Mathilde Q. Beckmann. Alle diese drei Bilder haben vieles gemeinsam, aber ganz besonders auffallend ist die Beziehung zwischen Mann und Frau. In allen Bildern blicken sie in unterschiedliche Richtungen und sie scheinen sich für verschiedene Dinge zu interessieren.
Viele Künstler begeisterten sich für Beckmanns Malerei. So zum Beispiel Henry Mc Bride: „a dynamic impact from his brushes that even Picasso might envy“ und Curt Glaser, der in dem Schwarz „die Entdeckung der neuen Bilder Beckmanns“ sah. „Sein Schwarz ist Ausgangspunkt malerischer Gestaltung, Grundton eines Akkordes, der mit wenigen Griffen von Rot oder Gelb oder Grün in das reine Weiß hineinwächst.“
Arbeit zitieren:
Katrin Finkbeiner, 2000, Max Beckmann: Die Loge, München, GRIN Verlag GmbH
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Katrin Finkbeiner hat den Text Max Beckmann: Die Loge veröffentlicht
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Bine hat den Text Max Beckmann: Die Loge kommentiert
McKim
Wo finde ich das Bild???.
Jaja,nun habe ich eine supertolle Bildbeschreibung, kann aber das dazugehörige Bild nicht finden!!! Macht sich dann natürlich schlecht ne! Naja, und falls das hier einer liest und er das Bild hat, oder jemanden kennt dann seid mal bitte so lieb und schickt mir das Bild!! Ich danke schonmal im vorraus. Entgegenkommen meinerseits ist ja selbstverständlich
Bis denn
McKim
am Monday, March 04, 2002-
Bine
Das Bild IST von Max Beckmann.
Das Gemälde ist ganz sicher von Max Beckmann. Es ist in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt. Habs heut selber gesehen.
am Thursday, April 25, 2002-