gewinnen so den Krieg. Auf der Heimreise wird Odysseus bewußt, daß er noch nicht heim fahren will und kann. Es gab da noch ein paar Grotten zu erkunden und vor allem auch das Weibliche Geschlecht. Weitere 10 Jahre nimmt er in Anspruch für diese Befriedigung der Wißbegierde.
Penelope erfährt, daß der Krieg zu Ende und die Männer alsbald heim kommen müßten. Doch Odysseus kommt nicht. Penelope glaubt Odysseus nicht als verloren, dafür ist er zu klug. Ein Gefühl, eine Mischung aus Angst und Eifersucht, breitet sich in ihrem Herzen aus. Telemach kommt in die Pubertät und entgleitet ihr immer mehr. So hat sie immer weniger Arbeit, die sie von den Gedanken an Odysseus ablenkt. Der Schmerz, die Sehnsucht und vor allem die Ungewißheit, über Odysseus Verbleib, macht ihr schwer zu schaffen. So findet sie Trost, indem sie wahllos alles Eßbare in sich hinein stopft. Sie nimmt zu und pflegt sich kaum mehr. Noch dazu erkennt sie bald die beruhigende Wirkung des Weines. Sie ist nervlich am Ende und vernachlässigt sich. Selbsthaß und Minderwertigkeitsgefühle machen sich in ihr breit.
Da alle Leute Ithakas glauben, Odysseus sei nicht mehr am Leben, treffen Freier bei Penelope ein, um ,des Besitzes wegen, zu werben. Plötzlich gibt es wieder viel zu tun im Haus, denn die Freier muß man ja bewirten. Aber dieser Trubel hat etwas Gutes - es lenkt Penelope von ihrem Selbstmitleid ab und durch das ständige Arbeiten nimmt sie wieder ab und beginnt sich wieder zu pflegen und sogar zu schminken. Alsbald mausert sie sich und die Freier beginnen jetzt auch ihretwegen zu werben. Auch wenn manch ein Freier ihr gefällt und ihre Sehnsucht nach körperlichem Kontakt groß ist, bleibt sie Odysseus treu, sie kann ihn einfach nicht vergessen. Eines Tages kommt Telemach mit einen alten Bettelmann in ein Gespräch. Es ist Odysseus, der nach 20 Jahren nach Hause kommt, verkleidet als Bettler. Er gibt sich Telemach zu erkennen und dieser freut sich, endlich seinen Vater kennen zu lernen. Odysseus erfährt von den Freiern und weiß, würde er sich als Odysseus zu erkennen geben würde ihm entweder keiner glauben, oder sie würden ihn umbringen. Telemach darf Penelope nichts verraten, er berichtet ihr jedoch, daß er weiß, Odysseus geht es gut. Er war 7 Jahre lang auf Ogygia bei einer Nymphe namens Kalypso und ist jetzt auf dem Heimweg. In Penelope steigt ein gemischtes Gefühl aus Haß und Freude auf. 7 Jahre war er also bei einer anderen Frau, anstatt heim zu kommen, zu ihr und Telemach. Aber da sie ihn liebt, freut sie sich trotzdem, ihn nach so langer Zeit wieder zu haben. Sie durchblickt bald, daß der Greis unter den Freiern, Odysseus ist und weiß auch, daß die Freier es nicht einfach so hinnehmen würden und so schmiedet sie einen Plan. Sie holt den Bogen von Odysseus. Denjenigen, der mit diesem Bogen schießen könne, würde sie heiraten. Die Mechanik des Bogens ist nur Odysseus bekannt und so ist er es, als Greis verkleidet, der es als einziger schafft. Er gibt sich zu erkennen und metzelt alle Freier nieder. Endlich haben sie sich wieder, Odys- seus und Penelope.
Doch nach so langer Zeit des Auseinanderseins braucht jeder Mensch Zeit sich wieder aneinander zu gewöhnen und was vor allem für Penelope gilt, zu verstehen, weshalb ihr Mann sich 7 Jahre bei einer anderen Frau, einer Halbgöttin, einer Nymphe, namens Kalypso, herumtrieb, anstatt nach Hause zu kommen.
Er erklärt ihr den Grund für sein Streben. Er erzählt von seinen Heldent aten auf Troja, seiner Irrfahrt, auch über seine Bekanntschaften Fremder Völker, Kulturen und Religionen und über Kalypso. Das versucht Penelope auch zu verstehen. Man versteht vieles, wenn man jemanden liebt, weil man es verstehen will.
Odysseus ist nicht mehr der jüngste und in Sachen Liebe sind seine Tage auch schon gezählt. Penelope, die sich so lange Zeit nach körperlicher Nähe sehnte, es jedoch nie übers Herz gebracht hat Odysseus zu betrügen, ist enttäuscht. Die besten Jahre verbrachte er mit einer anderen Frau und für sie bleibt nur ein alter Mann, lustlos und müde. Sie ist eifersüchtig und kann es nicht verstehen, daß er kein bißchen Eifersucht wegen den Freiern zeigt. Es scheint ihm egal zu sein. Sie sucht daher Rat bei Eurykleia. Diese erklärt ihr, daß für einen Mann die richtige Frau zum Ausruhen da ist, ihm ein zu Hause ist, wo er geborgen und sicher ist. Vor der richtigen Frau hat man(n) keine Geheimnisse, jedoch könnten Männer nie Gefühle, wie Eifersucht und Reue, der richtigen Frau gegenüber zugeben. Eurykleia meint, daß das hinrichten der Freier ein klares Zeichen der Eifersucht ist. Penelope versteht es und da sie ein gutmütiger Mensch ist, wird bald nicht mehr von den Erlebnissen mit Kalypso geredet.
Die Jahre vergehen und die Gewohnheit schleicht sich in die Beziehung ein. Odysseus erzählt ihr noch vieles von seinen Heldentaten und Erlebni ssen. Als jedoch Odysseus am Sterbebett liegt, will Penelope noch eine letzte Frage beantwortet bekommen. Ob er sie irgendwann einmal nur ein bißchen geliebt hat. Er erwidert :“Was willst du noch? Bohr nicht!“. Das sind seine letzten Worte. Odysseus ist tot.
Leseprobe S 418/419 S 420
Arbeit zitieren:
Marion Schellander, 2001, Merkl, Inge - Eine ganz gewöhnliche Ehe - Odysseus und Penelope, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Geleitsfall des Johannes Hus
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Figur der Klytaimnestra aus der "Orestie" des Aischylos ...
Seminararbeit, 25 Seiten
Über Hartmann von Aues: "Iwein"
Die Bedeutung des Löwen und di...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 11 Seiten
Enites Schönheit und ihre Wirkung im Erec Hartmanns von Aue
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Rolle der sinnlichen Wahrnehmung von Enite in Hartmanns "Erec...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 18 Seiten
Verbesserung der Lage der Frauen in der Aufklärung?
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Marion Schellander hat den Text Merkl, Inge - Eine ganz gewöhnliche Ehe - Odysseus und Penelope veröffentlicht
Marion Schellander hat einen neuen Text hochgeladen
Memories of Odysseus: Frontier Tales from Ancient Greece
Francois Hartog, Paul Cartledge, Janet Lloyd
Memories of Odysseus: Frontier Tales from Ancient Greece
Francois Hartog, Paul Cartledge, Janet Lloyd
Odysseus in America: Combat Trauma and the Trials of Homecoming
Jonathan Shay, Max Cleland, John Mccain
Odysseus Unbound: The Search for Homer's Ithaca
Robert Bittlestone, James Diggle, John Underhill
0 Kommentare