aus „Das Blut - Fakten und Versuche“ von R. Schimke
Die geformten Bestandteile des Blutes bestehen aus drei Gruppen von Zellen: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen). Zu den Leukozyten gehören Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Bei den Granulozyten unterscheidet man neutrophile, eosinophile und basophile.
Das Volumenverhältnis von Plasma zu Blutzellen beträgt etwa 56% zu 44%. Der Anteil der Blutzellen am Blutvolumen wird Hämatokrit genannt. Da die Erythrozyten die Hauptmasse der Blutzellen ausmachen , wird der Hämatokritwert durch sie bestimmt. Beim erwachsenen Mann beträgt er 44 bis 46%, bei der Frau 41 bis 43%. Bei Kleinkindern liegt er etwa 10% niedriger. Der Hämatokritwert ist beim Gesunden ziemlich konstant.
Blut
Wasser
90%
Die Blutflüssigkeit wird als Blutplasma bezeichnet. Es besteht zu 93% aus Wasser, in dem viele Substanzen gelöst sind. Die häufigsten Ionen sind Natrium-, mit ca. 333mg pro 100ml Blut, und Chloridionen, mit ca. 360mg pro 100ml Blut. Auch Magnesium-, Kalium-, Calcium-, Phosphat-, Sulfat- und Biokarbonationen liegen in hydratisierter Form vor. Andere Bestandteile des Blutplasmas sind Albumin, verschiedene Globuline, Lipide, Glukose, Aminosäuren und der für die Blutgerinnung wichtige Eiweißbestandteil Fibrinogen. Blutplasma, das kein Fibrinogen mehr enthält, wird als Serum bezeichnet. Für das Zustandekommen des osmotischen Druckes im Plasma sind hauptsächlich Salze verantwortlich. Lösungen, die den gleichen osmotischen Druck wie das Blutplasma haben, werden als isotonisch bezeichnet. Eine 0,9%ige Kochsalzlösung ist der Blutflüssigkeit isotonisch. Sie wird als physiologische Kochsalzlösung bezeichnet. In ihr können Blut- und andere Zellen eine gewisse Zeit aufbewahrt werden. Physiologische Kochsalzlösungen können verbessert werden, wenn man einen Teil des Natriumchlorides durch andere Salze ersetzt und dadurch eine Ionenzusammensetzung erreicht, die der des Blutplasmas annähernd entspricht. Zwei solcher Suspensionsmedien für Zellen sind die Ringer- und die Tyrode-Lösung.
Die Erythrozyten (= rote Blutkörperchen)
Die Hauptaufgabe der Erythrozyten ist der Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid. Das Hämoglobin, der Hauptinhaltsstoff der Erythrozyten, ist ein großer Eiweißkomplex, der an Eisenatomen vier Sauerstoffmoleküle binden kann.
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Im Ruhezustand ist der Erythrozyt eine scheibenförmige, bikonkave Zelle. Sein Durchmesser beträgt etwa 7,5 m. Die Form der Erythrozyten begünstigt den Sauerstoffaustausch, da eine große Oberfläche vorliegt. Die beschriebene Gestalt und Größe besitzt der Erythrozyt aber nur, wenn er nicht in Bewegung ist. Auf Grund seiner Verformbarkeit kann er ohne Probleme Kapillaren passieren, deren Querschnitt nur etwa halb so groß ist wie sein Durchmesser. Dabei wird ein sehr enger Wand-zu-Wand-Kontakt hergestellt, der den Gasaustausch zusätzlich begünstigt.
Die roten Blutkörperchen werden im roten Knochenmark gebildet. Während der Entwicklung produzieren sie viel Hämoglobin. Vor dem Eintritt in das strömende Blut stoßen die Zellen den Kern aus und erhalten ihre typische Gestalt. Die ausgeschleusten Erythrozyten kreisen 110 bis 120 Tage in der Blutbahn. Danach werden sie in der Milz, in der Leber und im Knochenmark abgebaut.
Funktionsstörungen: Unterfunktion der Erythrozyten äußert sich als Anämie (Blutarmut), die dann auftritt, wenn Hämoglobin und / oder Erythrozytenzahl unterhalb der Norm liegen. Auffällig sind die blasse Farbe der Haut und die erhöhte Herzfrequenz. Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen sind Ausdruck der mangelnden Sauerstoffversorgung des Gehirns. An der Erythrozytenbildung sind die Vitamine B12 und Folsäure beteiligt. Ihr Mangel führt zu einer verzögerten Teilung der Stammzellen. Auch chronische Blutungen des Magen- Darm-Kanals oder Malaria können Anämie auslösen.
Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
Die Leukozyten sind morphologisch und funktionell unterschiedliche Zellen. Im Gegensatz zu den Erythrozyten und den Thrombozyten haben sie einen Zellkern. Die Leukozyten sind die Hauptträger der unspezifischen und spezifischen Abwehr.
Im Blut befinden sich nur 5% aller Leukozyten. Etwa ein Drittel bleibt von vornherein als „Einsatzreserve“ im Knochenmark. Mehr als die Hälfte hält sich außerhalb der Gefäße auf. Je nach Art werden sie im roten Knochenmark oder in den Lymphknoten gebildet. Die Lebensdauer von Leukozyten ist unterschiedlich, beträgt aber im Allgemeinen nur einige Tage.
Alle Leukozyten sind amöboid beweglich und können die Gefäße aktiv verlassen. Das Blut stellt für diese Zellen in erster Linie ein Transportmittel von der Bildungsstätte im Knochenmark zu den Einsatzorten im Körper dar. Dort konzentrieren sie sich in den gefährdeten Gebieten. Sie vernichten fremdes Material hauptsächlich durch Phagozytose und Antikörper bzw. Imunzellen.
Thrombozyten (Blutplättchen)
Die Thrombozyten haben wichtige Funktionen bei der Blutstillung zu erfüllen. Sie können an Oberflächen haften, sich zusammenballen und Substanzen freisetzten, die in verschiedene Phasen der Blutgerinnung eingreifen.
Thrombozyten werden im roten Knochenmark oder in der Milz gebildet Die Lebensdauer im Blut beträgt sieben bis zehn Tage. Ein Drittel der Thrombozyten wird auch in der Milz gespeichert. Blutplättchen sind 2 bis 5 m große scheibenförmige Zellen, die keinen Kern mehr besitzen. Die Zellform ist durch Bildung von Scheinfüßchen (Pseudopodien) sehr variabel. Diese erleichtern das Anheften der Thrombozyten - die Voraussetzung für ihre Wirkung bei der Blutstillung. Die Adhäsion erfolgt an den rauhen Oberflächen der verletzten Gefäße. An intakten Blutgefäßwänden kommt es unter Normalbedingungen nicht zur Haftung.
DIE BLUTGERINNUNG
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Vorläufige Blutstillung
Nach einer Verletzung kontrahieren sich die Gefäße. An den Wundrändern bleiben Thrombozyten hängen und bilden einen Pfropf. Sie geben gefäßverengende Substanzen ab, die zu einer zusätzlichen Kontraktion führen. Kontraktion und Thrombozytenpropf führen zur vorläufigen Abdichtung. Parallel beginnen die Mechanismen der endgültigen Blutstillung anzulaufen.
Endgültige Blutstillung (Gerinnung)
Der wichtigste Vorgang bei der endgültigen Blutstillung ist die Umwandlung des löslichen, im Blut befindlichen Proteins Fibrinogen in unlösliches, faserförmiges Fibrin. Dieses bildet ein Maschenwerk aus Fäden, in dessen Zwischenräume sich Blutzellen lagern. Die endgültige Blutstillung ist ein sehr komplexer, in mehreren Schritten ablaufender Vorgang. Dabei löst jeder Schritt den jeweils folgenden aus. Das hat den Vorteil, dass am Ort des Geschehens schnell große Wirksamkeit erzielt werden kan. An der Blutgerinnung sind mehrere Faktoren beteiligt, unter anderem Prothrombin, der Prothrombin Aktivator, Calciumionen, Proccelerin usw. Der wichtigste.
Gerinnungsstörungen: Zu den angeboren Gerinnungsstörungen gehören die Bluterkrankheiten. Die häufigste und wichtigste ist die Hämophilie A. Sie tritt in einer Frequenz von etwa 1:10000 auf und gehört somit zu den häufigsten Erbkrankheiten. Ein fibrinhaltiges Gerinnsel mit Thrombozyten ist ein Thrombus. Die Bildung des Thrombus heißt Thrombose. Sie ist eine gefährliche Störung der Blutstillung. Thrombosen sind viel häufiger als Blutungsneigungen. Werden die Thromben mit dem Blutstrom verschleppt und bleiben an anderer Stelle stecken spricht man von einer Embolie.
DER BLUTKREISLAUF
Der Mensch besitzt einen doppelten, geschlossenen Blutkreislauf.
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Der Begriff geht auf den Wiener Arzt Landsteiner zurück, der 1901 die AB0-Blutgruppen entdeckte. In den folgenden Jahren fanden er und seine Mitarbeiter mit dem MN-System und dem Rhesusfaktor weitere Eigenschaften der roten Blutkörperchen. Gegenwärtig sind etwa
20 Erythrozytensysteme bekannt. Blutgruppen sind von Bedeutung bei der Transfusion und der
Transplantation. Für Blutübertragungen ist eine Übereinstimmungen im AB0-System und im Rhesusfaktor nötig, da es sonst zu Verklumpungen des Blutes und somit zur Verstopfung der Blutgefäße, insbesondere der Kapillaren kommt. Innerhalb des AB0-Systems lassen sich die Menschen in vier Gruppen einteilen. Diese Einteilung erfolgt nach den Antigenen (Eiweißstoffen), die sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden.
Die Verteilung der einzelnen Blutgruppen:
A - ca. 43%
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Arbeit zitieren:
Sheileena Adams, 2000, Das Blut, München, GRIN Verlag GmbH
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47 Geheimnisse über das Blut der Sieger
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Michael Spitzbart, Martina Hahn-Hübner
L. T
=).
supi , aber wir brauchen mehr .
für Sport/Bio-LK reicht dies leider nicht aus !!
ausreichend
am Monday, October 20, 2008-