Inhalt:
1. Die Theorie der Metakommunikation
1.1 Definition
1.2 Die Grundlagen zur Metakommunikationsfähigkeit
1.3 Anwendungsgebiete
1.4 Aussagen der Metakommunikation
1.5 Schwierigkeiten bei der Metakommunikation
2. Durchführung des Referates
2.1 Vortrag
2.2 Struktur-Lege-Technik
2.3 Metakommunikation über das Struktur-Legen
3. Anhang
3.1 Horst Avenarius: Was ist Metakommunikation?
Aus : http://www.gpra.com/prfor/arch/ar2-00 3.htm
3.2 Zum Asperger Syndrom
3.3 Beispiel einer Metakommunikation
Aus : http://www niehenke de/einblick/messages/
1. Die Theorie der Metakommunikation
Kommunikation läuft zwangsläufig immer auf zwei Ebenen ab: auf der Ebene der eigentlichen Mitteilung und der Ebene der Metakommunikation. Das Phänomen der Metakommunikation bedeutet Kommunikation über Kommunikation, also eine "Auseinandersetzung über die Art, wie wir miteinander umgehen, und über die Art, wie wir die gesendeten Nachrichten gemeint und die empfangenen Nachrichten entschlüsselt und darauf reagiert haben". (F.SCHULZ VON THUN).
Metakommunikation kann explizit oder implizit ablaufen. Metakommunikation im eigentlichen Sinne ist explizite Metakommunikation. I. LANGER versucht, den Begriff der Metakommunikation durch ein Bild besser verständlich zu machen. Die Gesprächspartner begeben sich gleichsam auf einen "Feldherrnhügel", um Abstand von dem "Getümmel" zu nehmen, in das sie sich verstrickt haben. Auf diesem Feldherrnhügel der Metakommunikation machen Sender und Empfänger die Art, wie sie miteinander umgehen, zum Gesprächsgegenstand. Explizite Metakommunikation kann - sparsam eingesetzt - eine ausgezeichnete Methode sein, durch das bewusste Analysieren und Ansprechen von Störfaktoren in einem Gespräch das gegenseitige Verstehen der Gesprächspartner wieder zu ermöglichen.
Parallel zur Kommunikation auf der Mitteilungsebene läuft immer auch Kommunikation auf der Metaebene im Sinne einer impliziten Metakommunikation ab. Es ist der "So-ist-das-gemeint-Anteil" jeder Nachricht. Dadurch qualifizieren sich die Botschaften beider Ebenen gleichzeitig. J. HALEY (1978) unterscheidet dabei 4 Möglichkeiten, durch die Botschaften einander in kongruenter oder inkongruenter Weise qualifizieren können: Die Qualifikation durch den Kontext, die Art der Formulierung, durch Mimik und Gestik sowie den Tonfall.
Wenn die Fürstin in TOLSTOIS "Anna Karenina" in kühlem und trockenem Ton den jungen Ljewin mit den Worten verabschiedet "Wir werden uns freuen, Sie zu sehen", dann erlebt der so Verabschiedete ein klassisches Beispiel für implizite Metakommunikation. Er merkt, dass der Sachinhalt der Nachricht ("Wir werden uns freuen...") eine leere Höflichkeitsfloskel ist, weil die eigentliche Botschaft durch den Tonfall der Verabschiedungsworte zum Ausdruck kommt.
Die richtige Entschlüsselung einer Nachricht ist daher auch wesentlich an die Fähigkeit gebunden, metakommunikative Inhalte zu erkennen. Das Wesen impliziter Metakommunikation lässt sich daher auf die kurze Formel bringen: "Wenn ich eine Nachricht sende, sende ich - ob ich will oder nicht - auch eine Botschaft, wie diese Nachricht gemeint ist" (F. SCHULZ VON THUN).
Metakommunikation macht zusätzlich deutlich, wie komplex der Vorgang der Nachrichtenübermittlung in der zwischenmenschlichen Kommunikation ist.
1.1 Definition
Man unterscheidet zwischen impliziter und expliziter Metakommunikation. Die implizite Metakommunikation ist in der normalen Kommunikation schon mit dem „So-ist-das-gemeint-Anteil“ enthalten.
Die explizite Metakommunikation ist die Kommunikation über die Kommunikation. Es geht dabei um die Art, wie wir miteinander umgehen; es geht darum, wie die gesendeten Nachrichten vom Sender gemeint sind, wie sie beim Empfänger ankommen und wie darauf reagiert wird.
Die Kommunikation wird mit Abstand, bzw. aus einer anderen Perspektive heraus analysiert. ( „Feldherrenhügel“ nach LANGER oder, wie in der folgenden Skizze wird die Spirale der missverständlichen Kommunikation von oben betrachtet)
1.2 Grundlagen zur Metakommunikationsfähigkeit
Man benötigt zum Metakommunizieren einige Voraussetzungen. Zum einen braucht man Mut zur Selbsterfahrung. Sträubt man sich bei der Metakommunikation gegen die Selbsterfahrung, die immer stark mit dieser verbunden ist, ist eine echte Metakommunikation nicht möglich. Zum anderen verlangt die Metakommunikation einen vertieften Einblick in die eigene Welt, die man wiederum nur über die Selbsterfahrung gewinnen kann. Mit dem Wissen um die vier Seiten einer Nachricht und der systemorientierten Betrachtungsweise hat man eine gute Wahrnehmungshilfe zur Bewusstmachung, was sich bei der Kommunikation in einem Selbst und zwischen den Kommunikationspartnern abspielt.
1.3 Anwendungsgebiete
Die Metakommunikation kann ein Heilmittel für „kranke“ oder gestörte Kommunikation sein. „Kranke“ Kommunikation meint hier, wenn ein oder sogar beide Gesprächspartner eine oder mehrere Botschaft/en auf den vier Seiten einer Nachricht, auf die es in dem Gespräch ankommt, überhaupt nicht wahrnimmt oder eine der vier Seiten nicht kennen gelernt hat. (Einer nicht weiß, dass es z.b. auch eine Selbstoffenbarungsseite oder eine Beziehungsseite einer Nachricht gibt und nimmt diese deshalb überhaupt nicht wahr. Z.B: Menschen mit dem Asperger Syndrom -> s. Anhang)
In der gestörten Kommunikation liegt das Problem eher darin, dass der Sender einen anderen Schwerpunkt in seiner Nachricht senden wollte, als den, den der Empfänger setzt. Wenn der Sender z.b. eine Nachricht mit Schwerpunkt auf der Sachebene schickt und der Empfänger nur mit dem Appellohr hört. („Die Umweltverschmutzung ist heutzutage ein großes Problem.“ - „Ich trenne meinen Müll aber schon seit langem und die Regenwasserklospülung ist bei mir auch schon in Planung, es fehlt nur noch an dem Geld, diese in die Realität umzusetzen.“)
Die Metakommunikation kann auch eine Befreiung unausgedrückter Spannung sein. („Das Thema der Umweltverschmutzung war nur als Information gedacht.“„Ach so, ich dachte du wolltest mich dazu anregen, mehr für den Umweltschutz zu tun.“)
Außerdem beinhaltet sie die Chance, aus der Störung, bzw. aus der Verkettung von Missverständnissen durch das Einnehmen einer anderen Perspektive, herauszukommen.
1.4 Aussagen der Metakommunikation
Sinn der Metakommunikation ist es, die Wahrheit der Situation zu fördern, indem man mit gezielten Fragen Aussagen zur Situation bekommt. Allgemein dreht sich die Metakommunikation hauptsächlich um die Fragen: „Was geht jetzt in mir vor? Wie erlebe ich dich? Was spielt sich zwischen uns ab?“ Man erhält in der Metakommunikation Aussagen über:
- Den Zustand und die Absichten des Senders („Ich bin unsicher, ob das stimmt.“)
- Den Zustand und das Verständnis des Empfängers („Verstehst du, was ich meine?“)
- Die Beziehungen zwischen en Kommunikationspartnern („Als Freunde können wir offen miteinander reden.“)
- Den Inhalt der auszutauschenden Mitteilungen („Verträgst du die volle Wahrheit?“)
- Die Form der auszutauschenden Mitteilungen („Das sollten wir schriftlich fixieren.“)
1.5 Schwierigkeiten bei der Metakommunikation
In der Metakommunikation kann es zu den gleichen Störungen kommen, wie in der Kommunikation auf „normaler“ Ebene, wenn die Offenheit und die Bereitschaft zur Selbsterfahrung fehlt.
Hilfe zur Metakommunikation kann man von außenstehenden Kommunikationshelfern bekommen, die sich betätigen als „Hebamme“ klarer, quadratischer Nachrichten oder als (einfühlsamer) Anwalt förderlicher Interaktionsregeln. Die Kommunikationshelfer sind also in der Funktion von Schiedsrichtern, die sehr gerecht und einfühlsam agieren müssen, um den Prozess der Metakommunikation zu fördern.
2. Die Durchführung des Referates
2.1 Vortrag
Zur Informationsvermittlung werde ich über die oben genannten Inhalte referieren. Zu den einzelnen Abschnitten werde ich nachfragen, ob ich noch einzelne Sachverhalte näher erläutern soll, oder ob noch jemand etwas zur Ergänzung weiß.
2.2 Struktur-Lege-Technik
Als Einleitung in die Übungsphase und zur Festigung der vermittelten Inhalte bekommen die Studenten in 3-er oder 4-er Gruppen die wichtigsten Inhalte des Themas in Stichwörtern auf Kärtchen und sollen diese in eine beliebige Ordnung bringen. So werden die inhaltlichen Zusammenhänge des Themas bei jedem Einzelnen nochmals nachvollzogen, überdacht und verinnerlicht. Nach einer Struktur-Lege-Phase von ca. fünf Minuten werden die verschiedenen Strukturen inhaltlich kurz besprochen (mit Hilfe des Overheadprojektors) und evtl. aufgekommene Fragen geklärt.
2.3 Metakommunikation über das Struktur-Legen
Danach werde ich Fragen in der Metaebene an die Gruppenmitglieder stellen, die sie entweder öffentlich beantworten können oder in ihrer Gruppe. Nach dieser Gesprächsrunde wird klargestellt, dass sie soeben eine explizite Metakommunikation geführt haben, also Kommunikation über Kommunikation.
Die Fragen werden folgende sein:
- „Habt ihr euch gleich geeinigt?“
- „Hatte einer von euch das Gefühl, alles allein gemacht zu haben? / -, alles allein machen zu müssen?“
- „Fühlte sich jemand übergangen? Hätte sich jemand gerne mehr eingebracht?“
Was kann, was sollte mit Metakommunikation gemeint sein? Fragen wir uns zunächst generell: Was bedeutet das griechische Suffix meta im deutschen Sprachgebrauch?
Im Falle der Metaphysik ist die Sa chlage eindeutig: Es ist die hinter aller Physik liegende Welt des Nicht-
Sie wissen auch, dass visuelle, nonverbale Kommunikation prinzipiell mehrdeutig ist. Das BMW-
Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft ist eine neue Fachgruppe für "Visuelle Kommunikation" geplant (Aviso No 26, Februar 2000). Sie wird darunter doch wohl nicht "Metakommunikation" verstehen?
Sachverhalte? Nach dieser Begriffswahl ist alles kommunikations-wissenschaftliche Reden und Publizieren Meta-und Meta -hoch -x -Kommunikation.
Warum sagen wir nicht einfach, d ass das alles Kommunikation ist? Ein Mensch redet, ein Berufskommunikatorsei er Journalist oder PR-Fachkraft - teilt wort- und bilderreich mit, ein Wissenschaftler erörtert mit Vorder- und
Hintersinn, und alle kommunizieren dabei sowohl Sachverhalte wie Selbstreflektiertes. Wir könnten das alles daher als eine Wortglauberei abtun, verwiese uns nicht Klaus Merten mit seinem meta-Zugriff auf die gesellschaftliche Funktion der PR: Sie ist "eine neue Dienstleistung professioneller Konstrukteure
konstruieren zu können.
Betrachtungsweise scheint neben / hinter / unter der wahrnehmbaren Kommunikation plötzlich ein Beziehungsfeld auf. Dadurch transzendiert Kommunikation und wird zur Beziehung.
Leute jeder aktuellen Kommunikation ein Konstrukt verste tigter Bindungen oder loser Beziehungen mit Teilöffentlichkeiten zugrunde liegt. Aber das hat noch keiner erforscht.
Über den Autor
3.2 Zum Asperger Syndrom
3.2.1 Aus: rainer@autismus-in-berlin.de
Das Asperger-Syndrom
Wer als Laie an Autismus denkt, hat vermutlich das Bild von einem Kind vor Augen, das vollständig in sich gekehrt ist, immer wieder dieselben Bewegungen wiederholt und bei Berührungen zu Panikattacken, Schreien und Selbstverletzungen neigt. Tatsächlich ist das aber nur eine mögliche Form von Autismus, die man auch Kanner-Autismus nennt. Sehr vielen Autisten sieht man dagegen ihre Behinderung auf den ersten Blick kaum an, da sie eine weniger schwerwiegende Form des Autismus haben, das Asperger-Syndrom. Asperger-Betroffene wollen oft von ihrer Umwelt nicht als Behinderte abgestempelt werden und sind darum bemüht, möglichst wenig „anzuecken“, manch einer ist auch berufstätig oder studiert, bei vielen findet sich eine Hochbegabung, aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass hinter dieser sozusagen durch hohe Schauspielkunst aufrechterhaltenen Fassade oft massive Probleme verborgen liegen, die sich besonders im Umgang mit anderen Menschen zeigen. Asperger-Autisten sehen anderen Menschen ungern in die Augen, vermeiden Körperkontakt, wie etwa das Händeschütteln, sind unsicher, wenn es darum geht, Gespräche mit anderen zu führen, besonders, wenn es sich um einen eher belanglosen Smalltalk handelt, denn all die sozialen Regeln, die andere intuitiv beherrschen - und die ja auch nicht immer der Logik folgen - etwa, dass man nur um des freundschaftlichen Kontaktes willen (und nicht aus meteorologischem Interesse) über das Wetter redet oder einfach fragt: „Wie geht’s?“, ohne dass man einen medizinischen Zustandsbericht erwartet, das sind Dinge, die zu begreifen Autisten schwer fallen und die, wenn überhaupt, nur durch einige bewusste Anstrengung des Intellekts von ihnen geleistet werden kann. Daher haben Autisten oft auch keine oder kaum Freunde, jedenfalls was den Kontakt zu Nichtautisten angeht. In der Schule etwa sind sie in den Pausen lieber für sich, weil sie mit dem „ganz normalen“ Umgang anderer Schüler
untereinander, mit ihrem Geplauder und ihren Witzen wenig anfangen können. Im Unterricht haben sie naturgemäß regelmäßig bessere schriftliche als mündliche Noten und etwa vor versammelter Klasse einen Vortrag zu halten ist etwas, das die wenigsten Asperger-Autisten leisten können. Da aber auch in der Ausbildung und im Studium oft derartige Dinge gefordert sind, findet man immer wieder Autisten, die vielleicht einen weit über dem Durchschnitt liegenden IQ haben und dennoch eine Ausbildung nach der anderen abbrechen müssen. Dazu kommt, dass auch die Information über Autismus in der Allgemeinheit immer noch längst nicht so verbreitet ist, wie es nötig wäre, sodass die meisten Autisten auch überhaupt nicht wissen, dass sie zu dieser Gruppe von Menschen gehören und je später eine korrekte Diagnose erfolgt (auch bei vielen Psychologen fehlt hier das Detailwissen, sodass sie bisweilen bei dieser von außen schwer eindeutig erkennbaren auch Fehldiagnosen stellen), desto schwieriger ist die Hilfe. Autismus ist auch im eigentlichen Sinne nicht heilbar; die Wahrnehmung der Welt und die Beziehung zu anderen Menschen bleibt ein Leben lang anders als bei „normalen“ oder wie Autisten gern sagen „neurologisch typischen“ (NT) Menschen; dennoch lässt sich mit kompetenter Hilfe viel erreichen. Autisten verfügen oft über ganz erstaunliche kreative Potentiale - es gibt gute Musiker unter ihnen, auch liegt oft eine Neigung zu Sprach- und Wortspielen vordie oft genug unentdeckt und ungenutzt bleiben, wenn keine Hilfe erfolgt. Auch haben viele Asperger-Autisten umfangreiches Wissen in begrenzten Spezialgebieten - wenn man einen Menschen sieht, der sich stundenlang mit irgendwelchen Statistiken oder Tabellen beschäftigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man einen Autisten vor sich hat. Wichtig ist vor allem, dass der Zugang zu diesen Menschen möglichst indirekt erfolgt. Übliche Methoden mit Lob und Tadel greifen oft nicht und verstärken oft nur selbstbestrafendes Verhalten des Autisten; auch Festhaltetherapien sind in der Regel nur eine Qual für alle Beteiligten, ohne dass der Nutzen dabei allzu groß wäre. Auf jeden Fall ist indirektes schriftliches Vorgehen oft besser als direkte mündliche Ansprache. Am Anfang steht jedenfalls die korrekte Diagnose als Asperger-Autist; hat der Betroffene, egal ob Kind oder Erwachsener, erst einmal einen Begriff für sein Handicap, erlebt er das meist als eine Befreiung. Es lassen sich dann auch leichter Fachleute finden, mit denen man darüber reden kann, die einem auch Therapiemöglichkeiten aufzeigen können und vor allem findet man ja so auch erst den Zugang zu dem ständig wachsenden Angebot an Selbsthilfe. So verständnisvoll und behutsam Eltern und Psychologen auch vorgehen, es ist doch kein Vergleich damit, was betroffene Autisten untereinander auszutauschen in der Lage sind; hier fällt das schwierige Erklären, was denn Autismus ist, weg, damit auch viele psychologische Hemmungen und man erlebt untereinander auch immer wieder den daskenne-ich-bei-mir-auch-Effekt, der oft große Erleichterung bewirkt.
Von Rainer Döhle
Rainer@autismus-in-berlin.de
3.2.1 Aus: http://www.autismus-in-berlin.de
Asperger Diagnosekriterien nach Gillberg & Gillberg (1989)
Arbeit zitieren:
Tanja Uhl, 2001, Metakommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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