1. Einleitung
Bei der teilnehmenden Beobachtung handelt es sich um eine Methode die aus der empirischen Sozialwissenschaft nicht mehr wegzudenken ist. Es handelt sich dabei ganz klar um eine qualitative Methode die oft im Vorfeld zu anderen Methoden, hauptsächlich aber in der Ethnologie und Kulturanthropologie Anwendung findet.
Obgleich sie von Vertretern der quantitativen Sozialforschung oft als unwissenschaftlich abgetan wird, hat die „participant observation“ gerade im Bereich der Erforschung von Subkulturen schon größere Erfolge als andere Methoden zu verbuchen.
Anwendung findet sie also vor allem dort, „wo es unter spezifischen theoretischen Perspektiven um die Erfassung der sozialen Konstituierung von Wirklichkeit und um Prozesse des Aushandelns von Situationsdefinitionen um das Eindringen in ansonsten nur schwer zugängliche Forschungsfelder geht oder wo für die Sozialforschung Neuland betreten wird.“( Lamnek,1995, S.240 ) Schließlich lassen sich die „soziale Wirklichkeit“ und die Beweggründe und Absichten des Handelnden nach Mead nur durch symbolisch vermittelte und kommunikativ bedingte Interaktion rekonstruieren. Neben der Rekonstruktion lautet ein weiteres Ziel der Soziologen bei der Beobachtung eine möglichst umfassende Analyse des Handlungskontextes der Individuen zu erstellen, wobei das soziale Handeln immer im Mittelpunkt steht.
„Beobachtung richtet sich also immer auf ein Verhalten, dem sowohl ein subjektiver Sinn, wie eine objektive soziale Bedeutung zukommt. (Lamnek 1995, S.241) Der Beobachter nimmt dabei direkt am Alltagsleben der zu erforschenden Personen und Gruppen teil, er bewegt sich in deren natürlicher Lebenswelt.
Unterscheiden muss man jedoch die pragmatisch, emotional teilnehmende Beobachtung von der eher kognitiv betrachtenden. Während bei der erstgenannten Form das Verstehen im Mittelpunkt steht ist die letztere eher distanziert und beobachtend im engeren Sinne. Die Aneignung eines spezifischen Sinnverständnisses bezogen
2
auf die zu erforschende Gruppe bildet jeweils die Grundlage für jemanden der die Durchführung einer Beobachtung plant. „Gültigkeit und Zuverlässigkeit der gewonnen Daten [...] können nämlich gefährdet werden, wenn die geltenden Sinn- und Bedeutungszusammenhänge des analysierten soziokulturellen Systems nicht beachtet werden. (Lamnek 1995, S.242)
1.1 Gegenstand und Begrenzungen
Die Beobachtung gehört sicherlich zur Grundlagenforschung in den Sozialwissenschaften. Im Gegensatz zur Befragung, welche sich auf die Ermittlung von Einstellungen, Meinungen und Gefühlen konzentriert, wird die Beobachtung zur Feststellung von Verhaltensweisen herangezogen. Sie erlaubt es, soziales Verhalten festzuhalten wann es geschieht, unabhängig von der Bereitschaft der Probanden. Dennoch unterliegt die Beobachtung einigen, im folgenden erläuterten Begrenzungen:
Ø Lokale Restriktion
Der Beobachtungsgegenstand sollte, um ein valides Ergebnis zu erhalten, sich auf eine überschaubare kleine Gruppe oder auf ein Individuum reduzieren, die auch in ihrem Handlungsfeld bestimmte abgegrenzte Räume nicht verlasen. Schließlich ist der Beobachter auf den Einsatz seiner Sinnesorgane (Ohren, Augen) angewiesen.
Ø Zeitliche Restriktion
Die Beobachtung kann, nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen, immer nur Ausschnitte aus dem sozialen Geschehen erfassen. So muss die Beobachtung einen klar definierten Anfang und ein Ende haben und kann nicht beliebig andauern.
3
Ø Restriktionen durch den Gegenstand
Die Methode der Beobachtung kann sich nur auf Verhaltensweisen konzentrieren während andere interessante Tatbestände außen vor bleiben.
Zusätzlich können nur Verhaltensweisen von Individuen oder Gruppen beobachtet werden zu denen der Forscher auch Zugang findet. Wird er nicht akzeptiert, wird er auch keine validen Ergebnisse erhalten können. Es lassen sich also mit der Beobachtung keine beliebigen sozialen untersuchen, sie ist lediglich eine Methode um „soziales Handeln, methodisch abgesichert in den Griff zu bekommen.“ (Lamnek 1995, S.246) „Ihre Einsatzmöglichkeiten, und damit auch ihre Interpretationsmöglichkeiten der durch sie erhobenen Daten liegen in einem ganz spezifischen Bereich, den wir einerseits durch die theoretischen Abklärungen, andererseits durch die praktische Durchführbarkeit fixiert haben.“ (Atteslander 1971, S.130)
2. Formen der Beobachtung
Zunächst kann man die direkte von der indirekten Beobachtung unterscheiden. Während bei der ersten Form die Verhaltensbeobachtung im Vordergrund steht, bezieht sich die indirekte Beobachtung eher auf die Auswirkungen der jeweiligen Verhaltensweisen (z.B. Inhaltsanalyse, Befragung) Die einzelnen Verfahren direkter Beobachtung können wie folgt klassifiziert werden:
4
Naive Beobachtung
Hypothesenbildung
(theoretischer Bezugsrahmen)
Systematische Beobachtung
Nach: Atteslander 1971, S.131
5
2.1 Naive versus wissenschaftliche Beobachtung
Die systematische, wissenschaftliche Beobachtung unterscheidet sich von der Alltagsbeobachtung durch folgende Kriterien der Wissenschaftlichkeit:
• „wiederholte Prüfungen und Kontrolle hinsichtlich der Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit.“ (Jahoda et al. 1996, S.77 Hervorhebung S.L.)
• systematische Aufzeichnung der beobachteten Ereignisse
• sorgfältige Planung im Vorfeld
• Die Durchführung verfolgt einen bestimmten Forschungszweck
2.2 Strukturierte und unstrukturierte Beobachtung
Die systematische Beobachtung lässt sich wiederum in die Hauptgruppen Strukturiert und Unstrukturiert aufteilen.
Diese Differenzierung bezieht sich auf die Vorgehensweise vor und während der Durchführung. Während bei der strukturierten Variante der Forscher seine Beobachtungen nach, im Vorfeld relativ differenzierten, Kategorien aufzeichnet, gelten für den Forscher bei der unstrukturierten Variante bestenfalls grobe Hauptkategorien. (Mindestmaß an Strukturierung muss vorhanden sein) Dennoch muss die strukturierte Beobachtung nicht immer die bessere sein, da durch sie nicht immer gewährleistet ist, dass das was von Wichtigkeit ist auch tatsächlich Beachtung findet oder erfasst wird.
6
2.3 Offene und verdeckte Beobachtung
Ist dem zu beobachtenden sozialen Feld die Anwesenheit des Forschers bekannt, so spricht man von einer offenen Beobachtung. Dies impliziert jedoch nicht dass die betroffenen Personen über die genauen Ziele der Untersuchung im einzelnen tatsächlich aufgeklärt sind. Das würde sogar mit ziemlicher Gewissheit zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen.
Im Gegensatz dazu wird die verdeckte Beobachtung, bei der der Forscher seine Identität nicht preis gibt in der Sozialforschung eher selten angewendet. Es sollten zwar im Idealfall bei der verdeckten Beobachtung keinerlei Modifikationen im Verhalten des sozialen Feldes stattfinden; de facto wird aber zumindest der strukturiert beobachtende Forscher schon nach kurzer Zeit aufgrund seiner Aufzeichnungen „entlarvt“ sein.
Letztlich wird man also auf der Basis qualitativer Methodologie eher offen als verdeckt beobachten.
2.4 Teilnehmende und nicht-teilnehmende Be-
obachtung
Von einer teilnehmenden Beobachtung spricht man sobald der Beobachter selbst ein Teil des zu beobachtenden Feldes wird. Bei der nicht-teilnehmenden Beobachtung beobachtet der Forscher das Feld lediglich von außen und führt Protokoll über die Handlungen. Die Entscheidung zwischen teilnehmender und nicht-teilnehmender Beobachtung hängt von den praktischen Möglichkeiten des Zugangs zu relevanten Situationen sowie von dem bereits vorhandenen Wissen über das soziale Feld ab.
7
Kritisch anzumerken ist der Methode der teilnehmenden Beobachtung der Aspekt, dass der Feldforscher selbst nicht kontrolliert wird und somit die Objektivität nicht gewährleistet ist.
2.5 Aktiv und passiv teilnehmender Beobachter
Diese beiden Beobachtungstypen stellen weniger ein Gegensatzpaar als vielmehr zwei „extreme“ Ausprägungen dar, zwischen denen eine Vielzahl von Nuancen (Partizipationen) denkbar sind. Alle Formen, von völliger Identifikation des Forschers mit dem sozialen Feld, über eine erkennbare Beobachterrolle bis hin zur „reinen“ Beobachterrolle ohne Interaktion können vertreten sein.
2.6 Feld- und Laborbeobachtung
Bei diesen zwei Kriterien steht der Gegenstand der Beobachtung zur Diskussion. Die Fragestellung lautet: Handelt es sich bei den beobachteten Verhaltensweisen um Alltagssituationen aus der Realität (Feldbeobachtung) oder um standardisierte Interaktionen innerhalb einer künstlichen Beobachtungssituation (Laborbeobachtung)?
2.7 Zusammenfassung der Beobachtungsformen
Obgleich sich einige Unterscheidungsmerkmale logisch ausschließen, treten in der Realität dennoch vornehmlich Mischformen auf. Aufgrund der Vielfalt ist eine geschlossene Theorie nur schwer zu erstellen. Es kann aber festgestellt werden: „Die prototypische qualitative Form der Beobachtung ist unstrukturiert (nicht standardisiert), offen, teilnehmend, tendenziell aktiv teilnehmend, direkt und im Feld.“ (Lamnek 1995, S.255)
8
3. Die teilnehmende Beobachtung aus
qualitativer Sicht
Die teilnehmende Beobachtung aus qualitativer Sicht ist weniger eine Methode der Sozialforschung, als vielmehr eine Fertigkeit die sehr nahe an die „normale“ Alltagsbeobachtung angeknüpft ist. Es entsteht immer ein interaktiver Prozess zwischen dem Beobachter und dem sozialen Feld. Meist identifiziert sich der Beobachter sogar selbst mit dem zu beobachtenden Feld, obwohl eine gewisse Distanz aus empirisch-analytischer Sicht notwendig wäre. Daraus folgt, dass auch die Niederschrift des Forschers die später zur Auswertung dient, meist nur eine subjektive Niederschrift dessen ist, was der Beobachter glaubt festgestellt zu haben. Qualitatives Forschen ist aber nicht gleichzusetzen mit unsystematischen und konzeptionslosen Vorgehen , sondern bedeutet, dass „ trotz dieser gedanklichen Vorstrukturierung variabel, flexibel und offen gearbeitet wird.“ (Lamnek 1995 S.260) Diese Offenheit hat zur Bedingung, dass die explorative Funktion des Forschers im Vordergrund steht und nicht die in der quantitativen Sozialforschung konzipierte „Hypothesenbildung ex ante“ (Hoffmann- Riem 1980, S. 343ff.) Die reale Situation darf dabei durch den Forscher aber nicht gefährdet werden damit Naturalistizität und Authentizität nicht gefährdet werden. Eine sehr große Rolle spielt verständlicherweise die Kommunikation bei der qualitativ-teilnehmenden Beobachtung. Nur mittels Kommunikation kann zu dem Feld Kontakt aufgenommen werden und intime Kenntnisse seines inneren Aufbaus der Verhaltensabläufe erangt werden.
9
3.1 Die Rolle des Beobachters
Zunächst muss der Forscher aufgeschlossen, flexibel, tolerant und anpassungsfähig sein um die Beobachtung nicht schon von vornherein zum Scheitern zu verurteilen.
Schwartz/Schwartz (1995) und Gold (1985) unterteilten die teilnehmende Beobachtung in vier Typen, gestaffelt nach dem Partizipationsgrad des Beobachters mit dem zu untersuchenden Feld:
• Vollständige Teilnahme Der Forscher identifiziert sich vollständig mit dem Feld und wird u.U. selbst zum Mitglied. Oft wird hierbei die verdeckte Beobachtung gewählt um Gruppenstrukturen besser aufdecken zu können.
Going native: weittestgehende Sozialisation in dem zu untersuchenden Feld
• Teilnehmer als Beobachter Diese Form der Pseudoteilnahme unterscheidet sich von der vollständigen Teilnahme dadurch, dass sowohl Beobachter als auch die Probanden sich der Feldbeziehung bewusst sind. Der Beobachter ist hier primär Teilnehmer und sekundär Beobachter.
• Der Beobachter als Teilnehmer Diese unvollständige Beobachtung fordert mehr formale als informale Aspekte durch die Teilnahme am zu beobachtenden Geschehen. Der Beobachter wird von der Gruppe nicht richtig angenommen; es besteht die Gefahr dass die Gruppe ihn bzw. er die Gruppe missversteht.
10
• Vollständige Beobachtung Bei der reinen Beobachtung ohne Interaktion wird die Rolle als Teilnehmer aufgegeben was die Gefahr von Missverständnissen erhöht. Die Chance des „going native“ ist fast nicht mehr vorhanden.
Auch hier gibt es in der Realität weit mehr Zwischenformen zwischen den beiden Extremformen der Vollständigen Teilnahme und der Vollständigen Beobachtung die der Beobachter einnehmen kann. Die quantitative Forschung würde nur die vollständige Beobachtung als einzig überprüfbare Methode gelten lassen.
Durch das ‚going native’ kann es zu Rollenkonflikten seitens des Beobachters kommen die zu Beobachtungsfehlern im Sinne des quantitativen Paradigmas führen können. Der Forscher befindet sich stets in einer Art ‚Grunddilemma’ zwischen Nähe und Distanz zum sozialen Feld.
Wenn er innerhalb seiner Beobachtung eine Rolle bei der Gruppe übernimmt, so ist darauf zu achten dass diese sowohl einfach zu erledigen als auch mit häufig wechselnden Inhabern besetzt ist um die Erwartungen an ihn relativ gering und unspezifisch zu halten.
3.2 Das Beobachtungsfeld
Gemäß der qualitativen Methodologie innerhalb der Sozialforschung kann das Beobachtungsfeld als „der räumliche und/oder soziale Bereich, in dem beobachtet werden soll“ (Friedrichs/Lüdtke 1973, S. 42) definiert werden. Die Beobachtungsfelder lassen sich nach Offenheit und Komplexität differenzieren.
In offenen Feldern besteht eine große Zahl an interpersonellen Kontakten zu anderen Feldern. Das kann zwar u.U. den Zugang zu
11
einem Feld erleichtern, die Beobachtung wird dadurch aber erheblich erschwert.
Unter Komplexität wird die Möglichkeit verschiedenartiger Situationen und die Anzahl der agierenden Personen verstanden. (z.B. Gemeinde, Krankenhaus, Arbeitsplatz) Je komplexer das Feld, desto schwieriger die Beobachtung.
3.3 Beobachtungsphasen und deren Bewältigung
Die oberste Handlungsmaxime für den Forscher lautet, das beobachtete Feld durch die eigene Anwesenheit und das eigene Verhalten so wenig wie möglich zu verändern. Weinberg und Williams (1973, S.103ff.) haben hierfür fünf Verhaltensregeln für die einzelnen Phasen innerhalb der Feldforschung aufgestellt:
• Annäherung Beziehung zu den beobachteten Personen:
Nichts versprechen was nicht gehalten werden kann. Beziehung zu Außenstehenden:
Keine „Scham“ vor heiklen Themenbereichen zeigen und Mut haben konventionelle Ansichten über empfindliche Themen zu ignorieren.
• Orientierung:
Beziehung zu den beobachteten Personen:
In der Anfangsphase nicht entmutigen lassen und skeptisch bleiben. Beziehung zu Außenstehenden:
Imponiergehabe ist zu unterlassen!
• Imitation:
Beziehung zu den beobachteten Personen:
Durch etwaige Prüfungen nicht verunsichern lassen.
12
Beziehung zu Außenstehenden: „Stehen Sie zu Ihren Überzeugungen.“ (Weinberg/Williams 1973 S.103ff.)
• Assimilation Beziehung zu den beobachteten Personen: Sich bewusst darüber bleiben dass man wahrscheinlich nie vollständig akzeptiert wird.
Beziehung zu Außenstehenden:
Nicht aufhören über das Projekt zu sprechen. Fragen und Anmerkungen können anregend sein.
• Abschluss:
Beziehung zu den beobachteten Personen: Einen glatten Abgang vorbereiten mit der Absicht weiterhin in Kontakt mit dem Feld zu bleiben.
Beziehung zu Außenstehenden:
Die Ergebnisse ehrlich sich selbst gegenüber reflektieren und in Kontakt mit dem Feld bleiben.
Zusammenfassend kann man sagen dass das ganze Verhalten des Forschers zum Ziel hat, seine Akzeptanz im Feld zu erhalten oder gar zu erhöhen.
Dabei muss er neben den Verhaltensregeln auch noch flexibel und variabel sein um niemanden zu beleidigen.
13
4. Die Aufzeichnung der Beobachtungsdaten
Die Verlässlichkeit der Methode hängt entscheidend von der Aufzeichnung der Beobachtungsdaten ab. Im Vorfeld stellen sich daher grundsätzlich folgende Fragen:
o Wann protokollieren?
o Wie protokollieren?
o Was protokollieren?
Zu 1) Die unmittelbare Beobachtung im sozialen Feld ist zu vermeiden, da diese meist als störend empfunden wird. Da der Beobachter aber selektiv wahrnimmt und die beobachteten Inhalte mit zunehmender Zeit weniger werden (aufgrund des begrenzten Erinnerungsvermögens) sollte bestenfalls „direkt nach der Beobachtung protokolliert werden.“ (Friedrichs/Lüdtke 1971, S.58)
Zu 2) Das Protokollieren ist ein sehr arbeitsintensiver Vorgang und kann, durch ungenaues Vorgehen, eine ganze Studie zunichte machen. Ideal wäre die Nutzung von Aufnahmegeräten, ad durch sie die Beobachtungssituation beliebig oft reproduziert und analysiert werden könnte.
Video- oder Tonbandaufnahmen werden aber vom Feld oft als Misstrauensbekundung oder einfach als störend empfunden. Als Alternative bietet sich ein Tonbanddiktat direkt nach der Beobachtung an.
Maschinenschriftliche Protokolle sind handschriftlichen vorzuziehen um einen Datenverlust aufgrund unleserlicher Handschrift zu vermeiden.
Zu 3) „Qualitativer Forschung geht es um die im Feld ablaufenden Interaktionen“ (Lamnek 1995 S.299 ) Jahoda et al. entwickelten folgende allgemeinen Kriterien für die zu beobachtenden Elemente:
14
o Die Teilnehmer o Interaktionen der Teilnehmer o Die soziale Situation o Die Regelmäßigkeit des Beobachteten o Die Reaktionen der Teilnehmer ( auf außergewöhnliche/ab- weichende Verhaltensweisen) o Differenzen und Diskrepanzen zwischen Meinungen und Gesagtem
4. Die Auswertung
„Vorrangige Aufgabe des forschenden Soziologen oder Ethnologen ist,... die sozialen Regeln [...] zu erfassen.“ (Girtler 1984 S.147) Bei der Auswertungsarbeit steht sich der Forscher dann aber einer relativen Regellosigkeit gegenüber. Ein erster Schritt könnte sein Regeln und Regelmäßigkeiten zu entdecken und zu beschreiben. Schließlich muss überprüft werden ob diese für das soziale Feld typisch oder außergewöhnlich sind.
Am Schluss steht meist die Hypothesen- oder Theoriebildung zu einem Objektbereich.
15
6. Quellenangabe
Ø S. Lamnek: Qualitative Sozialforschung. Bd.2, Beltz
1995 (3.Auflage) S.239-317
Ø R. Schnell/ P. Hill/ E. Esser: Methoden der
empirischen Sozialforschung. Oldenbourg 1999 (6.
Auflage) S. 358-374
Ø www.wissen.de
16
Arbeit zitieren:
Christian Gauch, 2001, Die Beobachtung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Quantitative und qualitative Beobachtung
Soziologie - Methodologie und Methoden
Studienarbeit, 11 Seiten
Die Rolle von Kommunikation im Führungsprozess unter Berücksichtigung ...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 59 Seiten
Das Körpererfahrungskonzept - Eine didaktische Analyse
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit, 15 Seiten
Die Probabilistische Testtheorie und das Raschmodell
Referat (Ausarbeitung), 27 Seiten
Erfolgreiches Altern - Die Anwendung der SOK- Strategie im Altenheim
Psychologie - Sozialpsychologie
Seminararbeit, 12 Seiten
Anfangsunterricht - Voraussetzungen, Ziele und Konsequenzen
Referat (Ausarbeitung), 26 Seiten
Beobachtungsmethoden in der qualitativen Forschung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 22 Seiten
Subjektwissenschaftliche Lerntheorie. Eine Einführung
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hauptseminararbeit, 29 Seiten
Das Menschenbild Gehlens und die pädagogischen Konsequenzen
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Seminararbeit, 32 Seiten
Aspekte der Theorie moralischer Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
Vordiplomarbeit, 38 Seiten
Erziehungsbedürftigkeit des Menschen
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Seminararbeit, 35 Seiten
E-CRM: Eine empirische Studie der Einsatzpotentiale im Mittelstand
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 60 Seiten
Kooperation im sonderpädagogischen Handlungsfeld
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Seminararbeit, 24 Seiten
Christian Gauch hat den Text Die Beobachtung veröffentlicht
Christian Gauch hat einen neuen Text hochgeladen
Schritt für Schritt zur eigenen Beobachtung und Dokumentation
Praxisbeispiele, Entscheidungs...
Thomas Dennig
Beobachten und Dokumentieren in Tageseinrichtungen für Kinder
Rainer Strätz, Helga Demandewitz, Anja Renz, Katja Wehner
0 Kommentare