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Inhaltsverzeichnis
-Einleitung
-Hauptteil
1. Der Begriff der Reproduktion
2. Das Kunstwerk und seine Aura
3. Kulturwert/ Ausstellungswert
Am Beispiel Photographie und Film
4. Schluss
Einleitung
Walter Benjamin wurde 1892 in Berlin geboren, musste während des Naziregimes nach
Frankreich flüchten und lebt dort in ständiger finanzieller Notlage. 1940 begeht er auf der
Flucht vor der Gestapo an der spanischen Grenze Selbstmord.
Benjamins literarisches Schaffen war stets von Unvollständigkeit geprägt. Oft handelt es sich
nur um Stoffsammlungen oder Ansätze. Sein Essay „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner
technischen Reproduzierbarkeit“ beleuchtet die Auswirkungen von Reproduktion auf die
Kunst , sowie auf die Intension unter der Kunst entsteht.
1. Der Begriff der Reproduktion
Zun ächst gilt es den Begriff der technischen Reproduktion zu definieren. Walter Benjamin
definiert Reproduktion als etwas, was es schon immer gab.
“ Das Kunstwerk ist grundsätzlich immer reproduzierbar gewesen. Was Menschen
gemacht hatten, das konnte immer von Menschen nachgemacht werden.“ 1
1 Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit Suhrkamp Ffm 1966
S 10
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Eine neue Qualität erreichte die Reproduktion jedoch durch die technischen Errungenschaften zur Vervielfältigung, wie z.b. den Buchdruck oder die Lithographie. Nun ist es möglich Kunst massenweise herzustellen. Die technische Reproduktion stellt die Einzigartigkeit eines Kunstwerks in Frage, sie erreicht selbst den Status einer künstlerischen Verfahrensweise.
„Um neunzehnhundert hatte die technische Reproduktion einen Standard erreicht, auf dem sie nicht nur die Gesamtheit der überkommenen Kunstwerke zu ihrem Objekt zu machen und deren Wirkung den tiefen Veränderung zu unterwerfen begann, sondern sich einen eigenen Platz unter den künstlerischen Verfahrensweisen eroberte“ 2 Somit wird Reproduktion zu Kunstform, als Beispiel lassen sich der Film oder die Photographie nennen. Doch was macht das Kunstwerk im Auge des Betrachters zu etwas einmaligem?
Walter Benjamin verwendet den Begriff der „Aura“ um zu dokumentieren, wie ein Kunstwerk auf den Betrachter als einmalig wirkt.
2. Das Kunstwerk und seine Aura
Die „Aura“ ist ein ständig wiederkehrender Begriff, wenn es Walter Benjamin um die Einzigartigkeit eines Kunstwerkes geht. Er vergleicht die Aura eines Kunstwerkes mit der Ganzheitlichkeit eines Naturerlebnisses, etwas das immer in der Ferne liegt, z.b. einem Sonnenuntergang.
„ An einem Sommernachmittag ruhend einem Gebirgszug am Horizont oder einem Zweig folgen, der seinen Schatten auf den Ruhenden wirft - das heißt die Aura dieser Berge, dieses Zweiges atmen.“ 3
Diese Aura eines Kunstwerkes rührt von seinem Ursprung, seiner Tradition her. Diese Tradition ist eng verknüpft mit der Ritualfunktion, die, die Kunst von den ersten Höhlenmalereien an trägt. Kunst kann man laut Benjamin nicht entkoppelt von ihrer Ritual- oder Kultfunktion betrachten.
„ Der einzige Wert des
2 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 11
3 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 15
4 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 16
4
Daraus wird deutlich, dass Kunst, vor dem Zeitalter der technischen Reproduktion, aus einem Gebrauchswert heraus entstand um eine bestimmte Ritualfunktion zu übernehmen. Durch die Reproduzierbarkeit wird diese Funktion aufgehoben und das Kunstwerk emanzipiert sich gegenüber dem Ritual.
„ Die Reproduktionstechnik[...] löst das Reproduzierte aus dem Bereich der Tradition ab. Indem sie die Reproduktion vervielfältig, setzt sie an die Stelle des einmaligen Vorkommens ein Massenweißes.“ 5
In dieser Theorie spiegelt sich die Kritik am gemeinen Glauben, des vollständig Berechenbaren, dem Sieg der Naturwissenschaft über den Geist, der in dieser Zeit des technischen Aufbruchs herrschte, nieder.
„So bekundet sich im anschaulichen Bereich was sich im Bereich der Theorie als zunehmende Bedeutung der Statistik bemerkbar macht.“ 6
3. Kulturwert/ Ausstellungswert
Einen weiteren Effekt der durch technische Reproduzierbarkeit sieht Benjamin in der Verschiebung weg vom Kulturwert, hin zum Ausstellungswert eines Kunstwerks. Durch die Reproduzierbarkeit vor allem in den neuen Medien wie z.b. dem Film geht die Intension der Künstler weg vom Schaffen eines Kunstwerkes zum Ausdruck eines religiösen oder spirituellen Aspektes, also weg vom Kultobjekt, hin zum Schaffen von Kunst zum Zwecke der Präsentation. Dies revolutioniert die Kunst. Im Angesicht dieser Krise entwickelt sich die „L `art pour L `art“ die, die Kunst als Selbstzweck propagiert. Am drastischsten wird die Verschiebung von Kunstwert und Ausstellungswert für Benjamin in der Photographie sichtbar.
„In der Photographie beginnt der Ausstellungswert den Kultwert auf ganzer Linie zurückzudrängen.“ 7
Im Film verschwindet der Kultwert schließlich vollständig und der Ausstellungswert wird zur Motivation des Künstlers. Durch dieses Ungleichgewicht verliert der Film seine Aura. Zur Verdeutlichung zieht Benjamin den Vergleich zwischen einem Bühnenschauspieler und einem Darsteller in einem Film. Der Bühnenschauspieler kann jederzeit auf die
5 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 13
6 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 16
7 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 21
5
Reaktionen seines Publikums reagieren, während der Darsteller in einem Film zur Passivität verbannt ist. Er ist auf die Kamera als Mittel angewiesen und kann nicht auf die Interaktion mit dem Publikum zurückgreifen und kann somit kein Kultwert schaffen. „Das Publikum fühlt sich in den Darsteller nur ein, indem es sich in den Apparat einfühlt. Es übernimmt also dessen Haltung, es testet. Das ist keine Haltung der Kultwerte ausgesetzt werden können.“ 8
4. Schluss
Walter Benjamin nimmt in seinem Essay eine sehr kritische Haltung gegenüber der technischen Reproduktion, sowie den neuen Medien ein. Die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und die Politik vernachlässigt er, was aus seiner Situation als im Exil lebender heraus nachvollziehbar ist. Dennoch hat Massenkunst doch auch etwas positives. Kunst wird für jeden zugänglich und somit demokratischer. Sie wird, vom Privileg einiger weniger, zum Ereignis an dem jeder in irgendeiner Form teilhaben kann. Und das ist doch auch eine Art von Aura, die, die Kunst dann umgibt.
Literaturverzeichnis:
Benjamin, Walter Das Kunstwerk im Zeitalter seiner
8 Benjamin: Das Kunstwerk... S. 24
Arbeit zitieren:
Tobias Kronenwett, 2001, Der Verfall der Aura - Walter Benjamin, München, GRIN Verlag GmbH
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Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
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