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• 3. Geschichtliche Entwicklung der Kognitionswissenschaft
- Philosophische Vorläufer : Platon, Aristoteles, Descartes, Locke, Kant
- Psychologische Vorläufer : WUNDT (1879) , James, Ebbinghaus, Külpe, Wertheimer, Köhler, Piaget
- Deutschland : Introspektionspsychologie (Wundt) ⇒ naiver Glaube an die Aussagekraft der Selbstbeobachtung : äußerlich beobachtbares Verhalten (Thorndike) ⇒ kein Nachdenken über geistige Prozesse. - Amerika
- 1920 - 1960 = weitgehende Zurückdrängung durch Behaviorismus
Die Introspektionspsychologie gerät um die Jahrhundertwende in die Krise, weil man erkannte, dass die Intrspektion keine klaren Einblicke in die Tätigkeit des Geistes vermittelt. Damit war das Fundament der großen behavioristischen Revolution um 1920 gelgt. Watson und andere Behavioristen meinten dass Psychologie sich mit beobachtbaren Verhalten beschäftigt und nicht mit geistigen Tätigkeiten, die diesem Verhalten zugrunde liegen.
FOLGE : 40 Jahre lang bis 1960 gab es keine ernsthafte Forschung auf dem Gebiet der kog. Psychologie. Aus dem Labor wurde der Mensch von Ratten und Tauben verdrängt.
- 1956 = MIT-Symposium ⇒ Geburtsstunde der Kognitiven Psychologie (Miller, Simeon, Bruner)
Vor allem drei Einflussfaktoren waren für die moderne Entwicklung der kog. Psychologie verantwortlich (1) Aufkommen der Informationsverarbeitungsansatzes
a) Human-faktor-Gebiet
= bezieht sich auf die Erforschung menschlicher Fertigkeiten und Leistungen
b) Kommunikationstechnologie
= will die begrenzte Kapatzität vorhandener Kanäle (Wege zur Übermittlung von Botschaften) effizienter ausnutzen, anstatt neue Kanäle hinzuzufügen. Dies sollte dadurch geschehen, dass die Informationen effizienter repräsentiert oder kodiert werden.
c) Informationstheorie
= befasst sich mit der Kodierung von Botschaften ⇒ liefert Erkenntnisse über die Verarbeitung von Wissen.
(2) Enstehen der künstlichen Intelligenz
= Ziel ist es Computern intelligentes Verhalten beizubringen. = sehr großer indirekter Einfluss auf die kog. Psychologie
- psychologische Begriffe wie Prozessor, Speicher stammen aus den Computerwissenschaften (3) Einflüsse der Linguistik
= Chomsky zeigt in seinen Arbeiten 50er Jahre, dass Sprache komplexer ist, als es die behavioristischen Modell annehmen. Denn Kindern sind auch aktiv und produktiv an Sprache beteiligt.
• 4. Informationsverarbeitungsansatz vs. Behaviorismus
Der IVA berücksichtigt Aspekte, die vom Behaviorismus vernachlässigt wurden:
- die aktive Rolle des Individuum: Wir gestalten durch unsere Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung aktiv unsere Realität
- die kog. Prozess und Wissensbestände
⇒ Diese Sichtweise geht weit über das R-R-L hinaus ⇒ Wir antworten eben nicht nur automatisch auf vorgegebene Reize, wie
dies der Behaviorismus unterstellt, sondern wir steuern unser Handeln aktiv.
• 5. Psychologische Teilgebiete der Kog. Psychologie
a) Lernen : Struktur- und Funktionsprinzipien kog. Formen des Lernens
b) Wahrnehmung
d) Sprache:
e) Emotionen
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• 5. Kognitive Lerntheorien
= beziehen sich stärker auf Abstraktion (Repräsentation), also auf nichtfassbare Phänomene
≠ für die Erklärung spezifischen Verhaltens geeignet, sondern für die Vorhersage von Wahrnehmungsprozessen,
Entscheidungsprozessen und dem Gebrauch kognitiver Strategien
• 6. B e g r i f f s b i l d u n g
I. Eigenschaftsbegriff
= deskriptive Konstrukte, dienen zur Beschreibung empirischer Sachverhalte Drei Auffassungen über die Begriffsbildung:
⇒ KRITISCHE ATTRIBUTE (1). Echex und Six: Klassische Theorie (früher)
- Kernmerkmal der Theorie:
- Inhalt des Eigenschaftsb. Umfang des Eigenschaftb. Regel:
⇒ IDEALER VERTRETER (2). Prototyptheorie von Rosch (später) (1973)
- entwickelt die Theorei auf der Basis der Kritik der Klassischen Theorie
- Kennzeichen von Begriffen
- Beispiel: Aggression = Schlägerei als Prototyp (3). Dualistische Auffassung (1982) von Osherson und Smith
- Versuch Theorie 1+2 zu verbinden. Sie kommen zu folgender Unterscheidung:
- Begriffskern: logisches System⇒Theorie 1⇒ Wissenschaft, Beruf
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- Identifikationsprozeduren: Prototyp-System⇒ Theorie 2⇒ Alltag ⇒ KATEGORIE + THEORIE
II. Erklärungsbegriffe
= explikatives Konstrukt, dient zur Erklärung der beobachteten Sachverhalten = hypothetisch
- Kategorie (WAS) + Erklärung (Theorie, Warum) und daher umfassender als Eigenschaftsbegriffe
- Beispiel: Aggression ⇒ Erklärung nach Psychoanalyse, Frustrations-Theorie etc.
III. Allgemein zur Begriffsbildung
- subjektiv (2 Komponenten eines Begriffs: denotativ (sachlich) u. konnotativ (emotional)
- meistens Umlernen von Begriffen und nicht Neulernen
- erlaubt kognitive Orientierung in der Welt
- Differenzierungsgrad der Begriffsbildung abhängig von Kultur
- Bedeutung der Begriffsbildung für die Schule: keine inhaltsleeren Begriffe lernen, sondern Begriffe
durch Kategorisieren wirklich erfassen, Begriffsbildung wichtig da sie Kommunikation ermöglicht IV Weitere Informationen zu Begriffen
1. Begriffshierachien
- Begriffe stehen nicht isoliert zueinander, sondern in bestimmten Bezügen. Einen Begriff bilden heißt immer
ihn auch von anderen benachbarten Begriffen zu unterscheiden
- Begriffsbildung (Zusammenfassen von Objekten) und Diskriminationslernen (Unterscheiden v. O.) sind komplementäre (sich ergänzende) Begriffe.
2. Funktion von Begriffen
- Kognitvie Orientierung und effizientes Handeln (z.B. Fliegenpilz ⇒ giftig ⇒ nicht essen)
- aktive kog. Strukturierungsprozesse ⇒ Begriffsbildung ist häufig ein Umlernen ≠ völliges Neulernen
- Differnzierungsgrad der kog. Strukturen: fein = Wissenschaft, Beruf ⇔ grob = Alltag
3. Kulturelle Faktoren
- einerseits: universelle, angeborene kognitive Verarbeitungsmuster
- andererseits: Informationsverarbeitung stark vom kulturellen Milieu beeinflusst
• 7. V e r b a l e s L e r n e n
I. Was
= verbales Lernen ist kognitives Lernen, also das Erkennen von Aussagen, Bedeutungen und Inhalten von Wörtern und Sätzen II. Gagné: Regellernen
- Gagné spricht statt von Wissenserwerb von Regelerwerb
1. Regeln = Begriffsketten (=Wissen besteht aus Kombination von Begriffen, z.B. Vögel fliegen)
2. Voraussetzung für Regellernen
3. Regellernen
- bei jüngeren Kindern: einfache Regeln, da geringe Anzahl von Begriffen, und da die Struktur der umfangsreichen Regeln nicht fassbar
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4. Regelhierachien
- Begriffe sind Bausteine des Wissens und dieses ist Voraussetzung für Problemlösen
- Diese Hierachie muss bei der UR-Planung beachtet werden.
III. Die zwei wichtigsten Methoden des verbalen Lernens
1. Bruner: sinnvoll entdeckendes Lernen
= ein vom Lernenden ENTDECKTER Sachverhalt wird in bestehende Strukturen eingegliedert
- die wichtigsten Merkmale sind:
2. Ausubel: sinvoll rezeptives Lernen
= DARGEBOTENE Informationen werden inhaltlich gelernt und mit Vorwissen assimiliert
- Ziel = Erwerb von klaren, stabilen und organisierten Wissensmengen
- entdeckendes Lernen: bei alltäglichen Problemen
- rezeptives Lernen: bei grossen Stoffgebieten
• 8.Drei Formen der Repräsentation
I. Handlungsmäßige Repräsentation: gewohnheitsmäßiges Handlungsschema (z.B. Knotenbinden) II. Bildhafte Darstellung: Begreifen einer Sache wird unabhängig vom manuellen Hantieren (z.B. sich das Knotenbinden vorstellen) III. symbolische Darstellung: sprachliche Repräsentation
• 9. Begriffsbildung und Wissenserwerb verschiedenen Bereichen
I. Alltag:
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• 10. Kognitive Förderprogramme
a) Strategietrainingsprogramme nach Schneider und Pressey
- Wiederholgungs- Gruppierungs- und Elaborationsstrategien bei Grundschülern
- Empirie: 1. und 2. Klasse verbessern durch die Strategien ihre Gedächtnisleistung
b) Förderung metakognitiven Wissens (Schneider, Pressey)
- Training von prozedualem Wissen
c) Kombinierte Förderung (Schneider, Pressey)
- Empirie: die Kombination von Strategie und metakognitiven Training (a+b) war einem isolierten Training überlegen
d) Denk- und Problemlösetraining (Klauer)
- kann induktives Denken bei jungen Kindern gefördert werden.
-Prozesse des induktiven Denkens: Generalisierung, Diskrimination, Beziehungserfassung, Beziehungsunterscheidung
- Empirie: Effekte waren vorwiegend bereichsspezifisch, induktives Denken trainirbar, spezifische Effekte gehen mit der Zeit verloren, allg. Problemlösestrategien bleiben jedoch erhalten.
• 11. Das Modell der Informationsverarbeitung
- Verhalten / Lernen nur z.T. mit KK und OK -Lerntheorien erklärbar
a) Vier theoretische Schwerpunkte
⇒ Informationsfluss in verschiedenen Stufen mit unterschiedlicher Verabeitungsprozessen ⇒ Annahme von begrenzten Kapazitäten
⇒ Kontrollmechanismen über Verlauf und Analyse aller Daten im System
⇒ zweigleisiger Informationsfluss: Infos aus gegenwärtiger Umwelt und aus bereits gespeichertem Wissen
b) Verschiedene Informationsverarbeitungsmodelle
I. Coltheart: Konzeptualisierung des ikonischen Gedächtnissystems
II. Atkinson u. Schiffrin = populärer
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• 12. Gedächtnis
Kognitive Wende (Ende 60er Jahre) führte zu einer Reihe von Informationsverarbeitungsmodellen I. Modellannahmen zur Funktionsweise des Geächtnis
(1). Mehrspeichermodelle
a) William James (1890) unterschied
⇒ Die ersten Mehrspeichermodelle stellen eine direkte Weiterentwicklung dieses Konzepts dar:
b) ZEITabhängige Gedächtnisklassifikationen = Gedächtnis in Zeitabschnitte unterteilt
c) INHALTSabhängige Gedächtnisformen
Insbesondere beim LGZ ⇒ LZG ≠ eigene Größe, sondern hat mehrere Komponenten:
(2). Kontroverse
um die Frage ob ein oder mehrere Speicher
⇒ ABER: Mehrspeichermodelle kommen der Wahrheit am nächsten.
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II. Determinanten der Gedächtnisentwicklung
⇒ Wechselwirkung zwischen den Determinanten 1 bis 4
1. Veränderung der Gedächtniskapazität
- Gedächtnisspanne des KZG nimmt mit steigendem Alter zu,
⇒ da die Informationsverarbeitung schneller wird und daher weniger Speicherplatz gebraucht wird ⇒ und weil Gedächtnisstrategien verwendet werden.
2. Entwicklung von Gedächtnisstrategien (Enkodierungsstrategien)
a) Memorieren: = Wiederholen ⇒ Lautes oder leises Wiederholen des Lernstoffs
Memorieren ist nur bei begrenztem Lernmaterial nützlich
b) Organisieren: = Kategorisieren ⇒ Umstrukturierung des Lernmaterials nach logischer
c) Elaborieren: stabile bildhafte oder sprachliche Assoziationen zwischen Wortpaaren Bereits gespeichertes Wissen wird in Zusammenhang gebracht mit Neuem
3. Erwerb allgemeines Gedächtniswissens (Metagedächtnis)
4. Entwicklung bereichsspezifischen Vorwissens = spezifisch inhaltliche Kenntnisse in einem Gegenstandsbereich
Ausmaß des Vorwissens beeinflusst die Gedächtnisleistung in dem Bereich, in dem man das Vorwissen hat.
• 13. Lernen in kognitivistischer Sicht
- es hängt von den Prozessen der Informationsverarbeitung ab, ob Schüler das ihm vom Lehrer dargestellte assimiliert, oder ob die Notwendigkeit einer Akkomodation erkannt wird z.B. Aufmerksamkeit.
- es wird nicht behauptet, dass sich Verständnis auf direktem Weg lehren läßt. Lehrer können lediglich versuchen Bedingungen zu schaffen, durch die ein Akkommodieren gefördert wird.
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- Grundaussage beim Lehren sollte sein, dass man davon auszugehen hat, dass beim Schüler Widerstände gegenüber konzeptuellen Veränderungen vorherrschen, d.h. dass Lernende eine ausgeprägte Neigung haben, diskrepante Ereignisse so zu interpretieren, dass sie ihrem Vorwissen entsprechen.
- Ziel ist es einen Prozess in Gang zu bringen, der zur Konstruktion von Verständnis führt
- Ziel ist das Erleben und die Bewältigung eines kog. Konflikts nach Erschütterung des Vorwissens.
- Konstruktivisten sind: Bruner, Avstin, Goodnow
- FAZIT: LERNEN = KONZEPTUELLE VERÄNDERUNG
- Posner: Voraussetzungen, die eine konzeptuelle Veränderung wahrscheinlich machen:
a) Lernender muss mit seiner alten Konzeption nicht mehr zufrieden sein
b) Lernendem muss eine alternative Erklärung zur Verfügung gestellt werden.
c) Beim Vergleich der alten mit der neuen Konzeption muss der Lernende zum Ergebnis kommen, dass sie nicht
miteinander vereinbar sind. ⇒ kog. Konflikt.
d) die neue muss der alten Konzeption überlegen sein
e) Lernender bewältigt den kog. Konflikt, indem er die neue Konzeption akzeptiert
• 14. Remediales Lernen
Theoretische Grundlagen und Effekt auf Schulleistung und Persönlichkeit
1. Was ist remediales Lernen ?
- Ziel
- Funktion
2. Welche zwei Arten gibt es ?
a) Remediales Lernen als Kompensation von Leistungsdefiziten = ergebnisbezogen
- behavioristische Modelle
- Bsp.: Blooms Modell des zielerreichenden Lernens
- Grenzen = liegen darin, dass es nicht dazu führt, die den Lernleistungen zugrundeliegenden individuellen Voraussetzungen gezielt zu fördern
b) Remediales Lernen als Förderung defizitärer Lern- und Leistungsvoraussetzungen = ursachenbezogen
- kognitive Modelle
- entspricht dem ursprünglichen Konzept remedialen Lehrens nach English (1958)
- es handelt sich um eine Lehrstrategie, die darauf gerichtet ist, spezifische Ursachen von Mängeln zu beheben
3. Adressaten
- Lerngestörte, Lernbehinderte, Underachiever
4. Inhalte
a) Strategien
= Prozesse mit deren Hilfe kurzfristig gespeicherte Informationen in as LZG gelangen (nach dem Atkinson-Modell) Diese Prozesse können durch Lernende selbst oder durch Anweisungen intiiert werden.
- Bsp.: fortlaufendes Wiederholgen, Elaboration, Organisationsstrategien, Selbstbefragungsstrategien
- Strategieförderung kann in vier Stufen ablaufen (1) Strategien für spezifische Aufgaben analysieren (2) Prüfen ob solche Strategien spontan verwendet werden (3) Entsprechende Defizite durch ein indirektes Strategieförderung ausgleichen (4) Stabilität und Aufrechterhaltung der spontanen Verwendung der trainierten Strategie überprüfen
- DAS GRUNDLEGENDE PROBLEM BEI DEN STRATEGIEN:
Sie werden nicht auf reale Lernsituationen generalisiert = Transferproblem Um dieses Problem zu lösen ist b notwendig:
b) Selbststeuerung von Lern - und Leistungsprozessen
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⇒ Metakognition
= Wissen über das eigene kog. System u. die Regulation der eigenen kog. Prozesse.
- effektive Selbststeuerung kann man auf metakog. Prozesse zurückführen
- Metakognitives Wissen ist für remediales Lernen von besonderer Bedeutung
- Dieses Verfahren vermittelt über die Strategien hinaus Voraussetzungen für den Einsatz metakog. Wissens
⇒ Kausalattribution
- Selbstregulation ist nicht nur von Metakognition abhängig, sondern auch von allg. Voraussetzungen: Überzeugungen, erlernte Hilflosigkeit, ungünstiges Selbstkonzept, insbesondere Kausalattributionen = wurden als Determinanten für den gesteuerten Einsatz von Strategien nachgewiesen
- Defitizie bei der Strategienutzung lassen sich häufig auf ungünstige Kausalattributionen zurückführen.
- Remediale Maßnahmen = sollten Attributionsstile und Leistungspotentiale in Übereinstimmung bringen.
- neuere Verfahren = intensieiveren ihre Arbeit auf der Ebene des Selbst-Systems
a+b = Insgesamt zeigen die Ergebenisse, das Lernschwache durch die Vermittlung von Strategien, die Verbesserung der kontrollierten Strategienutzung und durch Modifikation des Selbstsystems gefördert werden können. ABER: Um die Begrenzung remedialer Förderung nur auf isolierte Einzelaspekte zu verhindern, sollte sie auf der Grundlage integrierter Modelle über prozessuale Lernvoraussetzungen erfolgen:
c) integrierte Förderung prozessualer Voraussetzungen
- Strategievielfalt = eine Vielfalt von Behaltens- Verstehens- Problemlöse- und Denktstrategien sollte gefördert werden.
- Effizientes Lernen setzt voraus, dass die Strategien tatsächlich verwendet werden.
- Dazu ist ein System von Prozessen auf verschiedenen Ebenen notwendig.
- Remediale Förderung bezieht sich auf spezifisches Wissen, Strategien, Steuerungstechniken, sowie subjektive Überzeugungen und Attributionsmuster.
d) Wissenstrukturen
- Leistungen sind nicht nur von allg. prozessualen Voraussetzungen abhängig ( c) sondern auch vom jeweiligen bereichsspezifischen Wissen.
- DARUM = Wissensdefizite sind auch Gegenstand remedialen Lernens
- in fachspezifischen Gebieten werden Leistungsvoraussetzungen in Form von Strategien zunehmend abgelöst durch Wissen.
5. Steuerung remedialen Lernens
a) Direkte Instruktion
= alle für die Lernaufgaben erforderlichen Prozesse / Strukturen werden vorgegeben
- Verfahren ist von früheren behavioristischen Konzeptionen aus entwickelt worden.
- Merkmale: Vollständige Lehrsteuerung durch vorgeschriebene Sequenzen von Lehrmaterialen und Aufgaben, hohes Ausmaß an Schülerreaktionen und pos. Verstärkung richtiger Reaktionen, kontinuierliche Diagnose und Rückmeldung, sowie vollständige Zielerreichung bei jedem Lernschritt.
- Rosenshine = fasst dies als generelles Modell effektiven UR auf
- Doyle = für ihn eignet es sich jedoch nur für schwächere Schüler, da diese unter stärker strukturierten Bedingungen effektiver lernen.
⇒ Tutorielles Verfahren = Erweiterung der direkten Instruktion:
Lehrende nehmen die Rolle eines Tutors ein, die Lernende beim Lösen von Aufgaben unterstützen.
b) Indirekte Instruktion
= die notwendigen Prozesse / Strukturen müssen selbständig eingesetzt oder endeckt werden
- Kennzeichen = höherer Selbststeuerungsgrad
- die Steuerung von Redediationsprozessen durch entdeckendes Lernen bedeutet, dass die Inhalte, nämlich Strategien, Selbststeuerungsvoraussetzungen oder Wissensstrukturen durch Lernende ganz oder teilweise selbst konstruiert werden. FAZIT zu 5: Förderndes remdiales Lernen hat das allg. Ziel, Voraussetzungen für strategisch-aktives Lernen zu verbessern. Zu seiner Steuerung sind bisher vor allem verschiedene Versionen der direkten Instruktion eingesetzt worden. Die Steuerung remedialen Lernens kann aber auch durch Formen und einzelne Komponenten entedeckenden Lernens erfolgen. Für remediales Lernen sind solche Möglichkeiten bisher allerdings selten genutzt worden. Das entdeckende Lernen sehe ich als Perspektive zur Weiterentwicklung von Methoden remedialen Lernens.
• 15. Kernwissen Metakognition
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1. Begriff der Metakognition
- Begriff wurde Ende der 70er Jahre von Brown und Flavell in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt = Phänomene, Aktivitäten und Erfahrungen, die mit dem Wissen und der Kontrolle über eigene Funktionen (Lernen, Gedächtnis, Verstehen, Denken) zu tun haben = Bewußtsein ist wesentliches Bestimmungsstück
= wichtige Rolle für planvolles und selbstregulatives Lernen ⇒ günstige Effekte auf Lerneffektivität
- Man spricht von Metakognition, um damit Wissen und die Möglichkeiten zu bezeichnen, Kontrolle über die eigenen Kognitionsprozesse ausüben zu können.
2. Klassifikation
a) Flavell 1976: Zwei-Komponenten-Sichtweise
- KONTROLLE : der eigenen kog. Aktivitäten
UND: Reflexion als Bindeglied zwischen Wissen und Kontrolle, zwischen Denken und Handeln. Reflexion ermöglicht dem Lernenden, sein metakog. Wissen anzuwenden. Während metakog. Wissen als statisches Wissen betrachtet werden kann, kann Reflexion als aktiver Prozess der Exploration und Entdeckung betrachtet werden.
⇒ Flavell versteht unter Metakognition die Fähigkeit, das eigene Lernen zu beobachten, zu bewerten und Pläne für das eigene,
auf die Lösung eines Problems gerichtete Handlung zu entwerfen.
b) Hasselhorn 1992: Integratives Klassifiaktionsschema
- Systematisches und epistemisches Wissen
⇒ Systemisches Wissen: Funktionsgesetze, Einflussfaktoren, Stärken + Schwächen der eigenen Kognition ⇒ Epistemisches Wissen: eigenes Wissen und seine Lücken, Wissenserwerb, Verwendung von Wissen, aktuelle kog.
Verfassung, Lernbereitschaft
- Exekutive Metakognition (=vgl. mit der Kontrollkomponente nach Flavell)
- Sensitivitätskategorie (Intuition) Gespür für aktuelle Möglichkeiten eigener kog. Aktivitäten
- Metakog. Erfahrungen
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3. Bedeutung für schulisches Lernen
- Zusammenhang von Metakognition und Leisung r = .41
- Erste Aufschwungsphase: die Ausgangseuphorie der MK-Forschung der 70er Jahre schlug zu Beginn der 80er Jahre in resignative Skepsis um. Aufgrund der vorgelegten Befunde wurde ein Zusammenhang zwischen MK und Lernleistung in Frage gestellt.
Schneider = seine erste Metaanalyse zum Zusammenhang trug wesentlich zur Überwindung dieser kritischen Phase bei. Schneider ermittelte einen mittleren Zusammenhang.
- Zweite Aufschwungsphase: der MK Forschung ⇒ hier ging es um die Beantwortung weiterführender Fragen:
- Metakognition im Klassenzimmer
⇒ Die Rolle der Förderung selbstkontrollierten Lernens im UR ist seit langem umstritten. Metakog. hat eine zentrale Bedeutung
für das Lehren und Lernen. Die Argumentation ist einfach und plausibel: Schüler müssen im UR gewöhnlich eine große Menge neuen Wissens innerhalb kurzer Zeit erwerben, was vielen schwer fällt, da sie nicht über effektive Strategien selbstkontrollierten Lernens verfügen. Daher sind diese zu trainieren.
⇒ Grundsätzliches Problem bei der Förderung metakog. Lernens im UR
Schüler müssen zum einen deklaratives und prozedurales Wissen erwerben und zum anderen gleichzeitig metakog. Fertigkeiten aufbauen. Eine früh einsetzende metakog. Kontrolle kann sich hinderlich für den Erwerb deklartiven und prozeduralen Wissens auswirken. Die allg. Erklärung dafür ist, dass Megakog. die kog. Kapazität genau zu dem Punkt in Anspruch nimmt, wenn deklaratives oder prozedurales Wissen über einen Bereich aufzubauen ist.
4. Befunde
- Metakognition eher hilfreich bei mittelschweren Aufgaben
- Metakognition wichtig beim Textverstehen
- geringe Metakognition bei Schülern mit leichten Lernbehinderungen und geistig behinderten Schülern
5. Unterrichtspraktische Möglichkeiten metakog. Wissen bei Schüler zu fördern
a) Bsp.: 3SQR Methode zum Lesen / Textverstehen
b) Bsp.: Day 1980: Training kognitiver und metakognitiver Strategien = Training zur Zusammenfassung von Prosatexten
Ergebnis:
c) Instruktionsprinzipien von Schneider und Hasselhorn
(1) Lehrer sollten neben spezifischen Lösungsstrategien die metakog. Überwachung lehren (2) Lehrer sollten erläutern wann und wie spezifische Strategien einzusetzen sind (3) Lehrer sollten durch ständige Hinweise die metakog. Sensivität der Schüler schärfen (4) Bei all diesen metakog. I.maßnahmen die bereichsspezifischen Grundkenntnisse nicht vernachlässigen
• 16. Kernwissen Vorbild und Modelllernen
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1. Was ist Modell-Lernen
= stellt eine besonders schnelle und effiziente Art der Übernahme von Verhaltensweisen dar, besonders bei der Übernahme komplexer Verhaltensformen im Bereich des sozialen und sprachlichen Verhaltens (Tausch u. Tausch)
- Auffassungen:
a) Verhaltenstherapeutische Auffassungen
(1) Modelllernen als instrumentelles Lernen: Nachahmendes Verhalten wird verstärkt. Modelle wären dann Hinweisreize für den Nachahmer. Edelmann sieht es unsinnig hier von Modelllernen zu sprechen (2) Modelllernen als stellvertretende Verstärkung: Vogl = ML liegt vor, wenn ein Individuum als Folge der Beobachtung des Verhaltens anderer Individuen sowie der darauf folgenden Konsequenz sich neue Verhaltensweisen aneignet oder schon bestehende Verhaltensweisen weitgehend verändert
b) die sozial - kog. Theorie von Bandura
2 . Lernen am Modell: nach der sozialkog. Lerntheorie ⇒ soziales Lernen Bandura
a) Ausgangspunkt = klass. und operantes Konditionieren nicht ausreichend, um Verhalten gänzlich zu klären Zu Beginn der 60er Jahre = Kritik von vielen an dem strikten behavioristischen Ansatz, der keine ausreichende Erklärung für menschliches Verhalten bietet. Denn Handlungen sind nicht ausschließlich von Belohnung und Bestrafung abhängig, sonst würde sich der Einzelne immer an den Launen der andern Mitmenschen orientierten müssen. Unter diesen Kritikern war Bandura, der den sozial-kognitiven Ansatz gründete (=eigenstlicher Vorläufer der Handlungstheorie) BANDURA SAGT: Kognition ermöglicht es dem Menschen sich von den Launen anderer unabhängig zu machen FÜR BANDURA IST LERNEN: eine informationsverarbeitende Aktivität, durch die Informationen über die Struktur von Verhaltensweisen und über Umweltereignisse in symbolische Repräsentation umgewandelt wird.
⇒ Menschliches Verhalten durch drei Systeme kontrolliert
(1) Reizkontrolle: bestimmtes Verhalten steht unter direkter Kontrolle von Reizen (R-R-Lernen) (2) Operante Kontrolle: Verhalten wird von seinen Konsequenzen bestimmt (instrumentelles Lernen) (3) Symbolische Kontrolle: Verhalten von Vorstellungen und Denkvorstellungen beeinflusst (Modelllernen)
⇒ Was und wann gelernt wird bestimmt allein die Umwelt (= Unterschied zum Konstruktivismus)
⇒ Wechselseitiger Determinismus = Prozess bei dem Person, Umweltfaktoren und Verhalten als verschachtelte Determinanten
aufeinander wirken.
⇒ Das Beobachten wird von vier Prozessen mitbestimm:
Aufmerksamkeit, Erinnerung, Wiedergabe, Motivation.
b) Experiment : Vorschulkinder sehen einen Film
1. Gruppe: aggressives Verhalten führt zum Erfolg
2. Gruppe: aggressives Verhalten führt nicht zum Erfolg
3. Gruppe: Modelle zeigen kein aggressives Verhalten
4. Gruppe: sehen keinen Film c)Vorgang des Modell-Lernens
(1) Aneignungsphase: Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse (=kog. Prozesse (2) Ausführungsphase: Motorische Reproduktion + Verstärkungs- und Motivationsprozesse
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d) Effekte des Beobachtungslernens
(1) Modellierungseffekte: Verhaltensanpassung an Modell in bestimmter Situation = Hemmung, Enthemmung früher gelernter Verhaltensweisen, Auslöer für Modeerscheinungen (2) Aneignungseffekte: Beobachter erwerben neue Verhaltensmuster durch Wahrnehmung des V. an anderen
⇒ Man unterscheidet also zwischen Modellieren und Nachahmen. Modellieren geht dabei über das bloße Kopieren
beobachteter Verhaltenswisen hinaus. Im Gehirn wird keine Kopie gespeichert, sondern Verhaltensstile bzw. Handlungskonzepte.
e) Grundprinzip = stellvertretende Verstärkung
f) sozial-kog. Theorie = Vorläufer der Handlungstheorie, Neo-Behaviorist, kog. Behaviorist.
• 17. Noch mal allgemein zur kog. Psychologie
- Ansatz
der Erzeugung von Informationen betrachtet.
Forschungsbemühungen sind darauf gerichtet, die an der Informationsverarbeitung beteiligten funktionellen Teilstrukturen deren Arbeitsweise und die zwischen ihnen stattfindenden Wechselwirkungen zu analysieren
- folgende Überzeugungen sind zu erkennen:
a) die periphere Verarbeitung sensorischer Reize wird als eine eigenständige funktionale Einheit konzipiert. Das Resultat der Verarbeitung ist die Aktivierung von Strukturen im ZNS. Die externen Reize werden so auf interne Informationseinheiten abgebildet
b) Die im ZNS aktivierten Strukturen werden BEGRIFFE genannt. Sie repräsentieren erfahrungsabhängig akkumulierte Informationen über Ausschnitte der Umwelt, über uns selbst und über unsere Möglichkeiten, in der Umwelt zu handeln. Die Begriff und die zwischen ihnen existierenden Verbindungen bilden den Inhalt des LZG, sie repräsentieren unser Wissen
c) Menschliche Informationsverarbeitung ist wissensgestützt Jede Reizverarbeitung beginnt mit der Aktivierung von Wissenstrukturen.
d) Die im Gedächtnis aktivierten Begriffe bilden die Datenbasis für unsere Entscheidungen über auszuführende Handlungen, für motorische ebenso wie geistige.
e) zu den wichtigsten Problembereichen der Kog. Psychologie gehören
⇒ die semantische Kodierung von Reizen ⇒ Zur Repräsentation von Wissen im LZG ⇒ Zur Repräsentation von Handlungswissen ⇒ Selektive Aufmerksamkeit ⇒ Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lernens ⇒ Zusammenhang von Kognition und Emotion ⇒ Menschliches Sprachverhalten
Arbeit zitieren:
Joachim Brenner, 2001, Eine Übersicht über die kognitive Psychologie, München, GRIN Verlag GmbH
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