Veranstaltung: Texte aus der sprach-
und denkpsychologischen Forschung
Thema:
Zusammenfassung und kritische Reflexion
einiger Texte zur sprach- und denkpsychologischen Forschung
Autor: Martin Nahlik
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. "Denken und Problemlösen" von Richard E. Mayer 3
3. "Einfluß des Verbalisierens auf die Leistung bei Intelligenzprüfungen: Neue Untersuchungen" von Ule Franzen und Ferdinand Merz 5
4. "Die Methode des Lauten Denkens" von Renate Weidle und Angelika C. Wagner in "Verbale Daten" von Huber/Mandl (Hrsg.) 9
5. "Zur Steuerfunktion der Sprache beim Problemlösen" von Prof. Dr. W. Hussy 13
6. "Spracherwerb als Sozialisationsfaktor" von Th. Herrmann in: Psychologische Beiträge, Band 30, 1988, S. 308-321 20
7. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Nachfolgend werden prägnante inhaltliche Aspekte einiger Texte zur sprach- und denkpsychologischen Forschung präsentiert und kritisch reflektiert.
Hierbei handelt es sich sowohl um sprachphilosophische als auch um rein psychologisch relevante Themen.
Entscheidend sind kognitive Prozesse, die beim Sprech- oder Denkvorgang ablaufen.
2. "Denken und Problemlösen" von Richard E. Mayer
Das Buch "Denken und Problemlösen" von Richard E. Mayer versteht sich als Einführung in die Psychologie des Denkens anhand der Präsentation einschlägiger, in der Psychologie angewandter, Methoden zur Beantwortung der Fragen nach kognitiven Prozessen innerhalb des Menschen.
Einleitend beschäftigt sich Mayer mit der Introspektionsmethode. Hierbei soll der Proband seine eigenen Denkprozesse bei der Lösung eines vorgegebenen Problems beobachten und später wiedergeben, so dass der Versuchsleiter diese analysieren kann. Im Versuchslabor wurde diese Methode erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts verwendet.
Um kognitive Prozesse auf angemessene Art und Weise zu untersuchen, empfiehlt es sich, Grundbegriffe vorab zu definieren, so dass keine begrifflichen Missverständnisse auftreten können. Ein "Problem" weist prägnante, für alle Bereiche geltende, Merkmale auf. Zu Beginn herrscht ein gewisser Anfangszustand, der ein anderer ist, als der, der erreicht werden soll. Ein direkter Weg zur gewünschten Änderung ist aber nicht in Sicht. Weiterhin kann zwischen gutem und schlechtem Anfangs- bzw. Endzustand unterschieden und diese Zustände kombiniert werden (guter Anfangs-, schlechter Endzustand; guter Anfangs-, guter Endzustand...), wie es Reitman 1965 getan hat.
Das "Denken" als zweiter Elementarbegriff ist kognitiv, zielgerichtet und in einen Prozess eingebunden. Mit dieser Formulierung wird man sowohl den Behavioristen als auch den Vertretern kognitiver Richtungen gerecht. Johnson formulierte "Denken als Problemlösen", da ein Denkprozess zwecks Lösung eines Problems eingeleitet wird, der den Problemlösenden von einem Anfangspunkt hin zu einem Endpunkt bringen soll. Als Subkategorien des Denkens werden Techniken der Induktion (vom Konkreten zum Allgemeinen), der Deduktion (vom Allgemeinen zum Konkreten) und der Schlussfolgerung erwähnt.
Als nächstes untersucht Mayer die Stellung der Kognitionsforschung in der Psychologie. Zu kognitiven Prozessen, über die der Mensch verfügt, zählen Empfindung, Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis und Denken. In allen Bereichen manipuliert der Mensch aktiv Informationen, so dass das Denken immer enthalten ist; es wird im Zusammenhang mit Sozial-, Entwicklungs-, Testpsychologie und Persönlichkeit zum Gegenstand der experimentellen Forschung.
Mayer möchte die Hauptrichtungen der Psychologie des Denkens veranschaulichen und widmet daher jeder aus seiner Sicht wichtigen Theorie ein eigenes Kapitel. Hierzu zählen Assoziationstheorie, Regellernen, Gestalttheorie, Bedeutungstheorie, semantisches Gedächtnis, Computersimulation, deduktives Denken und kognitive Entwicklung.
Bevor die Psychologie zum Ende des 19. Jahrhunderts zur experimentellen Wissenschaft wurde, wurden deren Themenbereiche bereits in der "Geistesphilosophie" bzw. im Assoziationismus diskutiert. Der Assoziationismus kann auf die aristotelischen Gesetze der Kontiguität (Objekte, die gleichzeitig wahrgenommen werden, werden im Gedächtnis miteinander verknüpft), der Ähnlichkeit (ähnliche Objekte werden miteinander assoziiert) und der Gegensätzlichkeit (Gegensatzpaare werden gebildet) zurück geführt werden. Aristoteles proklamierte die Kybernetik des Denkens, wobei die Bewegung von einer Vorstellung zur nächsten in Form von Assoziationsketten entstehe.
[...]
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Martin Nahlik, 2003, Zusammenfassung und kritische Reflexion einiger Texte zur sprach- und denkpsychologischen Forschung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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