2
• Tanzwutepidemie (Veitstanz 3 )
• eine Naturkatastrophe (Erdrutsch)
• ein Kindersterben (Pest 4 ).
Am plausibelsten erscheint jedoch die Theorie, die in dem „Exodus Hamelensis“ einen 5 sieht. Als Bischof in Olmütz Kolonistenauszug zur Besiedlung des Bistums Olmütz
amtierte seit 1246 der bisherige Hamburger und Lübecker Domprobst Graf Bruno von
3 Veitstanz, so benannt nach dem heiligen Vitus, lat. Chorea): Gruppe von Erkrankungen, die mit extrapyramidalen Bewegungsstörungen einhergehen. Die Bewegungen haben anfangs noch den Charakter von Ausdrucksbewegungen, die häufig von der Umwelt mißdeutet und als Unartigkeit, Flegelhaftigkeit oder Albernheit interpretiert werden. Unter psychischen Anspannungen verstärkt sich die Symptomatik. Es gibt zwei Arten:
1. Chorea minor, tritt vor allem im Schulalter auf, ist infektiös-toxisch bedingt und kann mit allergischen, rheumatischen Erscheinungen einhergehen; betroffen ist vielfach die Gesichtsmuskulatur (grimmassieren, ticartige Zuckungen), heilt aber in der Regel spontan aus.
2. Chorea maior (Huntingtonsche Chorea), eine erbliche Sonderform mit chronisch fortschreitendem Verlauf, beginnt zwischen dem 35. Und 55. Lebensjahr, zeigt neben den Bewegungsstörungen auch psychische Veränderungen wie Reizbarkeit, Haltlosigkeit und Triebenthemmung; führt schließlich zur Demenz.
4 Die Pest ( lateinisch pestis - Seuche) ist eine akute bakterielle Krankheit, verursacht durch Yersinia pestis (1894 von A. Yersin und S. Kitasato) entdeckt. Die Pest ist ursprünglich eine endemische Erkrankung wildlebender Nagetiere. Solche „Naturpest“-Herde existieren in einzelnen Gebieten Asiens, Afrikas, Nord- und Südamerikas. Das Übergreifen des Erregers auf Nager in menschlichen Behausungen (Ratten und Mäuse), die „Siedlungspest“, bildet den Ausgang für menschliche Erkrankungen. Die Übertragung Nager -Mensch erfolgt durch Flöhe, von Mensch zu Mensch ist eine Ansteckung durch Tröpfchenübertragung möglich. Das Krankheitsbild sieht aus wie folgt: Nach einer Inkubationszeit von 3 - 6tagen kommt es zu Schüttelfrost, Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Lymphknotenschwellungen (Bubonenpest, Beulenpest). Besonders schwere Verläufe (lungenpest, Pestsepsis) führen in wenigen Tagen zumTod. Die Pest unterliegt heute als gemeingefährliche Krankheit internationalen Vorschriften bezüglich Meldepflicht und Quarantäne.
Zum Geschichtlichen. Ob es sich bei dem Massensterben der Philister (Buch Samuel) um eine Pest gehandelt hat, ist ungewiß. Die Pest des Thukydides von 430 - 425 vor Christus war wohl Fleckfieber, doch hat Oribaios den Bericht eines Dionysos um 280 vor Christus überliefert, der deutlich Pestsymptome beschrieb. Für die Pest des Justinian von 531 - 580 ist dies ebenso gesichert wie für den Schwarzen Tod, der Europa 1347 - 1352 heimsuchte. In China kannte man die „Rattenpest“ schon imJAhre 610 nach Christus. Die bedeutendste zeitgenössische Darstellung der Pest entstammt Boccaccios „Decamerone“. Die Pest führte zum Aussterben ganzer Generationen und zur Entvölkerung von Landstrichen und Ortschaften. Im 15., 16., 17., und 18. Jahrhundert folgten in Abständen verschiedene große Epidemien. Eine der letztn großen Pestepidemien in London (1665) hat Daniel Defoe eingehend, allerdings dichterisch frei dargestellt. Nach einem besonders heftigen Ausbruch (1720 / 1721) in Marseille und in der Provence erlosch die Seuche in Europa. Auf Malta kam es noch 1936 zu einer Pestepidemie mit 28 Erkrankungsfällen In Afrika, Amerika und Asien erkrankten 1966 - 1975 insgesamt 24024 Menschen an der Pest; davon starben 1131 (4,7 %). Im Volksglauben wurde die Pest als Geistwesen angesehen. Man sah sie kommen als blaues Flämmchen, als dichten, übelriechenden
Dunst, in Tier- und in Menschengestalt. In bildlichen Darstellungen erscheint sie als ein Regen giftiger Krankheitspfeile. Zur
Abwehr entzündete man u. a. Notfeuer, Pest - Patrone waren u. a. Antonius der Einsiedler mit dem helfenden Taukreuz, Sebastian
aufgrund seiner Märtyrerpfeile, Rochus der Pestkranke, Christophorus der Helfer für einen guten Tod, die vierzehn Nothelfer
wegen ihrer Sterbepatrone und Borromeo. Zur Abwendung der Pest enstanden im15. Jahrhundert Pestblätter mit Gebeten und
Illustrationen, Pestaltäre, -Säulen, -Kapellen, -Kreuze, Votivbilder, und Prozessionen, die auf Gelübde während der Pestzeit
zurückgehen.
5 Olmütz, tschechisch. Olomouc, Stadt im Nordmähren. Seit 1063 besteht dort ein Bischofssitz, seit 1233 war sie königliche Stadt.
3
Schaumburg-Holstein (gest. 1281), und in seinen Diensten finden sich in Olmütz viele Ritter aus dem Weserbergland, vor allem aus den Hildesheimer Edelherrn Ulrich von Hohenbüchen (1231 - 1277) und den Mindener Drost Herbrod von Fülme (1241 - 1280). Der Rattenfänger wäre dann dem bischöflichen Werber gleichzusetzen, der junge Leute zur Besiedlung angeworben hat und wegführte. Hierbei geht man von der Tatsache aus, daß Einwohner einer Stadt in der damaligen Zeit oft als „Kinder der Stadt“ bezeichnet wurden.
Die These der Ostkolonisation kann weiter durch Erkenntnisse von Professor Jürgen 6 gestützt werden, der Orts- und Familiennamen der Regionen Priegnitz und Udolph
Uckermark im heutigen Brandenburg verglich und dabei festgestellt hat, daß dort die 7 gleichen Geschlechternamen nachweisbar sind wie in Hameln. II. Die Entwicklung der Sage
8 Die älteste schriftliche Erwähnung der Geschichte des Rattenfängers von Hameln findet sich in einer Lüneburger Handschrift aus der Zeit um 1430 / 50. Sie wurde in lateinischer Prosa geschrieben, welche dann 1936 von Heinrich Spanuth entdeckt wurde.
6 J. Udolph: Zogen die Hamelner Aussiedler nach Mähren? Die Rattenfängersage aus namenkundlicher Sicht; in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 69 (1997) S. 125 - 183.
7 Dagegen spricht Hans Dobbertin, welcher der Ansicht ist, daß die Namen „Hamlinus, Henlinus, Haindlinus oder Hamelinus“ mit Hameln an der Weser nichts zu tun habe. Es handele sich hierbei lediglich um im Sudeten- und Egerland gebräuchliche Vornamen, welche sogar in Frankreich vorgekommen seien.
8 Hameln, Kreisstadt des Kreises Hameln - Pyrmont im Regierungsbezirk Hannover, Niedersachsen, im Tal der Weser, 57900 Einwohner (1990). Hameln gehörte bis ins 13. Jahrhundert der Abtei Fulda, später den Welfen. Im späten 16. Und 17. Jahrhundert war es Mittelpunkt der Weserrenaissance, noch heute bestimmen Fachwerkhäuser ( u. a. Stiftsherrenhaus, 1548) und Werksteinbauten (Rattenfängerhaus, 1602 - 03) das Bild der Altstadt.
Der Tag, an welchem die Geschichte vom Rattenfänger stattgefunden haben soll, wird auch auf einer Inschrift am Rattenfängerhaus (erbaut 1602 - 03) in Hameln auf den 26. Juni 1284 festgelegt:
Der Ausdruck „calvarie“ wurde früher im Zusammenhang mit Hinrichtungsstätte gebraucht. Unklarheit herrscht über die Bedeutung von „koppen“, da es in der Umgebung von Hameln mehrere Berge für diesen Namen in Betracht kommen. Auch wird in einigen Versionen der Sage der Poppenberg genannt.
Ein weiterer Beleg ist ein Torstein in Hameln, der 1556 aufgestellt wurde und ebenfalls vom Verschwinden der Kinder Kunde gibt. Auf seiner Inschrift heißt es:
9 Dieser Satz läßt die Vermutung zu, daß die erste schriftliche (aber verschollene) Erwähnung der Sage auf das Jahr 1400 datierbar ist. 10 Dieser Mann verstarb 1376. Spanuth schreibt hierzu auf S. 18: „Rechnet man die Lebenszeit dieser Frau nach der ihres im Jahre 1376 verstorbenen Sohnes um eine Generationsfrist von 30 Jahren zurück, so kommt man, ein gleiches Alter auch für sie angenommen, für ihre Geburt auf die Zeit um 1270 - 1275. Sie war also im Jahr 1284 etwa 10 - 14 Jahre alt.“
Zum ersten Mal taucht eine gedruckte Version der Sage 1556 in der Sammlung von „Wunderzeichen“ auf, deren Verfasser der pommersche Theologe Hiob Fincelius ist.
Am Tage Maria Magdale vor 180 Jahre würde nach Ficelius aber bedeuten, daß der Auszug der Kinder am 22. Juli 1376 stattgefunden haben soll. Seit dem ersten Erscheinen der Sage haben sich mehrere Versionen entwickelt. Das Motiv der Ratten wurde jedoch erst ca. 200 - 300 Jahre später in die Sage eingefügt. Die Ratte steht im Aberglauben mit Zwergen, Kobolden und Hexen in Verbindung. Wenn Ratten ein Haus verlassen, soll ein Unglück geschehen, wenn sie ein Schiff verlassen, soll dies untergehen. Nach dem Volksglauben personifizieren Ratten
6
Krankheiten (besonders die Pest) und gelten als Verwandlungstiere von Hexen und Kobolden.
Der chronikartige Bericht wird nun im 16. Jahrhundert mit einer Tierbannersage verbunden. Dieser Typus von Sagen, welche in ganz Mitteleuropa verbreitet waren, erzählte von Männern, die sich erboten, Ungeziefer wie Schlangen, Ratten und Mäuse meist mit magischen Mitteln zu vertreiben. Der reale Bezug zu den Sagen liegt darin, daß es damals tatsächlich Kammerjäger gegeben hat, die sich aus Gründen des Berufsprestiges oft mit einem Mantel des Geheimnisvollen umgaben und so den kollektiven Glauben an magische Praktiken in den Dienst ihres Gewerbes stellten. Zum ersten Mal tritt diese Verbindung 1589 in einer örtlichen Handschrift, dem „Chronicon Hamelnse“, verfaßt von dem Küster Jobst Johann Backhaus auf:
Später nimmt die Sagenüberlieferung weitere Elemente auf, von denen einige feste Bestandteile der Sage geworden sind. So erzählte man von zwei Kindern, die dem Pfeifer folgten, wobei das eine dann vor Schreck stumm, das andere blind wurde. Diese beiden werden zu Zeugen und Boten der unheimlichen Geschichte. Das Motiv variiert dann in weiteren Versionen. Mal ist es ein Knabe, der seine Jacke vergessen hat, ein Mädchen, das mit dem Schuh steckenblieb, ein lahmer Junge, der nicht schnell genug hinterherkommt, usw. III. Verwandte in- und ausländische Sagen
Die Sage vom Rattenfänger von Hameln fing während des 18. Jahrhunderts an, durch Europa zu wandeln, und neue Sagen entstanden. Die Motive dieser Sagen ähneln der Hamelner Sage mehr oder weniger stark:
• Irland: „Sea-Piece“ von Kirkpatrick (1752). Nach ihr trat in grauer Vorzeit zu Belfast
ein Dudelsackpfeifer auf und lockte eine Schar junger Landleute zu Spiel und Tanz mit sich, um sie schließlich in einem nahe der Hafeneinfahrt der Stadt liegenden Felsen zu verzaubern.
8
• Frankreich: „Crosaire“ (1824): Bericht über eine Rattenplage um 1250 in dem Dorf
Drancy-les-Nouës bei Paris.
• Österreich: Der Rattenfänger von Korneuburg (bei Wien) 11 :
9
• Deutschland, Erfurt: Über die Ereignisse in Erfurt berichtet Johannes Letzner im 4. 12 : Bericht des 16. Kapitels der alten geschriebenen Erfurter Chronik
IV. Die Sage in der Weltliteratur
• Grimmsche Sagen (1812):
11 Huber, Zaural, Mayer: Volkssagen aus dem Bezirk Korneuburg. Verlag des Kunstförderungsvereins Stockerau und Umgebung, Stockerau 1971
12 Johannes Letzner (niedersächsischer theologischer Chronist): Corbeische (Corveysche) Chronica, 1590. 13 Arnstadt, Kreisstadt des Ilm-Kreises, Thüringen, an der Gera, (1992) 28400 Einwohner. 704 erwähnt, geistlicher Besitz von Utrecht, dann von Echternach und Hersfeld (Stadtrecht 13. Jahrhundert), kam im 14. Jahrhundert an die Grafen von Schwarzburg; Liebfrauenkirche (um 1200), Rathaus (1583 - 1585), Schloß (1728 - 1732).
11
• Johann Wolfgang von Goethe: Die Ballade vom Rattenfänger, von F. Schubert
vertont.
16 Es ist nicht bekannt, wer damit gemeint ist.
17 Hier ist das im Jahre 1572 restaurierte, 1660 bei einem Brand zerstörte Glasbild im Ostfenster der Marktkirche von Hameln
gemeint. Ferner soll ein solches Glasbild schon für das Jahr 1525 an einem Eckhaus „Am Markt“ existiert haben.
18 Hierzu wurde kein Beleg gefunden.
• Clemens Brentano: ein Volkslied über den Rattenfänger von Hameln. 19
19 in: Des Knaben Wunderhorn“, gemeinsam verfaßt mit Achim von Arnim, 1806.
Die traditionelle Sage und das Lied von Brentano sind fast gleich, Brentano schreibt nur in einer anderen literarischen Form. Der Rattenfänger ist in beiden nur eine negative und pessimistische Figur. Er stimmte zu, für einen bestimmten Lohn die Stadt von allen Mäusen und Ratten zu befreien. Durch die Straßen pfiff der Rattenfänger, alle Mäuse und Ratten folgten ihm und die Stadt wurde von der Plage befreit. Aber die Bürger wollen ihm den Lohn dafür nicht geben, und der Rattenfänger war verärgert und verbittert. Die Bürger dachten, daß die Taten des Rattenfängers teuflische Taten waren, und es wird impliziert, daß er teuflische Attribute hat. Weil die Stadt ihm seinen Lohn verweigerte, wollte er sich rächen. Er erschien noch einmal in der Stadt mit seiner Pfeife, aber diesmal kam er nicht um die Tiere, sondern um die Kinder der Bürger zu holen. Die Kinder (fast 130) folgten dem Rattenfänger durch die Straßen, durch die Berge und verschwanden.
In diesen zwei Versionen ist der Rattenfänger eine negative Figur, weil er gierig auf den Lohn war und den Eltern darum ihre Kinder wegnahm.
20 Das Lied ähnelt sehr stark der Episode in dem Chronicon Hamelnse von Pastor Jobst Johann Backhaus von 1589.
15
• Ein episches Gedicht von Julius Wolff
• Ein tschechischer Roman von Victor Dyk (1915): Krysar
• Ein russisches Gedicht von Marina Ivanova Tsvetaeva (1925): Der Rattenfänger:
Eine lyrische Satire mit mehr als 2000 Zeilen.
• Ein Stummfilm von H. Wegener.
• Ein früher Zeichentrickfilm von Walt Disney (1934).
• Bertolt Brecht: Der Rattenfänger.
• Carl Zuckmayer; ein Schauspiel über den Rattenfänger von Hameln (1975)
• Michael Ende und Wilfried Hiller: die Oper „Der Rattenfänger von Hameln“,
uraufgeführt 1993
• Jethro Tull (1976)
• Hannes Wader 21
21 Hannes Wader, Der Rattenfänger (1974); in : Textbuch im Verlag Zweitausendeins, Frankfurt / Main
Die Songversion von Hannes Wader ist eine ganz andere Version, weil sie von der Perspektive des Rattenfängers erzählt ist.
Jeder wußte, was in Hameln geschah, aber niemand wußte wirklich, warum der Rattenfänger die Kinder gestohlen hatte. Der Rattenfänger war ein armer Fremder und Außenseiter, und paßte nicht zu den Bürgern. Er war immer der Sündenbock in der Sage: jeder glaubte, daß der teuflische Rattenfänger alle Kinder gestohlen hatte, und sooft sich der Leser an den Rattenfänger erinnerte, dachte er an den schlauen Dieb. In Waders Version verteidigt der Rattenfänger seine Taten. Diese Version handelt von gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Der Rattenfänger kam durch die Stadt und befreite sie
20
von den Ratten, und die Bürger freuten sich sehr, aber niemand dachte mehr an den Rattenfänger.
Am Beispiel des Songs läßt sich die Verwertung des populären Sagenstoffes und seine Inanspruchnahme für eine ideologisierende Interpretation deutlich machen Die Umdeutung des Stoffes und dessen damit verbundene Aktualisierung läßt sich an der Person des Rattenfängers und der Ich-Darstellung im Song festmachen. Wader beläßt dabei einige Elemente der Sage, und nimmt neue hinzu (Mißhandlung der Kinder, Vertreibung durch deren Eltern). Das sozialkritische Anliegen des Autors, besonders die Tatsache, daß er sich mit dem Rattenfänger identifiziert, sollte hier 22 beachtet werden.
• Rainhard Fendrich:
22 Pellens, Karl / Petzoldt, Leander: Historische Sagen im Unterricht, S. 116.
VI. Fragen
Es stellt sich die Frage, wer ein Interesse daran gahabt hat, die Sage vom Rattenfänger so zu erzählen, wie sie uns heute überliefert ist. Es muß doch eine plausiblen Grund für das Verschwinden geben. Folgende Theorien, die im Seminar aufgestellt woreden sind, sollen hier wieder gegeben werden:
• Die Bürger der Stadt haben aus Scham darüber, das sie ihre Kinder als Söldner
oder Sklaven verkauft haben, die Geschichte vom Rattenfänger erfunden.
• Ein unerklärliches Kindersterben wurde durch die Sage verbrämt.
22
Die Kinder (nicht alle, aber viele) wurden tatsächlich entführt und wiederum wurde aus Scham über die Unachtsamkeit die Sage in Umlauf gesetzt. Alle diese Theorien können jedoch durch nichts bewiesen werden. So wird der wahre Hintergrund der Sage wohl immer im Dunkeln bleiben. Natürlich kann man auch behaupten, daß die Geschichte von vorn bis hinten erfunden ist. Doch um ein irisches Sprichwort zu zitieren: wenn die Geschichte schon nicht wahr ist, so ist sie wenigstens gut erzählt. V. Literatur
Bartos - Höppner, Barbara Der Rattenfänger von Hameln
Baumann, Kurt Der Rattenfänger von Hameln
Bechstein, Ludwig Deutsche Sagen Verlag Werner Dausien Hanau 1987 Guggenmoos, Josef Hausbuch deutscher Sagen und Schwänke Verlag Carl Überreuther Wien 1972 Klaffke, Bernhard Märchenreise durch Deutschland
Mudrak, Edmund (Hrsg.) Das große Buch der Volkssagen
Ensslin & Laiblin Verlag Reutlingen
23
Pellens, Karl und Historische Sagen im Unterricht Petzoldt, Leander Fächerübergreifende didaktische Konzepte für den Deutsch-und Geschichtsunterricht. Mit vielen Unterrichtsbeispielen Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1978 Petzoldt, Leander Deutsche Volkssagen
Spanuth, Heinrich Der Rattenfänger von Hameln: Vom Werden und Sinn einer alten Sage Dissertation 1951
Rötzer, Hans Gerd Themen - Texte - Interpretationen: Band 2: Sage
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Verena Lowens, 1998, Der Rattenfänger von Hameln, München, GRIN Verlag GmbH
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