-7.6.: Reichshaushalt wird gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien angenommen; Billigung neuer Kriegskredite in der Höhe von 12 Mrd. Mark gegen die Stimmen der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft
-28.6.: Verurteilung Karl Liebknechts zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus wegen Antikriegskundgebung am 1.5. in Berlin
-Aufruf des SPD - Parteivorstandes an die Mitglieder gegen das Verbot der öffentlichen Erörterung von Kriegszielen, Aufforderung überall im Reich öffentliche Veranstaltungen durchzuführen, in denen gegen eine Annexionspolitik Stellung bezogen wird
-23.8.: Verurteilung Karl Liebknechts zu vier Jahren und einen Monat Zuchthaus in einer Berufungsverhandlung
-29.8.: Paul von Hindenburg wird neuer Chef des Generalstabs
-2.9.: Hindenburgprogramm: Forderung einer Verdopplung der Versorgung mit Munition bis zum Frühjahr 1917, Verdreifachung der Produktion von Geschützen, Maschinengewehren und Flugzeugen
-16.9.: Alle im Ausland lebenden deutschen Wehrpflichtigen werden durch einen Erlaß Kaiser Wilhelms II. zur Meldung bei den deutschen Auslandsbehörden aufgefordert.
1917
-31.3.: staatliche Werbeaktionen zur 6. Kriegsanleihe auf Hochtouren; Aufrufe zur „Freien Liebestätigkeit“, die die Zivilbevölkerung um zusätzliche Spenden bitten
-7.4.: Osterbotschaft Kaiser Wilhelms II.: Aussicht auf neues Wahlrecht, das das häufig kritisierte Dreiklassenwahlrecht ablösen und direkte und geheime, aber nicht gleiche Wahlen einführen soll
-8.4.: Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), Vorstand: Hugo Haase, Wilhelm Dittmann
-Kanzler verliert die Unterstützung der Reichstagsmehrheit (bürgerliche Parteien und SPD) und zog sich heftig Kritik der parlamentarischen Rechten und der an einer massiven Kriegszielagitation interessierten Schwerindustrie zu
-14.7.: die Oberste Heeresleitung, aber auch die Konservativen und die Nationalliberalen sowie Mitglieder der Zentrumsfraktion den Kaiser zur Entlassung Bethmann Hollwegs, Nachfolger: Georg Michaelis
-19.7.: Annahme einer Resolution für einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen
-2.9.: die Deutsche Vaterlandspartei tritt nach ihrer Gründung für eine Fortsetzung des Krieges und für Annexionen ein
-24.10.: Rücktritt Georg Michaelis wegen fehlender parlamentarischer Mehrheit, Nachfolger: Georg Graf von Hertling
-28.10.: Forderung der christlichen Gewerkschaften, den Krieg rücksichtslos fortzuführen
-politische Leitung des Deutschen Reiches ging immer mehr in die Hand der Obersten Heeresleitung über („militärischer Kriegsabsolutismus“)
1918
-4.2.: Verurteilung des USPD - Abgeordneten Wilhelm Dittmann zu fünf Jahren Haft wegen Landesverrats
-18.3.: Beginn der 8. Kriegsanleihe
-28.9.: Paul von Hintze, der Staatssekretär des Äußeren, hält eine Demokratisierung des deutschen Staatswesens für „dringend notwendig“
-29.9.: Aufforderung der Obersten Heeresleitung an Wilhelm II. , den Alliierten ein Friedensangebot auf der Grundlage des 14 - Punkte - Programms von US - Präsident Woodrow Wilson zu unterbreiten
-3.10.: Max von Baden wird Reichskanzler
-4.10.: Bildung einer Regierung, die dem Reichstag verantwortlich ist, Philipp Scheidemann (SPD), Matthias Erzberger (Zentrum), Adolf Gröber (Zentrum) werden Minister ohne bestimmten Aufgabenbereich Ø Parlamentisierung der Regierung
Ø Festgelegte Verantwortlichkeit des Reichskanzlers und der Reichsminister gegenüber dem Parlament
Ø Übergang vom monarchischen Obrigkeitsstaat zum parlamentarischen Regierungssystem
-29.10.: Matrosen der Kriegsflotte in Kiel und Wilhelmshaven verweigern den Kriegseinsatz
- 4.11.: Bildung eines Soldatenrates in Kiel, in der Folge Bildung von Arbeiter -und
Soldatenräten in ganz Deutschland
-9.11.: Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann und Karl Liebknecht; Kaiser Wilhelm II. erklärt seine Bereitschaft zum Rücktritt
-10.11.: nach Verhandlungen zwischen USPD und MSPD wird der Rat der Volksbeauftragten als erste Regierung der deutschen Republik mit Friedrich Ebert als Reichskanzler gebildet
-28.11.: Abdankung Kaiser Wilhelms II. , ins Exil nach Doorn
-8.12.: Der Chef der Obersten Heeresleitung, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, fordert von Reichskanzler Ebert die Wiederherstellung der militärischen Kommandogewalt und die Abschaffung der Soldatenräte
- 14.12.: Unter Führung von Karl Liebknecht legt der Spartakusbund sein politisches Programm vor, das als Hauptforderung die Errichtung einer sozialistischen Räterepublik vorsieht.
Arbeit zitieren:
Jana Beer, 2001, Innenpolitik - 1.Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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