• Es gibt nun häufig Arbeiterwohngemeinden mit Pendlern
• Die Dorfgemeinde wird in der Fläche vergrößert
• Dorfkerne werden neu gestaltet, saniert
Darüber hinaus muß sich ein Bauer heutzutage anpassen, um zu überleben. Sein Einkommen durch die Landwirtschaft reicht oft nicht aus, darum muß er versuchen, durch andere Einkommensquellen sein Gehalt zu vergrößern . Folgende Methoden sind beliebt:
• Modernisierung seines Betriebes um Arbeitskräfte zu sparen und die Qualität und Quantität seiner Produkte zu steigern.
• Schnapsbrennerei
• Vermietung von Ferienwohnungen (Stichwort: Ferien auf dem Bauernhof)
• Ausführung von Kommunalarbeiten und Lohnarbeiten außerhalb seines Betriebes
• Hof ist Ausbildungsbetrieb
• Eintritt in einen Maschinenring um Geld beim Kauf von Maschinen zu sparen
• Direktvermarktung seinen Produkte um die Gewinne des Zwischenhandels zu umgehen
• Reitstall
e) Entwicklung der Landwirtschaft insgesamt
Deutschland ist im Hinblick auf die Landwirtschaft gekennzeichnet von folgenden Tendenzen:
• Es gibt immer weniger Bauern, dagegen wachsen die Großbetriebe an (Extensivierung)
• Nur Großbetriebe sind im Vergleich zum gewerblichen Lohn noch rentabel
• Immer weniger Bauern bearbeiten immer mehr Land => Betriebsfläche steigt
• Steigerung der Stickstoffdünger => Bodenproduktion pro Hektar steigt
• Der Verdienst eines Industriearbeiters stieg an, wohin gegen die Grundnahrungsmittelpreise fallen ð Bauern müssen mehr erzeugen, um ihr Lebensniveau zu halten ð Subventionen oder Massenproduktion muß entstehen
• Ein Bauer ernährt immer mehr Menschen
• Mechanisierung, Dünger, Genforschung (Neuzüchtungen), Bodenbearbeitungen und Flurbereinigung führen zu einer Produktionssteigerung
• Mechanisierung ergibt zugleich Spezialisierung
• Verdlungslandwirtschaft nimmt zu (pflanzliche Produkte werden in tierische umgewandelt)
II. Flurbereinigung
Die Flurbereinigung ist eine staatliche gelenkte und öffentliche geförderte Neuordnung der Gemarkung im Rahmen der strukturpolitischen Maßnahmen um die Produktions- und Lebensbedingungen in Deutschland zu verbessern.
a) Ziele
• Neuordnung der Flur zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Erhöhung der Produktivität durch Arrondierung der zersplitterten Flur und Bodenverbesserungen
• Verbesserung der Infrastruktur durch Optimierung des Wege- und Gewässernetzes
• Förderung der Landeskultur durch Dorferneuerungen
b) Grundlage
Die Grundlage ist das Flurbereinigungsgesetz von 1953. Die Kosten werden vom Staat übernommen, sind aber mit einer gewissen Eigenleistung verbunden
c) Durchführung
Zusammenarbeit zwischen Behörde und den betroffenen Grundbesitzern
d) Ablauf
• Dringlichkeitserstellung
• Bildung der Teilnehmergemeinschaft
• Wege- und Gewässerplan
• Festlegung des Wertes der einzelnen Grundstücke
• Flurbereinigungsplan
e) Kritik
In den 70er Jahren geriet die Flurbereinigung unter starke öffentliche Kritik, weil sie für den starken Artenrückgang, die Bodenzerstörung und die Ausräumung und Zerstörungen ganzer Landschaften verantwortlich gemacht wurde. Sie nahm zu wenig Rücksicht auf die regionalen Besonderheiten und gleiche das Landschaftsbild überall an.
Heute gilt die Flurbereinigung allerdings ein hervorragendes Instrument des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
f) Fallbeispiel
• Nur Selbstversorgung der Bauern möglich
• Haufendorf
• Versorgung wird immer schwieriger, Verarmung
III. Massentierhaltung
a) Merkmale
• Viele Tiere werden auf engstem Raum mit moderner Technik gehalten, wobei ihre Bewegungsfreiheit aus ökonomischen Gründen soweit wie möglich eingeschränkt ist. Sie müssen aber dann mit Beruhigungsmitteln behandelt werden. Deren Einsatz, sowie der Gebrauch von wachstumsfördernden Mitteln und Pharmaka hat Auswirkungen auf die Gesundheit des Essers.
• Optimierte Züchtung: Bestimmte Rassen (Legeleistung, mageres Fleisch)
• Computergesteuerte Versorgung
• Impfungen aufgrund des Infektionsrisikos
• Große Menge von Abfall, der nicht mehr nur auf die Felder gebracht werden kann
• Konzerne haben kaum Risiko, geben den Bauern das Risiko und sind vertikal strukturiert, d.h. sie vereinigen mehrere Schritte eines Produktionsganges und bilden so einen räumlichen Produktionsverbund aus.
ð Gewinnoptimierung, Billigproduktion, Qualität des Fleisches ist fragwürdig, Stickstoffemissonen steigen und Umweltschäden entstehen
b) Problem
Die Kunden sind nicht bereit mehr Geld bzw. höhere Preise für Nahrungsmittel zu zahlen. Es entsteht eine Abwanderung in die kostengünstigeren Ostregionen von Europa. Dies bedeutet das unsere hochwertige Ernährung mit Verdelungsprodukten ein zentrale Ursache der Umweltverschmutzung durch die Landwirtschaft ist.
c) Ökologie ó Ökonomie
Maßnahmen zur Leistungssteigerung, wie z. Bsp. die Massentierhaltung haben vielerlei Einfluß auf die Umwelt:
• Intensiver Anbau belastet den Boden, nutzt ihn aus und zerstört Lebensräume für Tiere und Pflanzen
• Wiesendüngung führt zur Artenverlust
• Drainagen zerstören Biotope
• Übermäßige Düngung mit Stallmist und Mineraldüngern führt zur Anreicherung des Grundwassers mit Stickstoff
• Herbizide, Pestizide und Fungizide verringern die Artenvielfalt und sammeln sich im Boden an
• Die Eutrophierung der Gewässer hat in der Landwirtschaft einen Hauptverursacher
• Neues Saatgut ist empfindlich (Dünger, Maschinen)
• Das Maschinengewicht führt zur Verdichtung des (Unter)Bodens
• Unsachgemäße Bewässerung fördert die Versalzung der Oberfläche
IV. Konventionelle und alternative Landwirtschaft
Das heutige System scheint weder sehr ökonomisch (Subventionen) noch sehr ökologisch (Grundwasser, Artenvielfalt) zu sein. Hilft die alternative Landwirtschaft aus diesem moralischen, ethischen, wirtschaftlichen und ökologischen Schlamassel?
•
Einsatz von organischen Düngern, Erhaltung von
Weitere Merkmale eines alternativen Betriebes sind:
• Kein Zukauf von außen
• Großräumig angelegte Betriebe
• Vielfältiger Anbau
• Höhere Preise
• Futterpflanzen auf dem eigenen Hof
• Extensivierung
• Nachahmung natürlicher Stoffkreisläufe
Diese Betriebe sind sehr stark abhängig von der Initiative und Motivation des einzelnen Landwirt und eng mit den Möglichkeiten der Direktvermarktung verbunden, weshalb sie nicht für alle Bereiche Deutschland in Frage kommen. Die EU subventioniert diese alternative Landwirtschaft, da sie die Umwelt schützt. Es sollen folgende Dinge gefördert werden:
• Verringerung des Einsatzes von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
• Extensivierung
• Umwandlung von Acker- in Grünflächen
• Einführung biologischer Anbauverfahren
• Stillegung von Ackerflächen
• Verringerung des Viehbestandes
Derzeit scheint aber eine umfassende Reform der Landwirtschaftspoltik nicht möglich, obwohl der Berg von Regelungen, Subventionen, Vorschriften , Verboten und Beschränkungen kaum mehr durchschaubar ist. Eins ist jedoch sicher:
Das Problem der Landwirtschaft ist aber nicht nur auf die Politik zurückzuführen, sondern auch auf die Verbraucher und deren Kaufverhalten. In vielen Bereichen müßte sich nicht nur die agrarische Produktion sondern auch die Vermarktung geändert werden.
V. Deutsche Landwirtschaft in der EU
a) Ziele des EG-Marktes (1957)
• Anreiz zur Produktionssteigerung durch Abnahmegarantien
• Gleichstellung von landwirtschaftlichen und gewerblichen Einkommen
• Mechanisierung, Spezialisierung, Rationalisierung => Selbstversorgung => Überproduktion
• Freier Austausch der Güter innerhalb der EG, Abschirmung des EG-Marktes durch Marktordnung
b) Grundsätze der Agrarpolitik
• Markteinheit: Alle Agrargüter können zollfrei, ohne mengenmäßige Beschränkung innerhalb der EU gehandelt werden
• Gemeinschaftspräferenz: Durch Marktordnung wird ein einheitliches Preisniveau festgelegt und
gegenüber Nicht-EU-Ländern abgesichert. Eu-Produkte genießen Präferenz.
• Finanzielle Solidarität: Gesamte Kosten werden von der EU zusammen getragen.
c) Eingriffe
Es gibt zwei verschiedene Arten von Eingriffen in das marktwirtschaftliche System:
• Preispolitische Eingriffe (Marktordnung, Interventionsregelungen) sind Aufgabe der EU und
bestehen bei fast allen Agrargüter
• Strukturpolitische Eingriffe (Flurbereinigung, Dorferneuerungen) sind Aufgabe der einzelnen Mitgliedsstaaten und spielten bisher eine geringere Rolle (s. 2)
d) Preispolitik
In Europa gibt es fast überall die gleichen Preise für agrarische Güter. Entscheidend dafür ist ein in der Marktordnung festgelegter Schwellenpreis, der deutlich über dem Weltmarktpreis liegt, und so ermöglichte, dass die von außerhalb eingeführter Produkte mit einer Einfuhrabgabe belegt wurden, die den Unterschied zum Schwellenpreis ausmacht. Gleichzeitig werden die EG-Produkte durch Subventionen auf dem Weltmarkt verbilligt. Der Richtpreis ist ein jährlich festgesetzter Verkaufshöchstpreis . Der Interventionspreis ist ein garantierter Mindestpreis , zu dem die Eg ein Produkt aufkaufen mußte. Es ist also sowohl eine Preis - als auch eine Mengengarantie vorhanden. Diese Garantien waren eine Hauptursache der Überproduktion in Westeuropa.
e) Entwi cklung
In Europa entstand eine Überproduktion von Agrarprodukten, da die Garantien Anbau auch auf weniger geeigneten Flächen lohnend machte. Dadurch entstanden nicht nur sehr große finanzielle Schäden (Abnahmepflicht), sondern auch sehr große ökologische Probleme.
Das Ziel der Einkommensangleichung an die gewerbliche Wirtschaft wurde bis heute nicht erreicht, trotz erheblicher Steigerungen der Arbeitsproduktivität.
Trotz landwirtschaftlicher Überproduktion war Deutschland der weltgrößte Importeur.
f) Reform der Agrarpolitik
• Prämien für Stillegungen, erlaubt ist die Produktion nachwachsender Rohstoffe für die Industrie
• Milchquoten
• Interventionspreise werden gesenkt => Ausgleichszahlungen um Verluste auszugleichen
• Reduzierung der Tierzahl
• Viele Betriebe können nur überleben, wenn sie neue bzw. andere Einnahmequellen erschließen (s.
1, d)
Von einer Verschlankung des Verwaltungsaufwandes kann keine Rede sein!
g) Regionale Wirtschaft
Einige Menschen sehen eine Zukunftsperspektive der Landwirtschaft in der regionalen Wirtschaft. Es ergeben sich aber folgende Probleme bei der Realisierung:
• Natürliche Unterschiede (Hanglage, Bevölkerungsdichte, Bodenqualität)
• Spezialisierung
• Zu teuer (Einfuhr billiger als Selbstproduktion)
• Winter: Kein Gemüse, Obst
VI. Natürliche Voraussetzungen
a) Klima (großräumige Nutzung):
• Temperatur: Nutzpflanzen wachsen erst bei Temperaturen von mehr als 5°C
• Niederschläge: Der Wasserbedarf von Nutzpflanzen ist sehr stark unterschiedlich und schwankt auch innerhalb der Vegetationszeit. In der Hauptwachstumszeit ist er sehr hoch, in der Reifezeit eher gering. Die Verteilung der Niederschläge (gleichmäßig, nicht episodisch, ohne Trockenzeit) ist genauso wichtig wie die jährliche Menge. Landregen fördert die Durchfeuchtung des Bodens.
b) Böden (kleinräumige Nutzung):
Sehr wichtig bei der agrarischen Nutzung ist der Boden und seine Eigenschaften, wie z.Bsp.:
• Fähigkeit, Pflanzennährstoffe festzuhalten und an die Wurzel weiterzugeben (Speicherfähigkeit)
• Chemische Eigenschaften, wie der Gehalt an Nährstoffen und Spurenelemente und der pH-Wert
• Physikalische Eigenschaften, wie Korngröße, Porenvolumen und Durchwurzelbarkeit
• Biologische Eigenschaften, wie der Gehalt an Bodentieren und Pflanzenteilen
Heute ist nicht mehr der Mineralgehalt wichtig, sondern die Möglichkeiten den Boden zu bearbeiten und in durch Düngung und andere Maßnahmen zu verbessern. Bewertet werden die Böden nach der sogenannten Bodenzahl, bei der der Boden mit den Spitzenböden in der Magdeburger Börde (100) verglichen werden
c) Anbaugrenzen Man unterscheidet zwischen zwei Grenzen:
• Natürliche Grenze: Es gibt verschiedene Arten, wie z. Bsp. die agronomische Trockengrenze (
Regenfeldbau möglich), die Höhengrenze (Wärmemangelgrenze), die Polargrenze (Wärmemangelgrenze) usw.
• Ökonomische Grenze: Sie wird von den Transportkosten und der Transportempfindlichkeit des jeweiligen Produktes bestimmt . H. v. Thünen entwickelte daraufhin ein System.
d) Thünenschen Ringe
Um einen zentralen Markt liegen verschiedene Nutzungsarten in konzentrischen Kreisen. Marktnäher sind Kulturen mit hohen Mengenerträgen, hohen Produktionskosten und hohen Transportkosten. Das Modell gilt heute noch, aber Veränderungen durch Subventionen der EU, das Verkehrswesen und die Kühltechnik sind festzustellen. Durch Veredelung der Produkte folgt eine Wertsteigerung. Bei Marktferne ist es rentabler durch extensive Landwirtschaft einen geringeren Hektarertrag zu erwirtschaften als durch Düngemittel einen höheren, weil die Kosten zu hoch sind.
Arbeit zitieren:
Marco Eipper, 2000, Vorbereitung auf Erdkundeklausur inm GK 12/2, München, GRIN Verlag GmbH
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Franzi
du bist ein schatz.
du bist ein schatz....da hab ich doch eine menge arbeit gespart! merci!!
am Tuesday, January 10, 2006-
Kai Pflaume
Aber dreist , dafür Geld zu verlangen ....ich sag nur ,,Direktvermarktung seinen Produkte um die Gewinne des Zwischenhandels zu umgehen" ....schlechtes Deutsch...hmmm..
am Wednesday, March 17, 2010-