Literaturverzeichnis
1) Einleitung
Es gibt ein Wort, das immer häufiger in der heutigen Wirtschaft fällt und immer mehr Politiker und Unternehmer benutzen: Globalisierung. Dieser neue Ausdruck steht für einen Trend, der sich seit den 60er Jah- 1 anbahntund immer wichtiger wird. Jeder Unternehmer kann und sollte ren
sich damit auseinandersetzen, da dieser Trend in Zukunft die westliche Wirtschaft beherrschen wird. Der Begriff Globalisierung tauchte erst spät auf, viele Wirtschaftslexika haben bis heute keinen oder erst seit Kurzem 2 brachte den Auseinen Eintrag darüber, z.B. Gablers Wirtschaftslexikon druck erstmals in der 13. Auflage 1992 unter, Kröners Wörterbuch der Wirtschaft von 1995 trägt nach wie vor keinen Eintrag zu diesem Thema.
2) Globalisierung - ein Definitionsversuch
zunehmende internationale Verflechtung der Volkswirtschaften, Austausch von Waren, Dienstleistungen, Finanzierungen auf internationaler Basis, Abbau von Handelsschranken und Vereinfachung der Zusammenarbeit verschiedener Länder und verschiedener Unternehmungen. Jedoch ist Globalisierung mittlerweile zu einem Modewort geworden und wird mit unterschiedlichen Vorstellungen, Erwartungen und Ängsten verbunden. Im Kern meint man mit Globalisierung die Intensivierung transnationaler, aber
1 Vgl. Vahlens Großes Wirtschaftslexikon, Band 1, 2 überarbeitete und erweiterte Aufla-
ge 1993, Verlag C.H. Beck, München usw.
2 Vgl. Gablers Wirtschaftslexikon, Band 1, 13 Auflage 1992, Betriebswirtschaftlicher
Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden
2
auch interdependenter Beziehungen in unterschiedlichen Bereichen (Ökonomie, Politik, Kultur, Kommunikation). In zunehmendem Maße wird für uns wichtig, was in anderen Teilen der Welt geschieht. Neu an dieser Globalisierung ist vor allem das Ausmaß und die rasante Zunahme dieses globalen Beziehungsgeflechts, insbesondere durch
• Wachsende Konkurrenz auf globalen Märkten, nicht nur für Kon-sumgüter, sondern vor allem auch für Dienstleistungen, für das
Bankenwesen durch Online Banking, für Versicherungen etc. • Wachsende globale und deregulierte Finanzmärkte. Auslandsin-
vestitionen, Schuldverschreibungen oder Devisengeschäfte orien-
tieren sich weltweit an Renditeerwartungen, nicht aber an nationa-len Grenzen.
• Wachsende Bedeutung transnationaler Unternehmen als global
Players (Großkonzerne z.B Siemens), während der Gestaltungs-rahmen der Nationalstaaten enger wird. • Wachsende "Grenzüberschreitungen" durch Verlagerung von Ar-beitsplätzen, aber auch durch Ferntourismus und durch weltweite
Kommunikation via Internet oder Email.
2.1) Abgrenzung Globalisierung - Internationalisierung
Hier liegt ein Streitpunkt vor - es herrscht keine Einigkeit in der Literatur ob nun beide Begriffe dasselbe bedeuten oder nicht. Einerseits wird behauptet, die Globalisierung der Märkte wäre nur eine neuere Ausdrucks-form für die Internationalisierung, und es würde nur ein Kurs unter neuem Namen weiterverfolgt, der schon länger existiert. Andere differenzieren zwischen den Begriffen und unterscheiden zwischen einer Internationalisierung der Produktion durch Verlagerung von Fabrikation ins Ausland und einer Globalisierung der Märkte, bei der der Abbau von wirtschaftli- 3 Drittebehaupten chen Internationalen Schranken im Vordergrund steht. wiederum, eine Globalisierung sei noch nicht eingetreten, da Investitionen und Handel vorwiegend innerhalb bestimmter Regionen, beispielsweise in den EU Staaten, betrieben wird, und es sich deshalb um Regionalisierung handelt.
3 Vgl. Beck U., Was ist Globalisierung, Suhrkamp-Verlag Frankfurt am Main, 1997,
S.199
3
2.2) Die Globalisierung der Märkte
Bei der Globalisierung handelt es sich um eine zunehmende Zusammenarbeit von Unternehmen verschiedener Länder und deren Regierungen. Dabei wird unterschieden zwischen verschiedenen Märkten, auf denen Schranken a bgebaut und internationale Zusammenarbeit möglich gemacht wird.
Die älteste Form der grenzüberschreitenden Beziehungen sind Import und Export, die seit Menschengedenken betrieben wird, man denke nur an Sindbad den Seefahrer. Während früher zwischen vielen Ländern nur wenig oder gar kein Handel stattfand, fallen heute immer mehr politische und wirtschaftliche Barrieren weg, beispielsweise durch GATT und die Grün- 4 ,was zu der Globalisierung der dung der Welthandelsorganisation WTO
Absatzmärkte wesentlich beigetragen hat. Der Umkehrschluß davon ist, daß die Beschaffungsmärkte Global werden und Unternehmen Produkti-onsfaktoren wie Rohstoffe, Bauteile, Lizenzen und Ähnliches ebenfalls aus dem Ausland beziehen können.
Die Produktion selbst im Ausland wird ebenfalls zunehmend erleichtert. Viele Regierungen legen hohen Wert darauf, daß ausländische Unternehmen im Inland investieren um somit die eigene Wirtschaft anzukurbeln und vereinfachen die Einleitung solcher Direktinvestitionen erheblich, teils auch durch Zuschüsse und verlockenden Vergünstigungen. Seltsamerweise findet genau diese Entwicklung in den Ländern besondere Bedeutung, 5 die früher den Kapitalismus bekämpft haben. Auch auf dem Arbeitsmarkt werden neue Möglichkeiten gegeben sich Arbeitskraft aus dem Ausland zu akquirieren und selber diese ins Ausland zu schicken. Zum einen bietet der weltweite Wettbewerb auf dem Ar- 6 ,aubeitsmarkt Möglichkeiten um günstig an Arbeitskräfte zu gelangen ßerdem fördert zunehmend auch der Austausch von Arbeitskräften ver- 4 Vgl.Horváth, C., Globalisierung - Der Schritt in ein neues Zeitalter, Springer Verlag
Berlin ua., 1997, S.3-14
5 Vgl. Stein, J.L. The globalization of markets, Physica Verlag, Heidelberg, 1997, S.99
6 Vgl. Genscher H.D. , Globalisierung - Chance oder Gefahr?, 1997, S.3
4
schiedener Herkunftsländer die Weitergabe von Erfahrung und Wissen (bspw. Inder mit Greencard).
Des weiteren werden auch neue Arbeitsplätze durch die Globalisierung S. 5;S. 46 und der damit zusammenhängenden Expandierung geschafft.
Zuletzt muss noch der Finanzmarkt erwähnt werden, dessen Globalisierung wohl fast die fortgeschrittenste ist. Durch Deregulierung und Liberalisierung der Finanzmärkte und Abbau bzw. Lockerung von gesetzlichen Vorschriften werden die Finanzmärkte zunehmend international und für 7 Die Mobilität des Kapitals nimmt weimehr Kapitalsuchende zugänglich.
ter zu, was dazu führt, dass Geld leichter in Bereiche gelangt wo es drin- 8 gend benötigt wird und effektiv einsetzbar ist.
3) Gründe für die Globalisierung
Einige wichtige Gründe für die zunehmende Globalisierung sind zu nennen:
n Die Schaffung und der Ausbau von weltweiten Kommunikations- und Informationssystemen sowie eine sich immer verbessernde Infrastruktur erlauben es Informationen schnell, preisgünstig und unkompliziert zu beschaffen und Waren schnell und sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Distanzen, die früher große Hindernisse waren, werden relati- 9 .Hierbei muss man E-Commerce und eBusiness als wichtige viert
Vorreiter nennen. Man muss allerdings zwischen B2B (Business to Business) und B2C (Business to Consumer) unterscheiden. n Die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung wird immer besser durch die globale Integration der Finanzmärkte. Zusammen mit der Entwicklung der weltweiten Kommunikationssysteme (Online Banking) führen Lockerungen oder Aufhebungen von Regulierungen dazu, dass Kapital auch in Bereichen eingesetzt werden kann, wo es früher nicht oder nur
7 Vgl. Gupta S., Dynamics of globalization and development, Kluwer Academic
publishers, Boston usw., 1997, S.6-8
8 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 11
9 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 10
5
schwer hingekommen wäre. Internationale Geldgeber sind auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten und sind nun nicht mehr auf bestimmte 10 Regionen und Länder angewiesen.
n Der Zusammenbruch des Ostblocks und die Bemühungen der dazugehörigen Länder das marktwirtschaftliche System möglichst schnell einzuführen führten dazu, dass durch Privatisierung der dortigen Unternehmen ausländisches Kapital angelockt wurde und Investitionen aus 11 Auch das politische Umdenken in Ladem Ausland verstärkt wurden.
teinamerika v on einer nach-innengerichteten zu einer weltoffenen 12 Denkweise trägt sein Teil zur Globalisierung bei. n Die Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik der USA in den 80er Jahren führte dazu, dass viele Länder nun ebenfalls diesen Weg eingeschlagen haben und durch „Steuerliche Entlastung von Unternehmen, Zurückführung des Staatsanteils, Deregulierung der Güter- und Finanzmärk- 13 dieVoraussetzung für Wachstum bei den Unternehmen verbesserte“ ten.
n Politische Bemühungen verschiedene Länder wirtschaftliche Zusammenschlüsse zu verwirklichen führten zu dem Abbau von Handelsbarrieren und politischen Uneinigkeiten. Als prominentestes Beispiel ist die EU zu nennen, die durch Abschaffung von Zöllen, Einheit der Währung und Öffnung der Grenzen die internationalen Wirtschaftsbeziehungen 14 zwischen den EU-Staaten erheblich erleichtern will.
4) Die Risiken der Globalisierung für KMU (Kleine und Mittel-
ständische Unternehmen)
Die Globalisierung der Märkte führt in den betroffenen Ländern zu bedeutenden Veränderungen des wirtschaftlichen Alltags und dem gewohnten Umfeld der Unternehmen. Oft nicht rechtzeitig erkannt, rollt die „Globalisie-
10 Vgl.Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 11
11 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 10
12 Vgl. Walter N., Globalisierung - Ende nationaler Wirtschaftspolitik?, Akademiegesprä-
che im Landtag, Eine Veranstaltung vom 18 Juli 1996, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
des Bayerischen Landtags, 1996, S.16
13 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 10
6
rungswelle“ über viele Unternehmen hinweg und beinhaltet ernstzunehmende Risiken, die im folgenden, speziell für kleine und mittlere Unternehmen untersucht werden sollen.
Hand in Hand mit der Globalisierung der Märkte findet auch häufig eine Globalisierung der Unternehmen statt. Vor allem große Technologiekonzerne planen ihren internationalen Marktauftritt und setzen ihn um, was in der Regel zu Machtstrukturen führt. In solchen Situationen ist es für KMU wichtig diese Schritte der Konkurrenz in der eigenen Branche vorauszusehen und mit einzuplanen und zur Stärkung der eigenen Marktmacht Gegenschritte einzuleiten, wie z.B. das Eingehen von Kooperationen mit an- 15 deren Unternehmen.
Häufig ist eine Notwendigkeit gegeben sich mit den Großunternehmen selbst zu verbinden, wenn keine geeigneten kleinen und „ebenbürtigen“ Kooperationspartner vorhanden oder bereit zu Kooperationen sind. Solche Fusionen, die heute keine Seltenheit mehr darstellen, führen meist zu einem „Verschlucken“ des Unternehmens, was wiederum oft den Verlust 16 Ist ein Unternehmen in einen der Selbständigkeit des KMU darstellt.
Konzern eingegliedert, ist das Verhältnis des Unternehmens zur obersten Führungsebene zunehmend anonym, was eine kreative Zusammenarbeit nicht erleichtert und das KMU selten als gleichwertigen Kooperationspart- 17 ner gelten lässt.
Die gravierendsten Nachteile, die KMUs gegenüber den Großunternehmen haben, sind ihre finanzielle Größe und die meist wesentlich kleinere Ausbringungsmenge der Produktion, die meistens nicht ausreicht um internationale Märkte zu beliefern, was wiederum nötig ist um im Rahmen der Globalisierung „mitmischen“ zu können. Die KMUs, die sich entschließen ihre Größennachteile durch Kooperationen auszugleichen, bzw. durch Expansion ins Ausland wieder konkurrenzfähig zu machen, stehen oft vor fast unüberwindbaren Hindernissen, meist finanzieller Art. So ist z.B. das
14 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 11
15 Vgl. Rottmann H., Zukunftsträger KMU, Cosmos Verlag Bern AG, 1998, S.24
16 Vgl. Sattes I. ua. , Erfolg in kleinen und mittleren Unternehmen, vdf Hochschulverlag
AG, Zürich, 1995, S.191
17 Vgl. Rottmann H., Zukunftsträger KMU, S. 36
7
Ausnutzen weltweiter Standortvorteile eine Frage des Kapitals, des tech- 18 Vieleder kleinen und mittelständinischen Niveaus und der Mobilität.
schen Unternehmen haben nicht diese Voraussetzungen und konzentrieren sich weiterhin auf den regionalen Markt. Wird auf Direktinvestitionen verzichtet, erliegt das KMU eventuell dem Konkurrenzdruck des multinationalen Unternehmens (Global Player), das alle Vorteile von Direktinvestitionen im Ausland genießt, nämlich Standortvorteile, unternehmensspezifische Wettbewerbsvorteile die weltweit ausgenutzt werden können und 19 Internalisierung, also der Verzicht über Märkte agieren zu müssen. Zusätzlich müssen solche Unternehmen, für die eine Auslandsaktivität nicht möglich ist, dem Kostendruck des Standortes Deutschland, vor allem ausgelöst durch die sehr hohen Lohnnebenkosten, damit begegnen, daß sie Beschäftigungsabbau und Rationalisierung im Inland betreiben. Betroffen sind vor allem die handwerklichen Betriebe und die Agrarwirt- 20 schaft.
Die Firmengröße von KMU kann auch in dem Sinne von Nachteil sein, als daß Potentielle Kapitalgeber wie Beteiligungsgesellschaften oder Banken, die auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten sind, erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße auf die Kapitalsuchenden KMUs aufmerksam werden, bzw. sie sind nicht bereit die hohen Analyse- und Informationskosten in Kauf zu nehmen um das Anlageobjekt hinsichtlich des Risi- 21 Genaudiese Kosten scheuen auch die KMUs selkos zu untersuchen.
ber, wenn sie sich über ausländische Absatzmärkte oder Investitionsmög- 22 Oftvereinfalichkeiten umsehen müssen bevor sie selber expandieren. chen die potentiellen Anleger ihre Entscheidung, indem sie die Firmengröße mit Leistung gleichsetzen, da auf dem mittlerweile globalen Anlagemarkt die Vielfalt der Möglichkeiten nicht mehr zu untersuchen wäre. Diese Vereinfachung ist natürlich unsinnig und hat natürlich für die KMUs,
18 Vgl. Bamberger I., Anpassungsstrategien kleiner und mittlerer Unternehmen an die
Globalisierung der Märkte, 1995, S.20-34
19 Vgl. Oppenländer K.H., Die Globalisierung der Märkte, S. 12
20 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, in: Horváth, C. ua.,
Globalisierung, der Schritt in ein neues Zeitalter, 1997, S. 25-35
21 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S. 30
22 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S. 30
8
vor allem wenn sie in der Entwicklungsphase sind, fatale Folgen, da gera- 23 de dort der Bedarf an Kapital am größten ist.
Die Folge von der Schwierigkeit an Kapital zu gelangen und die eigentliche Unternehmensgröße selbst, vor allem der Forschung und Entwicklungsabteilung, hat auch oft die Folge, dass KMUs zu lange brauchen um Produkte auf den Markt zu bringen, und wenn der Schritt getan ist, können 24 sie oft nicht mit der Wachstumsgeschwindigkeit des Marktes mithalten. Auch die Analyse des Marktes um ein Produkt oder eine Dienstleistung besser an die Bedürfnisse des Kunden anzupassen, ist für viele KMU nur 25 schwer realisierbar.
Kleine und mittlere Unternehmen gelten zwar als sehr flexibel und an den Markt anpassungsfähig, aber es gibt auch viele, meist Familienbetriebe, die seit ihrer Gründung einen kleinen, meist regionalen Markt beliefern, oft mehr traditionell statt effizient produzieren und sich auf einmal mit der Situation abfinden müssen, dass ein ausländisches Konkurrenzunternehmen in ihren Markt eingedrungen ist und preisgünstiger seine Produkte anbie- 26 DiesesPhänomen war bei der Deutschen Textil- und Bekleidungstet.
industrie zu beobachten, die plötzlich im Wettbewerb mit den südeuropäi- 27 Dieser schen Ländern stand und damit letztendlich untergegangen ist. Konkurrenzdruck hat mittlerweile auch die Branche des Maschinenbaus und der Autozulieferer, unter denen sich viele KMUs befinden, erreicht und es ist abzusehen, dass weitere Branchen zukünftig betroffen sein werden. Die Devise „Business as usual“ wird für die KMUs und für die Wirtschafts- 28 Wichtigist vor allem das politik auf lange Sicht schwere Folgen haben.
rechtzeitige Erkennen der prekären Situation, damit die vom Konkurrenzdruck geschwächten Unternehmen nicht wie oben beschrieben geschluckt werden.
23 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage... in: Agmon T.,
Small firms in global competition, Oxford University press inc., New York ua., 1994, S.
12
24 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage..., S. 15
25 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage...S.18
26 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage..., S. 9
27 Vgl. Horváth, C. ua., Globalisierung - Der Schritt in ein neues Zeitalter, Springer Verlag
Berlin u.a., 1997, S.167-182
28 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S. 35
9
4.1) Handlungsweise der net AG in Bezug auf die Risiken
der Globalisierung
Die Firma net AG hat im Zuge der Globalisierung und der Fusionswelle eine mögliche Übernahme durch andere Unternehmen unterbunden, i ndem sie Kooperationen mit Mannesmann und UUNET eingingen. Des weiteren hat sich das Unternehmen an anderen Softwareanbietern betei- S.11 Derdadurch entstandene Vorteil einer ligt oder diese übernommen. S. besseren Marktdurchdringung führt zu erheblichen Umsatzsteigerungen. 20, Grafik S. 19
Zugleich sieht man hier auch, dass sich das Unternehmen auch auf die Globalisierung vorbereitet, denn „die Übernahme des auf die Vermarktung von eBusiness-Standardsoftware spezialisierten Distributors ist ein wichtiger Meilenstein in der Internationalisierungsstrategie der net AG“ (Seite 11)
Das übernommene Unternehmen kommt aus den Niederlanden, so dass auch Standortvorteile genutzt werden können. Auch die anderen Kooperationen zeigen auf, dass man einen überregionalen Markt beliefern will. Dadurch konnte ein Risikofaktor der Globalisierung egalisiert werden.
Ein weiterer Punkt, den die net AG als KMU hinnehmen muss ist, dass sie nicht die ausreichenden finanziellen Mittel hat um genug Forschung betreiben zu können. Zudem f olgt auch, dass die Kosten für die eigene betriebene Forschung womöglich nicht wieder eingeholt werden, denn die Weiterentwicklung der Produkte kommt nicht so schnell voran, so dass man veraltete Produkte anbietet, die keinen Abnehmer finden. Deshalb arbeitet die net AG in punkto Entwicklung mit führenden Unternehmen wie S. 47 Cisco oder Ericsson zusammen.
Ein weiterer in Punkt 4 angesprochener Risikofaktor ist die Kapitalbeschaffung, um als Mittelständisches Unternehmen in dem weltweiten Markt bestehen zu können. Denn die Liquidität ist sehr wichtig für die weiteren Zukunftspläne. Um die Finanzkraft zu stärken wagte sich die net AG im
10
März letzten Jahres an die Börse. Die Emission war mehrfach überzeichnet und wurde zu einem Erfolg, denn der erste Kurs lag 160 % über dem Emissionspreis. Dadurch gewann die Unternehmung nach Abzügen 81 S. 33 Die Skizze auf Seite 1 Mio. DM zur Finanzierung des Wachstums.
veranschaulicht dieses. Jedoch auch hieraus ergab sich wie für viele KMU ein Dilemma, als die Aktienkurse zu fallen begannen. Die Firma konnte sich nicht dem Abwärtstrend entziehen, wenngleich es gute Meldungen S. 34 Hier wird wieder verdeutlicht wie schwer es und Empfehlungen gab.
ist sich als KMU im Markt durchzusetzen. Ein Großkonzern ist da schon S. 35 Grafik unabhängiger und ist nicht so stark vom Aktienmarkt abhängig.
5) Die Chancen für KMU durch die Globalisierung
Die Chancen, die einem Unternehmen durch die Globalisierung entstehen, kann man nicht als „Gegenstück“ zu den oben genannten Risiken sehen, vielmehr resultieren viele Chancen aus den Risiken und die Größennachteile drängen kleine und mittlere Unternehmen zu Handlungen, die sie im internationalen Wettbewerb bestehen lassen. Im folgenden soll untersucht werden, welche neuen Möglichkeiten sich für KMU durch die Globalisierung ergeben und wo sie ansetzen sollten um konkurrenzfähig zu bleiben.
Der größte Vorteil der kleinen und mittleren Unternehmen im Vergleich zu den Großen Wettbewerbern ist ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Wett- 29 Eineschnelle Umstellung auf geänderte Marktsituatiobewerbsstärke.
nen sind in Großunternehmen nahezu nicht möglich, da zu viele Prozesse aufeinander abgestimmt werden müssen und zu viele Personen beteiligt sind. Genau hier liegt der Vorteil für KMU, sofern sie bereit sind auf geänderte Marktsituationen zu reagieren und eventuell alles bisher da gewese- 30 ne in Frage zu stellen.
Die in der Literatur am häufigsten auftauchende Empfehlung für KMUs im Zeitalter der Globalisierung ist das Eingehen von Kooperationen aller Art um die eigene größenbedingte Nachteile zu kompensieren. Dabei gibt es
29 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S. 25
11
verschiedene Formen der Kooperation, die nachfolgend beschrieben werden.
Zum einen besteht die Möglichkeit der Einbindung in große Weltkonzerne, die aus vielen KMUs bestehen. Durch die auftretenden Synergieeffekte, also das Ausnutzen des Wissens und der Technologie der anderen Unternehmen in der Firmengruppe, können Wettbewerbsvorteile entstehen, die 31 Dabei muss ein Bestehen auf dem internationalen Markt ermöglichen. allerdings der oben angeführte Verlust der Selbständigkeit und die Anonymität berücksichtigt werden.
Eine andere Form der Zusammenarbeit von Unternehmen ist die Mitarbeit in einem Unternehmensnetzwerk oder einem sog. „virtuellen Unternehmen“. Hierbei handelt es sich um mehrere selbständige Unternehmen, die alle ihren Teil zur Realisation eines Projektes beitragen. Die Besonderheit dieser Kooperationsform liegt darin, dass jedes Unternehmen in dem Netzwerk seine Spezialität und sein spezifisches Know-how zu einem be- 32 Somitwird stimmten Projekt beiträgt und es gemeinsam realisiert wird. der Nachteil von kleineren Unternehmen minimiert, dass im einzelnen Unternehmen nicht genug Wissen oder Technologie in verschiedenen Bereichen vorhanden ist um das Projekt alleine zu bestreiten. So können beispielsweise mehrere hochspezialisierte Unternehmen zusammen Projekte verwirklichen, die keines alleine realisieren könnte. Der Vorteil dieser Form der Kooperation ist, dass keine dauerhafte Bindung entsteht und die Selbständigkeit der KMUs erhalten bleibt, dabei aber die Leistung von Großunternehmen erreicht werden kann uns somit die Chance einer internationalen Vermarktung möglich wird. Eine grenzüberschreitende Z usammenarbeit ist hier natürlich auch möglich. Eine herkömmliche Methode Nutzen aus der Globalisierung der Märkte zu ziehen, ist der Export von Gütern und Dienstleistungen. Diese Strategie wird natürlich auch und vor allem von Großunternehmen betrieben, gegen dessen Produkte sich die KMU aus Kostengründen selten durchsetzen
30 Vgl. Agmon T. ua., Small firms in global competition, S.21
31 Vgl. Rottmann H., Zukunftsträger KMU, S. 27
12
können. Um im internationalen Handel eine gewisse Marktstellung zu erreichen, ist es für KMU nötig sich auf Nischenprodukte, die Spezialisierung auf Hightech-Produkte und extrem fragmentierte Märkte zu konzent- 33 Dain Großunternehmen die Produktion oft einen großen Umfang rieren.
haben muss, damit das Produkt rentabel wird, werden selten solche Nischenprodukte hergestellt. Somit haben KMU von den global tätigen Unternehmen wenig Konkurrenzdruck und können ihre Erzeugnisse auch auf internationalen Märkten anbieten. Auch wenn es um individuelle Produkte, die speziell an Kundenbedürfnisse angepasst werden müssen, haben Großunternehmen in der Regel wenig Interesse diese herzustellen und die 34 spezialisierten KMU müssen nicht dem Druck der Großen nachgeben. Auf diese Weise sind schon ca. 2000 deutsche KMUs zu Weltmarktfüh- 35 rern oder sog. „Hidden Champions“ geworden.
Ebenfalls besser von KMU zu realisieren, ist das besondere Verhältnis zum Kunden und die Einbeziehung von Kunden in den Produktionsprozess, welches dann in „absolut nachfragegerechten Produktentwicklun- 36 resultiert.Es steht bei solchen Produkten die Erfüllung von Kungen“
denwünschen im Vordergrund und nicht irgendwelche Rationalisierungsüberlegungen und Produktionspläne um die Kosten für die Herstellung zu minimieren, wie sie bei Großunternehmen häufig zu finden sind. Für solche Unternehmen, die wegen der Gegebenheit ihrer Branche sich nicht auf Nischen- und Spezialprodukte konzentrieren können, gibt die Literatur unter anderem den Rat selber die Möglichkeiten zu nutzen, die durch die Öffnung der Schranken gegeben sind. Kleine und mittlere Unternehmen können ebenfalls die Produktion ins Ausland verlagern um neue 37 Märkte zu erschließen, um zu expandieren und um Kosten zu sparen. Sowohl die Produktion, als auch die Forschung werden von manchen
32 Vgl. Schöne R., Regionale Unternehmenskooperation - Chancen für KMU, Chemnitz
1997, S.33-38
33 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage..., S.13-14
34 Vgl. Aharoni Y., How small firms can achieve competitive advantage..., S.13-14
35 Vgl. Kayser G., Möglichkeiten und Probleme der Internationalisierung von KMU S.30
36 Kayser G., Möglichkeiten und Probleme der Internationalisierung von KMU S.30
37 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S.28
13
38 , was deutliche Kostenvorteile beschert und KMU ins Ausland verlagert
dadurch konkurrenzfähiger macht. Tochterunternehmen werden gegründet oder aufgekauft, was zwar mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden ist und daher meist eine gewisse Größe voraussetzt, aber langfristig dem Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit verleiht, die nötig ist um mit den Großunternehmen mithalten zu können. Heute haben schon 7% der mittelständischen Unternehmen Standorte im Ausland, weitere 4% planen 39 Ein großer Teil dieser im Ausland vertretenen diese noch zu schaffen.
KMU sind Zulieferer von Großunternehmen, die ihrerseits selbst Produkti-onsstandorte in andere Länder verlagert haben, vor allem in der Automobilbranche. Diese Großunternehmen verringern ihre Fertigungstiefe und realisieren zunehmend eine Lean-production, wovon die KMU profitieren, da sie die Großkunden nach dem Just-in-time Prinzip mit Bauteilen beliefern müssen. Die Automobilkonzerne sind auf die räumliche Nähe ihrer Zulieferer angewiesen und gehen langfristige Verträge mit den mitreisen- 40 den KMU ein.
Sind KMUs nicht groß und finanzstark genug um den Schritt ins Ausland zu wagen, können sie von den mehr als 400 Förderprogrammen in Deutschland profitieren, die neben der Mitarbeiterqualifizierung, der Innovations- und Investitionshilfe auch Unternehmen unterstützt, die Im Ausland tätig sind oder diesen Schritt machen wollen. Die Programme beinhalten sowohl Beratung als auch Finanzierungsmöglichkeiten und wurden zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes geschaffen. Sie geben KMUs die Möglichkeit im globalen Geschehen mitwirken zu können. Auch von der EU gibt es Bemühungen den Mittelstand zu stärken indem ihm ein gewisses Informationsangebot zur Verfügung gestellt wird, das von dem Unternehmen selbst meist aus Kostengründen nicht einge- 41 holt werden kann.
38 Vgl. Walter N., Globalisierung - Ende nationaler Wirtschaftspolitik? S.13
39 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S.28
40 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S.28
41 Vgl. Heise M., die Zukunft des Mittelstandes im Globalen Zeitalter, S.28
14
Zuletzt muss noch die Auswirkung der Globalisierung des Arbeitsmarktes, 42 , für KMU genannt werder als der am geringsten globalisierte Markt gilt den. Die ersten Formen dieser Globalisierung war Ende der 60er Jahre das Einladen von Gastarbeitern aus Südeuropa nach Deutschland, um am Höhepunkt des sog. Wirtschaftswunders den überforderten deutschen 43 Seitdem ist es Unternehmen möglich an ge-Arbeitsmarkt zu entlasten.
ring qualifizierte Arbeitskräfte zu gelangen, wovon natürlich auch KMUs profitieren. Weniger von I nteresse sind hochqualifizierte Arbeitskräfte, da diesen als Kompensation für die Aufgabe des eigenen Standortes ein wesentlich höherer Lohn gezahlt werden muss, den kleinere Unternehmen 44 oft nicht zahlen können.
5.1) Die Chancen der Globalisierung am Beispiel der net AG
In Bezug auf den oben beschriebenen Vorteil der Anpassungsfähigkeit, legt die net AG großen Wert und passt sich den Bedürfnissen der Kunden S. 26 an und richtet sich nach ihnen aus.
Einen weitere Chance machte die net AG wahr, indem sie das Wissen und die Technologie anderer Unternehmen mit einbezog durch die Kooperationen und die Beteiligungen sowie die Übernahme. In Bezug auf die Beteiligung an der interNetwork AG sagen sie selbst, dass es „eine ideale Ergänzung des Leistungsportfolios“ darstellt. (Seite 11) Hierdurch hat sich eine Chance aufgetan, denn zusammen kann ein technischer Fortschritt erreicht werden. Und so wurde eine technischer und S. 25 wettbewerbsbezogener Vorteil heraus.
Dieser Vorteil wurde auch genutzt wie die Grafik auf Seite 19 (Umsatz im Bereich IP Networks) beweist.
Auch in ein Punkt 5 angesprochenes „virtuelles Unternehmen“ hat sich die S. net AG eingegliedert, denn der internationale Wettbewerb fordert dies. 13
42 Vgl. Waters M., Globalization, Clays Ltd, St. Ives PLC, 1995, S.89
43 Vgl. Wolter A., Globalisierung der Beschäftigung, Nomos Verlagsgesellschaft Baden-
Baden, 1997, S.21
44 Vgl. Wolter A., Globalisierung der Beschäftigung, S.151
15
S. Zugleich ist das Unternehmen einer der Vorantreiber solcher Lösungen. 12
Jedoch ist die Firma auch wie oben beschrieben ein Nischen,- Hightech S. 17 Anbieter, wie die Geschäftsfelder aufzeigen.
Aber sie sind exzellent auf einem Markt positioniert, der attraktive Wachs- S.15 Grafik tumschancen hat.
Das Unternehmen hat auch die Chance genutzt, durch Verlagerung ins Ausland, neue Märkte zu erschließen. Natürlich werden so auch andere Vorteile wie Steuereinsparungen mitgenutzt. Dadurch ist ebenfalls die Konkurrenzfähigkeit weiter erstärkt, denn der Kostenvorteil kann z.B. für S.19 Forschung genutzt werden.
Durch alle Ausweitungen wurden neue Mitarbeiter benötigt. Da das Unternehmen trotz heikler Situation auf dem Arbeitsmarkt in punkto IT- Berufe neue qualifizierte Mitarbeiter fand, stehen nun alle Möglichkeiten offen S.5, S.18 Grafik die vorgesetzten Ziele umzusetzen.
6) Schlusswort
Die Globalisierung hat unsere Gesellschaft im erheblichem Maße verändert.
Die Entwicklungen zeigen, dass es für verschiedene Firmen von Vorteil ist globale Beziehungen zu unterhalten und dadurch die Vorzüge der einzelnen Regionen auszunutzen (z.B. Steuern). Deswegen überlegen sich manche Unternehmen Strategien für einen zukünftigen Marktauftritt im Ausland, während sich andere längst nicht mehr mit Landesgrenzen beschäftigen, beispielsweise der Gigant Siemens, der in 140 Ländern dieser Welt vertreten ist und 40% der Beschäftigten keinen Deutschen Paß haben. Zugegeben, kleine und mittlere Unternehmen haben es nicht so leicht wie mancher Großkonzern, zum einen vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, zum anderen von der Konkurrenz der in- und ausländischen Unternehmen, die zunehmend in den deutschen Markt eindringen. Aber kleinere Unternehmen, wie Hohner, das Mundharmonikas und Akkorde-
16
45 , was eine ons herstellt haben einen Weltmarktanteil von 85% erreicht beachtliche Leistung darstellt.
Der deutsche Mittelstand ist, entgegen den Befürchtungen mancher Pessimisten keineswegs zum Aussterben verurteilt, sondern wird auch im Zukunft in Deutschland den größten Teil des Wirtschaftlichen Lebens ausmachen.
Literaturverzeichnis der Facharbeit
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inc., New York ua., 1994
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Walter N., Globalisierung - Ende nationaler Wirtschaftspolitik?, Akade-miegespräche im Landtag, Eine Veranstaltung vom 18 Juli 1996, Abtei-
lung für Öffentlichkeitsarbeit des Bayerischen Landtags, 1996
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Wolter A., Globalisierung der Beschäftigung, Nomos Verlagsgesellschaft
Baden-Baden, 1997
18
Arbeit zitieren:
Christian Müller, 2001, Globalisierung - Kleine und mittlere Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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