3.1.1 Guten Abend Ticket 4
3.1.2 ICE Sonntag Morgen Ticket 4
3.1.3 InterRegio Sommer Spezial 4
3.1.4 Jwd - Menü Ticket 5
3.1.5 Ferienticket 6
3.1.6 Ermäßigungen 6
3.2 Veranstaltungen der DB AG 7
3.2.1 Tagesreisen 7
3.2.2 Berlin macht Dampf 7
3.3 Tarifliche Angebote der Berliner S-Bahn 8
3.3.1 Einzelfahrausweise 8
3.3.2 Tageskarte 8
3.3.3 Kleingruppenfahrkarte 8
3.3.4 Familienticket 9
3.3.5 Mitnahme von Fahrrädern 9
3.3.6 Besondere Event - Tickets 9
3.4 Veranstaltungen der S-Bahn Berlin GmbH 9
3.4.1 Panorama - S-Bahn 10
3.4.2 Traditionszug / Museumszug 10
3.5 Gemeinsame Angebote der DB AG und der S-Bahn Berlin GmbH 11
3.5.1 Schönes Wochenend Ticket 11
3.5.2 Welcome Card 1999 12
4. Anlagen und Fahrzeuge 13
4.1 Ausstattung der Bahnhöfe 13
4.2 Ausstattung der S-Bahn Fahrzeuge 15
4.3 Ausstattung der Fahrzeuge der DB AG 16
4.3.1 InterRegio 16
4.3.2 Regional Express / Regional Bahn 17
5. Bahn und Bike ................................................................................................ 18 5.1 Angebote der Deutschen Bahn AG 20
5.1.1 5.1.2 5.2 Ausstattung und Einsatzgebiete der Gepäckwagen 5.3 5.3.1 5.3.2 5.4 „Bike and Ride“ - Programm 5.5 Fahrradparkplätze 27
6. Anbindung bedeutender Freizeitziel ............................................................... 30 6.1 Wie sind die Freizeitziele mit dem SPNV angebunden?
6.2 Ausflugsverkehr mit der S-Bahn 6.3 Akzeptanz der Kunden Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis Literaturangaben
Abkürzungsverzeichnis
DB Reise und Touristik Geschäftsbereich Deutsche Bahn - Reiseverkehr
DB Netz IC ICE IR MIV RB RE S - Bahn SPNV VBB www
Abbildungsverzeichnis
[1] Freizeit- und Urlaubswege in Deutschland 1994, Quelle: DIW 1986
[2] Freizeitwege mit der Berliner S-Bahn, Quelle: IVU 1996 [3] Liniennetz des Regionalverkehrs, Quelle: VBB [4] Standorte der Jwd - Gaststätten, Quelle: Kursbuch B/BB 1999 [5] Dampflok 52 8177, Quelle: Punkt 3 3/99, DB AG [6] Panorama S-Bahn, Quelle: S-Bahn Berlin GmbH [7] Traditionszug der Berliner S-Bahn, Quelle: S-Bahn Berlin GmbH [8] S-Bahn Infrastruktur 1999, eigene Auswertung [9] Snackautomaten auf dem Bhf. Tiergarten Berlin, eigene Darstellung [10] Berliner S-Bahn Zug Baureihe 481, eigene Darstellung [11] Regionalzug, modernisierter Doppelstockwagen, eigene Darstellung [12] vorhandener Doppelstockwagenpark 1996, Quelle: IVU [13] Fahrradverkehrszwecke in Deutschland 1998, BMVBW [14] Fahrradmitnahmezwecke im SPNV werktags, IVU [15] Fahrradmitnahmezwecke im SPNV sonntags, IVU [16] Vorhandener Gepäckwagenpark DB Regio, DB Regio [17] Querschnitt kombinierte Gepäckwagen, DB Regio [18] Querschnitt reine Gepäckwagen, DB Regio [19] Mehrzweckabteil Berliner S-Bahn 1999, eigene Darstellung [20] Fahrradbügel am Bf. Warschauer Straße Berlin, eigene Darstellung [21] topographische Streckenübersichtskarte B/BB, Kursbuch B/BB 1999 [22] Ausschnitt Informationsbroschüre Babelsberger Filmstudio, S-Bahn Berlin GmbH
Literaturverzeichnis
Freizeitverkehr mit SPNV und Fahrrad, IVU 11/1996
Gemeinsamer Tarif des VBB, VBB 04/1999 Datenmaterial von DB Regio, Frau Schwedler, Stand: 10.06.99 Kursbuch Berlin - Brandenburg, DB AG 05/99
Fahrrad und ÖPNV aus der Sicht der Nutzer, Verkehr und Technik 1994, Heft 1 Planung und Vertrieb von Fahrradboxen im VRR, Gyutkits, Albers, Kohlhaas, 1986 Erster Bericht der Bundesregierung über die Situation des Fahrradverkehres in der BRD 1998, BMVBW 1999
Maßnahmen zur Integration von ÖPNV und Fahrradverkehr, Verkehr und Technik 1992, Heft 5
Broschüre: Bahn & Bike - Radreiseplaner 1999, DB AG, ADFC Flyer: InterRegio, DB AG 1999
Flyer „Wie preiswert darfs denn sein?“, Deutsche Bahn Reise und Touristik Flyer: „IR-Sommerspezial“, Deutsche Bahn AG
Flyer „Mit dem jwd-Menü-Ticket Brandenburg genießen“, Deutsche Bahn AG Flyer „FerienTicket“ der DB Reise und Touristik Flyer „BahnTours“, DB Reise und Touristik Flyer: Welcome Card 1999, Berlin Tourismus Marketing GmbH Internet: www.dbag.de Internet: www.sbahngmbh.de
Auswertung Informationen am Fahrkartenautomaten S-Bahn Berlin
Aussage S-Bahn-Informationsbüro Alexanderplatz Auswertung Streckennetzplan 04/99 VBB Radzeit, ADFC 3/99 Radzeit, ADFC 6/99
1. Freizeitverkehr im Schienenpersonennahverkehr
1.1 Was ist Freizeitverkehr?
Unter Verkehr versteht man im Allgemeinen die Beförderung von Personen, Gütern und Informationen zwischen einem Start- und Zielpunkt. In der Verkehrsstatistik werden sechs Fahrt- bzw. Wegezwecke unterschieden: Beruf, Ausbildung, Geschäft, Einkauf, Freizeit und Urlaub. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung definiert Urlaubs- bzw. Freizeitverkehr folgendermaßen: „ Der Urlaubsverkehr ist die Summe aller Freizeitfahrten mit fünf und mehr Tagen Dauer. Im Freizeitverkehr sind alle übrigen Fahrten und Wege erfaßt, die nicht den anderen definierten fünf Fahrt- bzw. Wegezwecken zuzuordnen sind, also z.B. Wochenend - Erholungsfahrten, Verwandten- und Bekanntenbesuche, Besuch kultureller Veranstaltungen, Fahrten oder Wege in Ausübung eines Hobbys.“ [1]
Unterteilen kann man den Freizeitverkehr nach intrinsischen und extrinsischen Motiven. Beim ersteren wird die Freizeit absichtlich mit der Induzierung von Verkehr verbracht. Beispiele hierfür sind Wanderungen, Fahrradtouren und Stadtrundfahrten. Beim zweiten dient der Freizeitverkehr primär als Transportmittel zum Freizeitverkehrsziel, wie z.B. zu Vergnügungsparks, Naherholungszentren und Kinos.
Die meisten Wege im Freizeitverkehr werden mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt. Während mit dem MIV als Fahrer oder Beifahrer ca. 51% aller Urlaubsbzw. Freizeitwege zurückgelegt werden, wird das Fahrrad bei etwa 10% aller Freizeitwege und die Eisenbahn für 1% genutzt [1]. Trotz der geringeren Wegeanzahl
der Eisenbahnfahrten, werden mit der Bahn mehr als doppelt so viele Kilometer im Freizeit- und Urlaubsverkehr zurückgelegt wie mit dem Fahrrad. [1]
1986 wurde eine umfassende Erhebung in Westberlin durchgeführt. Als SPNV gab es zu dieser Zeit nur die S-Bahn in Westberlin. Die Verteilung der Freizeitwege die mit der S-Bahn zurückgelegt wurden macht Abbildung 2 deutlich. Auffällig ist der hohe Anteil der Freizeitwege für Besuchs- und Vergnügungszwecke. Unter Tagesfreizeit wird der Spaziergang im Grünen, das Spielen oder der Besuch des Kindergartens verstanden.
1.1 Welchen Freizeitverkehr kann die Schiene aufnehmen?
Für den Schienenverkehr ist der Transport von Familien, Gruppen, Fahrrädern und Hunden speziell an den Wochenenden als primärer Freizeitverkehr anzusehen. Nur in Ausnahmefällen stellt die Fahrt mit dem Schienenfahrzeug an sich das Freizeitziel dar. In der überwiegenden Zahl wird die Bahn als notwendiges Transportmittel vom Wohnort zum Freizeitziel und zurück angesehen.
Die Berliner S-Bahn ist damit für die Abwicklung des alltäglichen Freizeitverkehres verantwortlich, während die Deutsche Bahn AG (DB AG) überwiegend für den Tagesausflugsverkehr und teilweise für den Pendelverkehr verantwortlich ist.
Quellen
2. SPNV- Angebot in Berlin und Brandenburg
In der Stadt Berlin leben ca. 3,4 Millionen Einwohner. Das gesamte innere Stadtgebiet ist durch die U-Bahn, große Teile auch im äußeren Stadtbereich durch die S -Bahn erschlossen. Aufgrund der hohen Einwohnerzahl stellt die Stadt ein wesentliches Quellgebiet für den Freizeitverkehr dar. Im Verflechtungsraum Berlin - Brandenburg liegen die meisten S-Bahn Endhaltestellen. In diesem Gebiet kommen
überwiegend Regionalbahnlinien zum Einsatz. Aufgrund des Taktverkehres ist auch die Umgebung Berlins zeitlich wie tariflich gut erreichbar. Das Angebot des Schienenpersonennahverkehres (SPNV) in der Berliner Umgebung und in Brandenburg wird gegenwärtig von der Deutschen Bahn AG in Form des Regionalverkehres bestimmt. Die S -Bahn Berlin GmbH betreibt als
Tochtergesellschaft der DB AG die Berliner S-Bahn. Des Weiteren wird SPNV von der Prignitzer Eisenbahn GmbH und der Strausberger Eisenbahn GmbH angeboten. [1]
U-Bahn, Straßenbahn und Bus sind nicht Bestandteil des SPNV, sind aber tariflich und verkehrlich mit den SPNV-Angeboten verknüpft [2]. Das Berliner S -Bahn-Netz umfaßt gegenwärtig 161 Bahnhöfe und eine Streckenlänge von 321 km in Berlin und Umland.[3] Diese Stationen werden von 14 S - Bahnlinien bedient. Die Deutsche Bahn Gruppe DB Regio bedient mit 6 Regionalzügen und 14 RB - Züge 78 Bahnhöfe im Berliner Umland. Gemeinsam von der S-Bahn GmbH und dem DB Regio werden im Berliner Raum 22 Bahnhöfe genutzt. Dies ermöglicht für den Kunden das Umsteigen zwischen den beiden Verkehrsträgern ohne größere zusätzliche Wege. [4]
Abbildung 3 stellt das gesamte Angebot des Regionalverkehrs im Berliner Umland 1999 dar.
Quellen
3. Angebote der DB AG und der S-Bahn Berlin GmbH 3.1 Tarifliche Angebote der Deutschen Bahn AG
Durch die Privatisierung der Deutschen Bahn AG (DB AG) ist für die Abwicklung des Freizeitverkehrs primär die Deutsche Bahn Gruppen „DB Regio" und "Reise und Touristik“ verantwortlich. Der Geschäftsbereich „DB Station und Service“ muß für die sichere und ansprechende Ausstattung der Bahnhöfe Sorge tragen. Diese bieten eine Vielzahl spezieller Tickets und Tarife, welche unter anderem dem Freizeitverkehr förderlich sind. So sind hier vor allem zu nennen: Das Guten - Abend -Ticket - DasICE - SonntagMorgenTicket - DasInterRegio Sommerspezial - Dasjwd - Menü - Ticket - DasFerienticket - SchönesWochenend - Ticket - Desweiteren gibt es für das Zusammenspiel von Bahn und Fahrrad ein spezielles „Bahn und Bike“ Programm. Dieses wird in einem gesonderten Kapitel näher erläutert.
Zusätzlich bieten die DB Bereiche sogenannte „BahnTours“ - Tagesreisen und Erlebnisfahrten beispielsweise mit „Berlin macht Dampf“ an.
3.1.1 Guten - Abend - Ticket
Das Guten - Abend - Ticket gilt täglich ab 19:00 Uhr (samstags bereits ab 14:00 Uhr) bis 02:00 Uhr.
In diesem Zeitraum darf der Kunde fast alle Züge zum Einheitspreis in der 2.Klasse von 59,- DM nutzen. Am Wochenende, d.h. von Freitag bis Sonntag beträgt der Einheitspreis 74,- DM. [1]
3.1.2 ICE - Sonntag Morgen Ticket
Innerhalb der Sommermonate, vom 11.04.99 bis zum 26.09.99 können die Kunden jeden Sonntag ab 05:00 Uhr bis 14:00 Uhr im ICE und in fast allen anderen Fernverkehrszügen in der 2.Klasse von überall her nach überall hin - und zurück fahren. Für dieses Ticket liegt der Kostensatz bei 69,- DM pro Person. [2]
3.1.3 Das InterRegio Sommerspezial
Dieses Ticket richtet sich vor allen an Familien
ist jedoch nicht am Freitag und Sonntag gültig. Mit dem InterRegio Sommerspezial fahren für 109,- DM ein oder zwei Erwachsene mit allen eigenen und bis zu drei anderen Kindern quer
durch Deutschland im InterRegio in der 2. Klasse, sowie in fast allen D-Zügen.
Dieser Preis gilt von 9:00 Uhr morgens bis 3:00 Uhr der folgenden Nacht und beinhaltet die Hin- und Rückfahrt am selben Tag. [1][3]
3.1.4 Jwd - Menü - Ticket
Mit dem „jwd Menü Ticket“ erhält der Kunde die Möglichkeit, von Montag bis Freitag zwischen Berlin und einer ausgewählten Gaststätte an einem Tag hin- und zurückzufahren für 29,- DM bzw. 34,- DM. Dieser Preis umfaßt die Fahrt in RegionalExpress- und RegionalBahn - Zügen in der 2. Klasse, jedoch nicht in der S-Bahn. Des weiteren beinhaltet dieses Ticket einen Gutschein im Wert von 14,- DM, welcher in ausgewählten jwd - Gaststätten vorgelegt werden kann. Eine Verteilung dieser Gaststätten in Berlin und Brandenburg ist in Abbildung 4 dargestellt. [4]
3.1.5 Ferienticket
Mit dem Ferienticket wurde das Netz der DB AG in 53 Urlaubsregionen eingeteilt, welche jeweils ca. 400 km Schiene erschließen. Ein Ferienticket gilt jeweils für eine Woche, in der der Kunde beliebig viele Fahrten im angegebenen Netz unternehmen kann. Hierbei gibt es die zeitliche Beschränkung, welche die Gültigkeit dieses Tickets werktags ab 9:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig beinhaltet. In Berlin und Brandenburg sind vier Urlaubsregionen zu finden: Netz 13: Prignitz / Ruppin - Netz14: Uckermark / Barnim - Netz15: Spreewald / Niederlausitz - Netz16: Potsdam / Havelland / Fläming - DieTickets berechtigen unter anderem zur Nutzung aller RB-, SE-, RE- und IR-Züge. Dieses Ticket gilt nur in Verbindung mit einem Fernverkehrsfahrschein für Hin- und
Rückfahrt zum Ferienort mit einem Mindestwert von 199,- DM oder 100,- DM mit Bahn Card sowie in Verbindung mit bestimmten Pauschalangeboten. Dies bedeutet, daß dieses Angebot nur für Urlauber aus anderen Bundesländern interessant ist. [1][5]
3.1.6 Ermäßigungen
Ermäßigungen bei der Deutschen Bahn erhalten Kinder, Mitfahrer, Behinderte und Hunde und Katzen.
Für Familienfahrten bedeutet dies, daß Kinder bis zum Alter von fünf Jahren kostenfrei reisen dürfen und 6 bis 11jährige zum halben Fahrpreis mitfahren. Bei Gruppenfahrten sollte man die Ermäßigung für Mitfahrer beachten: Wenn bis zu 5 Erwachsene und 1 Kind gemeinsam hin- und zurückfahren, muß nur die 1. Person (ein E rwachsener) den vollen Preis zahlen. Bis zu 4½ Mitfahrer reisen zum ermäßigten Preis, und zwar Erwachsene zu 50 %, Kinder von 4 bis 11 Jahren zu 25 % des normalen Fahrpreises. 2 Kinder von 4 bis 11 Jahren werden wie ein Erwachsener gerechnet. Voraussetzung: Der normale Fahrpreis beträgt für die 2. Klasse mindestens 54,- DM und für die 1. Klasse mindestens 82,-DM. Somit ist diese Ermäßigung für halbtägige Ausflugsfahrten ungeeignet da größere (kostenintensivere) Entfernungen zurückgelegt werden müssen. Gruppen ab sechs Erwachsenen gewährt die Bahn Ermäßigungen von 40 bis 65 % (für Schüler und Jugendgruppen bis zu 70 %). Zusätzlich reisen bei Gruppen von 16 - 32 Erwachsenen eine Person, von 33 - 63 Erwachsenen zwei Personen und für größere Gruppen bis zu fünf Personen unentgeltlich mit. Behinderte und deren Begleitpersonen reisen bei der Bahn unter bestimmten Voraussetzungen kostenfrei oder ermäßigt.
Wichtig für Tierliebhaber sind die Ermäßigungen für Hunde und Katzen. Hunde oder Katzen, die sich in einer Tasche transportieren lassen, werden unentgeltlich transportiert. Für Hunde, die an der Leine laufen, muß der halbe Fahrpreis entrichtet werden. [1][6]
3.2 Veranstaltungen der DB AG
3.2.1 Tagesreisen
Mit der Durchführung von Tagesreisen möchte die Bahn dem Kunden zeigen, daß es möglich ist, auch ohne MIV zu Freizeitzielen zu gelangen. Innerhalb Berlins und Brandenburgs bietet „BahnTours“, der DBinterne Reiseveranstalter, drei Tagesreisen an. Die erste umfaßt eine Besichtigung der Stadt Berlin mit dem Fahrrad, wobei die Ausleihe des Rades im Preis inbegriffen ist. Die beiden anderen Angebote bieten die Möglichkeit, Berliner Messen auf dem Messegelände zu besuchen oder im Tierpark bzw. Zoo der Stadt vorbeizuschauen. Für diese Angebote betreibt die DB in allen Verkaufsstellen Werbung durch Flyer und Plakate.
Die Preise beinhalten die An- und Abreise mit ausgewählten Regelzügen des Fernverkehrs sowie die jeweiligen Eintrittskarten zum Messegelände bzw. in die Zoologischen Gärten.
Die Preise dieser Tageskarten schwanken zwischen 42,- DM und 53,- DM. [7]
3.2.2 Berlin macht Dampf
Die Deutsche Bahn versucht nicht nur als Zubringer zu den Freizeitzielen für den Fahrgast interessant zu sein, sie möchte auch selbst ein Ziel für den Interessierten bilden. Dies versucht die Bahn mit dem Projekt „Berlin macht Dampf“ zu erreichen. Im Rahmen dieses Projektes werden Bahninteressierten die Möglichkeiten gegeben, mit der Dampflok BR 52 8177-9 (Abbildung 5) und dem Traditionszug Berlin Fahrten zu unternehmen. Unter anderem bietet die Bahn eine Fahrt auf den Gleisen der Osthavelländischen Eisenbahn bis Johannisstift, Besichtigungen des
Bahnbetriebswerkes Schöneweide und Fahrten auf Güterzuggleisen nach Berlin-Moabit an. Diese Veranstaltungen finden meist an Sonntagen statt. Die Preise für solche Fahrten liegen zwischen 65,- DM und 128- DM. pro Person. [8][9]
3.3 Tarifliche Angebote der Berliner S-Bahn GmbH
Die S-Bahn Berlin GmbH bietet mit dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg ein umfassendes Streckennetz in und um Berlin an. Die S -Bahn Berlin hat zusammen mit dem VBB das gesamte Tarifgebiet in verschiedene Zonen unterteilt. Wie die Abbildung 6 zeigt, stellt das Berliner Stadtzentrum innerhalb des inneren S-Bahn - Ringes die Zone A dar, der äußere S-Bahn Ring die Zone B und die Randgebiete die Zone C. In Berlin hat der Fahrgast beim Kauf von zonenabhängigen Fahrkarten die Wahl zwischen der Zonenkombination AB, BC und ABC.
Die Berliner S -Bahn unterscheidet in ihrer Tarifstruktur Einzelfahrausweise, Tageskarten, Kleingruppenkarten und Großgruppenkarten.
Für den Freizeitverkehr relevant sind hierbei die Einzelfahrausweise, die Tageskarten und die Kleingruppenkarten.
3.3.1 Einzelfahrausweise
Bei den Einzelfahrausweisen werden 2 - Stunden -Tickets und Kurzstrecken -Tickets unterschieden. Mit einem 2- Stunden - Ticket kann ein Fahrgast nach der Entwertung 2 Stunden lang beliebig oft innerhalb der gewählten Zonen reisen. Beim Kauf eines Kurzstreckentickets gilt der Beförderungsanspruch in Berlin für nur drei S-Bahnstationen.
Der Preis für einen Einzelfahrausweis beträgt für die Zonen AB 3,90 DM und für die Zonen ABC 4,20 DM. [10]
3.3.2 Tageskarten
Tageskarten gelten ab Entwertung bis 03:00 Uhr des Folgetages für eine beliebige Anzahl an Fahrten innerhalb der gewählten Zonen. Diese Karten kosten für zwei Berliner Zonen 7,80 DM und für die Zonen ABC 8,50 DM. Die Tageskarte ist beispielsweise geeignet für Stadtbesichtigungen. [11]
3.3.3 Kleingruppenkarten
Kleingruppenkarten gelten analog zu den Tageskarten ab Entwertung bis 03:00 Uhr des Folgetages für eine beliebige Anzahl an Fahrten innerhalb der gewählten Zonen. Diese Karten sind jedoch für gemeinsame Fahrten von bis zu 5 Personen gültig. Die Kosten für eine solche Karte liegen für zwei Zonen bei 20,- DM und für drei Zonen bei 22,50 DM. [11]
3.3.4 Familienticket
Die ehemaligen Familientickets die es zwei Erwachsenen und einer beliebigen Anzahl eigenen Kinder ermöglichte preisgünstig den ÖPNV zu nutzen, sind seit der Einführung des VBB nicht mehr zu finden.
Alle Fahrausweise, außer die Kurzstreckenkarte gelten auch auf den Zügen von DB Regio sofern sich die Linien innerhalb der gelösten Teilbereiche befinden. Die Tickets gelten nicht auf Ausflugs- oder Sonderlinien, berechtigen jedoch zur Mitnahme eines Hundes.
3.3.5 Besondere Event-Tickets
Zu besonderen Berliner Veranstaltungen wie zum Beispiel der Love Parade oder großen sportlichen Ereignissen versucht die Berliner S -Bahn durch tarifliche Vergünstigungen die Besucher dieser Events zu veranlassen, mit dem ÖPNV und nicht mit dem MIV an zu reisen.
Beispielsweise werden anläßlich der Love Parade „No Limit“ - Tickets verkauft. Dieses Ticket berechtigt zur vollständigen Nutzung der am VBB beteiligten Verkehrsunternehmen ab Freitag, 18:00 Uhr bis Sonntag, 24:00 Uhr. Während zwei Tageskarten ca. 17,- DM kosten würden, bezahlt der Kunde für das „No Limit“ -Ticket nur 10,- DM.
3.4 Veranstaltungen der S - Bahn Berlin GmbH
Die S-Bahn GmbH hat in den letzten Jahren entdeckt, daß man die S-Bahn nicht nur als Transportmittel zu bestimmten Zielen nutzen kann, sondern daß die S -Bahn selbst als ein Stück Geschichte viele Interessenten hat. Diese Nachfrage versucht man durch unregelmäßige Sonderfahrten mir S-Bahnzügen älteren Baujahres oder Besichtigungsmöglichkeiten von Stellwerken usw. zu befriedigen. Des weiteren erkannte man, daß man mit Sonderfahrten auf den Berliner S-Bahn-Bögen und anderen Güter - Gleisstrecken eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Bus - Stadtrundfahrt bietet. Diesen Umstand hat man durch unregelmäßige Sonderzüge anläßlich großer Events, wie beispielsweise der Reichstagsverhüllung, bereits genutzt. Um dieses Potential weiter zu nutzen, will man im Sommer 1999 mit der Panorama - S- Bahn neue Interessenten heranziehen.
3.4.1 Panorama S-Bahn
Mit diesem dreiteiligen „gläsernem“ Zug wird die S -Bahn Berlin einen Zug für Ausflugsfahrten ins Umland, Stadtrundfahrten durch die City und als Charterzug für Firmenpräsentationen, Feiern, Jubiläen und andere besondere Anlässe zur Verfügung stellen (Abbildung 6).
Dieses Fahrzeug wurde als Unikat durch den Umbau dreier Wagen der Baureihe 477, die im Jahr 1943 außer Betrieb genommen wurden, geschaffen. Der Umbau umfaßte eine großzügige Verglasung der Seitenwände und des Dachbereiches, die Schaffung von Durchgängen zwischen den Wagen und den Einbau eines vergrößerten Führerstandes mit verglaster Rückwand für eine freie Frontsicht auch für die Passagiere.[12]
Anfang Juli 1999 standen jedoch noch keine Einsatzpläne oder Fahrpreise für den Einsatz dieses Sonderzuges fest.
3.4.2 Traditionszug / Museumszug
Dieser Zug aus den zwanziger Jahren wurde mit viel Liebe für das Detail rekonstruiert. Heute kann man hier nicht nur edle Mahagonihölzer und samtgepolsterte Sitze, sondern auch handgeflochtene Gepäcknetze und poliertes Messing in der zweiten Klasse und Teak und Eichenholz in der dritten Klasse sehen. In dieser aufwendigen Originalausstattung bietet die S -Bahn für bis zu 112 interessierte Fahrgäste Fahrten zu den verschiedensten Anlässen durch Berlin und Brandenburg an.
Als Alternative für den Traditionszug bietet die S-Bahn den Museumszug für bis zu 300 Passagiere an.
Beide Züge kann man beispielsweise für Stadtrundfahrten buchen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich eine eigene Strecke auszuwählen und diese mit den Zügen zu befahren.
Die Citytour beispielsweise umfaßt eine Fahrt vom Zoologischen Garten, über das Charlottenburger Kreuz zum ICC und von dort weiter über den Treptower Hafen durch die historische Altstadt Berlins zurück zum Zoo. Eine solche 1 ½ stündige Fahrt würde 1650,- DM (zuzüglich MwSt.) kosten.
Die dreistündige Fahrt in das Berliner Umland kostet den Interessierten 3150,- DM zzügl. MwSt. [13]
3.5 Gemeinsame Angebote der DB AG und der S-Bahn Berlin GmbH
3.5.1 Schönes Wochenend Ticket
Das Schöne Wochenend Ticket ist eine Gemeinschaftsticket zwischen der S-Bahn und dem Regionalverkehr der DB AG und vielen Verkehrsverbünden und nichtbundeseigenen Eisenbahnen. Es war und ist eine sehr verbreitete Möglichkeit, preisgünstig mit der Bahn im Nah- und Fernverkehr zu verreisen. Bisher konnte man mit diesem Ticket für 35,- DM ab Samstag früh 06:00 Uhr bis Sonntag abend 03:00 Uhr auf allen Schienenstrecken zu den Tarifbedingungen der DB ohne Entfernungsbegrenzung in den Zügen des Nahverkehres (S, SE, RB, RE) in der 2. Wagenklasse verreisen.
Seit dem 01.April 1999 ermöglicht es einem Elternpaar bzw. Elternteil mit beliebig vielen eigenen Kindern bis einschließlich 17 Jahren oder für bis zu fünf gemeinsam reisenden Personen an einem Tag (Samstag oder Sonntag) von 0:00 Uhr bis 3:00 Uhr des Folgetages die Züge der beteiligten oben aufgeführten Verkehrsträger zu nutzen.
Für dieses Angebot gilt der Pauschalpreis von 35,- DM.
3.5.2 WelcomeCard 1999
Das WelcomeCard - Gutscheinheft ermöglicht dem Besitzer die vollständige Nutzung aller Busse und Bahnen im Tarifbereich Berlin ABC des VBB. Des weiteren bietet es bis zu 50% Ermäßigung bei vielen touristischen und kulturellen Höhepunkten in der Stadt, zum Beispiel auf Stadtrundfahrten, Museen, im Zoo, im Botanischen Garten usw. Für Familien ist dieses Ticket interessant, da jeder Erwachsene mit seinem Ticket bis zu drei Kinder unter 14 Jahren in den Verkehrsbetrieben mitnehmen kann. Für drei Tage kostet die WelcomeCard 29,- DM. [14]
Quellen:
4. Anlagen und Fahrzeugen
Im folgenden Kapitel wird auf die Mitnahme und Aufbewahrung von Fahrrädern nicht eingegangen. Nähere Erläuterungen zu diesem Thema liegen im Kapitel „Bahn und Bike“ vor.
4.1 Ausstattung der Bahnhöfe
Das Netz der Berliner S-Bahn weist momentan eine Gesamtlänge von 321 km auf und umfaßt 161 S-Bahnhöfe in Berlin und dem Berliner Umland. Außerdem soll das S - Bahn - Netz auf 330 km erweitert werden. [1] Aus der Übersichtskarte des Berliner S -Bahn - Netzes lassen sich 74 behindertengerecht, also für Rollstuhlfahrer zugänglich ausgebaute Bahnhöfe, entnehmen. Hiervon sind 34 Bahnhöfe mit Rampen und 71 Bahnhöfe mit Aufzügen ausgerüstet. Bahnhöfe die behindertengerecht ausgebaut sind, erleichtern auch den Reisenden mit Fahrrädern oder Kinderwagen die Benutzung des ÖPNV (Abbildung 8).
Zusätzlich besitzen 27 Bahnhöfe, das sind 17 %, Fahrtreppen für die Reisenden. [2]
Abbildung 8 Auswertung Tabelle: www.sbahngmbh.de
Für die Aufnahme von Freizeitverkehr noch relevant sind die Anzahl der Fahrradabstellplätze an den Bahnhöfen. Diesen Service bieten 105 Bahnhöfe der Berliner S-Bahn, also 65 %. Des Weiteren sind fast 16 % aller S-Bahn - Bahnhöfe für die Verlagerung des Motorisierten Individualverkehrs auf den Öffentlichen Personen Nahverkehr mit Hilfe von „Park and Ride“ - Parkplätzen ausgebaut.
Die Mehrheit der Bahnhöfe der Berliner S -Bahn weisen neben den Fahrkartenautomaten auch Automaten für Getränke und kleinere Snacks auf (Abbildung 8). Dies ist insbesondere an warmen Sommerwochenenden für den Freizeitverkehr von Bedeutung, da an Wochenenden die meisten Geschäfte geschlossen sind und mit Hilfe der Automaten der Fahrgast trotzdem die Möglichkeit hat, seinen Durst bzw. Hunger zu stillen.
Die Bahnhöfe der Deutschen Bahn sind noch nicht so komfortabel eingerichtet wie die Bahnhöfe der S-Bahn. In den letzten Jahren wird von Seiten der DB AG versucht die Bahnhöfe attraktiver zu gestalten. Aus Kostengründen wird jedoch auf das
Personal auf den Bahnhöfen verzichtet. Als Ersatz werden Automaten neben den meist nur 5 Sitzplätzen pro Haltestellen - Bahnsteig aufgestellt. Dies führt unter Anderem zur Vereinsamung der Bahnhöfe. Außerdem sind mehr Beschädigungen der vorhandenen Infrastruktur und steigende Kriminalitätsraten als an menschlich besetzten Bahnhöfen zu verzeichnen. Mit dem Ersatz von Personal durch Maschinen verliert die DB AG das Vertrauen der Fahrgäste.
Während die Bahnhöfe in S tadtnähe ein sehr komfortables Erscheinungsbild aufweisen, wirken Bahnhöfe im ländlichen Bereichen oft sauber aber vereinsamt. In Stadtnähe sind Sanitäreinrichtungen, Bistros und großflächige Informationsstände sowie helle Bahnhöfe und Räume keine Seltenheit. Im ländlichen Raum besteht ein Bahnhof oft aus zwei äußeren Bahnsteigen, jeweils einer Treppe und einen Automaten und jeweils einer Unterstellmöglichkeit gegen die Witterung. Des Weiteren sind auf den Bahnhöfen in ländlichen Brandenburg keine Aufzüge oder Rampen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer zu finden.
Aufgrund des großen Platzangebotes im ländlichen Raum besteht für die Bahn kein Anlaß kostenintensive "Park and Rail" - Parkplätze zu bauen. Daher hat der Nutzer von "Park and Rail" hier oft nur die Möglichkeiten im öffentlichen Straßenraum oder auf unbefestigten Parkabstellanlagen zu parken.
4.2 Ausstattung der S-Bahn Fahrzeuge
Die S-Bahn Berlin GmbH setzt ausschließlich Personenzüge ein.
Die Züge der Vorkriegsbaureihen 475, 476 und 477 wurden nicht für die Mitnahme von Fahrrädern oder Kinderwagen konzipiert (Abbildung 9). Die Waggons dieser Züge sind mit Sitzreihen in Queraufstellung ausgerüstet, was eine hohen Personenkapazität ermöglicht. Positiv weisen sich die wenigen, kleinen, nur im Steuerwagen befindlichen Bänke in Längsaufstellung auf. Diese Mehrzweckabteile sind für die Unterbringung von Fahrrädern und Kinderwagen sehr geeignet.[3]
Abbildung 10 Berliner S-Bahn Zug Baureihe 481
Das sichere Befestigen von Fahrrädern u nd Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern erweist sich als schwierig und unkomfortabel in diesen Wagen. Die Mehrzweckabteile besitzen keine Klappsitze und keine vom Wagendach bis zum Fußboden reichenden Haltestangen. Es dürfen Fahrräder in diesen Abteilen nicht mitgeführt werden, wenn der betreffende Wagen am Anfang des Zuges, also als Triebwagen, fährt.
Die Züge der Baujahre 1998 und später weisen Durchgangsabteile auf. Dies ermöglicht unter anderem das Unterbringen größerer Gruppen und Schulklassen, ohne diese in verschiedenen Waggons aufteilen zu müssen. Diese Fahrzeuge sind sehr hell und mit großflächigen Verglasungen versehen. Alle S -Bahn - Fahrzeuge weisen bis zum Baujahr 1998 keine Möglichkeit der Gepäckablage auf. Des weiteren sind noch keine Fahrzeuge mit Tischen beispielsweise für Kinder in Betrieb.
4.3 Ausstattung der Fahrzeuge der DB AG
Die Deutsche Bahn bedient die Linien des Regionalverkehrs mit dem InterRegio, dem Regional Express, der Regional Bahn und dem Stadt Express. Der InterRegio erreicht höhere Spitzengeschwindigkeiten und hält nicht auf jeden Bahnhof, dient also als Expresszug. Die Regionalbahnen halten im Allgemeinen an allen Bahnhöfe auf der jeweiligen Strecke. Sie dienen teilweise als Zubringer zu den InterRegioZügen.
In allen Zügen der Deutschen Bahn wird zwischen der 1. und der 2. Klasse unterschieden.
4.3.1 InterRegio
Der InterRegio verbindet meist im Zwei -Stunden - Takt direkt die größeren und mittleren Städte. In Berlin und Brandenburg trifft das zum Beispiel für die Städte Berlin, Brandenburg, Potsdam, Cottbus, Neuruppin und Eberswalde zu. Um die Fahrt mit einem InterRegio zu einer Erlebnisfahrt zu machen besteht die Möglichkeit, den Arbeitsplatz des Lokführers in den neuen Steuerwagen durch eine Glastür vom Mehrzweckabteil aus zu beobachten. Hier hat man die Möglichkeit, die Fahrt aus der Perspektive des Lokführers zu erleben.
Das Innere des InterRegio wurde in den letzten Jahren neugestaltet: viel Glas, unkonventionelle Raumaufteilung, angenehme Farben und Materialien. Der Reisende hat die Wahl zwischen den Großraumwagen oder einer Fahrt im Abteil. In den Großraumabteilen bieten Tische ausreichend Platz zum Spielen oder Arbeiten. Die Abteile, jeweils mit fünf Sitzen ausgestattet, verfügen direkt am Fenster über einen Kindersitz. Für Reisen bietet die Deutsche Bahn „Kleinkind -Abteile". Der InterRegio verfügt über besondere behindertengerechte Einrichtungen, z.B. breite Einstiegstüren, die auch der Fahrradmitnehmer nutzen kann. Im Zug stehen dem Kunden ein BistroCafé, Telefon und Schließfächer zur Verfügung. In der ersten Klasse besteht die Möglichkeit, sich das Essen an den Platz bringen zu lassen. [4][5]
4.3.2 Regional Express / Regional Bahn
Die Züge der Regional Bahn und des Regional Expresses unterscheiden sich in ihrer Bauweise nicht. Der Unterschied zwischen beiden Zügen liegt in ihrer Anzahl der angefahrenen Haltepunkte und damit auch in ihrer Reisegeschwindigkeit. Diese Züge können Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h fahren. In den Personenabteilen sind die Sitze in Queraufstellung verteilt, während in den Treppenbereichen die Sitze in Längsanordnung aufgestellt sind. Dies ermöglicht eine hohe Kapazität durch Stehplätze in den Zeiten großer Nachfrage und bietet die Möglichkeit, größeres Gepäck ohne Platzmangel zu schwachlastigen Zeiten abzustellen.
Heute werden auf den Regional - Bahn - Strecken Doppelstockwagen eingesetzt (Abbildung 11). Die Abbildung 12 stellt die 1996 vorhandenen zweistöckigen Wagengattungen dar. In den letzten Jahren wurden die Doppelstockwagen der alten Ausführung fast vollständig modernisiert.
Diese Wagen weisen Gepäckablageflächen über den Sitzen für Handgepäck mittlerer Größe auf. Des Weiteren sind pro Wagen mindestens 4 Tische für jeweils
vier Personen zu finden. Innerhalb des Zuges besteht fast immer die Möglichkeit, an Automaten einen Saft bzw. Kaffee oder Riegel u.ä. käuflich zu erwerben.
In ihrer Ausstattung führt jeder Zug auf dem Regional - Bahn - Netz mindestens ein Fahrradabteil für bequem abstellbare 10 Fahrräder bzw. 5 Kinderwagen mit. Dies wird äußerlich durch entsprechende Zeichen neben den Einstiegstüren kenntlich gemacht.
Quellen:
5. Bahn und Bike
Das Fahrradaufkommen innerhalb des SPNV kann man als Indikator für das Freizeitverkehrsaufkommen nutzen.
Über 60 % aller Radfahrten sind Alltagsfahrten. Dies führt dazu, daß an Werktagen die Verkehrsleistung höher ist als an Wochenenden. Zurückzuführen ist die auf den Fahrtzweck. Die höchste Bedeutung hat das Fahrrad im Freizeitverkehr (Abbildung 13). Hier wird es n icht nur als Transportmittel genutzt, sondern erfüllt auch intrinsische Motive, wie sportliche Betätigung, Kennenlernen der Umwelt oder das Pflegen von Kontakten durch gemeinsame Radtouren. [1]
Für Berliner und Berlinerinnen ist eine längere Radtour in der Stadt schwer zu realisieren. Aus diesem Grund nutzen viele Radfahrer den SPNV als Zubringer zum Freizeitziel. Trotzdem spielt die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln gegenüber dem Projekt „Bike & Ride“ eine geringere Rolle. Die folgenden Abbildungen 14 und 15 stellen die Fahrtzwecke der Fahrradmitnahme in den Zügen des SPNV in Berlin und dem Berliner Umland dar. Diese Darstellung
basiert auf den Daten einer Befragung von 1996 der IVU.
Abbildung 14 Aussage IVU 1999
Auffallend ist der werkteilige Anteil der Arbeits- und Ausbildungswege von 61 %, welcher an den Wochenenden auf 4 % herabsinkt und durch den Freizeitverkehr der jetzt 96 % einnimmt kompensiert wird.
Den höchsten Anteil am Wochenend - Freizeitverkehr hat die Bahn als Start- bzw. Zielpunkt einer Radtour. Somit ist die Fahrt mit der Bahn ein notwendiger Verkehr zum Freizeitziel „Radtour“ hin, an den sich der eigentliche Freizeitverkehr „radfahren“ anschließt.
Die ganztägige Fahrradmitnahme in der S -Bahn und in allen Zügen des
Nahverkehrs in Mehrzweckabteilen, Gepäckwagen oder in Einstiegsräumen ist möglich sofern Platz vorhanden ist. Zu beachten ist hierbei der Vorrang des Kinderwagentransportes vor dem Fahrradtransport. [2] Die Bewertung verschiedener Verknüpfungsformen von Fahrrad und ÖPNV ergaben, daß für den Erholungs- und Urlaubsverkehr die Fahrradmitnahme in Bus und Bahn sowie die Fahrradvermietung am Bahnhof als geeignet empfunden wird, während für den Berufs- und Schulverkehr und den Einkaufsverkehr das Fahrradparken am Bahnhof vorgezogen wird [3]
5.1 Angebote der Deutschen Bahn AG
5.1.1 Tarife
Um mit Bahn und Rad zu verreisen, benötigt der Kunde seinen Fahrausweis und eine Fahrradkarte. Die Preise für eine solche Fahrradkarte betragen in Fernverkehrszügen 9,- DM, in Zügen des Nahverkehrs bis 100 km 6,- DM. Da Berlin und Brandenburg einen Verkehrsverbund besitzen, gilt hier der Tarif des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg (VBB).
Eine Ausnahme bildet die Mehrtagesfahrradkarte. Sie besteht aus fünf Fahrradtageskarten die zu einer Sammelkarte zusammengesetzt wurden. Das Fahrradticket gilt für S-Bahn, RegionalExpress und RegionalBahn,
überall in Berlin und Brandenburg. Es kostet 25,- DM, also 5,- DM pro Tag.
Um Geld zu sparen, sollte man Gebrauch von den Schönen Wochenendticket machen. In Verbindung mit diesem Ticket kostet die Fahrradmitnahme für einen ganzen Tag 6,- DM
Eine zusätzliche Fahrradkarte muß z.B. für die Mitnahme eines Fahrradanhängers bezahlt werden. Des weiteren für Tandems, Liegeräder und Dreiräder sowie Fahrräder mit Hilfsmotor jeweils zwei Fahrradkarten erforderlich. [4]
5.1.2 Infrastruktur Fahrzeuge
Im Fernverkehr wird bereits in ca. 60 % der Fernzüge die Möglichkeit der Fahrradmitnahme angeboten. So fahren InterCity und EuroCity mit speziellen Fahrradabteilen oder Gepäckwagen mit mindestens 16 Radstellplätzen innerhalb des gesamten Liniennetzes. [5]
Im InterRegio ist die Mitnahme von Fahrrädern problemlos möglich. Im Normalfall stehen dem Kunden ein oder mehrere Fahrradabteile / Mehrzweckabteile mit mindestens acht Stellplätzen zur Verfügung. In diesen Fahrradabteilen befinden sich in Längsrichtung aufgestellte Klappsitze. Durch diese Anordnung gehen 2 Sitzplätze pro Mehrzweckabteil (14 Klappsitze statt 16 Sitze in Queranordnung) verloren. Auf diese Abteile wird durch das Fahrradsymbol im Einstiegsbereich hingewiesen. In der Regel befinden sich diese Abteile am Zuganfang oder Zugende. In den Einstiegsbereichen von RegionalExpress, StadtExpress und RegionalBahn ist die Mitnahme des Rades möglich aber aus Mitnahmekapazitäten beschränkt. [5] Die Möglichkeit ein Fahrrad am Zielort zu mieten bzw. kleinere Reparaturen am Fahrrad durchzuführen ist ein Angebot der DB AG in Form von Fahrradstationen. Diese bieten bewachtes Parken, Vermietung, Handel, Reparatur, Informationen über die nähere Umgebung und Verkauf von touristischen Dienstleistungen an. Im Bereich Berlin Brandenburg sind 9 Stationen, die den oben angegebenen Anforderungen zumindest teilweise entsprechen unter anderem in Potsdam zu finden.[6] Dieses Angebot bietet dem Kunden ein Mobilitätsgefühl ohne das er den Aufwand betreiben muß: Fahrräder fahrtüchtig zu halten, sie im Schienenverkehr zu transportieren und mögliche Aufpreise für die Mitnahme von Rädern zu zahlen. Die Mietpreise der Fahrräder liegen zwischen 6,- DM und 25,- DM pro Fahrradtyp und Tag.
5.2 Ausstattung und Einsatzgebiete der Gepäckwagen
Auf stark befahrenen Strecken kommen insbesondere an Wochenenden zusätzlich Gepäckwagen und Radler-Sonderzüge zum Einsatz. Bei den Gepäckwagen unterscheidet man ca. 6 bis 7 verschiedene Typen. Grob kann unterschieden werden zwischen kombinierten Gepäckwagen (Abbildung 17) und reinen Gepäckwagen (Abbildung 18).
Die kombinierten Gepäckwagen bieten die Möglichkeit von Sitzplätzen für den Kunden und das Gepäck bzw. die Fahrräder zu transportieren. Zusätzlich beinhalten die kombinierten Gepäckwagen spezielle Vorrichtungen für Rollstuhlfahrer. Der Geschäftsbereich DB Regio besitzt 13 sogenannte große kombinierte Gepäckwagen und 9 kleine kombinierte Gepäckwagen.
Die großen Fahrzeuge haben eine Kapazität von: 20 bis 30 Fahrradständern - 4Rollstuhlplätzen - und26 Sitzplätzen für die Reisenden. - Diekleinen Fahrzeuge haben eine Kapazität von: 10 Fahrradständern - 2Rollstuhlplätzen - und12 Sitzplätzen für die Reisenden. - Dienichtkombinierten Gepäckwagen bieten nur die Möglichkeit Gepäck bzw. Fahrräder zu transportieren. Von diesen Fahrzeugen besitzt der Geschäftsbereich DB Regio noch 5 Einheiten. Eine Probebeladung ergab eine maximale Kapazität von 60 Fahrrädern, wobei 48 Fahrradständer serienmäßig integriert sind.
Der Einsatz der großen Gepäckwagen erfolgt nur noch auf Bestellung durch Reisegruppen und ganz gezielt im Wochenend - Ausflugsverkehr, da die Auslastung nicht ausreicht.
Während die reinen Gepäckwagen nur im Sondereinsatz genutzt werden, werden die kombinierten Gepäckwagen fahrplanmäßig auf folgenden Strecken mitgeführt:
Stark verbreitet im Regionalverkehr der Deutschen Bahn sind die Doppelstockwagen. Diese Wagen verfügen über ein bzw. zwei Mehrzweckabteile in die - je nach Bauart - mindestens acht Fahrräder hineinpassen. Der RB Berlin / Brandenburg setzt vier verschiedene Bauarten von Doppelstockwagen ein: rekonstruierte Mittelwagen mit 2 Mehrzweckabteilen für maximal 2 x 10 - Fahrräder
rekonstruierte Steuerwagen mit 1 Mehrzweckabteil für maximal 15 Fahrräder - Neubau- Mittelwagen mit 1 Mehrzweckabteil für maximal 6 Fahrräder - Neubau- Steuerwagen mit 1 Mehrzweckabteil für maximal 8 Fahrräder - Beider Planung der Einsätze der jeweiligen Züge werden bei der Deutschen Bahn -Gruppe DB Regio im allgemeinen die Fahrgastzahlen des Vorjahres zu Grunde gelegt. Das Fahrgastverhalten ist auf den einzelnen Linien stark unterschiedlich. Beispielsweise sind auf der Strecke Berlin Karow - Basdorf / Wensickendorf (RB 27) an Werktagen im Berufsverkehr durchschnittlich 12 - 15 Fahrgäste mit Fahrrädern unterwegs. Dieses Aufkommen ist aber auch an den Wochenenden (von und nach Wandlitz) aufzufinden. Im Gegensatz hierzu ist die Strecke Dessau -Schwedt in der Woche kaum von Fahrradmitnehmern frequentiert, während an den Wochenenden Züge mit bis zu 60 Fahrrädern gezählt wurden. Dies ist vor allem auf das Ausflugsziel Schwedt unteres Odertal oder das Kloster Chorin zurückzuführen. [7]
Als Sonderzug bietet die DB AG den UrlaubsExpress nach Mecklenburg Vorpommern an, welcher unter anderem 80 Fahrradplätze in zwei Gepäckwagen beinhaltet
5.3 Angebote der Berliner S-Bahn GmbH
5.3.1 Tarife
Die Berliner S-Bahn GmbH erlaubt die Mitnahme in ihren Fahrzeugen soweit es die Auslastung zuläßt fast uneingeschränkt. Ausnahme bildet das Verbot, Räder in das Wagenabteil das am Anfang des Zuges fährt mitzunehmen. Besitzer der „Umweltkarte Premium“, Schüler-, Azubi-, Seniorenmonatskarten und WelcomeCards können ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen.
Die einfache Mitnahme eines Fahrrades ist seit dem 01.05.1999 wieder teurer geworden. So muß für die einfache Fahrt des Rades innerhalb des Tarifverbundes ein sogenanntes Zwei-Stunden-Ticket für 3,90 DM bzw. 4,20 DM gelöst werden, wobei sich der Zeitraum von zwei Stunden nicht auf das Fahrrad bezieht. Für die Rückfahrt muß ein zweiter Fahrschein gelöst werden.
Eine Mehrtages-Fahrradkarte in Berlin und Brandenburg kostet pro Fahrrad 25,- DM. Diese Fahrradkarte berechtigt zur Radbeförderung an fünf frei wählbaren Tagen innerhalb von vier Monaten. Am jeweiligen Geltungstag sind beliebig viele Fahrten möglich. [8]
5.3.2 Infrastruktur und Fahrzeuge
105 Bahnhöfe der Berliner S-Bahn besitzen Fahrradabstellplätze. Dies ermöglicht es dem Reisenden das Rad als Zubringer zum Bahnhof zu nutzen bzw. sich mehr Mobilitätsmöglichkeiten vor Ort zu schaffen. Die 74 behindertengerecht ausgebauten Bahnhöfe erleichtern auch dem radfahrenden Reisenden die Mitnahme des Rades. So können mit Hilfe von Aufzügen und Rampen die Bahnsteige leichter erreicht werden. Speziell ausgerüstete Fahrzeuge für die Mitnahme von Fahrrädern führt die S-Bahn nicht mit. Dem Fahrgast wird die Möglichkeit gegeben innerhalb der Einstiegsbereiche oder in den Mittelfluren das Rad abzustellen. In den Zügen der Baureihen 475, 476, 477 und 485 hat der Reisende die Möglichkeit sein Rad in den Mehrzweckabteilen mitzuführen. Diese Mehrzweckabteile zeichnen sich durch längs angeordnete Sitzgruppen aus. Diese Sitze sind jedoch nicht einklappbar. Außerdem sind keine Haltestangen für Fahrräder zu finden. Der Fahrgast hat folgende Möglichkeiten der Fahrradunterbringung:
er sitzt und hält das Rad während der Fahrtdauer mit den Händen vor sich - parallelzur Sitzbank
er lehnt sein Fahrrad an den vorhandenen Windläufen mit Haltestangen fest. - Nunragt das Rad in das Mehrzweckabteil und in den Einstiegsbereich hinein. Er lehnt sein Fahrrad direkt an die Sitzbank und blockiert dabei 3 bis 4 - Sitzplätze.Bei dieser Methode können weitere Fahrräder ohne weiteren Sitzplatzverlust angelehnt werden.
Er lehnt sein R ad an die Rückwand eines unbesetzten Führerstandes und -
blockiert somit teilweise den Einstiegsbereich.[9]
Züge aus den neunziger Jahren sind mit Klappsitzen und Durchgangsabteilen ausgerüstet. Dies ermöglicht eines Unterbringung des Rades ohne dabei Sitze zu beschädigen oder den Durchgang im Wagen zu versperren. Außerdem ist der Zustieg durch geringe Bodenhöhenunterschiede zwischen Wagen und Bahnsteig für Fahrradreisende stark erleichtert worden. Des weiteren sind senkrechte Haltestangen in einem Abstand von ca. 60 cm vor den längsstehenden Sitzbänken aufgestellt worden (Abbildung 19). Dies ermöglicht das Abstellen von 5 bis 6 Fahrrädern, ohne daß gegenseitige Behinderungen der einzelnen Fahrradfahrer beim Ein- und Aussteigen auftreten und ohne daß ein einziger Sitzplatz verstellt wird.
5.4 „Bike + Ride“ - Programm
Durch die Förderung von Bike + Ride soll die Nutzung des Rades im Vor- und Nachtransport mit dem Schwerpunkt im Alltagsverkehr gefördert werden. Besondere Konzentration wird hierbei auf große Städte und die sie umgebenden Ballungsräume gelegt. Im Rahmen dieses Projektes werden an den Bahnhöfen Fahrradabstellanlagen errichtet.
Wegen der schlechteren Fahrradverfügbarkeit liegen die Potentiale von Bahn + Bike im Vor- und nicht im Nachtansport.
Die Einzugsbereiche überlagern sich mit denen des Park + Ride. So kommen etwa 30 % -
50 % der Kfz auf den Park + Ride - Parkplätzen aus einem Radius unter drei Kilometer. Somit liegt der Haupteinzugsbereich von Park + Ride bei einem Radius von 0,5 bis 3 km. Dieser Kurzstreckenverkehr mit dem Kfz soll auf das Fahrrad verlagert werden. [1]
Das Grundangebot von Bike + Ride - Anlagen betrifft Fahrradparkplätze in allen Angebotsformen. Neben -meist überdachten -Fahrradhalteranlagen
unterschiedlicher Größen haben abschließbare Fahrradräume, Fahrradboxen und bei hoher Nachfrage Fahrradparkhäuser einen hohen Stellenwert im Bike + Ride. Die Kosten für einen guten Fahrradabstellplatz liegen bei etwa 1.000 DM - 3.000 DM. Dem gegenüber stehen Kosten von 7.000 DM bis 20.000 DM pro Park + Ride Stellplatz.[10]
5.5 Fahrradparkplätze
Obwohl in den letzten Jahren ein zunehmender Fahrradtrend zu verzeichnen ist, sind steigende Nachfragezahlen in der Verknüpfung von ÖPNV und Fahrrad nicht in dem Maße festzustellen. Dies ist vermutlich auf folgende hemmende Trends zurückzuführen:
die Fahrräder sind zunehmend hochwertiger und teurer, auch Einzelteils sind - wertvoll damit verbundene Anzahl von Fahrraddiebstählen, Diebstahl von - Einzelkomponenten[10]
Damit verbunden gewinnt die Frage nach der Qualität und Sicherheit von Fahrradabstellplätzen besonders in Bahnhofsnähe an Bedeutung. Besonders in Bahnhofsnähe ist dies vorrangig zu betrachten, da im Rahmen von Bike + Ride die Fahrräder oftmals länger als 8 Stunden am Bahnhof stehen. An sichere Fahrradabstellanlagen werden deshalb folgende Anforderungen gestellt: hohe Sicherheit gegen Diebstahl und mutwillige Beschädigungen - Anschließendes Rahmens und - Möglichstauch des Hinterrades an einen festen Gegenstand - WirksamerWitterungsschutz - Überdachung - Befestigungvon Verkehrsflächen - Vermeidungvon Verbiegungen der gehaltenen Laufräder - Haltendes Fahrrades am Rahmen - AusreichenderAbstand zwischen den Fahrrädern (70 cm) - bequemesAbstellen und Anschließen - ebenerdigesAbstellen - ausreichenderAbstand zwischen den Fahrrädern. [11] -
Die Berlin und Brandenburg stark verbreiteten konventionellen Fahrradabstellplätze in Form von Ständern ohne Witterungsschutz erfüllen diese Mindestanforderungen nicht. Ausnahmen bilden hierbei die in den letzten Jahren sanierten bzw. neu errichteten Bahnhöfe, wie Alexanderplatz und Spandau. Hier wurden die konventionellen Ständer durch den sogenannten Fahrradbügel, als
Weiterentwicklung des Zaunes ersetzt (Abbildung 20).
Besondere Vorteile bietet dieser Ständer mit sicheren Halt des Fahrrades über die ganze Länge unabhängig von der Größe des Fahrrades und der Breite der Reifen, der ausreichende Abstand zu seitlich und gegenüber abgestellten Fahrrädern bei ordnungsgemäßer Nutzung, die Möglichkeit das Fahrrad an beiden Rädern anzuschließen sowie die einfache und einleuchtende Handhabung. Die hohe Akzeptanz zeigt sich auch darin, daß an diesen Anlagen praktisch kein Fahrrad mehr außerhalb der Anlage steht. [11]
Die Kosten für einen überdachten Fahrradbügel liegen im Durchschnitt bei 1800 DM, wobei der Fahrradbügel selbst zwischen 300 DM und 400 DM kostet. Im Berliner Raum sind diese Fahrradbügel nur unüberdacht zu finden. Diebstahl und Beschädigungen kann man ausschließen, indem man Fahrradboxen aufstellt. Dies ermöglicht die Mitführung hochwertiger Räder und das stehenlassen auch über Nacht bzw. einen längeren Zeitraum. Nebeneffekte dieser Boxen sind die nicht notwendige soziale Kontrolle, der Witterungsschutz und die Möglichkeit Taschen usw. unterzubringen. Diese Boxen werden im allgemeinen personengebunden vergeben.
Die Box braucht kaum mehr Platz als der Bügel und kostet in der Anschaffung ca. 1800 DM pro Stellplatz, ist also etwa genauso teuer wie ein Bügel. Aufwendung in Form vom notwendigen Betrieb und der Betreuung der Fahrradboxen (Mietverträge, Schlüsselausgaben, Belegungskontrolle) werden auf 12500 DM /Jahr geschätzt. Umfragen bezüglich der Änderung des Verkehrsverhaltens durch Fahrradbox undbügel haben ergeben, daß
92 % der täglichen Bügelnutzer empfänden durch Nutzung einer Fahrradbox - mehrSicherheit für ihr Fahrrad
60 % würden deshalb ein hochwertigeres Fahrrad nutzen, wenn sie eine - Fahrradboxbekämen 41 % würden öfter Bike + Ride nutzen - Mitder Förderung von Fahrradboxen und sicheren Möglichkeiten der Fahrradaufbewahrung wird das Bike + Ride maßgebend unterstützt. Somit kommt es nicht nur zu einer Förderung des Fahrradverkehres, sondern auch zur Stärkung des ÖPNV und der Vermeidung von MIV. [10]
Quellen:
6. Anbindung bedeutender Freizeitziele
6.1 Wie sind die Freizeitziele mit dem SPNV angebunden?
Das Berliner Zentrum, und damit auch der Alexanderplatz, Ku’damm und Tierpark sind dank des umfassenden Berliner S-Bahn und U-Bahn - Netzes sehr gut angebunden. Die Entfernungen der S-Bahnstationen schwanken im Zentrum der Stadt zwischen 2 und 5 km. Somit ist die Möglichkeit einer bequemen Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad gegeben.
Nach Potsdam und somit zum Schloß Sansoucci und zu den Babelsberger Filmstudios fahren die S-Bahnlinien S7 und S1 sowie mehrere Regionalbahnen. Des weiteren halten in Potsdam Züge des DB Fernverkehres. Innerhalb der Stadt Potsdam stellt ein Straßenbahnnetz und ein Busnetz den ÖPNV dar. Diese Kombination ist für die Erreichbarkeit der Freizeitziele innerhalb Potsdams ausreichend.
Wie man in der Abbildung 21 erkennen kann, sind die Berliner Seen nur begrenzt an den SPNV angebunden. Während Seen wie Wannsee und Müggelsee noch mit der S-Bahn und den Regionalzügen zu erreichen sind, muß man für Fahrten an den Liebnitzsee, den Großen Stechlinsee oder den Plauer See bereits den PKW oder das Fahrrad nutzen.
Naherholungsgebiete die zum Wandern und Radfahren einladen, sind mit dem SPNV erreichbar. So wird das Territorium des Spreewaldes überwiegend durch die drei Bahnhöfe Lübben, Lübbenau und Vetschau bedient. Beispielsweise von Berlin nach Lübben besteht ein ca. 30 min - Takt. Dies gibt den Berlinern die Möglichkeit, nach ca. 1 Stunde Fahrtzeit im Spreewald zu sein.
Das große Territorium des Oderbruchs hingegen wird nur mit wenigen Bahnhöfen bedient. Während der Bahnhof Wriezen relativ zentral im Oderbruch liegt, befindet sich der Bahnhof Küstrin am süd - östlichem Ende des Gebietes. Nördlich sind die Bahnhöfe Schwedt und Finowfurt zu nennen. Den günstigsten Ausgangspunkt für eine Wanderung: Wriezen kann man im 1 - Stunden - Takt von Berlin aus in ca. 90 Minuten erreichen.
Da das brandenburger Land weite Wald- und Wiesenlandschaften beherbergt, ist es weitgehend möglich, mit den Regionalzügen vor die Berliner Stadt zu fahren und von fast jedem brandenburgischen Bahnhof Rad- und Wandertouren zu starten.
6.2 Ausflugsverkehr mit der S-Bahn
Die S-Bahn Berlin GmbH unterstützt den Ausflugsverkehr unter anderem mit der Ausgabe von A5 -Faltblättern auf denen Freizeitziele, wie Babelsberg, Strausberg,
Köpenick, Königs Wusterhausen usw. ausführlich beschrieben und kartographiert sind. Zusätzlich bieten diese Faltblätter Informationen über die Anreisemöglichkeiten mit Bahn und Bus (Abfahrtszeiten, Orte, Linien) sowie einem Hinweis auf die voraussichtlichen Kosten. Die Abbildung 22 zeigt einen Ausschnitt aus einem Faltblatt für Babelsberg.
6.4 Akzeptanz der Kunden
Von Kapazitätsengpässen an Wochenenden bei schönem Wetter wird aus Städten oft berichtet. Jetzt fahren Familien zum Baden und Picknicken, Gruppen zum Wandern und Radfahren und Jugendliche zum Schwimmen. Diese Nachfragespitzen führen morgens / vormittags aus der Stadt hinaus und nachmittags / abends wieder in die Stadt hinein. Aus diesem Grund bietet die S-Bahn auf einigen Strecken eine Taktverdichtung an.
An den Sommerwochenenden werden zum Teil zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt, um die Nachfragespitzen abzuwickeln.
Radfahrer zeigen sich in solchen Fällen relativ rücksichtsvoll und flexibel und sind durchaus bereit, eine Bahn später zu fahren.
Von der Berliner S-Bahn wurden 1992 Spitzenwerte von mehr als 100 Fahrrädern / 8-Wagen-Zug gemeldet. Meistens wird die Fahrradmitnahme in weiteren Fahrzeugbereichen außerhalb der Einstiegsbereiche geduldet.
Quellen:
[1] Freizeitverkehr mit SPNV und Fahrrad
[1] Gemeinsamer Tarif der VBB, 04/99, VBB [2] Freizeitverkehr mit SPNV und Schiene [3] Auswertung Streckennetzplan 04/99 VBB [4] Internet: www.sbahngmbh.de [1] Kursbuch Sommerfahrplan Berlin / Brandenburg 1999 [2] Flyer „Wie preiswert darfs denn sein?“, Deutsche Bahn Reise und Touristik [3] Flyer: „IR-Sommerspezial“, Deutsche Bahn AG [4] Flyer „Mit dem jwd-Menü-Ticket Brandenburg genießen“, Deutsche Bahn AG [5] Flyer „FerienTicket“ der DB Reise und Touristik [6] Internet: www.bahn.de/pverkehr/ermaessigung [7] Flyer „BahnTours“, DB Reise und Touristik [8] Radzeit Ausgabe 96/99 [9] Internet: www.dbag.de [10] Fahrkartenautomaten S-Bahn Berlin [11] Gemeinsamer Tarif des Verkehrsverbundes Berlin - Brandenburg, 01.04.99, VBB [12] www.sbahngmbh.de/panorama [13] www.sbahngmbh.de/mzug [14] Flyer: Welcome Card 1999, Berlin Tourismus Marketing GmbH [1] Aussage S-Bahn-Informationsbüro Alexanderplatz [2] eigene Auswertung, Datengrundlage: www.sbahngmbh.de [3] Freizeitverkehr mit SPNV und Fahrrad, IVU 1996 [4] Flyer: InterRegio, DB AG [5] Internet: www.dbag/zuege/ir
[1] Erster Bericht der Bundesregierung über die Situation des Fahrradverkehres in der BRD, 1998, BMVBW [2] Freizeitverkehr mit SPNV und Fahrrad, IVU 1996 [3] Maßnahmen zur Integration von ÖPNV und Fahrradverkehr, Verkehr und Technik 1992, Heft 5 [4] Internet: www.dbag.de [5] Broschüre: Bahn & Bike - Radreiseplaner 1999, DB AG, ADFC [6] Kursbuch Sommerfahrplan 1999 Berlin - Brandenburg, DB AG [7] Datenmaterial von DB Regio, Frau Schwedler, Stand: 10.06.99 [8] Gemeinsamer Tarif des VBB, 01.04.99, VBB [9] Freizeitverkehr mit SPNV und Fahrrad, IVU 1996 [10] Fahrrad und ÖPNV aus der Sicht der Nutzer, Verkehr und Technik 1994, Heft 1 [11] Planung und Vertrieb von Fahrradboxen im VRR, Gyutkits, Albers, Kohlhaas, 1986 Kurbuch Sommerfahrplan Berlin Brandenburg, DB Regio Aussagen DB Regio, Frau Schwedler, 06/99
Arbeit zitieren:
Jenny Zower, 1999, Freizeitverkehr mit der DB AG und der S-Bahn AG in Berlin und Brandenburg, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Wettbewerb und Regulierung im Eisenbahnwesen: Möglichkeiten und intern...
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Geowissenschaften / Geographie - Fremdenverkehrsgeographie
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