2
Gedicht von Heym,“Der Baum“, das noch im Anschluß behandelt wird, ist wohl eher Vertreter der späten Phase von Heyms Lyrik)
Wie anfänglich bereits erwähnt wurde, hatte Georg Heyms Dichtung bedeutenden Einfluß. Nicht nur Brecht ist von ihm beeinflusst worden ( Nur auf Nachfrage:V-Effekte des Epischen Theaters.Auch Heym verfremdete durch seine Vermischung der Metaphorik die Realität) sondern seine letzten Gedichte haben den Surrealismus in manchem vorweggenommen (Nur auf Nachfrage:grotesker Stil,visionärer Stil, revolutionärer Grundgedanke). Das Gedicht:
Baal: Seit 3000 v.Ch Bezeichnung für eine Gottheit, die als Sturm- und Fruchtbarkeitsgott, als Herr des Himmels, eines Berges oder einer Stadt verehrt wird. Er wird auch als Herr der Welt, allmächtiger Herrscher der Ordnung über das Chaos, Wetter- und Sonnengott und als kämpfende Gottheit angebetet. Zu seinen Ehren wurde ein ekstatischer Baalsdienst abgehalten. Korybanten : Dämonische Begleiter der Göttin Kybele, mit orgiastischem Kult. Die Korybanten folgten der Kybele mit wilden,ekstatischen Tänzen und Musik von grellen Blas- und dumpfen Schlaginstrumenten. Korybantisch=besessen. Vorlesen (Seite 42) Form 5 Strophen Reimschema: Kreuzreime Versmaß: 5-hebiger Jambus, (Prinzipiell regelmäßig, bis auf einige Ausnahmen. Bsp.: schwebende Betonungen 3.Strophe, 2.Vers Der Millionen) Inhaltsangabe / Gliederung
Der Text ist unterteilt in 3 Abschnitte. a) Abschnitt 1: Strophe 1
b) Abschnitt 2: Strophe 2-4
c) Abschnitt 3: Strophe 5
(Wobei Abschnitt 1 und Abschnitt 3 inhaltlich zusammengehören) In diesen Abschnitt werden die Tätigkeiten des Baal beschrieben: Baal blickt wütend auf eine Großstadt und setzt diese in Brand. Im Mittelteil geht es vor allem um die Schilderung der Atmosphäre: Die Sonne geht unter,der Großstadtlärm dröhnt, der Rauch der Fabrikschlote zieht in den Himmel und Stürme flattern bis es schließlich immer dunkler wird. Stilmittelanalyse
Die Beiden Teile des Gedichts (Abschnitt 1+3 gegnüber Abschnitt 2) stehen in einem starken Kontrast zueinander. Während der Dichter im ersten Teil mythologische Motive verwendet, benutzt er im zweiten Teil (dem Mittelteil) naturalistische Bilder der industriellen Wirklichkeit. Durch die Zusammenführung dieser unvereinbaren Elemente wird eine Verfremdung beider erreicht:
-Die mythologischen Figuren mutieren zu grotesken,deformierten Idealgestalten -und aus der industriellen Realität wird eine mythologisch verwandelte,
3
dämonisierte Wirklichkeit.(Bsp.: Der Großstadtlärm wird durch einen Vergleich als Korybanten-Tanz umschrieben)
Zweck des ganzen ist, durch die Verfremdung der Wirklichkeit ihr negatives, dämonisches Wesen darzustellen. Durch diesen grotesken Stil findet die Absurdität des gegenwärtigen Weltzustandes ihren Ausdruck.
(Der Dichter negiert also den aktuellen Weltzustand und baut daraus seine revolutionäre Haltung auf) Bilder:
Motive der industriellen Wirklichkeit (Beschreibung der Atmosphäre.Mittelteil): -Die Winde lagern schwarz -Der Schlote Rauch -Wolken der Fabrik -Der dunkle Abend
-Die Stürme flattern, die wie Geier schauen -Er streckt ins Dunkel -Ein Meer von Feuer jagt -Glutqualm
(Zusätzlich wird diese Atmosphäre vom Zeitlichen Ablauf (Sonnenuntergang/dunkler Abend/Nacht) unterstüzt.)
Es wird eine unheimliche, gespenstische Endzeitatmosphäre beschrieben. Mythologische Motive: -Baal -Korybanten
Ein weitere wichtige Funktion übernimmt das Stilmittel der Personifikationen: -Die großen Städte knieen
(Bei dieser Personifizierung wird das menschliche Maß der Körperlichkeit extrem überstiegen. Dies wirkt unheimlich und trägt weiter zur.Dämonisierung bei ) -wo fern in Einsamkeit die letzten Häuser in das Land verirrn (s.o.:Die Stadt selbst wird personifiziert. Durch diese Personifikation werden die Häuser beseelt. Dies wirkt ebenso dämonisirend)
-Der Gott der Stadt (als Personifikation für das Wesen der modernen Großstädte und der Industriewelt. Die Stadt selbst wird personifiziert.) Diese Personifikation ist zentrales Thema des Gedichtes. Sie gibt dem Wesen der modernen Großstadt und der Industriewelt ein gespenstisches Gesicht. Interpretation
Der Leser hat den Eindruck, daß die Stadt lebt. Häuser und Straßen werden beseelt, als ob sie Menschen wären.Großstadtlärm wird zu Korybanten-Tanz, Rauch und Wolken der Schlote wird zu Duft von Weihrauch. Man hat den Eindruck, als leiste die “lebendige Stadt“ ihrem „Gott der Stadt“ (dem Baal) einen Baalsdienst ab. Baal,der Sonnengott, der hier als mythologisierte Form eines Sonnenuntergangs in Erscheinung tritt, wird zum Sturmgott, zum Herscher über das Chaos. Er setzt die untergangsreife Welt in Brand. Die Stadt geht in Flammen auf. Aus dem Sonnenuntergang wird ein Weltuntergangsfeuer.
In “Der Gott der Stadt“ wird der Protest an der Zeit, in Form eines apokalyptischen Strafgerichts über die gegenwärtige Welt gekleidet.
4
Diese Vision wirkt auf mich wie eine Allmachtsphantasie des Dichters, der die gegenwärtige Welt untergehen sehen möchte, um einen radikalen Bruch mit der Tradition und der Vergangenheit schaffen zu können. Somit wäre der Weg frei für einen absoluten Neubeginn.
Dies ist ein typischer Grundgedanke des Expressionismus.
,
Arbeit zitieren:
Jan Leder, 2001, Der Gott der Stadt, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zu: Georg Heyms "Der Gott der Stadt"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Referat / Aufsatz (Schule), 11 Seiten
Erdöl - Entstehung, Vorkommen, Bohrung, Förderung
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Facharbeit (Schule), 11 Seiten
Eichendorff, Joseph - Sehnsucht (Gedichtinterpretation)
Referat / Aufsatz (Schule), 6 Seiten
Goethe, Johann Wolfgang von - Faust - Ausarbeitungen über jede einzeln...
Referat / Aufsatz (Schule), 16 Seiten
Der Expressionismus und Georg Heyms „Der Gott der Stadt“ als beispie...
Theoretische Darlegung der Epo...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Vorgeschichte, Umfeld, Hintergründe, Ursachen der Varusschlacht
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 19 Seiten
Der Gott der Liebe und das Leid seiner Geschöpfe - Das Problem der T...
Versuch einer Darstellung
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit, 27 Seiten
Der Kreuzzugsgedanke und dieFrage nach dem Gerechten Krieg
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Facharbeit (Schule), 14 Seiten
Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik - Erklärungen zur Stochastik...
Facharbeit (Schule), 25 Seiten
Horvàth, Ödön von - Jugend ohne Gott - Charakteristik des T
Referat / Aufsatz (Schule), 5 Seiten
"Emil und die Detektive" - Film und Buch im Vergleich
Darstellung der inhaltlichen A...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 20 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Referat / Aufsatz (Schule), 11 Seiten
Jan Leder hat den Text Der Gott der Stadt veröffentlicht
Jan Leder hat einen neuen Text hochgeladen
egal hat den Text Der Gott der Stadt kommentiert
Sarapis: Studien Zur Uberlieferungsgeschichte, Den Erscheinungsformen ...
Wilhelm Hornbostel
Cantata No. 192 -- Nun Danket Alle Gott: Satb with Sb Soli
Johann Sebastian Bach, Johann Bach
Jauchzet Gott in allen Landen BWV 51
Klavierauszug von Martin Focke...
Johann Sebastian Bach, Matthias Wendt
Our Maryland Heritage, Book 31: Hays and Gott Families
W. N. Hurley, William Neal, Jr. Hurley
Pascal Hillgruber
Der Gott der Stadt.
Die hier geleistete Arbeit ist nicht einmal mehr ausreichend, wenn nicht sogar ungenügend. Die Vorgehens- und Bearbeitungsweise ist katastrophal, das Thema fehlt und die Bilder und Chiffren werden nicht analysiert und interpretiert. Des weiteren fehlen die Interpretationen der Stilmittel. Die Arbeit wäre wohl eine glatte 6.
MfG
Pascal Hillgruber
am Friday, November 30, 2001-
Christina
Gut gelungen.
Danke, dass hilft mir tierisch weiter, ich habe es nämlich voll verpennt, einige Aufgaben zu dem Gedicht zu erledigen, und da ich nun morgen noch nen Lateintest schreibe passt das ganz gut.
Also dann danke,
Christina (Klasse 10 eines Gymnasiums)
am Tuesday, February 12, 2002-
Tanja(11 Gymnasium)
Sehr gut.
Danke Jan. Du hast das sehr gut gemacht. Deine Seite ist echt klasse!! Sie hat mir sehr geholfen, allein hätte ich auf so viele Einzelpunkte nie gekommen. Nochmal danke!!!!!
am Wednesday, February 27, 2002-
Sophie
Retter in der Not.
Also ich finde deinen Text echt klasse! Ich hatte vor allem mit den Stilmitteln ein grosses Problem, aber dank deiner Hilfe wird das jetzt schon hinhauen ;)
Mach weiter so!
Sophie
am Monday, April 22, 2002-
Maria
Gute Analyse.
Hi Jan! Ich finde deine Analyse mindestens(!) befriedigend wenn nicht sogar viel besser. Eine Sechs, so wie hier jemand meint, würdest du dafür niemals bekommen. Da war wohl entweder jemand neidisch oder fachlich nicht sehr kompetent!!!
Viele Grüße Maria
am Tuesday, May 07, 2002-
egal
naja.
ein wenig knapp.
zu oberflächlich
am Thursday, June 13, 2002-