accepted.“ Durch seine Stellung am „Union“ war P. Tillich so stark in eine christliche
Gemeinde eingebunden wie nie Deutschland.
Reisen in den Süden und Westen der Vereinigten Staaten
Im Frühjahr 1935 hatte P. Tillich keine Lehrverpflichtungen. Deshalb konnte er vom 1. Januar
bis 1. März in Chicago Gastvorlesungen halten.
Am 5. Juli 1935 wird sein Sohn René Stephan Johannes geboren.
Die Europareisen anläßlich der Weltkirchenkonferenz in Oxford
1936 erfüllte sich ein großer Wunsch P. Tillichs. Er begab sich auf eine Europareise. Er
verbringt 3 Monate in Holland, Belgien und Frankreich, wo er alte deutsche Freunde trifft.
Vom 28. Juni bis 15. August hält sich P. Tillich in Genf auf, wo ein ökumenisches Seminar
stattfindet. Hier hält er fünf Vorträge. Innerhalb dieser Zeit feiert er seinen 50. Geburtstag.
1937 findet die in Genf geplante Weltkirchenkonferenz in Oxford statt (12. bis 25. Juni).
P. Tillich war Mitglied der dritten ökumenischen Sektion „Kirche, Volk, Staat im Blick auf
die wirtschaftliche Ordnung“. Er sollte den Schlußbericht verfassen, was er dann auch mit
Hilfe seines Freundes Adolf Löwe auch tat. „Es war wahrscheinlich das sozial radikalste
Dokument, das jemals offiziell von einer christlichen Organisation in die Welt gesandt
wurde.“, so Adolf Löwe.
Der Zweite Weltkrieg
P. Tillich war aufgrund von Vorträgen in den Emigrantenkreisen bekannt. 1938 hielt er z. B.
einen Vortrag auf einer Protest-Kundgebung gegen Hitlers Judenverfolgung. Im Winter
1936/37 wurde er Vorsitzender der Hilfsorganisation „Self - Help for German Emigrees“, die
nach Ausbruch des Krieges dann „Self - Help for Emigrees from Central Europe“ hieß.
Nachdem der Krieg ausgebrochen war, bezog er gegen die Achsenmächte Stellung. Nachdem
er sich öffentlich gegen das nationalsozialistische Deutschland ausgesprochen hatte, wurde er
von der amerikanischen Regierung aufgefordert an der psychologischen Kriegsführung
teilzunehmen. P. Tillich sollte kurze Reden an das deutsche Volk verfassen, die einmal in der
Woche über den Radiosender „Die Stimme Amerikas“ gesendet werden sollten. Die Wahl fiel
auf ihn, da man annahm, daß er mit seiner Liebe zu Deutschland, das Vertauen der Deutschen
gewinnen könne. Zwischen 1942 und 1944 verfaßte er die Reden an seine deutschen Freunde.
Im Laufe der Zeit wurde im klar, daß man zwei verschiedene Arten von Deutschland
unterscheiden muß und versuchte dieses auch den Amerikanern klarzumachen. Je länger der
Krieg dauerte, desto mehr kämpfte er einen Zweifrontenkrieg, auf der einen Seite gegen das
nationalsozialistische Deutschland, auf der anderen Seite gegen den in Amerika
aufkommenden Deutschenhaß. 1944 will er den Kampf gegen die Zerstückelung
Deutschlands aufnehmen. Er wurde erster Vorsitzender des „Council for a Democratic
Germany“. Diese Verbindung löste sich aber schon im Mai 1945 auf und konnte auf der
Konferenz von Jalta nicht einmal eine gemeinsame Erklärung einreichen.
Erste Deutschlandreise nach dem Krieg
1948 ist P. Tillich das erste Mal wieder in Deutschland. Die Universität Marburg lädt ihn ein
das Sommersemester 1948 Vorlesungen über Systematische Theologie zu halten. Er hält in
ganz Deutschland mehrere Vorträge.
Professor am „Union Theological Seminary“
Wieder in New York begeistert P. Tillich weiterhin seine Studenten. Im Frühjahr 1951 wird
der erste Band seiner „Systematischen Theologie“ veröffentlicht. 1952 erscheint „Der Mut
zum Sein“.
Spätere Deutschlandreisen
Erst 1951 kam P. Tillich wieder nach Deutschland. Diesmal war er nach Berlin geladen, um
seine „Systematische Theologie“ zu halten. In Glasgow erhielt er den Ehrendoktor.
Auch 1952 war er in Deutschland, verbrachte aber auch einen Teil in England. 1953 und 1954
standen im Zeichen der „Gifford Lectures“ jener Vorlesungs - Stiftung der Universität in
Aberdeen. Er las in beiden Jahren über „Die Existenz und der Christus“, womit er den Grund
für den 1957 erschienen zweiten Band seiner Systematik legte.
1956 trat zum ersten Mal seine Vereinbarung mit der Universität Hamburg in Kraft, alle zwei
Jahre im Sommersemester dort zu lesen. 1962 erhält er den „Friedenspreis des Deutschen
Buchhandels“. 1963 las er in Zürich Teile aus seinem dritten Band der Systematik.
„University Professor“ an der „Harvard University“ in Cambridge
1955 bis 1962 wird P. Tillich zum University Professor berufen.Dieses ist in den USA der
höchste akademische Titel. Seine Berufung war allerdings umstritten, an der Philosophie -Fakultät durfte er nicht lesen. 1959 erschien der erste Band seiner „Gesammelten Werke“
(insgesamt 14 Bände). Er selbst sagte, um am besten in sein Werk einzusteigen, solle man
zuerst seine Predigten lesen. Man war der Meinung „nicht das Erscheinen der Systematischen
Theologie war das wichtige Resultat des Wirkens P. Tillichs während seiner Jahre an der
Universität in Harvard, sondern der Eindruck seiner Vorträge und Vorlesungen auf die
amerikanische Jugend.“.
„John Nuveen Professor“ an der Federated Theological Faculty“ in Chicago
Hier begann die Tätigkeit P. Tillichs 1962. Es wurde nur eine regelmäßige Lehrtätigkeit von
dem 75 jährigem erwartet. 1963 wird der dritte Band der „Systematischen Theologie“
veröffentlicht.
Das Ende
Am 11. Oktober 1965 hält er seine letzte öffentliche Vorlesung über „Die Bedeutung der
Religionsgeschichte für den systematischen Theologen“. Am 22. Oktober desselben Jahres
stirbt er an einem Herzinfarkt. Am 29. Mai 1966 wird er in New Harmony beerdigt. Hier
entstand auch der Paul - Tillich - Park.
Arbeit zitieren:
Kirsten Fricke, 2000, Paul Tillich, München, GRIN Verlag GmbH
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