DER FRAGEBOGEN DES NCAC 2 4.
kann von der Kita-Leiterin verteilt und von jeder Mitarbeiterin für sich ausgefüllt werden. Dann kann über die Ergebnisse im Team diskutiert werden. Noch sinnvoller ist es, wenn der Fragebogen vom Team gemeinsam ausgefüllt wird, wobei man dafür mehrere Besprechungstermine ansetzen sollte. Zu jedem Prinzip kann dann erörtert werden, auf welche Weise die Kita das Kriterium zu erfüllen versucht, wo Schwachstellen sind und wie man diese beheben könnte - bevor eine Note vergeben wird.
Anzumerken ist noch, dass bei den Prinzipien 39, 45 und 46 “ausreichend” sowie bei den Prinzipien 22, 23, 24, 38 und 42 “gut” der höchste zu erreichende Wert ist.
Die 20 zentralen Prinzipien sind kursiv gedruckt. Im Handbuch des NCAC werden die einzelnen Kriterien genau erläutert und beschrieben, wann welche “Note” vergeben werden darf.
2 Auszug aus TEXTOR, Martin R.: Eine gute Kita muss 52 Kriterien erfüllen: Das australische Akkreditierungsprogramm. Erscheint in KiTa aktuell, Ausgabe Bayern
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Im Handbuch werden für jedes der 52 “Prinzipien” detaillierte Beschreibungen von Indikatoren für die vier verwendeten Qualitätsstufen (ungenügend, ausreichend, gut, sehr gut) gegeben.
Dabei werden zunächst allgemeine Indikatoren beschrieben, gefolgt von speziellen Indikatoren für die drei Altersgruppen
• Säuglinge
• Kleinstkinder
• Kindergartenkinder.
In diesem Auszug folgen die allgemeinen Indikatoren-Listen und
(mit Aufzählungszeichen) die speziellen Beschreibungen
für die Altersgruppe der Kindergartenkinder
für jeweils ein Prinzip aus den vier Bereichen, die der Fragebogen unterscheidet:
1. : aus “ Interaktionen zwischen Personal, Kindern und Eltern”:
Prinzip 1: “Die Interaktionen des Personals mit den Kindern sind warm und freundlich.”
2. : aus: “ Programm”: Prinzip 30: “Das Programm fördert die Sprachentwicklung.”
3. : aus “ Ernährung, Gesundheit und Sicherheit”: Prinzip 41: “Potentiell gefährliche Produkte sind für Kinder unerreichbar.”
4. : aus “ Einrichtungsleitung und Qualifizierung der Mitarbeiter/innen”:
3 National Childcare Accreditation Council: Putting Children first. Quality Improvement and Accreditation System Handbook. Sydney 1993; Übersetzung R. Strätz
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PRINZIP 1:
“DIE INTERAKTIONEN DES PERSONALS MIT DEN KINDERN SIND WARM UND FREUNDLICH.”
ungenügend Erzieherinnen nutzen Interaktionen in erster Linie dazu, die Kinder zu dirigieren, und zeigen wenig Freude am Zusammensein mit Kindern.
das meiste von dem, was sie sagen, dient der Führung der Gruppe.
wenn, dann sind diese kurz.
• Erzieherinnen zeigen kein Vergnügen oder Interesse an dem, was Kinder tun
oder sagen.
ausreichend Erzieherinnen interagieren mit der Gruppe insgesamt zumeist freundlich, wenden sich individuell aber meist nur an einige “bevorzugte” Kinder. Erzieherinnen begrüßen Kinder und Eltern freundlich, wenn diese ankommen, daraus entwickeln sich aber keine längeren Interaktionen.
• Erzieherinnen begrüßen und verabschieden jedes einzelne Kind.
• Erzieherinnen geben positiven Körperkontakt (sofern dies in der jeweiligen Kultur akzeptabel ist).
• Erzieherinnen kommunizieren mit einzelnen Kindern, besonders denen, die aus sich herausgehen.
• Erzieherinnen geben in ihren Interaktionen eine wirkliche Beteiligung eher vor,
als dass sie tatsächlich vorhanden wäre. Sie loben z.B. “routinemäßig” und zeigen keine wirkliche Wertschätzung.
gut Erzieherinnen nutzen zahlreiche Gelegenheiten für freundliche Interaktionen mit jedem einzelnen Kind und gehen mit Wärme auf jedes Kind ein.
• Erzieherinnen interagieren mit jedem Kind häufig, besonders mit den Kindern
mit besonderen Bedürfnissen.
• Erzieherinnen machen ihren Respekt für kulturelle Unterschiede und andere Unterschiede, die sich aus unterschiedlichem sozialen Hintergrund ergeben, deutlich.
• Erzieherinnen machen ihr wirkliches Interesse und ihre Beziehung zu Kindern auf viele Arten deutlich, nicht nur durch Lob und Herzlichkeit. sehr gut Erzieherinnen versuchen sicherzustellen, dass die Interaktionen zwischen Erzieherin und Kind wie auch die zwischen den Kindern zu wechselseitiger Herzlichkeit und gegenseitigem Interesse führen.
• Erzieherinnen versuchen durch entsprechendes Modellverhalten und Vorschläge die Kinder zu ermutigen, freundlich aufeinander zu reagieren.
• Erzieherinnen nehmen sich die Zeit, herzlich auf Eltern und Kinder einzugehen,
solange sie in der Einrichtung sind, und Informationen auszutauschen.
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PRINZIP 30: “DAS PROGRAMM FÖRDERT DIE SPRACHENTWICKLUNG.”
ungenügend Die Erzieherinnen unterhalten sich nur selten ungezwungen mit den Kindern; das meiste, was sie Kindern sagen, dient der Führung der Gruppe. Kinder sehen fern, aber das fördert die Sprache nur wenig, da es eine einseitige Interaktion darstellt.
Kinder, die nicht Englisch als Erstsprache sprechen, werden nicht beachtet bzw. mit ihnen wird unangemessen, z.B. sehr laut, gesprochen.
• Erzieherinnen beginnen keine Unterhaltungen mit den Kindern.
• Erzieherinnen lesen keine Bücher gemeinsam mit den Kindern.
ausreichend Erzieherinnen sprechen zwar mit den Kindern, aber zu kurz, als dass eine wirklich wechselseitige Kommunikation entstehen könnte. Den Gesprächsthemen wird nicht nachgegangen, sie werden nicht weiterentwickelt.
Die Erwartungen der Erzieherinnen in bezug auf sprachliches Verständnis und Sprachgebrauch sind nicht immer angemessen, z.B. lesen sie den Kindern Bücher vor, aber in großen Gruppen, so dass die Sprache nicht den Interessen und dem individuellen Entwicklungsstand angepasst werden kann.
Erzieherinnen wählen öfter Bücher, die nicht altersangemessen sind. Auf Kommentare der Kinder wird nur ganz kurz geantwortet, wenn sie überhaupt aufgegriffen werden. Solche Antworten sind nur von geringem Wert. Erzieherinnen lesen ein Buch, das ein Kind ausgesucht hat und das nicht altersangemessen ist, zwar vor, aber sie machen keinen Versuch, es dem Verständnishorizont des Kindes anzupassen.
Erzieherinnen kommentieren das, was Kinder tun, aber nutzen diese Kommentare nicht als Möglichkeiten, die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder zu erweitern. Erzieherinnen versuchen nur unzureichend, mit Kindern mit einer anderen Muttersprache als Englisch zu sprechen.
• Erzieherinnen unterhalten sich zwar mit Kindern, aber sie verstehen es nicht, sprachliche Fähigkeiten zu erweitern, indem sie das Gesprächsthema weiterführen.
• Erzieherinnen stellen viele “geschlossene” Fragen, die nur “ja” oder “nein” als Antwort erfordern.
• Erzieherinnen benutzen öfter, wenn sie Anweisungen oder Erklärungen geben,
eine Sprache, die für Kinder zu komplex ist.
• Erzieherinnen lesen den Kindern Geschichten vor, passen aber die Worte, die sie verwenden, nicht dem Verständnishorizont der Kinder an.
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gut Erzieherinnen nehmen sich die Zeit, jeden Tag mit einigen Kindern individuell über Dinge zu reden, die für die Kinder von Interesse sind. Nach und nach werden so alle Kinder berücksichtigt.
Erzieherinnen erweitern die Kommunikation, indem sie zuhören, was die Kinder sagen und ihren Interessen nachgehen; dabei wirken sie als gute Sprachvorbilder. Erzieherinnen planen und bieten Aktivitäten an, von denen sie wissen, dass sie die Kinder interessieren und die Kommunikation fördern.
Erzieherinnen planen und bieten Aktivitäten an, die das Zuhören und die Verwendung der Sprache auf unterschiedliche Weise erfordern, z.B. spielerisches Sprechen, Sprachspiele in Gedichtform oder Witzen, im Rollen- oder Puppenspiel, Sprache zum Übermitteln oder Empfangen von Informationen.
Erzieherinnen sprechen regelmäßig mit den Kindern, die eine andere Erstsprache als Englisch haben, und bringen ihnen dabei bedeutsame Wörter und Redewendungen nahe. Sie bemühen sich, den Kindern das Hören ihrer Erstsprache zu ermöglichen, z.B. durch Lieder auf Audio-Kassetten.
Erzieherinnen lernen und benutzen die Namen der engen Familienmitglieder der Kinder und von Dingen, die für die Kinder von Bedeutung sind.
• Erzieherinnen unterhalten sich häufig mit den Kindern und greifen dabei die Interessen und Gesprächsbeiträge der Kinder auf.
• Erzieherinnen planen Aktivitäten, die den Kindern den Gebrauch und die Weiterentwicklung ihrer Sprache auf verschiedenen Wegen ermöglichen, z.B. Erzählen von Geschichten, Puppenspiel, gemeinsames Rollenspiel,
Unterhaltungen über erlebte Ereignisse, das Ausdrücken von Gefühlen und Gespräche, die handgreifliche Konflikte vermeiden bzw. kooperativen Umgang miteinander anbahnen.
• Erzieherinnen fördern den Gebrauch einer komplexeren Sprache, um Beziehungen zwis chen Personen, Materialien und Gegenständen auszudrücken.
sehr gut Erzieherinnen beobachten genau den Sprachgebrauch und die sprachliche Entwicklung der Kinder als Grundlage für spontane und geplante Aktivitäten. Erzieherinnen wissen, wo und wie sie Kinder fördern können, indem sie in einer Vielzahl von verschiedenen Situationen als Sprachvorbild dienen.
Wenn Kinder neue Dinge und Zusammenhänge verstehen und dafür Worte zu verwenden beginnen, schaffen Erzieherinnen Gelegenheiten für die Kinder, diese Worte in verschiedenen Zusammenhängen zu hören und zu verwenden, um das Verständnis ihrer Bedeutungsmöglichkeiten zu erweitern.
Erzieherinnen geben Kindern Gelegenheit, andere Sprachen in Liedern und einfachen Sätzen zu hören.
Helferinnen und Helfer werden wo i mmer möglich eingesetzt, um die Entwicklung der englischsprachigen wie auch der nicht-englischsprachigen Kinder zu unterstützen.
Helferinnen und Helfer werden - sofern möglich - auch dafür eingesetzt, dass die Kinder ihre Erstsprache hören können, bei Kindern in den ersten Lebensjahren auch als Mittel der Verständigung.
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• Erzieherinnen fordern die Kinder dazu heraus, ihre Sprache auf neue und
interessante Arten und Weisen zu benutzen, z.B. indem sie ihre Ideen gemeinsam in einem Tagebuch zusammentragen oder gemeinsam eine Geschichte entwickeln, die eine Erzieherin für sie aufschreibt.
PRINZIP 41: “POTENTIELL GEFÄHRLICHE PRODUKTE SIND FÜR KINDER UNERREICHBAR.”
ungenügend Es werden keine Vorkehrungen getroffen, um Medikamente, Reinigungsmittel und Chemikalien für den Garten eindeutig zu kennzeichnen und unerreichbar für Kinder zu lagern.
Behälter für schmutzige Windeln sind nicht abgedeckt oder haben leicht abnehmbare Verschlüsse, so dass sie für Kinder leicht erreichbar sind. ausreichend Es werden Vorkehrungen getroffen und angewandt, um Medikamente, Reinigungsmittel und Chemikalien für den Garten eindeutig zu kennzeichnen und unerreichbar für Kinder zu lagern.
Behälter für schmutzige Windeln haben feste Verschlüsse, so dass der Inhalt für Kinder nicht zugänglich ist.
gut Erzieherinnen bringen einfache Warnzeichen dort an, wo gefährliche Stoffe gelagert werden.
Erzieherinnen sprechen mit den Kindern über möglicherweise gefährliche Produkte.
sehr gut Die Einrichtung versorgt Eltern mit Informationen über die sichere Aufbewahrung von möglicherweise gefährlichen Produkten im Haushalt.
PRINZIP 48: “DAS PERSONAL ELTERN PROGRAMM UND DIE BERATEN DAS
UND EVALUIEREN ES GEMEINSAM.”
ungenügend Die Erzieherinnen hören sich Fragen und Vorschläge der Eltern an, berücksichtigen sie aber nicht bei der Planung der pädagogischen Arbeit.
ausreichend Erzieherinnen berücksichtigen Vorschläge und Fragen von Eltern.
Die Planung wird verändert, wenn Erzieherinnen kurzfristige Bedürfnisse erfahren.
gut Vorschläge von Eltern fließen in eine schriftliche Auswertung des Programms ein, die als Grundlage für Änderungen und die Weiterentwicklung des Personals genutzt wird.
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sehr gut Ein jährlicher Konsultationsprozess des Programms bezieht interessierte Eltern, alle Erzieherinnen und andere Fachleute ein. Er kann zu Änderungen in der Philosophie, den Zielen und den Grundsätzen der Einrichtung führen.
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6. KRITIK:
pos.:
neg.:
=> hoher Kostenaufwand:
Die staatlichen Zuschüsse wurden gekürzt.
=> hoher Zeitaufwand:
=> Elternzuschüsse von der Akkreditierung abhängig.
STAND DER AKKREDITIERUNG FEBRUAR 1998:
4144 Kitas haben teilgenommen, 3360 sind akkreditiert, davon
Der Rest arbeitet noch an dem Programm.
7. ANREGUNGEN FÜR DIE DISKUSSION IN DEUTSCHLAND:
In Deutschland sind die Kitas Ländersache, das erschwert eine zentrale Planung. Eine Zusammenarbeit auf Landesebene wäre sehr wichtig.
Um die versch. Programme kennen zu lernen, sollten diese wenigstens auszugsweise übersetzt werden.
Die Entwicklung eines dt. Systems sollte unter Kooperation von Mitarbeitern der Kitas, Trägervertretern und Wissenschaftlern entstehen.
Das Wohl des Kindes sollte im Mittelpunkt stehen.
___________________________________________________________________________
8. LITERATUR:
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FINZEL, E.: Qualitätsverbesserung in Kindertagesstätten: Das australische Programm. In: Klein & Groß, 2/99, S. 30-36
NATIONAL CHILDCARE ACCREDITATION COUNCIL (Ed.): Putting Children first. Quality Improvement and Accreditation System Handbook. Sydney 1993
TEXTOR, Martin R.: Eine gute Kita muss 52 Kriterien erfüllen: Das australische Akkreditierungsprogramm. Erscheint in KiTa aktuell, Ausgabe Bayern http:// www.people.freenet.de/Textor/Qualitätssicherung.htm
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Arbeit zitieren:
Christiane Döbber, 2001, Das Qualitätssicherungs- und Akkreditierungsprogramm der NCAC, München, GRIN Verlag GmbH
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