Einnahmen
1. Steuern
-Realsteuern: Grund- und Gewerbesteuer
Gemeinden haben Hebesatzrecht nach Art.28 Abs.2 S.3 Hs.2 GG und Art.106 Abs.6 GG (wesentlicher Bestandteil der Finanzautonomie), wodurch sie die Höhe der Einnahmen beeinflussen können.
-Anteil am Lohn- und Einkommensteueraufkommen in Höhe von 15%.
-Örtliche Aufwands- und Verbrauchssteuern: Getränke-, Hunde-, Zweitwohnungssteuer
2. Finanzzuweisungen
Jährliche finanzielle Zuweisungen aus Gemeinschaftssteuern (Einkommen-, Körperschafts-, Umsatz-und Gewerbesteuer) auf der Grundlage von Finanzausgleichsgesetzen der Länder.
3. Gebühren und Beiträge
-Gebühren für die Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen, wie z.B. Benutzung eines Hallenbades
-Beiträge für die Möglichkeit der Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen, wie z.B. Beiträge für die Erschließung einer Straße
4. Verschuldung
-Kreditaufnahme muß von einer Kommunalaufsicht genehmigt werden
-nur zur Finanzierung des Vermögenshaushalts erlaubt
-durch Kreditaufnahmen, welche nur für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen zulässig sind sowie vorübergehend zur zeitlichen Überbrückung der Finanzierung von Ausgaben des Vermögenshaushaltes bis zum Eingang der regulären, haushaltsmäßig vorgesehenen Deckungsmittel (sog.Kassenkredite)
-Zinsen und Tilgung müssen aus den Einnahmen des Verwaltungshaushalts geleistet werden können
Ausgaben
1. Sozialleistungen
-für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Pflegebedürftige, Jugendhilfe, Leistungen für Asylbewerber und Flüchtlinge
-haben sich in den alten Bundesländern in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht
-machen rund 21% der Ausgaben in den alten Bundesländern aus; neue Bundesländer liegen aufgrund vielfältiger Fördermaßnahmen darunter
2. Investitionen
-für kommunale Infrastrukturmaßnahmen (z.B. Schulen, Straßen usw.)
-haben seit 1980 aufgrund notwendiger massiver Einsparungen stark abgenommen
-sie sind Voraussetzung für das Wirtschaften privater und öffentlicher Unternehmen
3. Personalausgaben
-ca. 25% der Ausgaben in den alten Bundesländern, ca. 30% dagegen in den neuen Bundesländern
4. Sachaufwand
-im Rahmen der Verwaltung und dem Betrieb von Einrichtungen (Kosten für die Bewirtschaftung von Grundstücken, Ausgaben für Geräte, Ausstattungs- und Ausrüstungsgegenständen, Mieten, Fahrzeugunterhaltung)
-ist mit ca.17 - 18% seit 1980 konstant geblieben
5. Zinsausgaben
-liegen in den alten Bundesländern zwischen 4 und 5%, in den neuen Bundesländern darunter, da diese noch von Kreditprogrammen mit subventionierten Konditionen profitieren
Reformansätze
-stetigere und besser kalkulierbare Entwicklung der städtischen Steuereinnahmen
-erhebliche Stärkung der Steuerkraft strukturschwacher Städte
-Aufstellung eines Erfolgs-, Wirtschafts- oder Leistungsplans zur Gewinn- und Verlustrechnung als Verwaltungshaushalt neuer Art
-Aufstellung eines Vermögens- und Investitionsplans als Vermögenshaushalt neuer Art
-Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung
-Einführung der Bilanz (zum Nachweis von Vermögen und Kapital)
-Erstellung einer Finanzrechnung zur Liquiditätsplanung- und rechnung auf der Basis von Einnahmen und Ausgaben
Literatur:
Gern, Alfons, „Deutsches Kommunalrecht“, 2.Auflage, Baden-Baden 1997, Rn.658ff. Gisevius, Wolfgang, „Leitfaden durch die Kommunalpolitik“, Neuauflage, Bonn 1997
Karrenberg, Hans/Münstermann, Engelbert, „Gemeindefinanzbericht 1999“, in: Der Städtetag, Ausgabe 04/1999, S.202ff. Karrenberg, Hans/Münstermann, Engelbert, „Kommunale Finanzen“, in: Wollmann, Helmut/Roth, Roland, „Kommunalpolitik -Politisches Handeln in den Gemeinden“, 2.Auflage, Opladen 1999, S.437ff.
Kuban, Monika, „Kommunale Haushaltspolitik“, in: Wollmann, Helmut/Roth, Roland, aaO, 2.Auflage, Opladen 1999, S.477ff.
Nierhaus, Michael, in: Sachs, Michael, „Kommentar zum Grundgesetz“, 2.Auflage, München 1999, Art.28 GG, Rn.67ff. Schmitz, Michael, „Kommunales Finanzrecht“, Bonn 1994
Arbeit zitieren:
Michael Matthai, 2000, Kommunale Finanzen, München, GRIN Verlag GmbH
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