Überblick
§ Allgemeiner Disput über die Wirkung des Fernsehens auf die Wahlentscheidung
§ Noelle-Neumann Ende 60er/Anfang 70er: Fernsehen hat große Wirkung auf Politikerwahrnehmung und Meinungsklima in der Gesellschaft
§ Enttarnung des Elefanten: u.a. Weischenberg – Kritik an Theorie und empirischen Beweisen der starken Medienwirkung
Drei zentrale Thesen, warum das Fernsehen großen Einfluss auf die
Wahlentscheidung hat:
1. Es gibt eine nennenswerte Anzahl von Wechselwählern. Sie sind am leichtesten medial zu beeinflussen.
2. Das Fernsehen hat unter allen Informationsquellen den größten Einfluss, weil es ubiquitär, attraktiv und scheinbar unpolitisch ist, authentisch und glaubwürdig wirkt
3. Medien üben einen eigenen Einfluss („diskretionäre Macht“) auf die Themenagenda und das Image von Parteien und Politikern aus.
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Inhaltsverzeichnis
Kommunikationstheorie: Aktuelle Theorien und Positionen zur Medienwirkungsforschung
Berghaus, Margot Wie Massenmedien wirken.
Klapper, Joseph T. Massenkommunikation - Einstellungskonstanz und Einstellungsänderung.
Merten, Klaus Artefakte der Medienwirkungsforschung: Kritik klassischer Annahmen.
Sturm, Hertha Verlaufsprozesse von Medienwirkungen
Schulz, Winfried Wird die Wahl im Fernsehen entschieden? Der „getarnte Elefant“ im Lichte der neueren Forschung.
Medienlehre: Angebot, Organisation und Finanzierung von Online-Medien
Breyer-Mayländer, Thomas Zeitungen Online – woher kommen die Umsätze?
Bär, Oliver Online-Zeitungen und elektronisches Publizieren.
Neuberger, Christoph Journalismus im Internet: Auf dem Weg zur Eigenständigkeit?
Riefler, Katja Was ist das Kerngeschäft? Content-Strategien für Verlage.
Schmid, Ulrich/ Kubicek, Herbert Von den „alten“ Medien lernen. Organisatorischer und institutioneller Gestaltungsbedarf interaktiver Medien.
Kommunikationspraxis: Positionen zur Medienethik
Boventer, Hermann Macht der Medien: Zum aktuellen Stand der Ethik-Debatte in Journalismus und Wissenschaft.
Debatin, Bernhard Ethische Grenzen oder Grenzen der Ethik? Überlegungen zur Steuerungs- und Reflexionsfunktion der Medienethik.
Pürer, Heinz Ethik in Journalismus und Massenkommunikation: Eine Theorien-Synopse.
Rühl, Manfred Soziale Verantwortung und persönliche Verantwortlichkeit im Journalismus.
Weischenberg, Siegfried Journalistik. Bd. 1 – Mediensysteme, Medienethik, Medieninstitutionen.
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit zentralen Theorien und aktuellen Herausforderungen der Medienwirkungsforschung sowie der Medienethik auseinander. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Medienangeboten, technischer Vermittlung und individueller Informationsverarbeitung zu beleuchten sowie Strategien für die digitale Medienlandschaft zu analysieren.
- Grundlagentheorien der Medienwirkung und Kritik am klassischen Stimulus-Response-Modell.
- Einfluss von Medien auf Meinungsbildungsprozesse, Agenda-Setting und politische Wahlentscheidungen.
- Herausforderungen für den Journalismus durch das Internet und neue Online-Strategien für Verlage.
- Systemethische und individualethische Ansätze zur Definition journalistischer Verantwortung.
Auszug aus dem Buch
Die vermittelnden Faktoren
Prädispositionen des Publikums und selektive Prozesse 1. Selektive Zuwendung beschreibt die Tatsache, dass Leute,m die die Wahlh haben, erer Massenkommunikations-Inhalte nutzen, die mit ihren bereits vorhandenen Ansichten und Einstellungen zusammenpassen. 2. Selektives Behalten wurde festgestellt als die Neigung, entsprechend der eigenen Neigung „angenehme“ Inhalte länger zu behalten als „unangenehme“ Dinge. 3. Selektives Aufnehmen (auch: verstärkende Interpretation) bezeichnet die Neigung, nicht angenehmes Kommunikationsmaterial misszuverstehen und falsch aufzufassen, so dass daraus eine ihre Meinung stützende Aussage wird. Diese drei Prozesse liegen außerhalb der eigentlichen Kommunikation, werden ihr also durch den Rezipienten auferlegt. Sie modifizieren den Kommunikationsprozess, indem sie die Wirkung der Kommunikation mit den Einstellungen des Rezipienten vermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
Kommunikationstheorie: Analyse von Modellen, die untersuchen, wie Massenmedien auf Einstellungen und Meinungsbildung wirken und warum traditionelle Modelle oft zu kurz greifen.
Medienlehre: Untersuchung der ökonomischen und organisatorischen Aspekte von Online-Medien sowie der strategischen Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle für klassische Medienhäuser.
Kommunikationspraxis: Debatte über ethische Standards im Journalismus und die Verantwortung von Medienakteuren in einer pluralistischen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Medienwirkung, Journalismus, Online-Medien, Medienethik, Agenda-Setting, Sozialverantwortung, Rezipientenforschung, Internetpublizistik, Einstellungsänderung, Medienwandel, Kommunikationswissenschaft, Selektionsprozesse, Medienökonomie, Systemtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über zentrale Theorien der Kommunikation, Herausforderungen des digitalen Wandels im Journalismus und die theoretische Fundierung einer modernen Medienethik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Medienwirkungsforschung, die ökonomische Transformation von Zeitungsverlagen durch das Internet sowie die medienethische Debatte über soziale Verantwortung und journalistische Standards.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu hinterfragen, wie Medien wirken, warum technokratische Modelle oft scheitern und wie Journalisten angesichts neuer technologischer und ökonomischer Zwänge verantwortungsvoll handeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Zusammenstellung wissenschaftlicher Texte, die sowohl empirische Studien als auch systemtheoretische und philosophische Ansätze der Kommunikationstheorie kritisch reflektieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Medienwirkung, Analysen zu den wirtschaftlichen Herausforderungen der digitalen Transformation und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit ethischen Prinzipien im Journalismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Medienwirkung, Journalismus, Medienethik, Agenda-Setting, Medienökonomie und digitale Transformation sind zentrale Begriffe, die die inhaltliche Ausrichtung definieren.
Welche Bedeutung hat das "S-R-Modell" im Kontext dieser Arbeit?
Es wird als überholtes, aber in der Forschung oft noch stillschweigend verwendetes Grundmodell kritisiert, da es den aktiven, selektiven Rezipienten vernachlässigt.
Warum ist laut der Arbeit eine "Warum-Analyse" wichtiger als eine reine "Ist-Analyse"?
Die Arbeit plädiert für eine Warum-Analyse, da es für die Medienpsychologie essentiell ist, die zugrunde liegenden Wirkungspotenziale und menschlichen Motivationsstrukturen zu erfassen, anstatt nur oberflächliche Beobachtungen zu dokumentieren.
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- Reinhard Röde (Author), 2001, Kommunikationstheorie, Medienlehre, Kommunikationspraxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1039