wollte eine Wüstenfläche von der Größe Niedersachsens in blühendes Ackerland verwandeln. Aufgrund der Regulierung des Flusses verfügte man nun über eine ungefährdete größere Fläche Land rechts und links des Nils und zudem über das wichtige kontinuierlich verfügbare Wasser, für Landwirtschaft und Industrie gleichermaßen wichtig, sowie als Transportweg.
Die Anbauzeit verlängerte sich nun bis Ende Juli, die Dürrezeit gibt es nicht mehr. Die Überschwemmungszeit ist weniger krass. Der Überflutungspegel wurde auf ca. 5,5 m gesenkt.
- Erläutern Sie die ökologischen Folgen des Staudammbaus! Legen Sie dabei einen Schwerpunkt auf den Aspekt der Bodenversalzung. Rückgang der Fischerei
Dörfer am Nil und im Mündungsdelta verfallen, da die Fischer brotlos geworden sind. Die Fruchtbarkeit des Nils reicht nur noch bis Assuan wobei der Fischreichtum des entstandenen Nassersees nicht genutzt wird, da die Infrastrukturen im Bereich Transportwesen schlecht sind und Kühltechnik für Frischfisch nicht ausreichend vorhanden ist und der Fischfang traditionell nicht praktiziert wurde.
Starke Erosion
Die Bodenerosion im Uferbereich ist dadurch, dass sich die Fließgeschwindigkeit durch den nicht mehr mitgeführten Schlamm erhöht hat, sehr groß. Das über Jahrhunderte angelagerte fruchtbare Land wird vom Fluss mitgerissen, 15% der Ackerfläche sollen der Erosion bisher zum Opfer gefallen sein. Der Boden wird sehr kostbar, sodass die Verwendung von Nilschlamm für die Ziegelherstellung verboten wurde. Brücken und Wehre sind in Gefahr, als Folge müsste man weitere Staumauern bauen um die Erosionen stärker zu vermeiden. Notwendigkeit von Kunstdünger Die positiven Folge der Überschwemmung, der Transport des fruchtbaren Nilschlammes, bleibt aus. Damit ist die Verwendung von teurem Kunstdünger unumgänglich um weiterhin qualitativ und quantitativ die gleichen Erträge zu erwirtschaften.
Versalzung des Wassers Der 600 km lange Nasserstausee liegt in einem Gebiet, in dem kein Niederschlag fällt und die Temperaturen nie unter 15°C sinken. Fünf Monate des Jahres liegen sie beständig über 30°. Die Sonne scheint auf die große Wasserfläche, somit ist die Verdunstung sehr hoch und der Salzgehalt des Wassers steigt ständig. Was auf Dauer auch Auswirkungen auf den Fischreichtum haben kann. Bodenversalzung: Während der Flutzeit erhöht sich der Grundwasserstrom, da sowohl die Bewässerungskanäle als auch der Fluss Hochwasser hatten. Während der Trockenzeit jedoch sank der Wasserspiegel stark und führte auch zu einem abreißenden Bodenwasserstrom. Reste des Bodenwassers verdunsteten und ließen im Boden mitgeführte Salze zurück. Der Bodenwasserspiegel senkte sich jedoch mit dem Niedrigwasser um ca. 2m ab und stieg erst wieder mit der Flutzeit. Durch die neuen Bewässerungssysteme und den kontinuierlichen Durchfluss des Wassers auf fast gleichem Pegel, erfolgt nun im Bereich der Bewässerungssysteme kein Abriss des Grundwasserstroms sodass es zu starker Versalzung des Bodens durch ganzjährige enorme Verdunstung kommt.
Nur im Bereich des Nils, der weiterhin - in geringerem Maße als vorher zwar - seinen Pegel absenkt, kommt es noch zu einem Abriss des Grundwasserstromes der die starke Verdunstung während der Niedrigwasserzeit verhindert und somit die Versalzung.
Auswirkungen der Versalzung auf die Pflanzen sind folgende:
Welkung, Hemmung der Photosynthese und Verminderung des Chlorophyllgehaltes. Nur salztolerante Pflanzen wie Mais und Gerste keimen auch noch bei diesem Salzgehalt, sodass es weitgehend zu Monokulturen kommt, die jedoch sehr krankheitsanfällig sind. Die Bodenversalzung erfordert eine sachgemäße Drainage der bewässerten Flächen, um einer Anhebung des Grundwasserspiegels entgegenzuwirken und um ein kapillares Aufsteigen des Wassers in Bewässerungspausen zu verhindern. Drainage ist
auch deshalb unbedingt erforderlich, da diese zur Entsalzung des Bodens durchgeführt wird. Veränderung in der Art der Nutzpflanzen: Anbau von Pflanzen, die weniger Wasser benötigen und auch mit salzangereicherten Wasser versorgt werden können. Nur soviel Wasser wie wirklich benötigt wird sollte entnommen werden, außerdem sollten die Bewässerung auch den Pflanzen angepasst werden und umgekehrt. Einführung neuer, ressourcensparender Bewässerungssysteme:
Dies könnte z.B. die Methode des "Water harvesting" sein, und zwar ist dies eine sehr alte Bewässerungsmethode, aber sehr effektiv. Bei dieser Art von Bewässerung wird das Wasser in Kanälen gesammelt und mit Hilfe dieser Kanäle an die Stellen transportiert, wo es gebraucht wird. Diese Bewässerungsmethode hat sich als sehr effektiv herausgestellt und muss zudem nicht ständig überwacht werden. Diese Vorschläge beinhalten sicherlich nur Lösungsansätze und keine wirkliche Lösung des eigentlichen Problems der Desertifikation.
- Bewerten Sie abschließend den Bau des Assuan-Staudammes!
Heute klafft eine riesige Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit vor allem in der landwirtschaftlichen Nutzung die der Damm ermöglichen sollte. Milliarden Summen sind nötig um die Umweltschäden die der Damm anrichtet unter Kontrolle zu bringen. Erforderlich sind teure Drainagen, Aufklärung der Bauern und Landarbeiter über einen sinnvollen Umgang mit Be- und Entwässerung, teure Düngemittel, da der Nilschlamm nicht mehr transportiert wird. Schäden im Uferbereich durch Erosion müssen entgegengewirkt werden. Hohe Arbeitslosigkeit durch den Verlust ihrer existenziellen Lebensgrundlage (z.B. Fischer, Ziegelarbeiter).
Die Folgen des Staudammbaus hätten vorher besser durchdacht werden müssen. Statt einen riesigen Staudamm zu bauen, hätte es vielleicht gereicht mehrer kleinere Dämme zu bauen und so einen Mittelweg zwischen beiden Extremen zu finden und eine sanftere Regulierung möglich zu machen.
Kommentar des Lehrers: Die vorliegenden Ausführungen belegen, dass die Thematik vollständig erfasst wird. Eine sinnvolle Strukturierung der Ergebnisse ist festzustellen. Die Arbeitsaufträge werden differenziert ausgeführt und die Beurteilung enthält eine ausgewogene Darstellung des Staudammbaus. gut plus (2+)
Arbeit zitieren:
Sophia S., 2000, Der Assuan - Staudamm in Ägypten, München, GRIN Verlag GmbH
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