Perón, Maria Eva Duarte de (1919 - 1952)
politischen Verhandlungen teilnahm. Perón stellte Eva am Nationalfeiertag 1944 vor. Böse Blicke und Herablassungen mussten ertragen werden. Eva gab alles um stark an Peróns Seite zu stehen und ihn stark zu machen.
5. Neue Politik
Im September 1945 hatte Perón drei Ämter. Die Opposition betrachtete ihn auf Grund seiner Mehrgleisigkeit als gefährlich, auch das Wort Nationalismus, welches er häufig wählte, hatte in der Zeit des 2.Weltkriegs einen bitteren Nachgeschmack. Am 19. September maschierten 200000 Demonstranten gegen Perón ein. Aus Angst vor Faschismus wurde Präsident Farrell durch einen Aufstand gezwungen Perón abzusetzen. Als Antwort strömten am 17. Oktober die Arbeiter, die sogenannten Descamindos, zu Hunderttausenden zur Plaza del Mayo, um die Freilassung ihres Führers Peróns zu fordern. Durch ihren Druck schafften sie es auch, und er schenkte ihnen von nun an diesen Tag als festen Feiertag: Der Grundstein für den Peronismus war gelegt.
Fünf Tage später wurde Eva Maria Duarte mit Juan Domingo Perón verheiratet. Am 24. Februar 1946 wurden Wahlen durchgeführt: Das Gespann Perón und Hortensio Quijano gewann überwältigend mit Zweidrittelmehrheit gegen die Union Democratica und übernahm 28 der 30 Sitze im Senat.
Senora Duarte de Perón entwickelte ungewöhnliche Aktivitäten: Sie begleitete ihren Mann auf Reisen, besuchte Kranken- und Waisenhäuser und ließ Gewerkschaftsvertreter zu sich kommen, um eine direkte Verbindung zwischen der Regierung und dem Volk zu bilden. Ihre Arbeit erwies sich als langersehntes Bedürfnis. Die Peróns erschufen die Politik neu und waren beide bereit für die Erreichung ihrer Ziele alles zu geben. Sie arbeiteten sicher auch mit korrupten Methoden, die aber gut vertuscht worden sind.
Eva kompensierte ihr mangelndes Wissen durch Neugier, Arbeitseifer und mit ihrem Charme, der wie ein Magnet anzog und auch Neider hervorrief. Sie erwies sich als Spiegelbild ihres Mannes und stand hundertprozentig hinter ihm, wie selten eine Frau in der Geschichte (“Schreitet über mich als Brücke zu Perón”).
6. Die Rolle Eva Peróns im Peronismus
Evita schien immer beliebter, und das musste man auch nutzen. Ihr Auftreten wurde strategisch eingesetzt, immer um etwas Gezieltes zu bewirken. Nur wirkte dies auf alle Schichten verschieden. Die Aristokratie verabscheute ihren Prunk aus Neid, die Mittelschicht versuchte sie zu imitieren, und die Frauen der Descaminsados vergötterten sie und ihre Aufmachung.
Evitas eigenes Bild, zuerst sehr luxuriös und pompös mit extravaganten Abendkleidern und glamourösem Schmuck, dann die Strenge, die sie mit dem typischen Haarknoten aufwies, zeichnete die Voraussetzung für ihre Wirkungskraft auf. Gewirkt hat sie auch durch die
Perón, Maria Eva Duarte de (1919 - 1952)
Evita hetzte die Frauen nie auf feministisch zu sein, sondern eher sich zu opfern. Opfern für ein besseres Argentinien.
Am 19. Juni 1948 gründete sie die “Fundacion de Ayuda Social Maria Eva Duarte de Perón”, eine Art Hilfskampagne.
Evita eröffnete ein allgemein zugängliches, sozial faires Gesundheitszentrum nach dem anderen. Diese wurden vor allem von Anteilen der Arbeitslöhne, Geld der CGT und Kinosteuern finanziert. Ab 1951 fuhren sogar Sanitätszüge in das schwer zugängliche Landesinnere, um auch die “Ausgeschlossenen umarmen” zu können.
7. Die Abdankung
1950 während eines Staatsaktes wurde Evita ohnmächtig und anschließend am Blinddarm operiert. Außerdem stellte sich noch heraus, dass sie an Fieberschüben und Blutungen litt. Da sie meinte, man wolle sie mit diesen Diagnosen nur “wegschaffen”, damit sie in der Politik nichts mehr zu sagen habe, ließ sie sich nicht gynäkologisch untersuchen. “Meine Zeit läuft ab”, hörte man sie sagen, aber niemand verstand ihre Eile wirklich. Evita zeigte ihre kämpferische Seite.
Das Volk und die CGT wollten Evita als Vizepräsidentin neben Perón haben. Am 22. August 1951 versammelten sich mehr als eine Million Demonstranten vor dem Sozialministerium, um dem Ehepaar ihre Unterstützung für die Wahlen zu versichern. Aber Evita sollte nicht Vizepräsidentin werden, obwohl ihr Volk es dringend forderte. Erstens weil sie vom Krebs geschwächt war und zweitens, weil eine Zusage Peróns sichere Stelle gefährdet hätte. Die Opposition hätte diesen ersten Schritt als reine Provokation verstanden. Evita dankte per Radio ab.
Am 28. September 1951 führte Obrist Benjamin Menedez einen Militärputsch, der aber niedergeschlagen wurde. Nervosität breitete sich aus, und Evita ließ auf Kosten ihrer Stiftung, also auf Kosten ihrer Descaminsados, Pistolen und Maschinengewehre an das Volk verteilen, damit man sich gegen einen erneuten Putschversuch wehren könne. Am 17.Oktober 1951 erschien sie schon halbtot. Der Tag der Descaminsados wurde zum ersten Mal ihr gewidmet. An diesem Tag nahm Evita zum ersten Mal von ihrem Volk Abschied und rief ihnen nochmals ins Gedächtnis, dass ihr Name als Siegesbanner getragen werden solle. Das Land veranstaltete Messen, um für sie zu beten, um sich auf den Tod der “Mama Argentinia” vorzubereiten.
Am 6. November ließ sie sich doch noch zur Operation überreden.
Ein halbes Jahr später, am 4.Juni 1952 sollte sie ihren letzten Auftritt erleben. Perón wurde zur neuen Legislaturperiode vereidigt, und das konnte und wollte sie nicht verpassen. Man verabreichte ihr drei Morphiumspritzen und baute ihr eine Gipsstütze, die sie während der Parade stützte. Sie wog zu diesen Zeitpunkt 33 Kilogramm. Am 26. Juli 1952 starb Evita. Argentinien weinte.
Nach der Totenwache setzte Dr. Ara, die Einbalsamierung fort, mit der er schon unmittelbar nach ihrem Tod begonnen hatte. So wurde Evita “unsterblich” und ihr Leichnam unverwesbar. Die Gedenktafel an ihrem Grabe ist noch heute blumengeschmückt und Evita immer noch Herzen der Argentinier:
“Wenn das Land von mir verlangte, mein Leben zu geben, täte ich es mit Freuden, denn das Glück eines einzigen Descaminsado ist mir mehr wert, als mein Leben…Ich drücke euch fest, ganz fest an mein Herz und hoffe, dass ihr spürt, wie sehr ich euch liebe.”
Perón, Maria Eva Duarte de (1919 - 1952)
8. Fazit:
Marìa Eva Duarte de Perón.
Meiner Meinung nach ist Evita nach wie vor ein Mythos.
Sie war eine Frau, die sich aus armen Verhältnissen und eigener Kraft an die Spitze gearbeitet hat.
Mit welchen Mitteln auch immer- sie hat der damaligen Zeit entsprechend etwas einmaliges geleistet. Kaum eine andere Persönlichkeit in der Weltpolitik, hat sich in solchen Ausmaßen für sein Volk eingesetzt, wie Evita es auslebte..
Und auch mit “nicht ehrenhaften Mitteln”, mit denen sie an die Macht kam und während ihrer Zeit ausgeübt hat kann man sie nicht verachten. Auch in der heutigen Politik sind illegale Machenschaften, wie die “Schwarzgeldaffaire” oder andere “schwarze Flecken” der Vergangenheit, Realität.
Durch den Film “Evita” ist der Mythos neu aufgelebt. Die Schauspielerin Madonna, die Evita verkörpert, ist sozusagen eine Art Spiegelbild Evitas, da beide eine ähnliche Vergangenheit und für Aufruhr gesorgt haben.
Eines ist somit nicht von der Hand zu weisen : Noch heute berührt Evita die Herzen eines ganzen Volkes und wird ewiger Mythos - nicht nur für Argentinier bleiben. Kurz vor ihrem Tode, stellte sie eine verblüffende These über sich selbst auf, die nicht nur Abschluss und Denkanstoß an mein gehaltenes Referats, sondern auch dieser Ausarbeitung sein soll:
“Übe r Evita ist schon alles gesagt. Oder vielleicht muss noch alles gesagt werden.”
Arbeit zitieren:
Stefanie Gärtner, 2001, Perón, Maria Eva Duarte de (1919 - 1952), München, GRIN Verlag GmbH
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