* keine Ansprache der Selbstbefriedigung * Verhütung könnte in den Bereichen “verantwortete Elternschaft” / “Familienplanung” (nur Gy!) enthalten sein
* “Probleme des Schwangerschaftsabbruchs” aufgrund neuer Gesetzeslage gestrichen - durch Bekanntmachung des Bay.
Staatsministeriums (Sept. `93) Betonung auf Schutz des ungeborenen Lebens + Hinweis auf Hilfen für Schwangere
* nach BVG-Urteil Behandlung aller Inhalte im Sekundarschulbereich eine Jahrgangsstufe früher * Homosexualität als Unterrichtsinhalt wertneutral * AIDS ausführlich behandelt (vor allem Verantwortungsbewußtsein + Treue zum Partner) * Mißbrauch: “Warnung vor sogenannten Kinderfreunden”
Berlin
* Jugendsexualität ausdrücklich für Kl. 7 vorgesehen (verantwortl. Verhalten in ehelicher + vorehelicher Partnerschaft) * explizite Erwähnung des Lustaspekts * dem Thema Selbstbefriedigung “darf der Lehrer nicht aus dem Weg gehen”
* Verhütung in Kl. 7, Abbruch von Schwangerschaften nicht als Unterrichtsinhalt angegeben, ebensowenig AIDS-Prävention
* Aufforderung zum Abbau von Vorurteilen gegen homosexuelle Lebensweisen - lt. Rundbrief d. Senatsverwaltung
können VertreterInnen von Lesben- und Schwulenorg. in den Schulen dazu Beitrag leisten * `93er-Rundbrief geht auf Problematik des sex. Mißbrauchs ein
Brandenburg
* keine eigenen Richtlinien, Regelung durch einzelen Fachlehrpläne
* Akzeptanz jugendl. Sexualität (Lehrpl. Bio & Pol. Bildung)
* Sexualität als zum Wesen des Menschen gehörend, Bezug u.a. auf Lustaspekt * selbstverst. Platz für Selbstbefriedigung, homosexuelle Beziehungen, Abbruchs-Problematik, Prostitution, AIDS
(zusätzl. Ministeriums -Rundschreiben: präventive Ansätze + humaner Umgang mit HIV-Infizierten) * Verhütung Kl. 5/6 (spricht für GV als jugendl.
Realität)
* Schutz vor Mißbrauch: vorsichtig in Kl. 5/6, ausdrücklich in 9/10
Bremen
* Ziele der Richtlinien: Bejahung menschl. Sexualität, Freiheit zu sittl. Entscheidung, Bewußtsein über Grenzen dieser
Freiheit (Verantw. vor sich selbst, vor Partner, Familie, werdendem Leben) * Akzeptanz jugendl. Sexualität (herauszulesen aus Bio -Lehrp. Kl . 5)
* Pubertät: “keine Schuldgefühle bei Reaktionen des eigenen Körpers”
* Selbstbefriedigung wird behandelt, dazu voerehel. GV + Petting (wie Verhütung erst in Kl. 9/10) * Themenkatalog umfaßt auch AIDS, Schwangerschaftsabbruch, Partnersch. anstelle der Ehe, Anerkennung von Homosexualität * sex. Mißbrauch: Elternmerkheft
Hamburg
* Sexualität als wesentl. Lebensäußerung + wichtiges Bedürfnis in allen Lebensphasen; Hervorhebung des Lustaspekts
* deutliche Akzeptanz kindl./jugendl. Sexualität (Grundschule mit Schwerpunkt kindl. Sexualverhalten) * Selbstbefriedigung ab Kl .7 (mögl. bereits in Grundschule)
* Verhütung ab Kl. 5 verbindlich auf Lehrplan, breiter Raum für Thema “ungewollte Schwangerschaften” * Gleichwertigkeit homo -/heterosexueller Beziehungen * vor Besprechung von AIDS: lust-/liebevolle Aspekte sex. Erlebens inkl. realist. Angstabbau und Stärkung des Verantwortungsbewußtseins
*alle für BZgA-Analyse gewählten Aspekte ausführlich berücksichtigt - bundesweit progressivste Richtlinien
Hessen
* Akzeptanz von jugendl. Sexualität nicht feststellbar, auch wenn “Formen des jugendl. Sexualverhaltens” ohne
Wertungshinweis für SEK I vorgesehen sind (ebenso Selbstbefriedigung)
* vorrangig Einbindung der Sexualität in die Ehe (Liebe als Basis für zwischenmenschliche, damit auch sex. Beziehungen)
* Verhütung / Abbruch ohne nähere Bestimmung für Kl. 7-10 geplant
Homosexualität in SEK I, jedoch am Ende der
Themenliste (keine Ableitung als gleichwertige Lebensweise möglich) * keine BZgA-Angaben zu AIDS * “Prävention von sexuellem Mißbrauch” (Grundschule, Kl. 5/6) wirkt verharmlosend (“mögliches sex. Verhalten
von Erwachsenen und älteren Jugendl. gegenüber Kindern und eventuelle Gefahren”)
Mecklenburg-Vorpommern
* keine eigenständigen Richtlinien * Akzeptanz jugendl. Sexualität nicht erkennbar * “jugendl. Sexualverhalten” in Kl. 8, aber nur im Kontext von Problemen * Selbstbefriedigung + Petting nicht erwähnt * Verhütung in Kl. 5 (Koppelung an Familienplanung -GV-Akzeptanz vorrangig in der Ehe) * Homosexualität nur in Kl. 8 (Hauptschule) bzw. Wahlunterricht ab Kl. 8 Gy (evtl. Anerkennung unter “Akzeptanz
und Toleranz im Umgang mit ‘Außenseitern’” - nur im Wahlunterricht)
* AIDS kein eigenständiger Unterrichtsinhalt, lediglich als Begründung für Notwendigkeit von “Gesundheits- und Sexualerziehung” angegeben * sex. Mißbrauch nicht mal undeutlich formuliert vorzufinden
Niedersachsen
* Lehrpläne gehen hinter die `69er-Richtlinien zurück, die noch “Befriedigung der Lust” als sex. Bedeutung auswiesen
* jugendl. Sexualverhalten, Selbstbefriedigung, vorehelicher Sex nur in Religionslehrplänen (Oberbegriff: “Katholische Moral”)
* Jugendsexualität problematisiert, “verfrühte Sexualität” + “seelische Belastungen” in einem Zug * andere Partnerschaftsformen als Ehe unter “Gegenmodelle zur Ehe”
* Verhütung in Kl. 9 unter “kath. Sexualmoral”, in Bio Kl. 9/10
* keine Nennung von Homosexualität (!) * “Empfehlungsschreiben” des Kultusmin. spricht sex. Mißbrauch + AIDS an, jedoch nicht in Richtlinien oder Lehrplänen
Nordrhein-Westfalen
* vage Akzeptanz jugendl. Sexualität * keine Stellungnahme zu Selbstbefriedigung, Schwangerschaftsabbruch und sex. Mißbrauch inkl.
Prävention
* Verhütung erst in Kl. 9/10, ebenso Schwerpunkt der “AIDS-Aufklärung”
* Homosexualität unter Berücks. sozialer Aspekte -Abbau von Vorurteilen
Rheinland-Pfalz
* jugendl. Sexualität: Hinweis auf mit frühen Sexualbeziehungen verbundene Probleme (Enthaltsamkeit, Petting,
Selbstbefriedigung als genannte Formen) * Selbstbefriedigung mit Hinweis auf mögliche Gefahr psychischer Störungen, die bei “dauerhaft ausschließlich auf
den eigenen Körper konzentrierten Sexualität entstehen können” * Verhütung in Kl. 7-10 * Maß an Toleranz gegenüber abweichenden Einstellungen, die Gesellsch. nicht in Frage stellen (z.B. Homosexualität)
* AIDS: Wissen um Ansteckungsris iken, Vermeidung von Ausgrenzung HIV-Positiver - Infektionsschutz: feste Partnerschaft mit Treue sowie “Selbstbeherrschung”
* Mißbrauch: “Warnung vor sogenannten Kinderfreunden” als Aufgabe schulischer + elterlicher Sexualerziehung
Saarland
* Akzeptanz jugendl. Sexualität: “Geschlechtlichkeit und Körperkontakte” (Kl. 5/6) , “Zärtlichkeit, Lust und Liebe”
und “Empfängnisverhütung” in Kl. 7/8 * Selbstbefriedigung nicht thematisiert * ausdr. Forderung zum Vorurteilsabbau gegen Homosexuelle * AIDS ohne weiteren Angaben erwähnt * sex. Mißbrauch explizit für Grundschule
Sachsen
* keine eigenständigen Richtlinien - Lehrpl. der betr. Fächer
* kein explizites Auffinden von Jugendsex-Akzeptanz * Selbstbefriedigung als Unt.-Thema nicht aufgeführt * Verhütung in Kl. 8
* Homosexualität ohne erkennbare Wertung im SEK I-Lehrpl.
* in Kl. 2 + 4 bereits Aufzeigen von Geschlechtskrankheiten, AIDS und “abnormem Sexualverhalten von Jugendlichen und Erwachsenen” - evtl. Verunsicherung/Verängstigung bei mangelnder
Hervorhebung der lustvollen, pos. Seiten
Sachsen-Anhalt
* jugendl. Sexualität im Lehrpl. ohne Wertung * Richtlinien weisen biologistisch-bürokratischen Sprachgebrauch auf (Begattung, Masturbation, Hygiene der
Geschlechtsorgane) - Eindruck vorsic htiger Zurückhaltung (“einige Kenntnisse über Schwangerschaft + Geburt,”
evtl. etwas über Befruchtung in Grundschule) * Verhütung in Kl. 8
* Homosexualität im Kontext alternativer emotionaler, sozialer und sex. Beziehungen, die nicht tabuisiert / diskriminiert werden dürfen
* AIDS und Mißbrauch suggerieren eher Bedrohlichkeit, da kein Zusammenhang zu lustvollen Aspekten
Schleswig-Holstein
* Jugendsexualität ohne erkennbare Wertung * Selbstbefriedigung nicht genannt * Verhütung in Sekundarstufe * andere Lebensformen (z.B. Alleinerziehende) finden Erwähnung, Homosexualität nicht (!) * AIDS und Abbruch nicht thematisiert (!) * sex. Mißbrauch unter “falsche Kinderfreunde” in Grundschule
Thüringen
* Jugendsex kommt nicht vor (allenfalls unter “Neugierverhalten” zu rechnen) * Fehlen von Selbstbefriedigung * “Probleme der Empfängnisverhütung” in Kl. 8/9 * Homosexualität unter “Vorstellungen über das gängige Sexualverhalten erlangen” in Verbindung mit Prostitution,
Pornographie + sex. Neugier - keine Akzeptanz als gleichwertige Lebensweise vermutet * keine Angaben zur AIDS-Thematik * Mißbrauch wird umfassend und aktuell behandelt (Kl. 1) - evtl. Verunsicherung / Ängste
Resümee / vergleichendes Fazit
Jugendsexualität: in Berlin, Brandenburg, Bremen,
Hamburg, Saarland eindeutig bejaht
Selbstbefriedigung: in Berlin, Brandenburg, Bremen und Hamburg positiv bis neutral behandelt Hessen, Rheinland-P.
problematisieren, übrige Richtlinien zeigen keine Auseinandersetzung (!)
Verhütung: meistens Kl. 7/8, Hamburg + MeckPomm Kl. 4/5, Bayern Kl. 11-13
Homosexualität: gleichwertige Akzeptanz in neun Richtlinien, keine Erwähnung in Baden-W., MeckPomm, Nieders., Schleswig -H.; eher negativ in Bayern, Hessen, Thüringen
AIDS / sex. Mißbrauch: AIDS - kein Eingang in Richtlinien Berlins, Bremens, Hessens, Nieders., Schleswig-H., Thüringens
(allenfalls Rundschreiben etc.) sowie Mißbrauch in MeckPomm, Nieders., NRW Verschleierung
in Bayern, Brandenburg, Rheinland-P., Schleswig-H. (“falsche Kinderfreunde”)
Arbeit zitieren:
Michael Haß, 1999, Rechtliche Rahmenbedingungen schulischer Sexualerziehung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Dekonstruktion nach Derrida und die Queertheorie nach Engel
Dekonstruktive Gedanken in der...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 15 Seiten
Professionalisierung und Schulentwicklung
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Pedro Lemebels Gedicht "M...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Einstellungen gegenüber Ausländern bei Grundschulkindern - Eine empiri...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Bachelorarbeit, 62 Seiten
Homosexualität - abweichendes Verhalten oder Normalität?
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Seminararbeit, 21 Seiten
Das Problem der Sexualsprache und der Medien für die Sexualerziehung
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Hausarbeit, 26 Seiten
Wie erstelle ich einen Fragebogen für eine empirische Forschungsarbeit...
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Sexualpädagogik - Sollte man Schüler vor ihrem eigenen Wesen durch Unw...
Seminararbeit, 11 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit, 12 Seiten
Michael Haß hat den Text Rechtliche Rahmenbedingungen schulischer Sexualerziehung veröffentlicht
Michael Haß hat einen neuen Text hochgeladen
Rechtliche Rahmenbedingungen beim Bauen im Bestand in der Innenstadt
Thomas Harlfinger, Frauke Schönfeld, Johannes Ringel
Biomaterialbanken - Rechtliche Rahmenbedingungen
Jürgen Simon, Rainer Paslack, Jürgen Robienski, Jürgen W. Goebel, Michael Krawczak
Rechtliche Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung von Europol
Perspektiven im EU-Vertrag und...
Gregor Srock
Rechtliche Rahmenbedingungen biomedizinischer Forschung am Menschen
Das Zusatzprotokoll zum Überei...
Hans-Christoph Kandler
0 Kommentare