- Hauptvertreter: René Descartes, Voltaire
- entstanden in F; Begründer: Mathematiker + Philosoph René Descartes
- er ging davon aus, überliefertes Wissen nicht einfach hinzunehmen, sondern alles, was er von anderen gelernt hatte, in Zweifel zu ziehen.
- fand heraus: am Anfang nur eine Erkenntnis nicht bestreitbar und daher wahr
- er definierte in satz: “Ich denke, also bin ich” (= also bin ich als denkendes Wesen vorhanden)
- à Ratio (der menschliche Verstand) einzige Erkenntnisquelle; Maßstab für wahr/nicht wahr, richtig/nicht richtig
- nur durch bloßes Denken kann der Mensch zur Wahrheit vordringen ohne Hilfe eines anderen
1.2 Empirismus (Empirie = Erfahrung)
- Hauptvertreter: John Locke, David Hume, Thomas Hobbes
- Geburtsstätte E, John Locke
- John Locke: Beobachtung Grundlage für wissenschaftl Aussagen
- menschl. Erfahrung + nachprüfbares Wissen bildet sich alleine aus Wahrnehmung unserer Sinne, aus der Beobachtung
- Philosoph David Hume: nichts in unserem Verstand, das nicht schon vorher mit Sinnen wahrgenommen à Beobachtung: Methode der Erkenntnisgewinnung è Weg für moderne Wissenschaft frei
1.3 Naturrecht
- ansich alter Gedanke des Naturrechts wieder aufgenommen und neu durchdacht: jedem Menschen kommen von Natur aus bestimmte Rechte zu: Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum
- alle Menschen sind gleich
- jeder frei geboren, deshalb soll er es auch bleiben
- Staat hat Aufgabe, dieses natürl. Recht des Einzelnen zu schützen è damalige Zeit der Leibeigenschaft und fürstl. Absolutismus: Gedanke wirkt sehr Revolutionär
- Wurzeln der franz. Rev. (Begriffe: liberté, fraternité, égalité)
- Montesquieu: Forderung nach Gewaltentrennung è - Gedankengut der Aufklärer auch Auswirkungen auf nachfolgende Epochen
- 18. Jh. Diskussionen der Philosophen gingen in Revolten und Kriege über: Volk forderte Recht an der Politik teilzunehmen, zu wählen, auf Meinungsfreiheit è Bürgerliche Revolution in England, Unabhängigkeitskampf der Vereinigten Staaten, franz. Revolution
heute: + Erklärung der Menschenrechte durch Vereinte Nationen (1948) + Einrichtung demokr. Staatswesen
1.4 Philosoph Immanuel Kant (1724 - 1804)
- bedeutenster Philosoph in D
- seine Philosophie wird nicht zur Aufklärung gerechnet sond. dt. Idealismus
- versuchte zu erklären, was Aufkl. ist (am Beginn vorgelesen)
- philosoph. Hauptwerk: „Kritik der reinen Vernunft“: à vom heil. Stuhl auf Liste d. verbotenen Büc her für Katholiken gesetzt
- Er sagte: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“
- daher forderte er: „Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen“
2. Religion in der Aufklärung
- große Veränderung in rel. Sicht
- durch 30-jähr. Krieg und Religionskriege des 16. + 17. Jh. Glaube geschwächt
- Kircheninterne Streitereien + luxuriöse Leben d. Geistlichen verunsichern zusätzlich
- prot. und kath. Kirche in Dogmen (Lehrsätze) d. 16. Jh. erstarrt à viele Gläubige: Pietismus: + Erneuerung d. frommen Lebens
- wichtige Bewegung: Deismus (John Locke, Voltaire): + Gott nimmt nach der Schöpfung keinen Einfluß mehr auf Welt + Gott spricht nicht die Offenbahrung zur Welt
- Aufklärer fordern Vernunft anstelle Offenbarungsreligion: + Glaubensinhalte mit log. Denken in Einklang bringen + wenden gegen Vormundschaft der Kirche
+ Beanspruchung der Möglichkeit freier, rel. Betätigung (da Zweifel an Christentum
à Forderung nach Toleranz (John Locke): ~ öffentliche Duldung aller rel.
+ Maßstab für Wert einer Religion in prakt. Wirkung:
à
jede Rel. Aufgabe: ~ Mensch zu bessern
3. Erziehung
- Aufklärer zutiefst überzeugt: Fortschritt der Menschheit beruht auf Bildung + Erziehung jedes Einzelnen è Einführung d. allgem. Schulpflicht
- Reformation d. bestehenden Schulwesens: Auswendiglernen von Lehrsätzen à ersetzt durch verstehendes Lernen, lebenspraktische Ausrichtung des Unterrichts
- Forderung: Erkenntnis des Verstandes praktisch Anwenden à dadurch Leben vernünftig gestalten!
4. Literatur
- Lit. bes. wichtig um Denkanstöße d. Aufkl. zu verbreiten, lehren
- Nützen durch Demonstration von Tatsachenkenntnissen (Aufsätze, Essays) + Vermittlung von moralischen Lehren (Fabeln, Dramen)
- Erfreuen durch Witz und Scharfsinn (Reden, Dramen)
- Schriftsteller an Fürsten gebunden; lösen sich: freie Schriftsteller
- Probleme: + Großteil der Bev. nicht lesen konnte
- Vorteil: geistige Unabhängigkeit
- Dichter müssen sich an Regeln halten:
- außerdem in D: Entwicklung der Nationalsprache (vorher: franz. und Latein, folgten Literaturgesetzten in Paris verfasst)
4.1 lit. Buchmarkt entsteht
- moral. Wochenschriften große Rolle zur Verbreitung aufkl. Gedankenguts: à durch Vielfältigkeit breites Leserpublikum
- Lesezirkel: - Verbilligung der Lektüre
- Leihbibliotheken + kommerzielle Bibliotheken für Kleinbürger und Unterschicht
- Entstehen von Verlag und Sortiment: Bücher können auch unter dem Jahr, nicht nur auf Messen gekauft werden; feste Preise
- aber: Schriftsteller Abhängig vom Verleger: Verleger Eigentumsrecht der Schriften
- keine Urheberrechte à Nachdrucke
- Zeitungs- und Zeitschriftenwesen entsteht (mußte abonniert werden, nicht täglich, oft nur wenige Nummern)
4.2 Literaturmethoden
- Literatur will Werte d. Aufkl. wie Vernunft, Nützlichkeit, Menschlichkeit auf alle Gattungen d. Literatur übertragen
- wichtige Deutsche Autoren: Johann Christoph Gottsched, Gotthold Ephraim Lessing
- Gottsched: + mechan. Ansicht vom Schaffungsprozeß d. Dichters (Satz, dem
- Gottsched Literaturkrieg gegen Lessing und Züricher Gelehrte Bodmer und Breitinger
5. Zusammenfassung
- Vernunft einzige, dass entscheidet über: + Methoden, Wahrheit und Irrtum jeder Erkenntnis + Normen des eth., pol, soz. Handelns
- Instrument: Kritik
- Forderung nach: + Freiheit der Meinungsäußerung
+ Toleranz gegenüber anderen Meinungen
- Glaube an die Vernunft verband sich Glaube an unbegrenzten Fortschritt
- gesellschaftsverändernede Absicht è starkes Interesse an Fragen der Erziehung
6. Schluss
- Aufklärung geistige Bewegung, die Grundsätze schuf, die selbst heute noch Bestand haben und teilweise noch immer auf ihre Verwirklichung warten
- Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Arbeit zitieren:
Nina Hubner, 2000, Aufklärung, München, GRIN Verlag GmbH
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Unmündigkeit ist das Unvermögen.
Nicht "Vermögen", sondern "Unvermögen".
Es muss heißen "Unmündigkeit ist das Unvermögen..."
am Tuesday, October 08, 2002-