Die Kinder- und Jugendliteratur ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr ein Gegenstand des wissenschaftlichen Nachdenkens geworden.
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Deutschen Jugendliteraturpreises, der in Deutschland zum ersten Mal 1955 ausgeschrieben und ein Jahr später verliehen wurde.
Der erste Teil meiner Hausarbeit behandelt das Thema aus der Vergangenheit, nämlich die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 und die sich daraus ergebenden Grundtendenzen der Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur. Die Literatur der Jugend hatte sich zwischen den allmählich beseitigten Trümmern und innerhalb des aufkommenden Wohlstands etabliert. Klaus Doderer1 legt die Ergebnisse der Erforschung dieser Epoche in seinem Buch "Zwischen Trümmern und Wohlstand" nieder.2 Die Kinder- und Jugendliteratur hatte ein unverwechselbares Gesicht bekommen und zusätzlich den Anschluss an die Entwicklung im Ausland gefunden, denn der frische Wind kam zum Teil von draußen, etwa aus Schweden, wo Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf aufgebrochen war, um den Kindern Spaß und Mut zu machen. Es entstand eine liberale, kinderfreundliche Literatur, die Mädchen und Jungen eine sympathische Atmosphäre schaffte.
Der zweite Teil meiner Hausarbeit behandelt eben den Aspekt der Herkunftsländer, aus denen die nominierten und prämierten Bücher kamen. Es wird ein Überblick über diese Herkunftsländer gegeben, die Ziele der Berücksichtigung werden aufgelistet und historische Aspekte aufgeführt. Eine Tabelle zeigt ausländische Bücher, die den Deutschen Jugendliteraturpreis zwischen 1956 und 1995 erhielten.
Der letzte Schritt in meiner Hausarbeit ist eine Darstellung des Anteils der ausländischen Bücher, die auf den Auswahllisten zwischen 1956 und 2002 standen. Daraus ergeben sich Grundtendenzen der Länder, die in den jeweiligen Jahrzehnten, angefangen in den 50er Jahren bis in die 90er Jahre, dominierten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Deutsche Jugendliteraturpreis
2.1. Die Entstehung und Entwicklung des Preises
2.2. Staatliche Maßnahmen kultureller Jugendförderung
2.3. Akzentverschiebungen
3. Herkunftsländer der ausländischen Preisbücher
3.1. Ziele der Berücksichtigung der ausländischen Bücher
3.2. Zur Geschichte
3.3. Herkunftsländer
3.3.1. Auswertungen der Auswahllisten und Tendenzen in Bezug auf ausländische Jugendliteratur (1956 – 2002)
3.3.2. Tendenzen der Herkunftsländer in den jeweiligen Jahrzehnten (1956 – 1999)
4. Schluss
7. Anhang
7.1. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis
7.2. Deckblatt des Buches „Robinson der Jüngere“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die zielgerichtete Ausrichtung des Deutschen Jugendliteraturpreises zwischen 1956 und 2002, wobei ein besonderer Fokus auf der Bedeutung und dem Anteil ausländischer Literatur im Nominierungsprozess liegt.
- Historische Genese und staatliche Rahmenbedingungen des Preises
- Die Bekämpfung von Schmutz- und Schundliteratur als ursprüngliches Motiv
- Entwicklung der Kriterien für die Berücksichtigung internationaler Werke
- Analyse der Herkunftsländer prämierter und nominierter Bücher über verschiedene Jahrzehnte
- Die Rolle der Übersetzer und die Bedeutung der Literaturvermittlung
Auszug aus dem Buch
2. Der Deutsche Jugendliteraturpreis
Der Deutsche Jugendliteraturpreis, der vor 1981 der Deutsche Jugendbuchpreis genannt wurde, wird als einziger Staatspreis für Literatur in Deutschland seit 1956 jährlich verliehen. Seinerzeit wurde er vom Bundesinnenministerium gestiftet und als Alternative für die in der Nachkriegszeit verbreitete Schmutz- und Schundliteratur konzipiert. Ab 1959 übernahm das Bundesfamilienministerium die Schirmherrschaft. Der heutige Stifter dieses Staatspreises ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist, verglichen mit der großen Anzahl anderer Jugendbuchauszeichnungen, die es in Deutschland gibt, z.B. dem Astrid-Lindgren-Preis, dem Peter-Härtling-Preis, dem Preis der Deutschen Korczak-Gesellschaft, wohl der renommierteste und auch international bekannteste. Einen kleinen Beweis dafür könnte die Tatsache liefern, dass japanische Verlage oder kleine Verlage wie „Andersen Press“ in London im selben Jahr das ausgezeichnete Buch „Sonntagskind“ von Gudrun Mebs mit dem Aufdruck „Winner of 1984 German Children´s Book Prize“ herausbrachten. Ein Jahr später erschien eine japanische Ausgabe des Buches im Kokudosha-Verlag. An dieser Stelle wird deutlich herausgehoben, dass man sich im Ausland bei der Suche nach übersetzenswerten deutschen Büchern an der Vergabe durch diesen Preis orientiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den wachsenden Stellenwert der Kinder- und Jugendliteratur sowie die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit, von der historischen Bekämpfung der Schundliteratur bis zur Analyse internationaler Einflüsse.
2. Der Deutsche Jugendliteraturpreis: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die organisatorische Entwicklung und die Zielsetzungen des Preises sowie die staatliche Einbindung in die Jugendförderung.
3. Herkunftsländer der ausländischen Preisbücher: Das Kapitel befasst sich mit der Rolle internationaler Werke, den Motiven für deren Berücksichtigung sowie einer detaillierten statistischen Auswertung der Herkunftsländer und deren Wandel über die Jahrzehnte.
4. Schluss: Das Fazit fasst die wesentlichen Entwicklungen zusammen und hebt den Wandel des Preises vom reinen Literaturförderungsinstrument hin zu einer Plattform für die Förderung kritischer Persönlichkeitsbildung hervor.
7. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Listen zu nominierten Werken und historische Dokumente wie das Deckblatt von „Robinson der Jüngere“.
Schlüsselwörter
Deutscher Jugendliteraturpreis, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Schmutzliteratur, Schundliteratur, Kulturförderung, Leseförderung, Völkerverständigung, Übersetzungsdebatte, Nominierungslisten, Literaturwissenschaft, Jugendbuchforschung, Preisstiftung, internationale Literatur, Literaturvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Geschichte und die kulturpolitische Bedeutung des Deutschen Jugendliteraturpreises von seiner Gründung im Jahr 1956 bis zum Jahr 2002.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Entwicklung des Preises, die Bekämpfung von „minderwertiger“ Literatur, die Förderung kultureller Bildung und die Bedeutung internationaler Literatur im deutschsprachigen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Preis zur Qualitätssicherung und zur internationalen Orientierung der deutschen Kinder- und Jugendliteratur beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine Literaturanalyse, historische Rückblicke sowie eine quantitative Auswertung von Nominierungslisten und prämierten Büchern genutzt, um Trends über Jahrzehnte hinweg zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Genese des Preises, staatliche Fördermaßnahmen, die Bedeutung von Übersetzungen und eine detaillierte statistische Analyse der Herkunftsländer internationaler Literatur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Jugendliteraturpreis, Leseförderung, Völkerverständigung, Übersetzungsdebatte und die Analyse von Nominierungslisten.
Wie hat sich die Zusammensetzung der Preisträger geografisch verändert?
Die Arbeit zeigt, dass anfangs Werke aus dem angelsächsischen und skandinavischen Raum dominierten, während ab den 90er Jahren eine Öffnung hin zu anderen kulturellen Räumen erkennbar wurde.
Welche Rolle spielten die Debatten um Übersetzungen für den Preis?
Die Debatten spiegeln sich in den wechselnden Ausschreibungsregeln wider, insbesondere in der Frage, wie Übersetzer finanziell und ideell an der Auszeichnung beteiligt werden sollten.
- Quote paper
- Kamila Urbaniak (Author), 2002, Der Deutsche Jugendliteraturpreis (1956-2002), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10401