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2.1. Die Entstehung und Entwicklung des Preises 3
2.2. Staatliche Maßnahmen kultureller Jugendförderung 3
2.3. Akzentverschiebungen 5
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3.1. Ziele der Berücksichtigung der ausländischen Bücher 9
3.2. Zur Geschichte 10
3.3. Herkunftsländer 11
3.3.1. Auswertungen der Auswahllisten und Tendenzen in Bezug auf ausländische
Jugendliteratur (1956 - 2002) 13
3.3.2. Tendenzen der Herkunftsländer in den jeweiligen Jahrzehnten (1956 - 1999) 14
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5. Bibliographie 18
6. Erklärung 20
7. Anhang
7.1. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 21
7.2. Deckblatt des Buches „Robinson der Jüngere“ 24
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Die Kinder- und Jugendliteratur ist in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr ein Gegenstand des wissenschaftlichen Nachdenkens geworden.
Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Deutschen Jugendliteraturpreises, der in Deutschland zum ersten Mal 1955 ausgeschrieben und ein Jahr später verliehen wurde. Der erste Teil meiner Hausarbeit behandelt das Thema aus der Vergangenheit, nämlich die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur nach 1945 und die sich daraus ergebenden Grundtendenzen der Bekämpfung der Schmutz- und Schundliteratur. Die Literatur der Jugend hatte sich zwischen den allmählich beseitigten Trümmern und innerhalb des aufkommenden Wohlstands etabliert. Klaus Doderer 1 legt die Ergebnisse der Erforschung dieser Epoche in seinem Buch „Zwischen Trümmern und Wohlstand“ nieder. 2 Die Kinder- und Jugendliteratur hatte ein unverwechselbares Gesicht bekommen und zusätzlich den Anschluss an die Entwicklung im Ausland gefunden, denn der frische Wind kam zum Teil von draußen, etwa aus Schweden, wo Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf aufgebrochen war, um den Kindern Spaß und Mut zu machen. Es entstand eine liberale, kinderfreundliche Literatur, die Mädchen und Jungen eine sympathische Atmosphäre schaffte.
Der zweite Teil meiner Hausarbeit behandelt eben den Aspekt der Herkunftsländer, aus denen die nominierten und prämierten Bücher kamen. Es wird ein Überblick über diese Herkunftsländer gegeben, die Ziele der Berücksichtigung werden aufgelistet und historische Aspekte aufgeführt. Eine Tabelle zeigt ausländische Bücher, die den Deutschen Jugendliteraturpreis zwischen 1956 und 1995 erhielten.
Der letzte Schritt in meiner Hausarbeit ist eine Darstellung des Anteils der ausländischen Bücher, die auf den Auswahllisten zwischen 1956 und 2002 standen. Daraus ergeben sich Grundtendenzen der Länder, die in den jeweiligen Jahrzehnten, angefangen in den 50er Jahren bis in die 90er Jahre, dominierten.
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1 Klaus Doderer, geb. 1925, ist Dr. phil. Professor emeritus für Germanistik an der Universität Frankfurt und seit der Gründung 1963 bis 1990 Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung.
2 Doderer, Klaus (Hrsg.): Zwischen Trümmern und Wohlstand. Literatur der Jugend 1945-1960. Weinheim. 1988.
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Der Deutsche Jugendliteraturpreis, der vor 1981 der Deutsche Jugendbuchpreis genannt wurde, wird als einziger Staatspreis für Literatur in Deutschland seit 1956 jährlich verliehen. Seinerzeit wurde er vom Bundesinnenministerium gestiftet und als Alternative für die in der Nachkriegszeit verbreitete Schmutz- und Schundliteratur konzipiert. Ab 1959 übernahm das Bundesfamilienministerium die Schirmherrschaft. 3 Der heutige Stifter dieses Staatspreises ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist, verglichen mit der großen Anzahl anderer Jugendbuchauszeichnungen, die es in Deutschland gibt, z.B. dem Astrid-Lindgren-Preis, dem Peter-Härtling-Preis, dem Preis der Deutschen Korczak-Gesellschaft, wohl der renommierteste und auch international bekannteste. Einen kleinen Beweis dafür könnte die Tatsache liefern, dass japanische Verlage oder kleine Verlage wie „Andersen Press“ in London im selben Jahr das ausgezeichnete Buch „Sonntagskind“ von Gudrun Mebs mit dem Aufdruck „Winner of 1984 German Children´s Book Prize“ herausbrachten. 4 Ein Jahr später erschien eine japanische Ausgabe des Buches im Kokudosha-Verlag. An dieser Stelle wird deutlich herausgehoben, dass man sich im Ausland bei der Suche nach übersetzenswerten deutschen Büchern an der Vergabe durch diesen Preis orientiert. Die Organisation von Preisfindung und Bekanntgabe liegt beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. Die Mitgliederversammlung dieses Dachverbandes wählt alle zwei Jahre die unabhängigen Jurymitglieder. Es sind 13 an der Zahl, darunter vier Jugendliche. In einem ersten Schritt erstellt die Jury im Frühjahr eine Nominierungsliste 5 , aus der sie dann im Herbst je einen Preisträger aus den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch kürt. Die nominierten Werke werden auf einem speziellen Plakat ausführlich dargestellt und der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Die Bekanntgabe und Verleihung der Preise findet auf der Frankfurter Buchmesse statt. Es werden deutschsprachige Originalwerke und Übersetzungen aus dem jeweils vergangenen Kalenderjahr ausgezeichnet. Vorschläge an die Jury können von Autoren und Verlagen formlos eingereicht werden, und zwar bis zum 31.Dezember. Bei Interesse wendet sich die Jury an den Verlag mit der Bitte um Rezeptionsexemplare.
Der Preis pro Buch ist mit 7 500 Euro dotiert. Daneben stiftet das Bundesinnenministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 1990 jährlich einen Sonderpreis für das Gesamtwerk eines lebenden deutschen Autors, Illustrators oder Übersetzers. Die Preissumme beträgt in diesem Fall 10.000 Euro.
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3 Die Benennung des Bundesfamilienministeriums veränderte sich viele Male: Anfangs hieß es Bundesministerium für Familien- und Jugendfragen, ab 1965 Bundesministerium für Familie und Jugend, ab 1970 Bundesministerium für Jugend,
Familie und Gesundheit und ab 1986 Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und heute schließlich
Bundesinnenministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
4 Gudrun Mebs Geschichte spielt in einem Heim, in dem elternlose Kinder aufwachsen. Diese Kinder leben auf die Aussicht hin, sonntags von einem reichen Elternpaar abgeholt zu werden. Das achtjährige Mädchen, vor dem das Buch erzählt, hat
lange warten müssen. Eine junge Frau, die Kinderbücher schreibt , holt sie ab. Ihre Schusseligkeit und Schlampigkeit geben
dem Mädchen die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Über gemeinsame Phantasiespiele entsteht ein starkes
Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Geschichte endet glücklich, denn die junge Frau und ihr Freund heiraten und wollen das
Mädchen adoptieren.
5 Im Anhang ist eine solche Nominierungsliste für das Jahr 2002 zu finden. S. 21-23
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Geprägt wurden die ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur durch zahlreiche Aktivitäten um Förderung, Erweiterung und Verbesserung. Die Internationalität stellte dabei auch einen sehr wichtigen Aspekt dar. Die Entstehung dieser Aktivitäten sollen an dieser Stelle tabellarisch dargestellt werden: • 1933 existierten vereinigte Jugendschriftenausschüsse, die zu der Zeit zwangsweise aufgelöst wurden, aber 1948 nahmen diese ihre Tätigkeit wieder auf und entwickelten Programme gegen das „ minderwertige Schrifttum.“ • 1947 wurde die Internationale Jugendbibliothek in München gegründet. • 1948 entstand die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlegern (AvJ). Das Ziel dieser Arbeitsgemeinschaft war die Vertretung ihrer Interessen in der Öffentlichkeit und die Förderung des „ guten Jugendbuches“ .
• 1956 wurde das Internationale Kuratorium für das Jugendbuch (International Board on Books for Young People - IBBY) gegründet. Die Deutsche Sektion des IBBY war der Dachverband, der Arbeitskreis für Jugendschrifttum, später, ab 1969 wurde er der Arbeitskreis für Jugendliteratur genannt. Der Arbeitskreis für Jugendliteratur wurde der Ausrichter des Deutschen Jugendbuchpreises.
Gemeinsam mit dem Arbeitskreis für Jugendliteratur verfolgt er heute das Ziel der Koordination zur weltweiten Förderung der Kinder- und Jugendliteratur, zur Anregung der Forschung und um internationale Kontakte zu fördern. Der Arbeitskreis übernimmt auch die Vertretung der Kinder- und Jugendliteratur der Bundesrepublik Deutschland bei internationalen IBBY- Kongressen und bei internationalen Wettbewerben.
Die Internationale Jugendbibliothek und das Internationale Kuratorium sind auf Jella Lepmann zurückzuführen. Schon drei Jahre nach Kriegsende rief sie sie ins Leben und konnte die Unterstützung der Amerikaner durch die von ihr erreichte Fürsprache der Präsidentenwitwe Eleanor Roosevelt gewinnen. Nach ihrer Rückkehr aus der Emigration trat sie in Zusammenarbeit mit Erich Kästner, um die internationale Völkerverständigung durch das Medium der Jugendliteratur zu fördern. Die Kinder seien es, die die Welt zum Besseren verändern könnten. Sie sollten als unverborgene, unverbildete und unverdorbene vernünftige Wesen Solidarität und Internationalität herstellen, aufrechterhalten und befördern. Nur mit ihnen sei der Friede herzustellen. Der idealistische Glaube an die Kinder als die besseren Menschen ist letztendlich das ideelle Fundament aller Aktionen, die Jella Lepmann in unermüdlichem Eifer von München und später von der Schweiz aus auf nationaler und internationaler Ebene vollbrachte.
Neben diesen privaten Tätigkeiten und denen der Vereine bemühte sich auch die neugegründete Bundesrepublik Deutschland, insbesondere das Bundesinnenministerium, die Schmutz- und Schundliteratur einzudämmen.
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• 1953 wurde das „ Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdeter Schriften“ verabschiedet. Ein Jahr später, d.h. 1954, wurde aus diesem Grunde eine Prüfstelle für jugendgefährdende Schriften errichtet.
Arbeit zitieren:
Kamila Urbaniak, 2002, Der Deutsche Jugendliteraturpreis (1956-2002), München, GRIN Verlag GmbH
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