(Problem bei Verwendung von Follow-Up-Daten: Zeitpunkt des Follow-Ups nach Monaten oder aber erst nach Jahren, d.h. Dropouts und keine Kontrolle zusätzlicher Interventionen)
(2)Auswahl eines zentralen Sets von abhängigen Variablen, die als Hauptkriterien der Verbesserung allgemein anerkannt sind Kriterium: Partnerschaftszufriedenheit
Kategorien zur Evaluation der Wirksamkeit nach Chambless & Hollon (1998) Wirksam:
Intervention ist besser als Wartebedingung in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams
(d.h. in der behandelten Gruppe verbessert sich Partnerschaftszufriedenheit signifikant mehr als in Wartegruppe) Wirksam und spezifisch:
Intervention ist besser als eine unspezifische bzw. Placebo-Behandlung oder eine rivalisierende Intervention in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams Vielleicht wirksam:
Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie Vielleicht wirksam und spezifisch:
Intervention ist besser als eine rivalisierende Intervention in einer Studie Wirksam und vielleicht spezifisch:
Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie und besser als eine rivalisierende Intervention in einer anderen Studie, die durch ein anderes Forschungsteam durchgeführt wurde
1. Behavioral Marital Therapy (BMT) Ansatz:
Zur Verbesserung ihrer Partnerschaft benötigen Partner bestimmte Fertigkeiten Verbesserung der Kommunikation - EffektiveresProblemlösen - Verhaltensänderungz.B. Minimierung von destruktiven Interaktionen durch - Hausaufgaben
BMT umfasst verschiedene Komponenten, aber in Meta-analyse wurde gefunden, dass die einzelnen Interventionen gleiche Effekte haben Wirksamkeit:
BMT effektiver als Wartebedingung (Baucom, Jacobson) - BMTeffektiver als unspezifische Placebo-Behandlung (Azrin, Liberman) - BMTist eine wirksame und spezifische Intervention Follow-Up:
1-Jahr-Follow-Up: Effekte bleiben während des ersten Jahres nach der Therapie erhalten (Hahlweg & Markman, 1988)
2-Jahres-Follow-up: Rückfall bei 30% der Paare, die sich in Therapie verbessert hatten (Jacobson et al., 1987)
4-Jahres-Follow-Up: 38 % der behandelten Paare geschieden (Snyder et al., 1991) Klinische Signifikanz: 56% der Paare verbessern sich 35% nicht mehr unglücklich bei Nachtest (Baucon,1982): 54% der Ehemänner und 42% der Ehefrauen nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Halford et al.,1993)
Insgesamt zwischen 1/3 und 2/3 der Behandelten sind nach BMT im glücklichen Bereich bei Partnerschaftszufriedenheitstest Effektivität: Hahlweg et al. (1982): 91% empfanden BMT als lohnende Erfahrung 94% würden diese Therapie Freunden empfehlen geringe Dropout-Raten Übertragbarkeit:
Effekte der Therapie bei jungen Mittelklasse-Paaren übertragbar auf ältere Paare mit geringerem sozioökonomischen Status Vergleichbare Resultate in USA , Deutschland, Holland, GB, Effekte können auch im Gruppen-Kontext erzie lt werden (Bennon, 1985)
2. Kognitive und Kognitiv-behaviorale Paartherapie Ansatz:
Änderung der Kognitionen, d.h. Paare sollen lernen, über Beziehung und Partner in - andererweniger destruktiver Weise zu denken
Finden alternativer Attributionen für negatives Verhalten beim Partner - Reevaluationder eigenen eventuell unrealistischen Standards - Verwendungallein als CR (Kognitive Restrukturierung) oder zusammen mit BMT - (kognitiv-behavioral) 2.1. Kognitive Paartherapie (CT) Wirksamkeit:
CT für 6 Wochen effektiver als Wartebedingung (Huber & Milstein, 1985) - CTist eine vielleicht wirksame Intervention 2.2. Kognitiv-behaviorale Paartherapie Wirksamkeit: Baucom et al. (1990) 5 Bedingungen : - a)BMTb)CR + BMT c)BMT + EET d) CR + BMT + EET d)Wartebedingung EET = Emotional Expressiveness Training:
Paare lernen, ihre Gedanken und Gefühle zu kommunizieren und sich gegenseitig emphatisch zuzuhören
Alle Treatments sind besser als Wartebedingung, aber keine signifikanten Unterschiede zwischen Treatments
Halfo rd (1993) 2 Bedingungen: - a)BMTb) BMT + CR + Generalisierungstraining (Fertigkeiten in Alltagssituationen anwenden lernen) + Affekt Exploration (Exploration der Gefühle bei schwierigen Interaktionen mit Partner)
Beide Treatments verbessern Partnerschaftszufriedenheit Kognitiv-Behaviorale Paartherapie ist eine vielleicht wirksame Intervention
Klinische Signifikanz:
70% der Paare in BMT und in BMT+CR -Bedingung verbessern sich 50% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Halford et al. 1993) 54% der Paare in BMT und in BMT + CR -Bedingung verbessern sich 42% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Baucom et al. ) Veränderungen durch BMT + CR vergleichbar mit BMT allein
3. Emotionsfokussierte (EFT) und Einsichtsorientierte Paartherapie (IOMT) Ansatz: Psychodynamisch - Partnersollen Gefühle , Gedanken und Wünsche explorieren, die ihren aktuellen - Problemenzugrunde liegen
dies führt zu mehr Verständnis und Empathie beim Partner - EFT: im Gegensatz zu IOMT innerhalb einer Bindungstheorie entwickelt, Bindungswünsche müssen explizit gemacht werden IOMT: stärkere Betonung des Unbewussten 3.1. Einsichtsorientierte Paartherapie (IOMT) Wirksamkeit:
IOMT und BMT effektiver als Wartebedingung, aber keine signifikanten Unterschiede - zwischenTreatments ( Snyder et al .,1989) IOMT ist eine vielleicht wirksame Intervention Follow-Up:
6-Monate-Follow-Up:IOMT und BMT vergleichbar
4-Jahres-Follow-up: 38% der BMT-Paare und 3% der IOMT-Paare geschieden Klinische Signifikanz:
73% der IOMT, 55% der BMT und 15% der Wartegruppen-Paare verbessern sich 40% der IOMT, 55/ der BMT und 5% der Wartegruppen-Paare nicht mehr unglücklich bei Nachtest
3.2. Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) Wirksamkeit:
EFT effektiver als BMT (Johnson & Greenberg ,1985) - Goldman& Greenberg (1992): -
a)EFT b)systemische Paartherapie c) Wartebedingung
Systemische Paartherapie: Änderung der Interaktionen durch Reframing der Symptome, Durchbrechen von Teufelskreisen durch Verschreiben der Symptome EFT und systemische Therapie effektiver als Wartebedingung
- James(1991) - a)EFTb)EFT + emotional expressiveness training c) Wartebedingung EFT und EFT + Emotional Expressiveness Training besser als Wartebedingung EFT ist eine wirksame und vielleicht spezifische Intervention Follow-up:
2-Monats-Follow-Up: EFT effektiver als BMT (Johnson & Greenber,1985) 4-Monats-Follow-Up: Systemische Therapie effektiver als EFT (Goldman & Greenberg,1992)
EFT ist nicht für Paare mit schwerwiegenden Problemen geeignet Klinische Signifikanz: 90% der Paare verbessern sich
75% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Jacobson et al.) Gefundene Unterschiede zwischen EFT und BMT müssen vorsichtig interpretiert werden, da in EFT nur Paare mit mittelschweren Problemen und hier Verbesserung in Wartegruppe bei 50% (im vergleich zu 13% bei BMT Studie) Effektivität:
Effekte der EFT übertragbar auf Paare mit chronisch kranken Kindern Anwendung bei Paaren mit schwerwiegenden Problemen fraglich
Zusammenfassung und Kritik
Wirksam: BMT und EFT Wirksam und spezifisch: BMT Wirksam und vielleicht spezifisch: EFT
Vielleicht wirksam: IOMT, Kognitiv-behaviorale Paartherapie, CT, Systemische Therapie,
Problem der mangelnden Differenzierung zwischen den einzelnen Treatments: CR effektiver als Wartebedingung (Huber & Milstein) BMT effekiver als Wartebedingung
CR+BMT = BMT (Baucom et al.) CR = BMT (Emmelkamp) Mögliche Erklärungen? Deckeneffekte?
F1 Referat Seminar Paartherapie WS 2000 12.12.00
Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems
Baucom, Mueser, Shoham, Daiuto and Stickle (1998) Gliederung 1.
Ø Worum geht es in der Studie?
Ø Was wurde evaluiert?
- Wirksamkeit
Kategorien nach Chambless & Hollon (1998)
- Klinische Signifikanz
- Effektivität
Ø Welche Studien wurden evaluiert? (Kriterien der Auswahl der Studien)
2. Behavioral Marital Therapy (BMT)
Ø Wirksamkeit Ø Follow-Up Ø Klinische Signifikanz Ø Effektivität
3. Kognitive und kognitiv-behaviorale Therapie
Ø Wirksamkeit Ø Klinische Signifikanz
4. Einsichtsorientierte (IOMT) und emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) 4.1. IOMT Ø Wirksamkeit
Ø Follow-Up Ø Klinische Signifikanz
4.2. EFT
Ø Wirksamkeit Ø Follow-Up Ø Klinische Signifikanz Ø Effektivität
5. Zusammenfassung und Kritik
F2 Referat im Seminar Paartherapie WS 2000
Kategorien zur Evaluation der Wirksamkeit nach Chambless & Hollon (1998)
Wirksam:
Intervention ist besser als Wartebedingung in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams
(d.h. in der behandelten Gruppe verbessert sich Partnerschaftszufriedenheit signifikant mehr als in Wartegruppe)
Wirksam und spezifisch:
Intervention ist besser als eine unspezifische bzw. Placebo-Behandlung oder eine rivalisierende Intervention in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams
Vielleicht wirksam:
Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie
Vielleicht wirksam und spezifisch:
Intervention ist besser als eine rivalisierende Intervention in einer Studie
Wirksam und vielleicht spezifisch:
Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie und besser als eine rivalisierende Intervention in einer anderen Studie, die durch ein anderes Forschungsteam durchgeführt wurde
Arbeit zitieren:
Anja Domres, 2001, Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems, München, GRIN Verlag GmbH
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