- Volk gehorchte selbst i. Zeiten gr. Gefahr mit unbedingter Hingabe & Uneigennützigkeit
- Keine Zweifel an staatsmännischer Weisheit
- è Senat: Verfolgung d. Ziels d. Herrschaftserweiterung
- rücksichtslose & egoistische Politik
- ABER: glänzender Erfolg, da Reich Mittelmeerraum umfasste: Italien, Sicilien, Corsica, Hispania, Africa, Macedonien, Achaia (Griechenland) u. Asia (fast alle Kulturländer d. Altertums)
- kein Versuch d. inneren Bindung zw. Provinzen u. Reichsorganismus
- untertänige Länder; Benutzung als Geldquelle f. röm. Bürgerschaft
- Steuern & Zölle à 167 v. Chr. Staat verlangt k. Abgaben d. Bürger mehr!!
- Geld: weiterhin für Konsuln & Prätoren als Entschädigung für Amtsbewerbungskosten
- è nur Reiche aus finanz. Sicht für Ämter, aber dann immer reicher!!
- Bildung eines Amtsadels (incl. Senat; Nobilität); immer schrofferer Abschluss v. übr. Bürgern
- Bauerngüter v. Latifundienbesitzern aufgekauft; Bewirtschaftung durch Sklaven
- Reichtümer d. Hauptstadt + Spiele + sonst. Genüsse von Nobilität veranstaltet, um Volksgunst zu gewinnen!
- à Gegensatz Patriz.ßà Plebejer abgelöst durch NobilitätßàArme
- wenig Hoffnung auf Versöhnung u. Ausgleich
- verhängnisvoll für Republik, da Arme Herrschaft i. d. für Staatsangelegenheiten entscheidenden Tributkomitien hatten;
ehrgeizige Volksführer konnten reizbare Menge leicht gg. Reiche Minderheit aufwiegeln u. für ihre Zwecke „missbrauchen“
- è erbitterte Parteikämpfe führen bis 31.v.Chr. zum Niedergang d. Rep.
- Tiberius & Gaius Gracchus nahmen sich d. Volkssache an
- T. à 133 Volkstribun à Erneuerung d. Licinischen Gesetzes ü. das Gemeindeland
- -> Enteignung d. GG-Besitzer, Verteilung d. Landes a. d. Armen, Besitzlosen è Herstellung e. Bauernstandes à Schaffung e. tüchtigen & leistungsfähigen Bürgerschaft
- Gaius à 123 u. 122 Tribun à war energischer & leidenschaftl.à zur Sicherung d. Ackergesetzes Entreißung d. Staatsgewalt d. Senats u. Übertragung auf Volkspartei
- Senat unterdrückte beide; aber Parteienkampf fand kein Ende
- Senatspartei zunächst herrschend, da Schreckensverbreitung durch Niederschlagung d. Gracchen u. deren Anhänger
- Trotzdem Habsucht u. Bestechlichkeit d. Senats ans Licht gebracht; Jugurthinischer Krieg (111-106 v. Chr.) in schimpflichster Weise geführt è Volkspart ei gewann Überhand
- è Mann aus d. Volk (Cornelius Marius) 107 zum Konsul, Beendigung d. Limbrischen Krieges d. Siege bei Aquae Sertiae (102) u. Bercellae (101); konnte Geschichte d. röm. Staates i. D. nächsten Jahren lenken
IV. -Tiberius & Gaius Gracchus
- Gracchus à berühmte Familie Sempronischen Geschlechts i. alten Rom
- Vater Tiberius Sempronius Gracchus
- Ältester Sohn: gl. Name
- Geb. 162 v.Chr.
- Erste Auszeichnung 146 i. Karthago
- 137 mit Hostilius Mancinus als Quästor nach Spanien
- Vertrag mit Numantinern, die d. röm. Heer eingeschlossen hatten: freier Abzug mit Waffen, Gepäck zurücklassen è SENAT IN ROM VERWEIGERTE!!!
- 133 Bewerbung für Volkstribunat, um agrarische Reform durchführen zu können!
- Erneuerung d. Licinischen Gesetze (Gleichstellung Pleb.-Patriz.)
- Antrag: niemand mehr als 500 Jugera vom Ager Publicus, Verteilung d. Überschusses an Besitzlose, aber: kein Verkauf d. erhaltenen Landes, damit nicht wieder GG-Besitze entstehen (1 Jugera = ein Morgen Land = heutzutage 2520m² à 1,25Mio.m²
- Erbitterung b. d. Nobiles & Optimaten, Widerstand zunächst vergeblich!
- Gewinnung eines Volkstribunen (Marcus Octavius) à Einsprache gg. Antragsabstimmung! (è VETORECHT)
- Tiberius versuchte vergebliche Verhandlungen
- Verfassungswidr. Schritt: Abstimmung d. Volkes, ob feindl. Tribun Amt behalten dürfe!
- Ergebnis: gg. Octavius
- Gesetz durchgebracht; Einrichtung einer Kommission zur Überwachung d. Einhaltung d. Gesetzes (Tiberius & Gaius Gracchus & Appius Claudius)
- Schwierigk. Bei Trennung PrivatbesitzçèStaatseigentum
- à Tib. Musste sich erneut für Tribunat bewerben, um diese zu beseitigen
- Volksgunst durch: Vermögen d. Königs Attalos III. von Pergamon unter röm. Arme Bürger verteilen; + weiter für Volk günstige Gesetze
- Am Wahltag: Senat: bei Wahl Tiberius‘ à Verstoß gg. d. Gesetz!
- Verschiebung d. Wahl auf nächsten Tag
- Volksversammlung è Tumulte, blutige Gewalttätigkeiten am Kapitol
- Senatsversammlung am selben Tag; übertriebene Schilderung d. Ereignisse d. Volksversammlung à wütende Erregung
- Senat setzte sich Richtung Kapitol in Bewegung; schlugen mit Knüppeln u. anderen Waffen auf die Wehrlosen
- Alle flohen, Tiberius stürzte vor d. kapitolin. Tempel d. Jupiter nieder, wurde angeblich v. e. Kollegen erschlagen, mit ihm 300 Anhänger
- Optimaten schlugen Aufstand nieder à Sieger, wagten jedoch nicht, d. Ackergesetz aufzuheben!
Gaius Sempronius Gracchus
- geb. 153 v.Chr.
- kühnerer Geist, größ. Leidenschaftlichk. als sein Bruder
- 133 v.Chr. Wahl zum triumvir agris dividundis
- à Beteiligung an Unternehmungen s. Bruders
- als Berufener zur Vollendung d. Werkes s. Bruders bezeichnet
- Optimaten wollten ihn von Rom fernahlten
- 126 v. Chr. Quästor i. Sardinien; Optimaten verlängerten sein Amt zweimal um ein Jahr
- eigenmächtige Rückkehr nach Rom; glänzende Rechtfertigung i. Rede v d. Volk
- 123 v. Chr. Wahl zum Volkstribun
- entschlossener Eintritt i. d. Kampf (nicht zur Linderung d. Volksnot, sondern auch Machtbeschränkung d. Senats u. d. Magistraten, um Staatsgewalt anders zu verteilen)
- Getreidegesetz (lex frumentaria) è bestimmt. Maß Getreide für niedr. Preis aus Staatsmitteln für die Bürger
- Staatskasse bezahlt Soldatenbekleidung, Kürzung d. Dienstzeit
- Volksabstimmung über Verbannung od. Hinrichtung e. Bürgers
- Energische Ausführung . Ackergesetzes
- Gründung mehrerer Kolonien zur Unterbringung Obdachloser
- Richtergesetz (lex judiciaria) sollte Geschworenengerichte (quaestiones perpetuae), die bislang nur v. Senatoren gebildet wurden, auf Ritterstand übertragen u. damit auf die Volkspartei!
- Gesetz über Bürgerrecht d. Bundesgenossen (lex de civitate sociis danda) à Gewinnung d. Bundesgenossen durch Erteilung d. Bürgerrechts
- 123 u. 122 v. Chr. Durchbringung d. Gesetze ohne großen Senatswiderstand
- Bundesgenossengesetz stieß bei fast allen auf Bedenken
- Optimaten wollten eine Volkstribun mit volksfreundlicheren Gestzen auf ihre Seite und amit d. Volk auf ihre Seite bringen; dieser wurde 121 aber NICHT gewählt, sondern sein erbittertster Feind Livius Opimius
- Da Optimaten damit wieder a.d. Macht waren à Versuch d. Aufhebung d. Gesetze
- Aber: Gaius & Parteigenosse Fulvius Flaccus riefen Volksversammlung auf Kapitol ein
- Kein Beschluss, da Masse auseinanderstob, da ein hoher Politiker erschlagen wurde
- Nächster Morgen à Opimius bekam durch Senat uneingeschränkte Vollmacht
- Gaius, Fulvius & Anhang à Versammlung auf Aventin; boten Senat Unterhandlungen an
- Senat wies diese zurück; senator. Partei stürmte unter Opimius d. Aventin mit Bogenschützen; schlugen Gracchaner i. d. Flucht
- Gaius entkam über Tiber; ließ sich jed. Von seinem Sklaven töten, um Feindne nicht i. d. Hände zu fallen
- Leichname d. 3.000 Getöteten wurden i.d. Tiber geworfen
V. -Volkstribunen & Vetorecht
- Volkstribunen à Vorsteher d. Tribus
- Tribuni celerum: -Reiteroberste u. Stellvertreter d. Könige
- Tribuni militum/militares: -je 6 i. jed. Legion; wechselnd. Oberbefehl
- Tribuni militum consulari potestate:
Tribuni plebis:
- Volkstribunen; zuerst 2, später 5, seit 457 v. Chr. 10
- 493 zum Schutz d. Plebejer gg. Missbrauch d. Amtsgewalt d. Konsuln (damals nur Patrizier) eingesetzt
- als unverletzlich erklärt (sacrosancti)
- anfangs innerhalb Roms à Einsprache für einzelne Plebejer
- später auch Anklage v. Patriziern; Beiwohnung v. Senatssitzungen; hinderten Beschlüsse durch ihr Verbot (VETO)
- 449 Durchsetzung v. Gesetzen im Interesse d. Plebejer
- Patrizier à nur d. Möglichkeit, einen Volkstribunen auf ihre Seite zu bringen (für das Veto)
- Nach Pun. Kriegen nicht Gegensatz Plebejer-Patrizier bekämpft, sondern niederes Volk-Nobilität
- Amt durfte weiterhin nur von Plebejern besetzt werden
- Sulla à Tribunat auf anfängliche geringe Wirksamkeit eingeschränkt
- Pompeius à wieder alle Rechte bekommen
- Augustus à ließ sich d. Amt vom Senat übertragen
- Mitte 3.Jh. Verschwinden d. Amtes
VETORECHT
- veto „ich verbiete“
- Formel, mit der ein Volkstribun e. Senatsbeschluss für ungültig erklären konnte
- Absolutes/unbedingtes: gänzliche Beseitigung d. Beschlusses
- Aufschiebendes/Suspensives: Aufschiebung d. Bestimmung üb. d. Beschluss
Arbeit zitieren:
Jan Böhme, 2001, Ständekämpfe im Alten Rom & Die Gracchen, München, GRIN Verlag GmbH
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