rimam ducere - e-n Riss bekommen, bilden paries, ieitis m - Wand, Mauer tenuis - zart uterque - jeder von beiden domui - Locativ
Die gemeinsame Wand in dem Haus von beiden war durch einen winzigen Riss gespalten, den sie einst bekommen hatte, als sie gemacht wurde.
Id vitium nulli per saecula longa notatum (quid non sentit amor?) primi vidistis amantes et vocis fecistis iter; tutaeque per illud murmure blanditiae minimo transire solebant.
blanditae, arum - Schmeichelworte, liebevolle Worte murmur, uris n - Murmeln, Flüstern
Ihr Liebenden habt diesen Fehler als erste gesehen, der von keinem durch die langen Jahrhunderte bemerkt worden war (was nimmt die Liebe nicht wahr?) und ihr habt ihn zum Weg für eure Stimmen gemacht; und die liebevollen Worte pflegten sicher (eigentl. Adj. zu bland.) durch jenen mit leisestem Flüstern hindurchzugehen.
Saepe, ubi constiterant hinc Thisbe, Pyramus illinc, inque vices fuerat captatus anhelitus oris, `invide` dicebant `paries, quid amantibus obstas? Quantum erat, ut sineres toto nos corpore iungi, aut, hoc si nimium est, vel ad oscula danda pateres?
hinc-illinc - auf dieser Seite-auf jener (Seite) invidere - beneiden vicis (Gen.sg)- Wechsel in vices - gegenseitig anhelitus - Atem captare - erhaschen, auffangen fuerat = erat patere - öffnen quantum - soviel nimium - zu viel, zu außerordentlich vel - hier: auch nur invidus - neidisch, eifersüchtig obstare - im Wege stehen
Wäre es so viel, dass du zuließest, dass wir mit unserem ganzen Körper vereinigt werden, oder , wenn dies zu viel ist, mögest du dich auch nur öffnen, damit wir uns Küsse geben?
Nec sumus ingrati:
tibi nos debere fatemur, quod datus est verbis ad amicas transitus aures.`
2
nec - aber nicht ingratus - undankbar transitus, us m Durchgang, Zugang
Aber wir sind nicht undankbar: wir gestehen, dass wir bei dir in Schuld stehen, weil ein Durchgang für die Worte zu den befreundeten Ohren gegeben ist.
Talia diversa nequiquam sede locuti sub noctem dixere `vale` partique dedere oscula quisque suae non pervenientia contra. diversus - voneinander getrennt nequiquam - vergeblich, ohne Erfolg contra pervenire - auf der anderen Seite ankommen, gelangen talia - derartig
Solches von getrennten Plätzen vergeblich gesprochen habend, sagten sie bei Nacht „tschüss“ und jeder gab seinem eigenen Teil (der Mauer) Küsse, die nicht auf die andere Seite gelangten.
Postera nocturnos aurora removerat ignes, solque pruinosas radiis siccaverat herbas: ad solitum coiere locum.
pruinosus - voll Reif
aurora - Morgenröte nocturnus - nächtlich pruinosae herbae - bereifte Gräser radius - Strahl siccare - trocknen
coire ad - zusammenkommen bei, sich treffen an
Die folgende Morgenröte hatte die nächtlichen Sterne beseitigt, die Sonne hat mit ihren Lichtstrahlen die bereiften Gräser getrocknet: sie kamen an ihrem gewohnten Ort zusammen.
Tum murmure parvo multa prius questi statuunt, ut nocte silenti fallere custodes foribusque excedere temptent, cumque domo exierint, urbis quoque tecta relinquant; neve sit errandum lato spatiantibus arvo, conveniant ad busta Nini lateantque sub umbra arboris: arbor ibi niveis uberrima pomis, ardua morus erat, gelido contermina fonti.
prius - vorher, zunächst
foris, is f - Tür
fores, ium f.pl.: Haustür (mit 2 Türflügeln) tecta - Häuser neve - et, ne latus - weit, ausgedehnt morus, i f - Maulbeerbaum arduus - hoch
3
pomum, i m - Obst(frucht) niveus - schneeweiß gelidus - kalt, kühl conterminus - angrenzend, benachbart
Dann beschließen sie, nachdem sie zunächst mit leisem Flüstern vieles beklagt haben, dass sie versuchen, die Wächter zu täuschen und in der stillen Nacht aus der Tür (den Türen) hinauszugehen und ,wenn sie aus dem Haus hinausgegangen sein werden, auch die Häuser der Stadt zu verlassen, und damit sich die durch die ausgedehnte Gegend Schweifenden nicht verirrten, am Grabe des Ninus zusammmenzukommen und sich unter dem Schatten des Baumes zu verbergen: der Baum dort war ein hoher Maulbeerbaum reichlich mit schneeweißen Früchten, an eine kühle Quelle angrenzend.
Pacta placent; et lux tarde discedere visa praecipitatur aquis, et aquis nox exit ab isdem.
pactum - Beschluss, Abmachung
praecipitari aquis im Wasser/im Meere versinken, untertauchen exit= oritur
Die Abmachungenn gefallen ihnen; und das Licht, das langsam zu verschwinden scheint, sinkt ins Meer, und aus dem gleichen Wassern steigt die Nacht auf.
Callida per tenebras versato cardine Thisbe egreditur fallitque suos adopertaque vultum pervenit ad tumulum dictaque sub arbore sedit: audacem faciebat amor.
callidus - listig, schlau
cardinem versare - die Türangel drehen = die Haustür öffnen vultus, us m - Gesicht, Miene tumulus - Grabhügel sedere, eo, sedi - sich setzen
Nachdem die schlaue Thisbe die Türangel gedreht hat, schreitet sie durch die Dunkelheit und täuscht die Ihren und die , was ihr Gesicht anbelangt, Verhüllte gelangt zum Grabhügel und setzte sich unter den besagten Baum: die Liebe machte sie furchtlos.
Venit ecce recenti caede leaena boum spumantes oblita rictus, depositura sitim vicini fontis in unda.
rictus, us m. offener Mund, Rachen
oblinere, o, evi, litus - beschmieren, beflecken sitis, is f - Durst unda - Wasser, Strom, Welle
4
bos, bovis, Gen.pl. boum - Rind caedes, is f - Töten, Mord, Mordblut, Blutbad, Ermordung spumantes rictus: Akk. der Beziehung (wie vultum)
Siehe, da kommt eine Löwin, mit frischem Mordblut von Rindern beschmiert, was den schäumenden Mund betrifft, damit sie im Strom der nahen Quelle ihren Durst löschen werde.
Quam procul ad lunae radios Babylonia Thisbe vidit et obscurum
timido pede fugit in antrum, dumque fugit, tergo velamina lapsa reliquit.
luna - Mond
radius - Strahl Babylonia - die Babylonierin timidus - furchtsam, ängstlich antrum - Höhle, Grotte
velamina a tergo lapsa - den vom Rücken herabgeglittenen Schleier
Die Babylonierin Thisbe sah diese von weitem bei den Strahlen des Mondes und sie floh mit ängstlichem Fuß in eine dunkle Höhle, und während sie floh, verlohr (hinterließ) sie den vom Rücken herabgeglittenen Schleier.
Ut lea saeva sitim multa compescuit unda, dum redit in silvas, inventos forte sine ipsa ore cruentato tenues laniavit amictus.
lea - Löwin
sitim compescere, ui - den Durst stillen cruentatus - bluttriefend laniare - zerfetzen amictus, us m - Umhang
Sobald die wilde Löwin ihren Durst mit viel Wasser gestillt hat, hat sie , während sie in die Wälder zurückkehrt, den zarten Umhang (eigentl. pl.), den sie ohne Thisbe selbst zufällig fand, mit bluttriefendem Mund zerfetzt.
Serius egressus vestigia vidit in alto pulvere certa ferae totoque expalluit ore Pyramus;
serius (Adv.) - später als Thisbe
pulvis, eris m - Staub, Sand fera - wildes Tier os, oris n - Gesicht, Antlitz, Mund expallescere, pallui - erbleichen
5
Pyramus, der später hinausgegangen war, sah die sicheren Spuren des wilden Tieres im tiefen Staub und erblasste über sein ganzes Gesicht;
ut vero vestem
quoque sanguine tinctam repperit, „una duos“ inquit „nox perdet amantes, e quibus illa fuit longa dignissima vita, nostra nocens anima est:
vestis, is f - Kleidungs(stück)
tinctum zu tinguere - benetzen, färben nostra - pl. maiestatis nocens - schuldig
als er tatsächlich auch das mit Blut gefärbte Kleidungsstück entdeckte, sagte er „die eine Nacht wird zwei Liebende zugrunde richten, von denen sie eines langen Lebens am würdigsten gewesen wäre (eigentl. war), meine Seele ist schuldig:
ego te, miseranda, peremi, in loca plena metus, qui iussi, nocte venires, nec prior huc veni.
miserandus - beklagenswert
perimere - töten prior quam tu
ich tötete dich, Beklagenswerte, der, ich befahl, dass du zu Orten voller Schrecken bei Nacht kommen solltest, und der ich nicht als erster hierher kam.
Nostrum divellite corpus et scelerata fero consumite viscera morsu, o quicumque sub hac habitatis rupe, leones!
divellere - zerreißen
sceleratus - verbrecherisch, frevelhaft viscera n pl - Eingeweide ferus - wild, grausam consumere - hinwegraffen, vernichten morsus, us m - Biss rupes, is f - Fels
Zerreisst meinen Körper, und verzehrt die frevelhaften Eingeweide mit wildem Biss, oh ihr Löwen, alle, die ihr unter diesem Fels wohnt!
Sed timidi est optare necem.“
timidus - furchtsam, ängstlich
optare - nur zu wünschen nex, necis f - (gewaltsamer) Tod
6
Aber es ist feige (ängstlich, Gen. possessivus: die Handlungsweise/Eigenschaft eines Feiglings), den Tod nur zu wünschen.
Velamina Thisbes tollit et ad pactae secum fert arboris umbram, utque dedit notae lacrimas, dedit oscula vesti, „accipe nunc“ inquit „nostri quoque sanguinis haustus!“
velamina (n pl) Thisbes - Thisbes Schleier
pactus - verabredet, vereinbart umbra - Schatten utque = et, ut notus - bekannt, vertraut notae zu vesti osculum - Kuss haustus, us m - Trunk
Er hebt Thisbes Schleier (pl) auf und trägt ihn mit sich zum Schatten des vereinbarten Baumes, und als er auf das bekannte Kleidungsstück Tränen gab, Küsse gab, sagt er „empfange nun auch den Trunk (pl) meines Blutes!“
Quoque erat accinctus, demisit in ilia ferrum.
quoque - et, quo
accinctus zu accingere - gürten ilia, ium n pl Eingeweide, Magen
Und er stieß sein Schwert, mit dem er umgürtet war, in seine Eingeweide.
Nec mora, ferventi moriens e vulnere traxit et iacuit resupinus humo: cruor emicat alte,...
nec mora sc. fuit= statim
fervens - heiß wallend traxit sc. ferrum resupinus - rücklings, auf dem Rücken humo = humi - auf dem Boden cruor, oris m - Blut emicare - hervorspritzen
Sofort zog er es sterbend aus der Wunde, woraus heißes Blut bricht und er lag rücklings auf dem Boden: das Blut spritzt hoch hervor...
(, non aliter, quam cum vitiato fistula plumbo scinditur et tenui stridente foramine longas eiaculatur aquas atque ictibus aera rumpit.)
7
Arborei fetus aspergine caedis in atram vertuntur faciem, madefactaque sanguine radix purpureo tingit pendentia mora colore.
aspergo caedis eigentl. Bespritzung mit Blut
arboreus - Baumfetus, us m - Frucht atra - schwarz, dunkel vertere - verwandeln facies, ei f - Aussehen, Äußeres madefacere - nass machen, befeuchten tingere - färben
Die Baumfrüchte werden durch die Bespritzung mit Blut in ein dunkles Aussehen verwandelt, und da die Wurzel mit Blut getränkt wurde, färbt sie die hängenden Maulbeeren mit purpurner Farbe.
Ecce metu nondum posito, ne fallat amantem, illa redit iuvenemque oculis animoque requirit, quantaque vitarit narrare pericula gestit;
fallere - enttäuschen, im Stich lassen
illa - Thisbe requirere - suchen
gestire mit Inf. heftig verlangen/wünschen zu tun
Siehe, obwohl sie ihre Furcht noch nicht abgelegt hat, kehrt Thisbe zurück und sucht den jungen Mann mit Augen und Herz, damit sie den Geliebten nicht enttäuscht, und sie verlangt heftig zu erzählen, wievielen Gefahren sie entgangen ist;
utque locum et visa cognoscit in arbore formam, sic facit incertam pomi color: haeret, an haec sit.
ut... sic: zwar... aber
facit sc. eam
haerere, an... - im Zweifel sein/ schwanken, ob...
zwar erkennt sie den Platz und die Form im dem vorher gesehenen Baum wieder, aber die Farbe der Früchte (sg) macht sie unsicher: sie schwankt, ob es dieser (Baum) sei.
Dum dubitat, tremebunda videt pulsare cruentum membra solum retroque pedem tulit oraque buxo pallidiora gerens exhorruit aequoris instar, quod tremit, exigua cum summum stringitur aura.
tremebundus - zitternd (im Todeskampf)
membrum - Glied pulsare - schlagen cruentum solum - der blutige Boden
8
retro - rückwärts, zurück
ora gerens pallidiora buxo - das Gesicht bleicher (tragend/ habend) als Buchsbaum
exhorrescere, rui: erschaudern, zu zittern anfangen aequoris instar, quod: der Meeresfläche gleich, die tremere: zittern exiguus: leicht, schwach summum sc.aequor: die Oberfläche stringere - streifen, leicht berühren
aura - Luftzug, Windhauch
Während sie zweifelt, sieht sie, dass zuckende Glieder den blutigen Boden schlagen und hebt den Fuß zurück (weicht einen Schritt nach hinten) und mit einem Gesicht bleicher als Buchs- baum (tragend) erschaudert sie gleichwie die Meeresfläche, die zittert, wenn ihre Oberfläche (ihr Oberstes) durch einen leichten Windhauch gestreift wird.
Sed postquam remorata suos cognovit amores, percutit indignos claro plangore lacertos et laniata comas amplexaque corpus amatum vulnera supplevit lacrimis fletumqui cruori miscuit et gelidis in vultibus oscula figens „Pyrame,“ clamavit „quis te mihi casus ademit?
remoratus - verweilend
amores statt amatum percutere - schlagen, treffen indignus - unverdient, unschuldig clarus plangor - das laute Klatschen lacertus - Arm laniari comas - sich die Haare raufen amplecti, plexus sum - umschlingen umarmen supplere - anfüllen, auffüllen fletus, us m - das Weinen, Tränenstrom cruor - Blut, cruori= cruore gelidus - kalt adimere - wegnehmen figere - anbringen
oscula figere in - Küsse anbringen auf = küssen
Aber nachdem sie verweilend ihren Geliebten erkannt hat, schlägt sie mit lautem Klatschen ihre unschuldigen Oberarme und sich die Haare raufend und den geliebten Körper umarmend, füllte sie die Wunden mit Tränen auf und mischte den Tränenstrom mit dem Blut und während sie das kalte Gesicht küsste (auf das kalte Gesicht Küsse anbrachte), rief sie „Pyramus, welches Unglück hat dich mir weggenommen?
Pyramus, responde! Tua te, carissime, Thisbe nominat: exaudi vultusque attolle iacentes!“ tua te carissima Thisbe
9
vultus, us m - Miene, Gesicht, Antitz exaudi/ attolle - verstärkend für audi/ tolle
Pyramus, antworte! Es ruft dich bei Namen, Liebster, deine Thisbe: höre und hebe dein tot daliegendes Gesicht!“ oder es ruft dich bei Namen, deine liebste Thisbe
Ad nomen Thisbes oculos iam morte gravatos Pyramus erexit visaque recondidit illa.
gravatus - beschwert, schwer
erigere - aufschlagen recondere - wieder schließen
Bei Thisbes Namen schlug Pyramus seine durch den Tod schon schweren Augen auf und, nachdem er jene gesehen hatte, schloss er sie wieder.
Quae postquam vestemque suam cognovit et ense vidit ebur vacuum, „tua te manus“ inquit „amorque perdidit, infelix! Est et mihi fortis in unum hoc manus, est et amor: dabit hic in vulnera vires.
quae (Satzanfang) - diese
vestis, is f - Kleid, Kleidung -que...et = et...et
ensis, is m - (zweischneidiges Lang-) Schwert ebur, eboris m - Elfenbein-sc. Schneide Metomymie =ein Wort wird in einer unüblichen, aber mit seinem Inhalt zusammenhängenden Bedeutung gebraucht: das Material anstelle des Produkts
vacuus aliqua re (+ Abl.) - leer von etw., ohne etw. infelix, icis - unglücklich, unselig et = etiam
in hoc unum - zu diesem einen = Selbstmord est et amor sc. mihi fortis in vulnera - zur Verwundung
Diese sagte, nachdem sie ihre Kleidung erkannt und gesehen hatte, dass die Elfenbeinscheide ohne Schwert war: „deine Hand und die Liebe haben dich, Unglücklicher, zugrunde gerichtet!
Auch ich habe zu diesem einen eine starke Hand und (eine starke) Liebe: dies wird mir Kräfte zur Verwundung geben.
Persequar extinctum letique miserrima dicar causa comesque tui;
persequar = sequar
extingere - auslöschen, umkommen, töten extinctum sc. te
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letum - Tod
Möge ich dir, Getötetem, folgen und möge ich,
Allerelendigste, die Ursache und die Gefährtin deines Todes genannt werden;
quique a me morte revelli heu sola poteras, poteris nec morte revelli.
quique = et tu, qui
revelli ab aliquo - j-m entrissen werden heu - ach, wehe mir nec morte = ne morte quidem revelli sc. a me
und du, ach weh mir, der durch den Tod alleine mir entrissen werden konntest, wirst mir ( trotzdem) nicht durch den Tod entrissen werden können.
Hoc tamen amborum verbis estote rogati, o multum miseri, meus illiusque parentes, ut, quos certus amor, quos hora novissima iunxit, componi tumulo non invideatis eodem.
hoc (rogare) - um dies/ darum (bitten) bereitet den ut-Satz vor ambo, orum beide berbis alicuius - in j-s Namen estote rogati Imper. 2.P.pl zu esse, feierliche Ausdrucksweise multum (Adv.) sehr zu miseri
meus illiusque parentes = meus parens et parens illius, Angerufenen sind nicht anwesend! ut schließt an hoc estote rogati an non invidere mit Inf - nicht neiden, nicht missgönnen, dass... tumulus- Grabhügel, Grab componere - (zusammenlegen:) beisetzen, bestatten novissimus - der letzte
Seid um dieses trotzdem im Namen beider gebeten, oh ihr sehr unglücklichen Väter, meiner und der seine, dass ihr denen nicht missgönnt, in demselben Grab bestattet zu werden, die die unbestreitbare Liebe und die letzte Stunde verbindet.
At tu, quae ramis arbor miserabile corpus nunc tegis unius, mox es tectura duorum, signa tene caedis pullosque et luctibus aptos semper habe fetus, gemini monumenta cruoris.“
ramus - Zweig
miserabilis, e - beklagenswert pullus - dunkelfarbig
caedes, is f - Töten, Mord, Mordblut, Blutbad, Ermordung
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luctus,us m - Trauer aptus - passend, angemessen fetus, us m - Frucht geminus - doppelt, zweifach cruor - Blut, Blutstrom, Mord, Blutvergießen
Aber du, Baum, der du mit deinen Zweigen nun den beklagenswerten Körper von einem bedeckst, wirst bald die (Körper) von zweien bedecken, trage als Zeichen der Ermordung immer der Trauer (pl) angemessene dunkelfarbige Früchte, als Denkmal für das doppelte Blutvergießen.“
Dixit et aptato pectus mucrone sub imum incubuit ferro, quod adhuc a caede tepebat.
mucronem aptare - die Schwertspitze ansetzen
sub imum pectus - direkt unterhalb der Brust imum = inferus - unter
incumbere, cubui alicui rei - sich in etw. stürzen adhuc - noch immer a caede - vom Mordblut/Töten tepere - warm sein
So hat sie gesprochen, und als sie die Schwertspitze direkt unterhalb der Brust angesetzt hatte, stürzte sie sich in das Schwert, das noch warm war vom Mordblut/Töten.
Vota tamen tetigere deos, tetigere parentes: nam color in pomo est, ubi peraturuit, ater, quodque rogis superest, una requiescit in urna.“
votum - Wunsch, Bitte
vota sc. Thisbes
tamen - jedoch obwohl sie sonst kein Verständnis fanden für ihre Liebe
tangere - berühren, Eindruck machen auf tetigere deos...parentes sachliche Ungereimtheit, denn die Götter waren nicht gebeten worden und die Eltern könnten die Wünsche nicht hören. pomum - Frucht des Maulbeerbaumes permaturescere, rui - ganz ausreifen ater - dunkel
rogus, i m/rogis - von den Scheiterhaufen superesse + Dat. - übrig bleiben requiescere - ruhen urna - Urne
Die Wünsche haben jedoch die Götter gerührt, haben die Väter gerührt: Denn die dunkle Farbe ist in der Frucht, sobald sie ganz ausgreift ist, und was von den Scheiterhaufen übrig ist, ruht in ein und derselben Urne.
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Agnes Irina Jaklin, 2001, Pyramus & Thisbe (Ovid), München, GRIN Verlag GmbH
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dieKriegerin
Backsteinmauer.
ich finde, dass der text gur übersetzt worden ist, allerdings finde ich den begriff "backsteinmauer" unpassend, zumal es heißen müsste "eine mauer aus gebrannten ziegeln". selbst wenn man dies mit "backsteinmauer" übersetzt muss ein hinweis vom autor kommen!
ansonsten ganz inordnung.
am Monday, May 27, 2002-
Corinna
Wahre Heldin.
Liebe Agnes
Du wirst ab heute zu meiner grossen Heldin erklärt, denn durch deine Aufgabe kann ich noch meinen Kopf aus der Schlinge ziehen und meine Lateinhausaufgabe, die ich versäumt habe fertigzustellen letztendlich DOCH morgen abgeben...
Vielen vielen Dank!!!!
Der Aufbau ist echt klasse mit den Vokabelangaben und Hilfen... weiter so
Deine Corinna
am Sunday, June 09, 2002-
Sophia
Verbesserungsvorschläge.
Die Übersetzung ist echt gut und wird auch schon so manchen Schüler gerettet haben.
Aber in Zeile 103 ist ein kleiner Fehler inventos ist PPP und daher vorzeitig, es muss also heißen: "Sie zeriss den Umhang, den sie ohne Thisbe selbst zufällig gefunden HATTE"
Außerdem würde ich in Zeile 84, das ut mit infinitiv wiedergeben, da es besser klingt: "dann beschließen sie, ZU VERSUCHEN die Wächter zu täuschen..."
Dann könnte man an einign Stellen auch im deutschen die Poesie besser zum Ausdruck bringen, wie z.B. in Zeile 92 "und die nacht steigt aus EBENDIESEN Wassern auf"
am Thursday, November 27, 2003-
Sophia
Hohe Mauer.
die Übersetzung ist echt gut aber am Anfang ist ein Fehler, da im ersten Absatz ein Stilphänomen vorliegt, nämlich eine Enallage, d.h. dass sich ein Adjektiv grammatisch auf ein anderes Substantiv beziehen kann als vom Sinn. Es muss also heißen: wo Semiramis die Stadt mit hohen Mauern aus gebrannten Ziegeln umgeben hat.
In Zeile 108 liegt eine Antithese vor, die man besser zum Ausdruck bringen kann: eine EINZIGE nacht wird GLEICH zwei Liebende zugrunde richten
am Friday, December 12, 2003-
N. Tschernischek
die Mauer.
Also da bei der Mauer is n Fehler. Das muss so heißen: Thisbe sah, während die Mauer hochkam, den hohen Schleier ewig während.
am Wednesday, April 20, 2005-