1849
- nach dem Scheitern der Revolution im August 1849 Ausweisung aus Preußen, Zeitung verboten
- London ins Exil, hier Hauptanliegen: kritische Darstellung des Kapitalismus und der kapitalistischen Produktionsweise
- hier schreibt er seine wohl bekannteste Publikation: "Das Kapital" in drei Bänden, seine kommunistischen Theorien auf die Gesellschaft übertragen 1859-67
- ausgedehntes Studium der politischen Ökonomie, zur Kritik der politischen Ökonomie, Kapital I
- arbeitet für diverse Zeitungen
- stellte Thesen auf über die Bewegung der kapitalistischen Produktionà historischer Materialismus; Hintergründe waren die Erscheinungen in England
- Armut, Krankheit; Engels, der Sohn eines Textilfabrikenbesitzers half oft aus
- die preußische Staatsbürgerschaft wird ihm erneut verweigert 1864
- Gründung der Sozialistischen Internationalen Arbeiterassoziation (Treffen der sozialistischen Bewegungen), hatte Probleme mit der Kleinstaaterei in Europa 1872
- Verlegung der Sozialistischen Internationale in die USA 1876
- Auflösung der Internationale 1881
- Tod seiner Frau Jenny; Karl Marx zu krank, um an ihrem Begräbnis teilzunehmen 14.3.1883
- Januar 1883 Tod seiner Tochter Jenny
- Tod in London
Soziale Frage
- Folge der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert ganze Bevölkerungsschichten in Not und Elend
- durch Überangebot an Arbeitskräften, niedrige Arbeitslöhne, lange Arbeitszeiten, Frauen- u. Kinderarbeit, unmenschliche Arbeits- u. Lebensbedingungen, keine soziale Absicherung (bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter),
- Parteien und Gewerkschaften, damit verbundenes Streikrecht nicht erlaubtà kein politischer Einfluss
- Inhalt des gesellschaftlichen Bewusstseins durch ökonomische Verhältnisse bestimmt
- Gesellschaftsform der Zukunft: den Kommunismus
- die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften aus Klassenkämpfen bestand, Unterdrücker und Unterdrückte führten ununterbrochenen Kampf, der jedesmal mit einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft endeteàZiel des Kommunismus Sturz der Bourgeoisie, Herrschaft des Proletariats, Aufhebung der alten Gesellschaft und Gründung einer neuen weltweiten und klassenlosen Gesellschaft ohne Privateigentum
- Klassengegensatz zeigt sich in Konzentration des Kapitals in Händen(Akkumulation) einiger weniger und Verelendung des Proletariats, bourgeoise Produktionsmethode ist Ursache des Elends
- Arbeiter erzeugt durch seine Form der Arbeit mehr Wert als er Arbeitslohnes bezahlt bekommt, dieser Mehrwert, Quelle des kapitalistischen Reichtums
- Arbeit durch diese Produktionsmethode zu bloßen marktwirtschaftlichen Waren entfremdet, Arbeiter identifiziert sich nicht mit Arbeit, da Zwang
- traditionelle Ordnungsstrukturen wie Alter und Geschlecht fallen einer Industrialisierung zum Opfer
- Kapitalismus macht den Menschen unfrei, er ist abhängig, da er arbeiten muss um zu überleben, wird ausgebeutet, damit der Arbeitgeber konkurrieren kann
- detaillierte Darstellung der herrschenden Zustände
- erkennen der wesentlichen Zusammenhänge (Monopolbildung und Rationalisierung), der Industrialisierung als irreversible Veränderung der Gesellschaft
- Marxismus ist die von Karl Heinrich Marx, Friedrich Engels und ihren Anhängern und Schülern aufgestellte philosophische, historische, politische und wirtschaftliche Theorie der Gesellschaftsdynamik
- Marxismus bedient sich der Dialektik Hegels
- im Gegensatz zu Hegel bewegende Kräfte der Geschichte nicht im Bewusstsein, sondern im Sein: "Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein bestimmt, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, dass ihr Bewusstsein bestimmt.“, Gegensatz zu Hegel: Endziel die "wahre Demokratie"
- Materialismus nicht Idealismus als Grundlage
- Materialismus geht von der auf der Materie basierenden Idee aus, die Materie selbst Grundlage von allem à dialektischen Materialismus (in der Arbeit allgemein eine Selbstentfremdung des Menschen durch Vergegenständlichung des eigenen Wesens, die Arbeit, die der Mensch leistet Gegenstand und entfernt den Menschen von seinem Grundgedanken, der Freiheità die Mittel über dem Zweck
- der bürokratische Staat betrachtet nur den Menschen als Bürger, der anarchistische Staat nur von der menschlichen Seiteà Kombination aus beiden Ansichten "die wahre Demokratie"
- drei Stufen: 1) die Erkenntnis, 2) die Kritik und 3) die Handlung
- gesellschaftliche Leben umfasst die 3 Sphären der menschlichen Tätigkeit, die wirtschaftliche, die politische und die geistige, wobei die politische und die geistige von der wirtschaftlichen, von der Produktion der Güter abhängen, die wirtschaftliche Sphäre bildet auch die Basis/Materie, und die geistige und politische ihren Überbau
- Basis stellt die Produktions- und Klassenverhältnisse einer Geschichtsperiode dar, auf ihr baut sich ein Überbau auf, der in 2 Hauptkategorien geteilt werden kann, in die politisch-rechtliche, die unmittelbar von der Basis(Geographie eines Staates, sein Wachstum, seiner Bevölkerungsdichte und seiner Produktionsweise materieller Güter) abhängt, und in die ideologische, z.B. Philosophie, Kunst, Religion, die nur unmittelbar von ihr abhängt
- Überbau/ das Denken der Gesellschaft ist eine Widerspiegelung der Basis, ändert sich diese, ändert sich auch der Überbau, die Basis ist von den Produktivkräften abhängig
- Produktivkräfte sind jene Mittel, mit denen der Mensch in die Natur eingreift und sie verändert, d.h. Maschinen, und die Menschen, die sie bedienen u. a. Rohstoffe, Produktionsinstrumente, Arbeitsfähigkeit und Arbeitserfahrung. Sie geben der Produktion einen Inhalt.
- Produktionsverhältnisse zeigen, wie die Menschen nicht nur auf die Natur, sondern auch aufeinander einwirken, also jede Art von ökonomischen Beziehungen der Menschen ( Arbeitsteilung, Austauschverhältnisse) u. a. Erfindungen und neue Produktionsmethoden oder Ausbeutung neuer Bodenschätze. Sie geben der Produktion die Form.
- Produktivkräfte und Produktionsverhältnis ergeben zusammen die Produktionsweise, diese muss sich Veränderungen anpassen, sonst kommt es zu Krisen
- Weiterentwicklung der Produktion bestimmt durch die Selbstbewegung der Produktion, zum einen die Entwicklung der Produktivkräfte, hauptsächlich aber die Wechselwirkung zwischen Produktionsverhältnis und Produktivkräfte, d.h., wenn die Produktionsverhältnisse den Produktivkräften entsprechen, können sich diese frei entwickeln, sind die Produktivkräfte jedoch höher entwickelt als die Produktionsverhältnisse, ist die weitere Entwicklung der Produktivkräfte gehemmt
- Staat und Staatsform abhängig von der ökonomischen Entwicklung, spiegelt jeweiligen vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse wieder, Basis: Produktionsweise, Staat und Recht dienen der herrschenden Klasse (Minderheit regiert Mehrheit)
- „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“ Klassenkampf drückt sich in den unterschiedlichen ökonomischen Interessen verschiedener Klassen aus, Existenz der Klassen an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden, der Klassenkampf führt zur Diktatur des Proletariats, Übergang zur klassenlosen Gesellschaft bildet
- Klassenbildung: 2 große Spaltungen, in Herren ( Ausbeuter) und Sklaven ( Ausgebeutete) und in Reiche und Arme
- soziale Revolution Höhepunkt des Klassenkampfes, Produktivkräfte und veraltete Produktionsverhältnisse stehen sich gegenüber, Macht wechselt von der alten, herrschenden Klasse in die fortschrittliche, revolutionäre Klasse über
- von Marx und später von Lenin zum historischen Materialismus ausgeweitet, Ideen des dialektischen Materialismus auf die Gesellschaft angewandt Verlauf der Menschheitsgeschichte: Siehe Folie
- Menschheit steigt erst in höhere Gesellschaftsformation auf, wenn Produktivkräfte der Vorausgegangenen voll entwickelt sind
- Urgesellschaft entsteht, nachdem der Mensch sich vom Tierreich gelöst hat: Produktionsverhältnisse primitiv, der Mensch kann nur in Gemeinschaft überleben, Ausbeutung des anderen unmöglich, politischer Zwangsapparat nicht nötig, kollektive Entscheidung, das Mutterrecht entsteht, weil die Arbeit der Frauen (Pflanzennahrung sammeln, Hauswirtschaft führen) die Existenzgrundlage bildet
- Weiterentwicklung der Produktivkräfte: Trennung von geistiger und körperlicher Tätigkeit, dadurch Oberklassen, Arbeitsteilung in Viehzucht, Ackerbau und Handwerk, die Arbeitsprodukte getauscht, es entstehen Familien, die selbstständige Wirtschaftseinheit bilden, und Matriarchat vom Patriarchat abgelöst
- Sklavenhalterordnung Produktionseigentum erstreckt sich auch auf die Sklaven, die Arbeitsproduktivität noch mehr steigern, die Gesellschaft in Sklaven und Sklavenhalter(Oberklassen) geteilt, Teilung von Landwirtschaft und städtischen Handwerk, welches sich wiederum teilt und spezialisiert, i. d. Landwirtschaft Tiere als Arbeitskraft, Oberklassen lebten von Arbeit der Unterklassen, auf diese Weise Muse zur Entwicklung von Kultur und Wissenschaft, erwerben das Eigentum an den Produktionsmitteln der Gesellschaft (Grund und Boden, Maschinen, Fabriken), Eigentum als Grundlage der Herrschaft, außerdem Aneignung eines Teils der Produktion, der über dem notwendigen Anteil liegt, der zur Befriedigung der Existenzbedürfnisse der Produzierenden erforderlich ist
- Feudalismus durch Aufstände der unteren Schichten Feudalismus, die Bauern immer noch vom Feudalherrn abhängig, aber besitzen eigene Bodenanteile und Werkzeuge, Handel und Gewerbe gewinnen an Bedeutung, Städte blühen auf (Manufakturen und neue Absatzmärkte in Übersee) Zwei-Klassen-Gesellschaft: Herrschenden (die Feudalherren) und Bauern und Bürgertum
- Kapitalismus Ergebnis der bürgerlichen Revolution, Entwicklung der Großindustrie mit internationaler Arbeitsteilung, eines Weltmarktes und eines Weltwirtschaftssystem, Privateigentum an Produktionsmittel, die Gesellschaft ist geteilt in Kapitalisten und Arbeiter, die frei sind, jedoch keine eigenen Produktionsmittel besitzen und deswegen Arbeitskraft an Kapitalisten verkaufenà freie Konkurrenz, Politik: die Menschen gleich vor dem Gesetz
- Sozialismus Stand der Produktivkräfte im Widerspruch zu bestehenden Produktionsverhältnissen à internationale, revolutionäre Kampf der unterdrückten Arbeiterklasse (Proletariat) gegen die Oberklasse (Bourgeoisie) neue hochentwickelte, klassenlose Gesellschaft, Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmittel, jeder arbeitet entsprechend seiner Fähigkeit und wird seinen Bedürfnissen entsprechend zugeteiltà Kommunismus endgültige Form des Sozialismus
- Religionskritik existiert schon seit es Religionen gibt
- bis zur Renaissance die Kritik am Christentum als Korrekturvorschlag, danach kam der Atheismus auf, der das Vorhandensein Gottes generell bestreitet
- Ansätze in der Aufklärung verschärft und radikalisiert, in der Philosophie des Positivismus und des Materialismus, die in diese Zeit fallen, dominiert die Philosophie Hegels: Gott ist nur Geist, geistige Welt ist nicht existent !
- großen Verlust an Einfluss der Kirche während der Industriellen Revolution, eher hilf- lose Reaktionen auf Soziale Frage
Die Religionskritik von Karl Marx
- "Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" zur Jahreswende 1843/1844 von Marx verfasst
- besonders von Feuerbach beeinflusst, M. schließt sich der Feuerbachschen Kritik an, geht über sie hinaus
- Mensch findet im Himmel nur Wiederschein seiner selbst nicht Übermensch/Gott
- der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen
- Religion Selbstbewusstsein der Menschen, die sich suchen oder verloren haben
- Mensch nicht abstrakt - Kritik an Feuerbach(individueller Menschen durch die Kritik an der Religion Vollkommenheit wieder zurückzugeben)
- Religion durch verkehrte Welt/Staat geschaffen
- Religion ist Phantastische Verwirklichung des Menschen, weil er keine wahre Wirklichkeit besitzt
- Vollkommenheit nur zurück durch Kampf gegen verkehrte Welt, die Religion geschaffen hat
- Kritik an der Religion Forderung nach wirklichem Glück
- Religionskritik = Kritik der Erde, des Rechts, der Theologie und der Politik, folglich auch Selbstkritik, Mensch kommt zu Verstand
- ,Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei.’à alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.
- Marx gab mit seinen theoretischen Arbeiten der Sozialismusbewegung eine wissenschaftliche Grundlage, in unterschiedlicher Auslegung von den überall entstehenden sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien als ideologisches Fundament übernommen (durch Lenin(Marxismus-Leninismus), Stalin(Stalinismus), Mao Dsedong (Maoismus))
- Gewerkschaften, Arbeiterbewegungen, Sozialstaat, allgemeines Wahlrecht, Sozialversicherung haben in M. Ursprung
- Die geschichtliche Entwicklung hat gezeigt, dass seine Lehre keinen Anspruch auf unbezweifelbare wissenschaftliche Gültigkeit hat
Arbeit zitieren:
Stefanie Wellendorf, 2001, Marx, Karl, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Lesen und Hören – rezeptive Fertigkeiten
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Lizentiatsarbeit, 49 Seiten
Die katholische Konfessionalisierung - Das Beispiel Bayern
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 17 Seiten
Stefanie Wellendorf hat den Text Marx, Karl veröffentlicht
Stefanie Wellendorf hat einen neuen Text hochgeladen
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