1. Aggression ist ein angeborener Trieb. Das heisst, dass Aggressionen zu unserem Alltag
einfach dazu gehören. Deshalb soll man immer auf Aggressionen gefasst sein. Aggression gehört zum Menschen wie ein anderes Gefühl und kann daher nicht als schlecht gewertet werden.
à Nach dieser Theorie sind auch Kriege nicht vermeidbar. Denn wo zeigt sich solch rohe Aggression als nicht im Krieg. Somit gehört auch der Krieg zu unserem Leben, wir sollten immer damit rechnen und uns früh genug damit auseinandersetzen und uns auf einen möglichen Krieg vorbereiten.
2. Aggression als Reaktion auf Frustration. Weil die Aggression eine Reaktion auf einen Eindruck ist, kann sie als Reaktion auf eine Frustration gedeutet werden. Jeder Aggression geht eine Frustration voraus. Das würde bedeuten, dass die Ursache der Frustration behandelt werden müsste, um die Aggression wirklich los zu werden. Würden die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt werden, wenn es also keine Frustration mehr gäbe, währen wir auch vor negativen Aggressionen befreit.
à Um Kriege zu beenden, oder sie zu verhindern, müssten die Grundbedürfnisse beider Parteien befriedigt werden, damit keines der Völker frustriert wird und somit gar keinen Krieg mehr führen möchte, da sie keine negative Aggression mehr loswerden müssen.
3. Aggression ist ein Produkt des Lernens. Der Mensch besitzt von Natur aus keine negativen Aggressionen (der Mensch ist von Natur aus gut, Rousseau). Die Aggressionen sind anerzogen. Die Kinder übernehmen dieses Verhalten von ihren Vorbildern aus Fernsehen, Alltag, Comics, etc.
à Kriege entstehen also durch Nachahmung. Die Menschen haben gelernt, dass der Stärkere das Sagen hat und dass mit Gewalt viel erreicht werden kann, wenn der Gegner schwächer ist.
4. Aggression dient zu Angstabwehr. Spürt der Mensch Angst, so hat er ganze vier Möglichkeiten, wie er darauf reagieren möchte: Depression, Flucht, Aggression, sich schützen. Jetzt liegt es an ihm, für welche Möglichkeit er sich entscheiden möchte. So muss nicht auf jede Angst eine Aggression folgen. Nur ist umgekehrt die Ursache jeder Aggression Angst.
à Die Ursache der Kriege liegt bei der Angst der Menschen. In dieser Angst sehen sie nur einen Ausweg, die Aggression um somit dem Objekt, dass bei ihnen Angst auslöst, keine Chance mehr zu lassen.
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Diese Theorien tönen alle glaubhaft und sind nachvollziehbar. Sich für eine richtige zu entscheiden, währe sehr schwierig und ziemlich sicher auch falsch. Ich bin dafür, dass alle vier Theorien sich gegenseitig anhören und dann gemeinsam einen Mix daraus herstellen. Keine schliesst die andere aus. Angst entsteht durch Frustration, wir sind erziehungsbedürftig und haben Gefühle. Aber bitte geschüttelt, nicht gerührt (schütteln birgt die kleinere Verletzungsgefahr).
Aggression ist eine angeborene Möglichkeit der Reaktion auf eine Frustration
oder eine Angstsituation, die je nach Erfahrung mehr oder weniger oft gewählt
wird.
KRIEG ALS AGGRESSIVE REAKTION AUF EINE FRUSTRATION
Bis es zu einem Krieg zwischen zwei Völkern kommt, braucht es sehr viele ungünstige Umstände. Ich denke, dass die Menschen wirklich frustriert sind und Angst haben und erst dann zu den Waffen greifen. Wer möchte schon seine Grundbedürfnisse in den Matsch geworfen sehen und sich davor ängstigen müssen, dass auch noch das letzte bisschen Sicherheit vernichtet wird. In dieser Situation muss eine Entscheidung gefällt werden. Nämlich die, wie man sich weiterhin verhalten möchte. Fliehen? Depressiv werden? Sich schützen? Aggression? Oder lassen sich alle vier kombinieren? Jeder Mensch kann für sich selber entscheiden. Wer fliehen möchte, hat lange vor einem Krieg die Möglichkeit dazu, vorausgesetzt, er erkennt seine Situation, hat die nötigen finanziellen Mittel, bekommt eine Ausreisebewilligung, etc. Er kann auch seinen Luftschutzraum überprüfen und evtl. ausbessern lassen um für den Ernstfall bereit zu sein (Schutz), er kann sich auch still und heimlich in seinem Zimmer verkriechen und sein eigenes Schicksal beweinen (bis hin zur Depression). Oder er beweist all seinen Mut, stellt sich mit einem Gewehr auf die Strasse und versucht alleine gegen die gegnerische Partei zu kämpfen.
Wie es sich für einen mehr oder weniger modernen Staat um
und sich mit Aggression zur Wehr setzten. Die offizielle Kriegserklärung wird getippt.
Wie den Krieg beenden? Oder gar verhindern? In dieser Situation müsste versucht werden, die Grundbedürfnisse der Menschen (und zwar beider Parteien) wieder zu befriedigen, den Auslöser der Angst beseitigen und einen gemeinsamen Kompromiss finden, um diese Ziele zu erreichen. Die Aggression soll nicht ganz ausgeschalten werden. Es gibt ja nach der Uni Hamburg auch eine zweite Möglichkeit, die der indirekten Aggression. Schliesslich steht das Erhalten des Lebens auf diesem Planeten immer noch im Vordergrund. Mit Worten wurden noch keine Menschen umgebracht.
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Kriegsprävention. Das währe mal etwas neues. Nach all den Diskussionen um die Suchtprävention... Wie ein solches Konzept wohl gestaltet werden müsste? Auch hier kann bei den vier Theorien zur Entstehung von Aggression angesetzt werden. Wenn die Kinder durch die Erziehung lernen, auch in schwierigen Situationen doch noch die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse zu erreichen, verschiedene und kreative Lösungen bei Problemen (wie z.B.: Angstsituationen) zu finden, wenn nötig die indirekte der direkten Aggression vorzuziehen (z.B.: durch Vorbilder) und die Auseinandersetzung mit der eigenen Aggression zu suchen und lernen damit umzugehen, könnte ein vorbeugender Effekt erzeugt werden. Allerdings gehört zur Entstehung eines Krieges natürlich nicht nur die Aggression dazu, sondern auch noch viele weitere Faktoren. Z.B.: Gruppengefühl, Machtverhältnis, Kommunikation, und, und, und (wiedereinmal liessen sich alle drei Jahre Psychologie/Pädagogik Unterricht unterbringen).
Viele Menschen haben von solchen Menschen eine sehr schlechte Meinung. Sie halten sie für nicht normal, nerven sich an ihrer übernatürlich ruhigen Art und sind froh, wenn sich diese in ihre Schneckenhäuser zurückziehen. Wer stellt sich schon die Frage, warum sich diese Menschen so verhalten? Und wenn sie gestellt wird, welche Antworten werden da gegeben? Die sind einfach so, denen fehlt irgendwo was, die sind selber schuld, die müssen sich selber mehr vertrauen, und so weiter. Solche und ähnliche Ideen schwirren zu genüge in den Köpfen der Menschen herum. Wer kommt schon auf die Idee, diese Gehemmtheit als eine Art Aggression zu sehen?
Wie bei allem auf der Welt gibt es auch von der Aggression ein Gegenteil (hier lässt sich noch ein neuer Gedanke einbringen. Wie währe das Leben wohl mit je zwei Gegenteilen, so eine Art Dreieck mit Gegenteilen....). Dieses Gegenteil ist die Hemmung.
Aggression ist eine angeborene Möglichkeit der Reaktion auf eine Frustra-
tion oder eine Angstsituation, die je nach Erfahrung mehr oder weniger oft
gewählt wird.
Ich befinde mich nun in der Situation dass ich frustriert wurden (ich würde nämlich gerne draussen spielen. Doch mein Vater sagt, das sei viel zu gefährlich. Wir haben Krieg und draussen wird gekämpft). Nun habe ich die Wahl. Soll ich in die Offensive gehen und mich
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auf diese Art und Weise gegen die Frustration wehren, oder verhalte ich mich besser zurückhaltend (retentiv). Offensivität habe ich die letzten Tage schon oft ausprobiert. Ich habe mich aggressiv gezeigt, auf den Boden gestampft, getrotzt, und herumgeschrieen. Das ganze nützte nichts. Ich durfte trotzdem nicht nach draussen und bin immer noch frustriert. Ich mag gar nicht mehr ausrufen und so versuchen Wirkung zu erzielen. Ich gehe zu meiner Mutter, kuschle mich an sie und bleibe einfach ganz ruhig auf ihrem Schoss. Ich versuche den Lärm der Kämpfe von draussen an mir vorbeigehen zu lassen und hoffe, dass mich niemand anspricht.
Gut möglich, dass so ein Kind aus einem Kriegsgebiet berichten würde. Vielleicht nicht mit gar so vielen Fremdwörtern geschmückt, aber vom Sinn her sehr real. Dieses Kind wählte zuerst die Aggression. Doch seine Kraft lies nach und es wurde immer mehr gehemmt. Diese Abfolge ist natürlich nicht vorgegeben. Wieder spielen viele Faktoren eine Rolle, für welche Reaktion sich das Kind (und später der Erwachsene) entscheidet. Wichtig ist nur, dass beide Reaktionen gleich ernst genommen werden. Denn bei beiden liegt eine Frustration vor, die nicht einfach so belassen werden soll (was wir schon bei den Grundbedürfnissen nach Erikson, der direkten/indirekten Erziehung, etc. gelernt haben).
Wurzelbehandlung ist hier das Stichwort. Der Grund der Frustration soll gesucht und be-handelt werden. Ein Kampf gegen die Aggression oder Gehemmtheit bringt nichts. Darauf kann höchstens eine Verdrängung folgen, die bekanntlich zu einer Neurose führen könnte.
KRIEGSKINDER VERHALTEN SICH VIEL AUFFÄLLIGER
Wie oft sich solche Kinder aus Kriegsgebieten mit Frustrationen (und Angst, die mit einer Frustration fast gleichzusetzen ist) auseinandersetzen müssen, sollte nach dem oben genannten Beispiel ersichtlich sein. Aber beginnen wir am Anfang:
Verhaltensauffälligkeit kann nur im Vergleich mit anderen erkannt werden. Denn wer sich auffällig verhält, verhält sich nicht so wie die Masse. Sein Verhalten wird mit dem Verhalten der Gruppe in der er sich befindet, verglichen. Ein Kind leidet unter seiner Verhaltensauffälligkeit. Logisch, es verliert die Kontrolle und erkennt sich als „anders“.
Eine Verhaltensauffälligkeit kann sehr viele Ansätze haben. Daher ist es recht schwierig den Grund zu finden und zu behandeln. Allerdings darf ruhig etwas ausprobiert werden.
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Schliesslich hat gezielte, menschliche Förderung noch keinem geschadet. Um möglichst genau beobachten zu können, gibt es eine wunderschöne Darstellung von den verschiedenen, möglichen Ansätzen der Begründung der Verhaltensauffälligkeit:
4. lerntheoretischer Ansatz
2. sozialpsychologischer Ansatz (Familie, Schule, Freizeit)
1. individuumszentrierter Ansatz
Hier geht es um das Kind selber. Wie gut kann es sich überhaupt konzentrieren, ist die Verhaltensauffälligkeit körperlich bedingt, hat das Kind Angst, und so weiter. Man versucht, die Entwicklung des Kindes zu erfassen und damit seine Auffälligkeit zu begründen. à schon die erste Begründung für ein Kind aus einem Kriegsgebiet. Dieses Kind könnte überängstlich sein, in seiner Persönlichkeitsentwicklung stehen geblieben sein oder sogar körperliche Schädigungen davon getragen haben.
2. sozialpsychologischer Ansatz
Die Beziehungen des Kindes werden genauer unter die Lupe genommen. Wie steht es in seiner Familie, wird ihm eine Entfaltung der Persönlichkeit ermöglicht, wie ist die Beziehung zum Lehrer, welche Rolle übernimmt das Kind in seinen verschiedenen Beziehungen (Freunde, Familie, Schule, ...) à andere Länder, andere Sitten? Fest steht, dass nicht in jedem Land die selben Beziehungsnetze geflochten werden. Es währe möglich, dass in jenem Kriegsgebiet auf ganz anderes Wert gelegt wird.
3. kommunikationstheoretischer Ansatz
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Die Transaktionsanalyse kann hier zu Hilfe genommen werden. Wie spricht das Kind mit anderen? Wie wird das Kind angesprochen? à oft wird eine Kommunikation pro forma auf der Sachebene geführt, in Wirklichkeit werden aber andere, verletzende Informationen frei gegeben. Besonders schwierig wird’s, wenn die Sprache nicht gut verstanden wird. Dadurch tauchen noch mehr Vorurteile auf.
4. lerntheoretischer Ansatz
Der Verlauf der Lerngeschichte des Kindes wird genauer betrachtet. Da spielt auch das persönliche Begabungskonzept des Kindes eine wichtige Rolle. Wie viel traut es sich selber zu? Wie wurde das Kind erzogen? Was hat es von anderen übernommen? à Lernen, realistisches Begabungskonzept entwickeln, Rollen übernehmen..... stellen sie sich das in einem Luftschutzkeller bei Bombeneinschlägen vor.
5. soziologischer Ansatz
Auch die Gesellschaft hat einen Einfluss auf das Kind. Wie ist seine Wohnumgebung, Konsumgesellschaft, Sprachverhalten, Rollen übernehmen und familiäre Organisation sind Stichworte zu diesem Thema. à Wenn die Schwester vermisst wird, alles gewohnt an einer Wohnumgebung verloren gegangen ist und man mit dem Geld nicht auskommt, braucht es kaum weitere Erklärungen.
6. didaktischer Ansatz
Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass der Lehrer seine Arbeit noch mal überdenken sollte. Wie verhält er sich seinen Schülern gegenüber, welche didaktischen Mittel benutzt er oder hat er evtl. schon Vorurteile? à die Schuld muss nicht immer bei sich selber gesucht werden, darf aber zwischendurch auch dort gefunden werden.
Hilfe!
Liegt in einem dieser Bereiche eine Frustration vor, kann er als möglicher Auslöser für das auffällige Verhalten betrachtet werden. Auch hier soll wenn möglich die Ursache be-kämpft/behandelt werden. Meistens spielen aber verschiedene Dinge zusammen, so dass verschiedene Massnahmen ergriffen werden müssen.
Eine Art der Verhaltensauffälligkeit und vermutlich auch die bekannteste, ist die Aggression. Wobei genau diese Auffälligkeit oft Kriegskindern zugeschrieben wird. Auch hier sind wir wieder bei einer Entscheidung. Hemmung ist genauso eine Verhaltensauffälligkeit wie Aggression. Dazu kommen noch unangemessenes Verhalten bezüglich des Alters (z.B.: Daumen lutschen) und Dliquenz (Übertretung der Normen).
werden. Das Kind möchte uns etwas mitteilen. Nämlich: „Hey! Ich wurde frustriert, ich bin nicht mehr entscheidungsfähig. Hilf mir!“ Gerade Kinder die aus extremen Situationen kommen, suchen sich so Hilfe. Und die sollten wir ihnen gewähren, statt sie noch mehr zu frustrieren.
Ich möchte jetzt hier nicht eine Diskussion über Integration, Massnahmen, pro/contra Kleinklassen für Kriegskinder und so weiter beginnen. Ich empfinde diese Diskussion als gar nicht so wichtig. Denn im Vordergrund soll noch immer das Wohl der Kinder stehen. Ihnen soll geholfen werden. Und das gelingt vor allem durch ein Umfeld in denen es ihnen Wohl ist. Denn das ist für mich immer noch die wichtigste Voraussetzung, um etwas verändern zu können. Ohne diese Geborgenheit (Grundbedürfnis Vertrauen) kann kaum etwas bewirkt werden. Ich denke nicht, dass es dann so wichtig ist, wie viele Kinder im Schulzimmer sitzen oder ob das teuerste Material vorhanden ist. Klar ist jedoch, dass diese Sachen wiederum zur Gemütlichkeit beitragen. Sie sollten sie allerdings nicht bestimmen.
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Arbeit zitieren:
Karin Lütolf, 2001, Aggression, München, GRIN Verlag GmbH
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