gefragt ist. Trotzdem wird man als Schüler von Lehrern zu Genüge durch unüberlegte Notengebung schon sehr früh demotiviert. Wer hat schon Lust, sich stundenlang abzuschuften, zu lernen und zu büffeln und letztendlich nur eine 3 zu kassieren, weil es anscheinend nicht nach des Lehrers Vorstellung ist? Und wenn man dann einen Einwand hat, heißt es gleich: “Was willst du mehr?“ ,immerhin, eine 3 bedeutet: „ Befriedigend, die Leistung entspricht im allgemeinen den Anforderungen.“ 3 Ist das ein Ansporn?
Zu oft, habe auch ich selbst schon erlebt, dass Bewertungskriterien der Lehrer einfach nicht nachvollziehbar sind. Es wird schlicht und ergreifend das Endergebnis betrachtet und nicht auf die Individualität der Fähigkeiten einzelner Schüler eingegangen, weil es anscheinend viel zu anstrengend und zeitaufwendig ist. An dieser Stelle muß ich auch zugeben, daß man nicht die Schuld allein auf die Lehrer schieben kann, denn schließlich sind sie selbst in diesem Schulsystem gefangen und können nur das machen, was ihnen vorgeschrieben wird. Doch wo bleibt da der angesprochene Freiraum? Und wenn selbst das nichts nützt, wäre es nicht zu überdenken, dieses Notensystem zu überarbeiten? Sind Noten überhaupt noch notwendig um Leistungen einschätzen zu können? Doch anscheinend stört dieses „Problem“ kaum jemanden. Es wird ab und zu mal darüber diskutiert und es wird Interesse gezeigt, doch dieses ist dann auch wieder schnell verschwunden. Und wer ist letztendlich der Leidtragende? Der Schüler! Der Schüler muß das ‘‘ausbaden“. Wir als Schüler müssen mit den Noten leben, denn wer widerspricht schon noch? Dann gibt es nur noch mehr Ärger und womöglich noch mehr schlechte Zensuren. Da nimmt man die eine Note erst einmal in Kauf und hofft auf eine Veränderung und Besserung. Mir ist im Verlauf meiner eigenen Schulzeit, die mittlerweile nun auch schon fast 12 Jahre beträgt, immer deutlicher geworden, daß die Noten, die Waffen der Lehrer sind. Wohl auch die Einzigen. Wir Schüler sind gezwungen uns ihnen zu unterwerfen, uns anzupassen und das zu tun, was der Herr Lehrer für richtig hält, ansonsten wird „geschossen“ und wir müssen „stillhalten“ um aus dem „Beschuss“ herauszukommen. So können sie uns zum Schweigen bringen, uns untertänig machen und uns bestrafen. Sobald man mal aufmuckt und sich äußert bekommt man eine schlechte Note. Sobald man die Hausaufgaben vergißt: 6, hat man nicht gelernt: 6 und sagt man gar nichts: 6. Sagt das aber etwas über den Leistungsstand eines Schülers aus, welches die Noten eigentlich leisten sollten? Nein, es ist eine Trotzreaktion der Lehrer, weil sie nicht wissen, wie sie reagieren sollen und sowie weder an Macht noch an Einfluß verlieren wollen. Bloß nichts durchgehen lassen! Schließlich waren alle Lehrer einst sehr fleißige, ruhige, schlaue, gewissenhafte und kreative Schüler, die immer sorgfältig für jedes Fach gelernt haben. Welch Schande für unsere Generation, dass wir so faul und verdorben sind! Was bringt diese Bestrafung eigentlich? Ich bin der Überzeugung, daß es eindeutig zu weit geht. “Die Verfahren der Leistungsbewertung sind kein Mittel zur Disziplinierung! Auch sollen Schülerinnen und Schüler durch Leistungsbewertung, z.B. durch das Schreiben einer Kurzkontrolle als ‘Strafmaßnahme‘, weder verunsichert noch überfordert werden.“ 4
Wo führt das hin? Man beginnt aus Angst zu lernen und aufzupassen. Man macht alles, nur der guten Noten wegen, denn wie heißt es immer so schön: „Mit schlechten Noten hast du keine Chancen noch Aussichten auf eine Lehrstelle!“ , aber ist das nicht der falsche Weg? Sagt man nicht immer: “Man lernt nicht für sie Schule, sondern für das Leben.“ 5 ?
3 siehe Anhang 1; Seite 63: „ Was besagen die einzelnen Noten?“
4 siehe Anhang 1; Seite 64 : Leistungsbewertung: „Achtung“
Sicherlich braucht jeder Schüler ein kleines Druckmittel um „angetrieben“ zu werden aber führt die Verteilung von schlechten Noten für Faulheit oder sonstige Marotten nicht in die falsche Richtung? Meiner Ansicht nach, müßte es an solcher Stelle andere „Druckmittel“ geben, nicht aber Noten, denn die Noten sind zur Bewertung der Leistung da. Vielleicht wäre es sinnvoll, den Schüler so weit zu bringen, dass er sich selbst unter Druck setzt, um gute Ergebnisse zu erzielen. Dieser Aspekt wäre meines Erachtens ein Anfang. Sicherlich ist es nicht zu bestreiten, daß viele Schüler die Gutmütigkeit einiger Lehrer ausnutzen und ehrlich gesagt „stinkend faul“ sind und deshalb möchte ich auch verdeutlichen, daß Schülern einfach Grenzen gesetzt werden müssen, so daß man auch mal zum Lernen gezwungen wird. Doch erstens sollte dies kein Dauerzustand sein und zweitens dürfte dieses "Druckausüben“ nicht durch Noten erfolgen. Es muß doch andere Möglichkeiten geben, einem Schüler die Wichtigkeit des Lernens zu verdeutlichen. Was bringt es, wenn er die ganze Schulzeit über gezwungen wird und nur lernt, weil er muß? Dann tritt nach meiner Auffassung nämlich der Fall ein, dass man kaum etwas vom Gelernten mitnimmt, so gut wie alles vergißt. Wenn man jedoch aus eigener Überzeugung lernt und es versucht, zu verstehen, dann bringt es auch etwas. Man lernt dann nicht mehr für die guten Noten, sondern für sich selbst und das ist sicher viel effektiver. Ich bin der Ansicht, daß Noten einen verunsichern und verängstigen, man quält sich tagtäglich mit ständiger Angst zur Schule, schlechte Noten zu bekommen. Gibt es denn keine anderen Möglichkeiten, Leistungen und Fähigkeiten eines Schülers zu bewerten? Denn so wie es jetzt läuft, werfen Noten ein sehr schlechtes Licht auf den Lernprozess an sich. Der eigentliche Sinn aber des Lernens wird vergessen. Dieser ständige Druck von oben macht einen einfach verrückt. Und ich denke, dass man uns Schülern und all denen die es noch werden wollen, davon befreien sollte um sich auf die wirklich wichtigen Sachen zu konzentrieren. Man sollte nicht lernen, der Noten wegen, sondern man sollte lernen um etwas zu lernen.
Was würde geschehen, wenn es plötzlich keine Noten mehr geben würde? Würde ein unendliches Chaos ausbrechen und alles drunter und drüber gehen? Nein, ich glaube nicht, es wäre wohl nur ein Problem für die Lehrer, denn dann müßten sie versuchen auch zu Schülern menschlich zu sein, um akzeptiert zu werden. Dann hätten sie es nicht mehr so einfach, sie könnten sich nicht mehr mit Noten rächen oder bestrafen, dann müßten sie sich etwas einfallen lassen, um den Schüler dazu zu bewegen, etwas zu tun. Eigentlich hätte das noch einen Vorteil, denn es würde bestimmt nicht mehr so viele Konflikte geben, zwischen Lehrern und Schülern, da man von nun an zusammenarbeitet und nicht gegeneinander. Also, was spricht dagegen? Wozu brauchen wir Noten? Wir sind auch ohne diese Zahlen von 1 bis 6, die uns zu etwas zwingen wollen und uns in eine Klassifikation hinein drücken wollen, lernfähig. Meiner Meinung nach würde eine schriftliche Beurteilung der Schüler, individuell in jedem Fach, am Endjahr viel aussagekräftiger sein als irgendwelche Zahlen, die einen einstufen und jegliche Individualität vernachlässigen und wegdrücken.
5 Sprichwort
Arbeit zitieren:
Julia Rönnebeck, 2001, Brauchen wir Noten in der Schule?, München, GRIN Verlag GmbH
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Matt
Sehr gut, aber ich wuerde nicht zu sehr auffallen wollen.
Ich muss sagen, dass es sehr gut geschrieben ist, aber man muss auch sagen, dass das Thema sehr empfindlich ist.
Dein/e Lehrer/in hat bestimmt besser benotet, da er/sie nicht in die selbe Kategorie gehoeren wollte.
Es kommt mir etwas rebellisch vor und, dass soll es auch sein, aber bringe nicht zu sehr zum Ausdruck, dass Lehrer, eigentlich "unverschaemte und unfaehige Saeue" sind. :)
am Tuesday, October 09, 2001-
Lisa
wir haben keine noten.
wollt dir nur sagen: wir in unserer schule haben keine noten- MODELLSCHULE GRAZ! ist auch ein gymnasium, nur das es bei uns statt 1 2 3 4 5, im hohen maß erreicht, im wesentlichen erreicht und nicht erreicht gibt. ist gar nicht so schlecht dieses system.
am Sunday, December 02, 2001-
XmX
kritisch.
hi,
also dein aufsatz ist sehr kritisch gegenüber den lehrern!
hast dri was geraut! ;)
ansonsten ist er nicht schlecht! bis auf die ab und an vorhandene umgangssprache!
aber ansonsten,
RESPEKT!
am Monday, January 28, 2002-
Julia P.
voll getroffen! Lehrer sin feige!!!!.
Ich finde diesen Aufsatz sehr gut! In meiner CShule läuft auch wiklich genau alles so ab wie hier beschreiben! Als ich meinen Freunden den Aufsatz vorleste, dachten alle den hätte icvh selber geschreiben weil ich wirklich total genauso darüber denke! Lehrer können sich einfach nicht anders wehren,sie sind voll feige das liegt in ihrer Natur wahrscheinlich!!!
am Tuesday, December 17, 2002-
Anonym
noten sollten nur als gesamtergebnis eines jahres verteilt werden. dies dann als allgemeineindruck.
am Tuesday, January 20, 2004-
Jo Perrey
OStR a.D. Schulrechtsexperte.
Liebe Julia:
Hier ein Zitat von Dir:
Zu oft, habe auch ich selbst schon erlebt, dass Bewertungskriterien der Lehrer einfach nicht nachvollziehbar sind.
Stimmt. Das ist der Haupt-Knackpunkt. Aber dafür gibt es umfangreiche Erlasse und Verfügungen, die den einzelnen Lehrer wahrscheinlich in die augenblickliche Katalepsie (Körperstarre) verfallen lassen würden, wenn er sie denn kennen würde. Nachzulesen in der ASchO (Allgemeine Schulordnung).
Lass Deinen gesunden Menschenverstand walten und protestiere! Aber informiere Dich vorher canhand der (ausführlichen) ASchO. Es hilft meistens. Lehrer werden dann unsicher. Und die meisten sind Feiglinge.
Jo Perrey, OStR / Schulrechtsexperte und langjähriger Verbindungslehrer
am Sunday, June 13, 2004-