Universität Hamburg 1 Florian Michaelsen
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Ein historisch/ökonomischer Abriss, ausgewählte Beispiele der Spieltheorie
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Universität Hamburg 2 Florian Michaelsen
Grundzüge der Spieltheorie:
Ein historisch/ökonomischer Abriss, ausgewählte Beispiele der Spieltheorie
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1.1 Problemstellung 3
1.2 Geschichte der Spieltheorie als eigenständige Wissenschaft 3
1.3 Gegenstand und Anwendungsgebiete 4
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2.1 Das klassische Gefangendilemma 5
2.2 Lösungskonzept 7
2.3 Modell des iterierten (wiederholten) Gefangenendilemmas 8
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3.1 John Forbes Nash, Jr. 9 3.2 Das Gleichgewicht 10 3.3 Kooperative Spiele 11
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Es erscheint eine nicht lösbare Aufgabe, ein derartig komplexes Thema wie die Spiel-theorie im Rahmen einer Proseminararbeit umfassend darzustellen. Hunderte, wenn nicht tausende relevante Quellen wären heranzuziehen und kritisch zu würdigen, dennoch würde es am Ende zu wenig neuen Erkenntnissen kommen. Dies kann und sollte auch nicht die Aufgabe sein, vielmehr sollten Akzente und punktuelle Vertiefungen den Leser animieren, sich mit den Thesen intensiver auseinander zusetzten. Von dieser individuellen Auswahl bleibt die soziologische und wirtschaftliche Relevanz der nicht näher behandelten Themen unberührt. „Abriss“ ist also vielmehr als Auszug einiger dem Autor interessant erscheinenden Konzepte zu verstehen, nicht aber als Rechtfertigung andere Themen vernachlässigt zu haben. In diese Richtung zielt ebenfalls die auf den
ersten Blick ungewöhnliche Eingliederung der Kurzbiographie -RKQ ) 1DVKV. Jedoch
ist der Autor überzeugt, so einen direkten, historischen Bezug zur Materie aufzeigen zu können.
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Die Geburtsstunde der Spieltheorie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin innerhalb der Ökonomie schlug 1944 in Princeton. Obwohl schon 1928 mit dem Maximin-
Theorem(Aufsatz von YRQ1HXPDQQ mit dem Titel: „Zur Theorie der Gesellschaftsspiele, 1928) erwähnt, gilt die von John von Neumann und 2VNDU 0RUJHQVWHUQ erarbeitete
Erstfassung von „Theory of games and economic behavior“ als Grundlage der Spielthe-orie. Von diesen beiden inspiriert, entwickelte der junge John Nash das nach ihm be-
nannte „Nash Equilibrium“ („Nash Gleichgewicht“). 'UHVKHU XQG )ORRG von der RAND Corporation 1 wendeten erstmals experimentell das *HIDQJHQHQGLOHPPD an.
Gerade im militärischen Bereich fanden die spieltheoretischen Lösungskonzepte große Beachtung, da man hier nach Strategien und Patentrezepten suchte, die Kriegsszenarien auf theoretischer Basis lösten oder wenigstens strikte Handlungsmaximen vorgaben.
1 Kunstwort aus den Begriffen 5HVHDUFK$1''HYHORSPHQW: Gesellschaft für Strategie und Entschei-
dungsfindung durch Recherche und Datenanalyse, hervorgegangen aus der U.S. Air Force
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Der Wirtschaftswissenschaftler 5HLQKDUG 6HOWHQ hat 1965 das Buch "Spieltheoretische
Behandlung eines Oligopolmodells mit Nachfrageträgheit" veröffentlicht und damit der Anwendung der Spieltheorie in den Wirtschaftswissenschaften neuen Auftrieb verschafft.
5REHUW$[HOURG nahm 1984 (deutsche Fassung 1988) mit der Veröffentlichung des Bu-
ches "The Evolution of Cooperation" das Gefangenendilemma wieder auf, bevor 1994 die endgültige wissenschaftliche Annerkennung der Spieltheorie erfolgte, als Nash, Sel-
ten und +DUVDQ\L der Nobelpreis verliehen wurde. 2
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Das Ziel der Spieltheorie ist es Entscheidungsregeln zu liefern, wie sich ein rational denkender Mensch in einer bestimmten (Spiel-)Situation zu verhalten hat.
Der Begriff „Spiel“ sollte nicht in der umgangssprachlichen engen Bedeutung des „Brettspiels“ mißgedeutet werden, sondern vielmehr als soziale, wirtschaftliche oder strategische Konfliktsituation interpretiert werden. Ein Spiel ist eine soziale Konfliktsituation 3 in der zwei oder mehr Agenten (Wirtschaftssubjekte) zumindest teilweise divergierende Interessen vertreten.
Wichtig ist, dass die handelnden n-Personen (Agenten) ihre Entscheidung nicht unabhängig von den anderen n-1 Personen treffen können. Das Ergebnis des Spiels wird also nicht nur von einer Entscheidung beeinflusst, sondern auch von den Entscheidungen der Kontrahenten. Die Vorraussetzungen, dass ein „Spiel“ in spieltheoretischem Sinne vorliegt, kann demnach wie folgt beschrieben werden:
a) Das Ergebnis des Spiels mit n-Agenten ist abhängig von den Entscheidungen aller n-Agenten.
b) Die Agierenden sind sich dieser Abhängigkeit bewusst und wissen, dass alle dies erkannt haben.
2 Vgl. http://www.tobiasthelen.de/ipd/gesamt.html, 14.11.2002
3 Vgl. Güth, W., Spieltheorie und ökonomische (Bei)Spiele, 1999, S.1
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Florian Michaelsen, 2002, Grundzüge der Spieltheorie: Ein historisch/ökonomischer Abriss, ausgewählte Beispiele der Spieltheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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