c.) Das Client/Server-Prinzip
Das Server-Programm
- führt Berechnungen aus und stellt Daten und Dokumente bereit
- nimmt Anfragen (z.B. nach einer bestimmten Web-Site) entgegen, liest die erforderlichen Informationen aus den Dateien, arbeitet sie auf und sendet sie an den Auftraggeber zurück
Das Client-Programm (der Browser)
- meist mit Benutzerinterface
- ist für ein bestimmtes Betriebssystem konzipiert und optimiert
- erledigt den Verbindungsaufbau
- holt Daten vom entfernten Server
- bereitet die Daten für die grafische Oberfläche auf
d.) Organisation und Standardisierung
Im Internet gibt es keine zentrale Verwaltung, sondern Interessenverbände auf unterschiedlichen Ebenen, die gemeinsam Standards und internationale Internet-Aktivitäten koordinieren:
- allgemein anerkannte Arbeitskreise aus Internetnutzern
- ISOC (Internet Society) sorgt für weltweite Kooperation, Koordination und Ausbreitung des Internet
- IAB (Internet Architecture Board) segnet Entscheidungen über Standards und Adreßvergabe
- IETF (Internet Engineering Task Force) behandelt technische und betriebliche Fragen
- Niederlegung der Standards in den RFCs (Request for Comments)
- Koordination und Vergabe eindeutiger Adressen durch weltweite, kontinentale, nationale und regionale Einrichtungen zentrales InterNIC (Network Information Centers)
⇒ europäisches RIPE-NCC (Reseaux IP Europeens - Network Coordination Center) ⇒ DE-NIC ⇒ LRZ z.B....
- RARE (Reseaux Associes pour la Recherche Europeene) beschäftigt sich mit dem Aufbau eines europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes
- DANTE (Delivery of Advanced Network Technology to Europe) fungiert als Dachorganisation europäischer Wissenschaftsnetze
e.) Abgrenzung des Internets
mögliche Definitionen
- jedes Gerät, das TCP/IP-Protokolle beherrscht und Verbindung zum „Rest der Welt“ hat, zählt zum Internet
- Das Internet ist die Menge der Ressourcen, die im Netz vorhanden sind
- Das Internet ist ein Verbund von Netzen
- Das Internet ist ein Verbund mit Rechnern mit gleichem Protokoll (TCP/IP)
- Das Internet ist eine Gruppe von Menschen, die das Netzwerk benutzen und entwickeln
2. Die wichtigsten Dienste im Internet
a.) Electronic Mail (Elektronische Post)
Das Mail-System funktioniert mittels verschiedener Protokolle:
- POP3 (Post Office Protocol Version 3)
ermöglicht dem PC das Herunterladen der eingetroffenen Mails per Telefonleitung
SMTP (Simple Mail Transport Protocol) kommt beim Verschicken von Mails zum Einsatz
Ein- und ausgehende Mails werden von einem Mail-Server verwaltet.
Neben Mail-Programmen im Browser gibt es noch eigenständige Programme (z.B. Eudora, Pegasus Mail)
MIME (Multipurpose Internet Mail Extension)
definiert einen Mechanismus, um beliebige Dateien in eine E-Mail einzubetten
b.) Usenet und News
Das Usenet ist die Gesamtheit aller Newsgroups zu den verschiedensten Themen. Über NNTP (Network News Transfer Protocol) nimmt der Newsreader (z.B. News-Xpress, Netscape) mit dem Newsserver Verbindung auf.
Man kann lediglich die Themen lesen oder selbst „posten“ (Artikel veröffentlichen).
c.) Telnet
Mit einem Telnet-Client kann man sich in einen anderen Rechner einloggen (Authentifizierung durch Eingabe des Benutzernamens und Paßworts), und daran arbeiten wie an einem angeschlossenen Textterminal (wie DOS)
Telnet bietet mehrere Steuerfunktionen an. Wird Telnet aufgerufen, erscheint der Telnet-Prompt: telnet>.
Durch Eingabe von help bekommt man angezeigt, welche Steuermöglichkeiten im Rahmen einer Telnet-Sitzung zur Verfügung stehen.
Bei Windows 95 ist ein Telnet-Programm integriert, das mit Start
⇒
Ausführen
⇒
telnet
d.) File Transfere Protocol
Das FTP erlaubt es nach dem Einloggen (Benutzername, Paßwort), Dateien von einem FTP-Server auf den eigenen Rechner zu kopieren und umgekehrt.
ftp://[Benutzername[:Passwort]@]Rechnername/Pfad/Datei
Durch Eingabe von „anonymous“ statt des Benutzernamens, darf man oft auch als nichteingetragener Benutzer zugreifen.
e.) Gopher
Gopher soll die Suche nach Dateien auf anderen Rechnern erleichtern. Die Dateien werden als Menüpunkte dargestellt, die hierarchisch geordnet sind. Zum leichteren Rückkehren zu einem weiter übergeordneten Punkt bietet Gopher die Möglichkeit, Lesezeichen zu setzen.
Die in Gopher dargestellten Objekte können Verzeichnisse oder Dateien mit darstellbarem Inhalt sein, oder Verweise auf Informationsäste anderer Gopher-Server oder Informationssysteme (News, ftp...) Der Standardport ist 70.
gopher://rechner.domain
f.) World Wide Web
- Erfunden im CERN (Europäisches Kernforschungszentrum in Genf)
- basiert auf der Technologie Hypertext (Präsentation der Information mit Bild, Ton, Videodokumenten, Querverweisen etc.)
- integriert die meisten Internet-Dienste
- Option, Lesezeichen zu setzen
- Schreiboption (Möglichkeit, Formulare auszufüllen und abzuschicken)
Der Standardport ist 80.
http://Rechnername[:Port]/Pfad/Datei
Literatur
-DIEHL, Stephan: Java & Co, Bonn 1997 Addison Wesley Longman Verlag GmbH
-GRUBB, A./KANELLAKIS, A./LÜBBEKE, M.: Profit mit dem Internet, München 1995 tewi Verlag GmbH
Quote paper:
Isabel Lamotte, 1998, Grundlagen: Internet, WWW & Co., Munich, GRIN Publishing GmbH
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