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Hier die Fakten (fachspezifische Langfassung):
Die Wärmepumpe ist eine Energietechnik, „Arbeitsmittel“, d. h. als Wärmeüberträger, durch die sonst kaum verwertbare Wärme dienen heute an Stelle der früher verniedriger Temperatur für Zwecke gewerb-wendeten Fluorchlorkohlenwasserstoffe licher Prozessenergie sowie in Gebäuden (FCKW) klima-unschädliche Substanzen zur Heizung, Warmwasserbereitung, Kälte-wie z. B. Propan. erzeugung, Klimatisierung und (bei Nied-
Für Ein- und Zweifamilienhäuser mit rigenergiehäusern) zur effizienten Wohneinem thermischen Leistungsbedarf von 5 ungsbelüftung (bzw. Wärmeregulierung)
bis zu 20 Kilowatt (kW) stellt die elektrigenutzt werden kann. Sie arbeitet wie ein
sche Wärmepumpe ein ideales Heizsystem Kühlschrank, aber mit genau umgekehrter dar. Sie ersetzt eine Öl- oder Gasheizung Funktion. Beim Kühlschrank wird Wärme vollständig (außer bei Außenluft-Wärmevon innen nach außen abgeleitet. Dagegen
pumpen - siehe unten). Für ihren Einsatz entzieht die Wärmepumpe die benötigte
besonders günstig sind Fussboden-Wärme einem „Außen“-Medium (Wärmeheizungen, aber auch andere Heizsysteme quelle). Geeignete Wärmequellen sind: mit niedriger Vorlauftemperatur. Warm-Abwärme, das tiefere und das bodennahe
wasserbereitung und Wohnungslüftung Erdreich, Grundwasser, Flüsse, Bäche und
benötigen nur Wärmepumpen sehr kleiner Seen sowie die von der Sonne erwärmte Leistung. Außenluft.
Industrielle Abwärme wird meist innerhalb Die gewonnene Wärme wird mit Hilfe des entsprechenden Betriebes selbst wieder eines Kompressors auf die für den jeweieingesetzt.
ligen Zweck benötigte Temperatur ange-Im Gebäudebereich haben sich Erdwärmehoben und anschließend über Wärmetau-Wärmepumpen als besonders günstig erscher an das Nutzungs-System (z. B. Heiwiesen. Sie gewinnen die Wärme über zung) abgegeben. Allerdings geht das nur vertikale Sonden aus 50 bis 100 m Tiefe. bis zu einem Temperaturniveau von etwa Heute werden sie in Deutschland bevor-65 ° Celsius. Für kleinere Leistungen sind zugt installiert. Das bodennahe Erdreich elektrische Wärmepumpen, bei denen der (wenige m unter der Oberfläche) wird Kompressor mit Strom betrieben wird, im dagegen von der Sonne erwärmt. Diese Vergleich zu anderen (Heiz-) Systemen Solarwärme wird mit Hilfe im Garten in wirtschaftlich. Für grössere kommen auch etwa 1 m Tiefe horizontal verlegter Gasmotor-Wärmepumpen in Betracht. Als
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Rohrschlangen (Absorber) genutzt. Ebenso Steuersätze der Ökosteuer (siehe
wie der tiefere Untergrund bietet das Ökosteuer) für Strom im Verhältnis zu Gas Grundwasser ganzjährig gleichbleibende und Öl wird die Wärmepumpe jedoch Temperaturen. Für die Nutzung von neuerdings benachteiligt. Grund- und Oberflächenwasser bedarf es
Wärmepumpen sind um so effizienter, je einer wasserrechtlichen Erlaubnis.
geringer die Temperatur-Differenz zwi-Derzeit überwiegen im Bestand noch schen Wärmequelle und Wärmesenke Außenluft-Wärmepumpen. Sie wurden (Heizung) ist. Sie weisen eine günstige zumeist in den 1980er Jahren errichtet und Energiebilanz auf, d. h. es wird wesentlich decken etwa 80 % des Jahres-Heizenergie-mehr Energie gewonnen, als aufgewendet bedarfs. An kalten Wintertagen tritt an ihre werden muss. Heute sind je nach Stelle (bzw. ergänzt sie) eine konven-Wärmequelle „Jahres-Arbeitszahlen“ von 4 tionelle Heizung („bivalentes“ System). und mehr typisch. Das bedeutet: Das Die doppelten Investitionen in diesem Fall System liefert viermal so viel Heizenergie haben sich als Nachteil erwiesen. Deshalb („Nutzenergie“), im wesentlichen aus werden heute die allermeisten Wärme-regenerativen Quellen, wie der Hauspumpen "monovalent" (als alleiniges Heiz-besitzer bzw. Mieter an „Endenergie“ (hier system) oder " mono-energetisch" (mit Strom) kaufen und zum Betrieb des Komeinem elektrischen Heizstab als Zusatz-pressors einsetzen muss. Auch wenn 2/3 heizung) betrieben. Moderne Wärme-der im Kraftwerk eingesetzten Energie für pumpen arbeiten sehr zuverlässig. Sie er-Stromerzeugung und -verteilung verlorensparen den Platz für Öltank und gehen, ist das energetisch günstig. Abgaskamin und benötigen selbst nur Zugrunde gelegt ist dabei der gegenwärtige wenig Raum. Stromerzeugungs-Mix. Je nach Kessel-Wirkungsgrad der Ölheizung spart die
Wärmepumpen-Heizungen sind heute im Wärmepumpe dieser gegenüber rd. 30 % Vergleich zu Ölheizungen wirtschaftlich. „Primärenergie“ (in der Natur vorkommen-Einige (bedauerlicherweise nicht alle) de Energie) ein. Selbst beim Vergleich zu
Bundesländer fördern sie aufgrund ihrer hoch-effizienten Erdgas-Brennwertkesseln
ökologischen Vorteile. Über Programme schneiden Wärmepumpen besser ab.
des Bundes gibt es zinsgünstige Kredite. Zudem kommen ihnen jede Moderni-Eine große Zahl von Stromversorgern sierung und damit Effizienz-Verbesserung bietet für Wärmepumpen niedrige Sonderdes Kraftwerksparks automatisch zugute.
tarife an. Durch die wesentlich höheren Sie profitieren von der Stromerzeugung
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aus Regenerativen Energien (siehe ungen. Sie ist eine klassische „Ökotech- RegenerativeEnergien), Kraft-Wärme-nik“. Mit keinem anderen Energiesystem Kopplung (siehe Kraft-Wärme-Kopplung) lassen sich in größerem Umfang regenera-und künftig Brennstoffzellen (siehe tive Energiequellen (siehe Regenerative Brennstoffzelle). Energie) wirtschaftlich nutzen.
Auch die Umweltvorteile der Wärme-In Deutschland gibt es bisher erst 50.000 pumpe sind bestechend. Bei Vergleichen Wärmepumpen, davon fast 95 % in Wohnzwischen Energiesystemen ist immer die gebäuden. Bislang kommen jährlich nur Summe der Umweltauswirkungen, gebildet wenige Tausend neue dazu. Damit liegt aus den Emissionen auf den einzelnen unser Land international weit zurück. Von Stufen der Umwandlungskette von der den weltweit installierten 50 Millionen Gewinnung der Energieträger und der Wärmepumpen entfallen allein 80 % auf nicht-energetischen Rohstoffe (Materialien Japan und weitere 10 % auf die USA, jewie Zement, Metalle, Glas, Kunststoffe für weils überwiegend zur Klimatisierung. In den Bau der Anlagen) über den Anlagen-Europa sind Spanien (1 Million Wärmebetrieb bis zur Entsorgung zu betrachten pumpen), Schweden, Österreich und die („Lebensweg-Analyse“ - siehe Lebens- Schweizführend. Dort wird schon 1/3 aller weg-Analyse). Einen angesichts der Klima-Neubauten mit Wärmepumpen ausgestatrisiken besonders gewichtigen Vorzug der tet. Zu dem "Nachhinken" Deutschlands Wärmepumpe bilden ihre vergleichsweise trägt die teilweise immer noch anzuniedrigen Emissionen von Kohlendioxid. treffende „Elektrophobie“ (grundsätzliche, Sie betragen im Mittel nur 40 % derjenigen aber sachlich nicht begründete Ablehnung einer Öl- und 60 % derjenigen einer Gas-von Strom im Wärmemarkt) ebenso bei heizung. Auch die Emissionen von Schwe-wie neuerdings die in der Höhe willkürlich feldioxid und Stickoxiden sind nur etwa zu Lasten des Stromes festgesetzte Ökohalb so hoch wie bei der Ölheizung. steuer. Wärmepumpen treten in erster Wiederum gilt: Jede Effienz-Verbesserung Linie in Wettbewerb mit Ölheizungen und Emissionsminderung bei der Stromer-außerhalb der berohrten Gas- und Fernzeugung erhöht die Umwelt- und Klima-wärme-Versorgungsgebiete. vorteile der Wärmepumpe weiter. Diese ist
Keine andere Technik kann hier im Gedaher ein gutes Beispiel für die „Ökobäudebereich so viel zur Ablösung des Öls watts“ (siehe Ökowatts), d. h. ressourcenleisten. und umweltschonende Stromanwend-
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Arbeit zitieren:
Joachim Grawe, 2001, Was ist und was bringt die Wärmepumpe ?, München, GRIN Verlag GmbH
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