Höhepunkte seiner Karriere (1925-1940)
Seine künstlerische Laufbahn begann 1925, noch mit 18 Jahren. Sein Bühnenerstling „Anja und Esther“ wurde zum großen Erfolg, nicht nur in Deutschland. Was immer er nun verfasste, Verlage und Redaktionen nahmen es ihm ab. Bald erschien „Der Fromme Tanz“, einer der ersten dt. Romane über Homosexualität. Klaus Mann war selbst homosexuell und machte daraus nie ein Geheimnis, obwohl in der Weimarer Republik gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern verboten war und im Dritten Reich sogar verfolgt wurde. Er empfand diese Neigung mehr als eine Art Auszeichnung. Sein Vater Thomas Mann schrieb daraufhin einen Essay, in dem er sich stark gegen die Homosexualität äußerte, obwohl er selbst homosexuell war, dies aber verbarg.
Kritiker warfen Klaus vor ein Vielschreiber zu sein, dessen Laufbahn nur durch den väterlichen Ruhm begünstigt worden sei. Jedoch sah Klaus Mann selbst dies als ein problematisches Glück an, da es keine voreingenommenen Leser für ihn gäbe und er den Vergleich mit dem Vater als schrecklich empfand. Dies äußerte sich darin, dass er im Gegensatz zum Vater lebte, bzw. verdrängte Lebenswünsche des Vaters, wie die Homosexualität auslebte.
Schon in diesen ersten Büchern wurde deutlich, dass er sich in seinen Werken selbst verwirklichte. Wie auch später verdichten sich in diesen Figuren zu einem Selbstportrait oder zu dem Portrait von vertrauten Personen. Vor allem sind die Bücher dieser Zeit geprägt von den „großen Mysterien des irdischen Lebens“. Darunter verstand er den Tod, Liebe (Homosexualität), wobei er generell Sexualität enttabuisierte, Religion, Drogenprobleme, Einsamkeit und die Suche nach einem Weg (Verlorene Generation). Ihm war zwar klar, dass sozial-politische Verantwortung notwendig war, sah es aber als ödes Zeug an und bevorzugte es somit sich vorerst mit den Mysterien, die ihm ja selber betrafen, zu beschäftigen. Während dieser Zeit, genauso wie durch sein ganzes Leben hindurch, führte Klaus Mann ein ungebundenes Leben, ohne festen Wohnsitz. Er übernachtete in Hotels, bei Freunden und bei seinen Eltern. Seine Mutter hatte dabei immer ein Ohr für ihn offen. Ohne diesen Rückhalt wäre seine Lebensweise so nicht möglich gewesen. Bei seinen Reisen kam er sehr oft nach Frankreich, besonders nach Paris, was er als Engagement für Europa sah, da Frankreich damals noch als Erbfeind galt.
Mit 21 machte er zusammen mit seiner Schwester Erika, die ihn auf vielen Stationen seines Lebens begleitete, eine Weltreise. Auch aus den Eindrücken, die er dabei gewann, entstanden wieder zwei Bücher.
Während sein Vater 1927 den Literaturnobelpreis erhielt, erntete Klaus nur Kritik für seinen Roman „Alexander“, in dem er zum 1. Mal versuchte die Mysterien mit der Verantwortung zu vermischen, was aber beim Versuch blieb. Erfolg konnte er erst wieder mit seinem Roman „Treffpunkt im Unendlichen“ verbuchen. Nach Aussage des Verlegers Samuel Fischer war es sein erstes „richtiges“ Buch, in dem er das Bild der Verlorenen Generation überzeugend darstellte. Klaus‘ Freund Hermann Kesten meinte, dass er darin mehr als in seiner kurz zuvor erschienenen Autobiographie von sich enthüllt habe. Auch in diesem Roman stehen Liebe, Drogen und Selbstmord im Mittelpunkt. So nahm Klaus mittlerweile selber Drogen und machte sich in der letzten Zeit viele Gedanken über den Tod, nicht zuletzt weil sich einige Verwandte und Bekannte, darunter einer der besten Jugendfreunde, umgebracht hatten.
Als die Weltwirtschaftskrise einsetzte, bekamen die Nationalsozialisten immer mehr Anhänger und bei den Reichwahlen gelang der NSDAP der Durchbruch. Dies änderte das politische Interesse von Klaus Mann. Er war von Anfang an gegen Hitler und hatte Angst vor ihm und dessen Diktatur. Der Rassismus der Nazis war gegen seine Weltoffenheit, die durch
seine vielen Reisen entstanden war, die Kampflust widersprach dem überzeugten Pazifisten (=jmd., der Krieg und Kriegsdienst ablehnt und den Frieden unter allen Umständen erhalten möchte). Er versuchte der deutschen Realität durch Reisen und Drogen zu entkommen. Nach dem Machtantritt Hitlers 1933 reiste er aus Deutschland ins Exil. Ihm war klar, dass er „nicht nur stimmungsmäßig, sondern auch in einem realen Sinn“ hätten leiden müssen, da er als Nazigegner bekannt war. Schließlich wurde sein Name auf die „Schwarze Liste“ gesetzt, was die Bücherverbrennung vorbereitete.
Klaus hatte Aufenthalte an verschiedenen Orten in Europa, überwiegend in Amsterdam. Dort war er Redakteur und Herausgeber der Zeitung „Die Sammlung“. Zwar standen auch Kultur und Literatur in Mittelpunkt, jedoch wurde die Zeitschrift immer mehr zu einem Forum von Nazigegnern, deren Antifaschismus sich in den Texten widerspiegelte. Schon nach zwei Jahren musste die „Sammlung“ wegen Geldmangels eingestellt werden, was Klaus, der sich stark engagiert hatte und glücklicher denn je war, da er einen Sinn in seinem Tun ge-Funden hatte, mit allen Mitteln verhindern wollte.
Trotz allem gab er sich „redlich Mühe den Herren des Dritten Reiches auf die Nerven zu gehen“, was die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft 1934 zu Folge hat. Drei Jahre später wurde er Bürger der Tschechoslowakei. Er hielt Vorträge und schrieb Essays gegen die Nazis und bemühte sich für die Einheit der Antifaschisten und für ein Volksfrontbündnis (=Bündnis der linken bürgerlichen Parteien mit den Kommunisten). Klaus entwickelte selbst von seinen beiden Vorbilder, den Schriftsteller André Gide und Onkel Heinrich Mann, beeinflusst sein geisetespolitisches Programm, den sozialistischen Humanismus. Dieser beinhaltete im Großen und Ganzen, dass jeder die gleichen Chancen hat so akzeptiert wird wie er ist, auch Homosexuelle, die zu dieser Zeit in Deutschland schon verfolgt wurden. Das gab auch den Anstoß für weitere Werke über homoerotische Figuren, wie den Tschaikowsky-Roman „Symphonie Pathétique“.
Einigen Erfolg erntete er für den Roman „Flucht in den Norden“, da er in diesem Anstößiges, wie Faschismuskritik oder Homosexualität vermied.
1936 erschien „Mephisto“, Klaus Manns bekanntestes Werk. Darin beschreibt er den Aufstieg des Schauspielers Hendrik Höfgen, der maßgeblich durch dessen Verbundenheit mit den Nazis begünstigt wurde. Wie in all seinen Werken verwendete Klaus auch in Mephisto wieder vertraute Personen als Vorbilder für seine Figuren. So trug Höfgen unverkennbar Züge seines ehemaligen Freunds und Schwagers Gründgens, was zum Verbot, 1971 verfassungsgerichtlich bestätigt, führte, da es eine Beleidigung von Gründgens sei. Erst 1981 erschien eine Neuausgabe und wurde zum Bestseller.
Immer öfter reiste Klaus Mann in die USA zu Vortrags- Tourneen. Sein Leben war gehetzter denn je zuvor. Auch die Drogen wurden zunehmend ein Problem. Er versuchte sich durch sie zu trösten und inspirieren zu lassen. Die Entziehungskuren, die er mitmachen musste, halfen auch nicht. In seinem weiteren Leben ist er nie dauerhaft von den Drogen freigekommen. Als 1938 in Spanien der Bürgerkrieg ausbrach, reiste Klaus Mann mit seiner Schwester Erika als Reporter ins Kriegsgebiet. Die Eindrücke, die sie dort erlebten, hielten sie für großartig und düster. Sie bewunderten den Widerstandswillen des Volkes gegen die Faschisten. Nach seinem Aufenthalt reiste er, sowie seine Eltern ins USA-Exil. Dort entstand ein weiteres seiner wichtigsten Werke “Der Vulkan“. Bei diesem gelang es ihm zum ersten Mal die beiden Seiten, die Mysterien und Politik, zusammenzubringen. Es handelt von den Schicksalen der verschiedenen Menschen im Exil, wobei hier jeder, auch die sog. Kaputten ( Homos, Drogen-Süchtige, Selbstmörder und Anarchisten) seinen Platz findet. Auch der Antifaschismus spielt hier wieder eine ‚ große Rolle.
Der Wendepunkt (1939-1949)
1939 kam es wieder zu einer politischen Neuordnung. Nachdem der Krieg mit dem Angriff auf Polen begonnen hatte, wandte er sich vom Kommunismus ab, da diese die Kriegserklärung von GB und Frankreich ablehnten und Klaus Mann dies mehr als gerecht ansah. Klaus Mann schrieb nun fast nur noch auf Englisch, da die deutschen Bücher keinen Markt mehr hatten. Zwar war dieser Sprachwechsel erfolgreich, jedoch konnte er fast nur noch essayistische Bücher. Er versuchte nun durch Artikel, Bücher und seiner eigenen Zeitschrift „Decision“, die ein Jahr lang erschien, den Amerikanern auch die andere Seite, die antifaschistische Seite von Deutschland zu vermitteln und forderte sie auf aus ihrer Isolationspolitik zu erwachen.
Klaus Mann war wieder auf der Suche nach. In seiner Autobiographie „The Turning Point“ Heißt es: (S.112 Z.18- Abs.-Ende)
Schließlich beschloss er in die US-Army einzutreten, die sich nach dem Angriff der faschistischen Japaner auf Pearl Harbour in den Krieg miteinmischten. Diese Entscheidung War die Folge aus einem zunehmenden Einsamkeitsgefühl, Geldproblemen und das Gefühl selbst etwas gegen den Faschismus tun zu müssen. Dadurch musste er nun seine Homosexualität verbergen, konnte aber noch nicht mit in den Krieg ziehen da sich seine Ein-Bürgerung herauszog. Dies lag daran, dass ihn das FBI noch bespitzelte, da er als Kommunist und Homosexueller bekannt war. Schließlich kam er dann Ende 1943 mit einem Truppen-Transport nach Europa. Er wurde Mitarbeiter der Armeezeitung „Stars and Stripes“ und somit Berichterstatter in Deutschland und Österreich. Er war erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung und meinte in einem Brief zu seinem Vater, dass die Nation Generationen lang physisch und moralisch verstümmelt und verkrüppelt bleiben wird. Nach Kriegsende pendelte Klaus Mann zwischen Europa und Amerika. Seine Depressionen nahmen zu, da er keine literarischen Erfolge mehr hatte und politische Enttäuschungen hinnehmen musste, wie das Ende seines Traums von einer friedlichen Weltrepublik durch den Ausbruch des Kalten Krieges. So machte er im Juli 1948 in Kalifornien einen Selbstmordversuch, der jedoch missglückte.
Wenn Klaus Mann in einem Text heitere Passagen brachte, gelang ihm das wahrscheinlich nur noch unter Einfluss von Drogen. Er verbrachte auch einige Zeit zur Entgiftung in einer Klinik, da er verunreinigten Stoff genommen hatte. Er starb am 21.Mai 1949 nach einer Überdosis Schlaftabletten und nachdem er fast 24 Stunden bewusstlos in seinem Hotelzimmer in Cannes gelegen hatte. Damit hatte er dem lebenslange abgedrängten Todeswunsch endlich nachgegeben. Sein Onkel Heinrich Mann schrieb später, dass Klaus Mann „von dieser Epoche Getötet worden sei.
Arbeit zitieren:
Viktoria Geßner, 2001, Mann, Klaus, München, GRIN Verlag GmbH
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Viktoria Geßner hat den Text Mann, Klaus veröffentlicht
Viktoria Geßner hat einen neuen Text hochgeladen
franzi hat den Text Mann, Klaus kommentiert
franzi
danke.
deine arbeit hat mir sehr gut gefallen und mir jetztz auch zu einem noch besseren verständnis zu dem bu´ch geholfen. mal sehen wie das morgen in deutsch wird....:-)
am Wednesday, February 20, 2002-