Zeitunabhängige Interpretation:
Sollte in einem Gedicht oder Text etwas enthalten sein, daß in der Menschheitsgeschichte immer wieder und wieder auftritt, so ist dieses nicht an eine bestimmte Zeitepoche gebunden und kann deswegen als zeitunabhängig interpretiert werden. Beispiel: die Dummheit des Menschen. Sie tritt in der Menschheitsgeschichte zeitunabhängig auf. Dieses Gedicht handelt aber von etwas anderem.
Meiner Meinung nach geht es hier um das Weltliche, daß oftmals für viel edler und besser gehalten wird als es eigentlich ist. Auch dies tritt in der Geschichte stets wiederkehrend auf. Seit jeher gibt es Arm und Reich in materieller Hinsicht. Immer wieder finden wir Menschen in unserer Geschichte, die der Gier verfallen sind und dafür leben, mehr materielle Güter, mehr Reichtum, mehr Macht an sich zu reißen.
Der Beginn, der die Frage ’Was ist das Weltliche denn schon?“ in versteckter Weise sehr betont, gibt zusammen mit der zweiten Strophe eine Antwort, die einseitig ganz gut klingt „schöder Schein“, „schön Spital“, „schneller Blitz“, aber auf der anderen Seite etwas Schlimmes verbirgt „Kummerdiesteln“, „Kranckheit“. Nur auf das gut Klingende bezogen ist „der Grund darauff wir Menschen bauen und was das Fleisch für einen Abgott hält“. Das Verhalten vieler Menschen, die ähnlich wie oben begründet sich auf das, was an den weltlichen Gütern so positiv erscheint. Aber nicht nur das Streben nach Macht, im Sinne der Triebfeder Gier, sondern auch das Streben des „Fleisches“ im Sinne der Begierde begründet sich auf das positiv Erscheinende. Aber dieses Verhalten ist nach Aussagen des Autors falsch, denn nur wenn wir es schaffen, uns von diesem „Zirckel dieser Welt“ zu lösen, sind wir in der Lage, das wahre Positive zu erkennen. Schon Seneca erwähnt in seinem Buch „de brevitate vitae“ (von der Kürze des Lebens): Nur ein kleiner Teil des Lebens ist es, in dem wir leben. Der ganze übrige Zeitraum ist freilich nicht Leben, sondern Zeit. Von allen Seiten bedrängen und umlagern uns Laster und lassen es nicht zu, sich wieder zu erheben oder die Augen zum Anblick der Wahrheit zu erheben, sondern drücken die in Begierde(n) gestürzten und an dieser gefesselten Menschen (in die Tiefe). Um den im Gedicht zweiten erwähnten Typ nicht zu vernachlässigen schiebe ich hier folgendes Zitat ein: Den nächsten führt die jähe Gier, Geschäfte zu tätigen, über alle Länder, alle Meere in der Hoffnung auf Profit. Beides führt hierzu:
Niemals ist es jenen erlaubt, zu sich zu kommen. Wenn einmal durch irgendeinen Zufall Ruhe eintritt, werden sie doch wie auf dem hohen Meer, auf (und in) dem auch nach dem Sturm Bewegung herrscht, umhergetrieben und niemals ist ihnen vor ihren Begierden eine Pause vergönnt.
Ich finde, diesem Ausschnitt ist der Zirckel gut zu entnehmen, niemals Ruhe, er dreht sich weiter! Anders Als Seneca verklagt Hofmann den Menschen nicht, sein Leben auf diese Art zu vergeuden, sondern fordert ihn direkt auf, zu lernen, zur „Wahrheit“ zu schauen. Dies ist mit Leiden „kurtzes Prangen“ verbunden, aber man kann so den Ort erreichen, wo die - ich nenn es hier einfach Freiheit - herrscht.
Das auffälligste mir bekannte Beispiel ist Mercutio (Romeo und Julia). Dieser ist nur ein Spielball seiner Emotionen, wenn man sich sein Handeln einmal genauer anschaut. Ich bin ebenfalls der Meinung man sollte die Freiheit anstreben. Nur wenn man sich über seine Emotionen stellt ist man in der Lage unabhängig von diesen zu handeln, also eben frei. Dabei ist nicht auszuschließen ein emotionaler Typ zu sein, sondern lediglich die Möglichkeit, auch anders zu handeln, als seine Emotionen es verlangen. Diese individuelle Interpretation, die auf das
wichtigste abzielt, was ich in meinem Leben bisher gelernt habe, läßt sich auf die übertragen, die ihre Metaphysik ebenfalls auf das Freiheitsprinzip stützen, so daß sie nicht nur für mich Geltung haben müßte. Zeitabhängige Interpretation:
In erster Linie spielt er aber sicherlich auf seine Zeitepoche an (1616-1679). Auf seinen Reisen durch Europa dürfte ihn die Schere, die zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffte nicht entgangen sein. Ähnlich wie Casanova später und Seneca früher kritisiert er wahrscheinlich die geistige Verflachung der Reichen, die sich nur noch dem Genuß und Begierden, bei Seneca beispielsweise die Freßorgien der einflußreichsten Römer, hingaben und sich von dieser Einseitigkeit nicht mehr lösen wollten oder gar konnten. Anders als Casanova wagte er nicht, den Adel in seiner völligen Verflachung nieder bewertend darzustellen, sondern versucht durch ein harmonisches Gedicht wohl darauf aufmerksam zu machen, daß es sich lohnt, sich unter Entzug zu stellen, was ein großes Leiden für den verweichlichten Adel darstellen müßte, da dann die Möglichkeit besteht, etwas noch viel Schöneres zu erfahren.
© Florian Ludwig (15.10.2000; update: 2.11.2000)
Arbeit zitieren:
Florian Ludwig, 2001, Hofmannswaldau, Christian Hofmann von - Die Welt, München, GRIN Verlag GmbH
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P. Schneider
Schlechte Arbeit.
Leider muss ich sagen, dass diese Arbeit in einem sehr schlechten Stil geschrieben ist und voller falscher Angaben ist. So ist zum Beispiel das Reimschema völlig unzureichend beschrieben. Die Stilelemente sind zum Großteil falsch. Auch ist die zeitanhängige Interpretation völlig falsch gestalltet. So wurde beispielweise gar nicht auf die für den Barock so typischen Leitmotive eingegangen.
am Wednesday, August 29, 2007-
Larissa
kommentar.
ich finde diese Interpretation sehr interessant, sie gibt Denkanstöße und zeigt Sachen auf, die mir persönlich zuerst entgangen waren.
Jedoch ist sie zu unpreziese, Zeilenangaben fehlen und Gedanken sind manchmal stichwortartig zusammengefasst. Auch kommt die zeitabhängige Interpretation zu kurz.
am Wednesday, August 29, 2007-