Inhaltverzeichnis
A - Einleitung 2
B - Hauptteil. 3
I - Volkswirtschaftliche Analyse. 3
Allokation. 3
Das gesamtwirtschaftliche Angebot 5
II - Individuelle Anreize. 7
Angebot. 7
Nachfrage. 9
Dienstleistung. 10
C - Konklusion 14
Verzeichnis der Tabellen und Diagramme:
Diagramm1 : Angebot - Nachfrage für 2 Wirtschaftobjekte. 4
Tabelle 1: Internetfähige Computer in Abhängigkeit des Baujahrs. 6
Tabelle 2: Spreadsheetanwendung des Amdahl´schen Gesetzes in Abhängigkeit von α und n. 9
Tabelle 3: weitere Entscheidungskriterien der Unternehmung. 11
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A - Einleitung
Im Mai 1999 startete die Universität von Berkeley (USA) mit Seti@home 1 ein weltweit einzigartiges Projekt. Seitdem können sich über das Internet verbundene Besitzer internetfähiger Computer mithilfe eines kleinen Programms an der Suche nach ausserirdischen Signalen beteiligen. Das Programm rechnet auf dem privaten PC im Hintergrund oder als Bildschirmschoner, so daß die Leistungskraft des Computers nicht beeinträchtigt wird. Über die gebündelte Rechenkraft von Millionen herkömmlicher PCs entstand ein weltweiter Supercomputer, der die Leistung eines jeden existierenden Großrechners übertrifft. Seitdem hat die Idee des verteilten Rechnens (engl.: distributed computing) neuen Auftrieb bekommen. Verschiedene wissenschaftliche und private Institutionen versuchen Seti@home nachzuahmen. Neue Firmen sind gegründet worden, mit dem Ziel die Rechenkraft von Haushalts-PCs kommerziell zu vermarkten. 2 Die Idee dieser Firmen ist es, als Dienstleister zwischen Unternehmen, welche Rechenkraft nachfragen (im folgenden auch Nachfrager), und Computerbesitzern (im folgenden auch Anbieter) zu fungieren. Insbesondere in den Bereichen der Chemie, Pharma, Physik aber auch in der Filmanimation ist der Bedarf nach Computerleistung gewaltig. Erst eine Vernetzung ermöglicht den einfachen Datenaustausch zwischen geographisch verteilten Computern. Deshalb ist das „distributed computing“ in seiner neuen Form ein Kind des World Wide Webs. 3 In den letzten Monaten haben sich viele dieser neuen Internetideen als unwirtschaftlich erwiesen. Start-ups konnten die eigenen Erwartungen nicht erfüllen. Die Börsenkurse des neuen Marktes befinden sich zur Zeit auf einem Tiefstand. Grund genug, die Idee des verteilten Rechnens wirtschaftswissenschaftlich zu analysieren. Neben der gesamtökonomischen Betrachtungsweise finden auch betriebswirtschaftliche Argumente Eingang. Untersucht wird der individuelle Anreiz auf Angebotsseite, sowie die Entscheidungskriterien, die Unternehmen veranlassen könnten, ein eigenes verteiltes Rechenprojekt zu starten bzw. an einen Dienstleister zu übergeben.
1 Informationen dazu finden sich unter: http://www.setiathome.ssl.berkeley.edu
2 z.B.: http://www.entropia.com/
3 Die Idee des verteilten Rechnens ist älter. Bereits die ersten Computer wurden für komplexe Aufgaben vernetzt. Seit Jahren kann man sich unter www.distributed.net an der Dekodierung von Verschlüsselungsalgorithmen beteiligen. Jedoch haben diese Projekte niemals zu einer Popularität wie Set@home geführt.
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B - Hauptteil
I - Volkswirtschaftliche Analyse
Allokation
Im Jahre 2000 gab es schätzungsweise über 300 Millionen 4 Computer weltweit, die über Internetzugang verfügen. Der weitaus größte Teil dieser Computer wird für Standardbüroanwendungen verwendet (z.B.: Wordprocessing, Tabellenkalkulation, Dateneingabe, Internet und Graphik). Diese Applikationen lasten die vorhandene Prozessorkapazität nicht aus. Eigene Messungen, an einem 18 Monate alten Computer ergaben eine gemittelte Auslastung unter 0,05%. 5 Die Auslastung ist somit vernachlässigbar. In der verbleibenden Zeit läuft der Prozessor im sogenannten Idle-Modus. Der Computer wartet dann auf weitere Benutzereingaben. 6 De facto wird im Idle-Modus vorhandene Rechenkapazität nicht genutzt. Vielleicht gibt es aber Wirtschaftsobjekte, die diese Rechenkraft nutzen würden, hätten sie nur die Möglichkeit. Es stellt sich die Frage, ob die vom Markt vorgenommene Ressourenallokation perfekt ist, oder ob es möglicherweise zu Marktversagen kommt. Hilfreich ist die graphische Analyse des Wirtschaftsverhaltens in einem Angebot-Nachfragediagramm (Diagramm 1).
Zur Vereinfachung existieren nur 2 Wirtschaftssubjekte. GV 1 bezeichnet den Grenzvorteil für den Computerbesitzer in Abhängigkeit der Ausnutzung (X) seines Computers. Weiterhin wird angenommen, daß ein zweites Wirtschaftsubjekt einen Vorteil von der Mitbenutzung des Computers von Wirtschaftssubjekt 1 hätte. GV 1+2 bezeichnet den aggregierten Grenzvorteil von Nutzer 1 und 2. (Der Grenzvorteil von Nutzer 2 ergibt sich aus der Differenz von GV 1+2 und GV 1 ). Der Besitzer des Computers wird seinen Computer verwenden, bis der Grenzvorteil den Grenzkosten (GK - z.B. Stromkosten) entspricht, was im Punkt A der Fall ist.
4 aus http://www.nic.at/german/geschichte.html
5 Die Messung fanden während des Schreibens dieser Arbeit statt. Es liefen zum Teil gleichzeitig die Programme Word 97, Exel 97, IE 4.0, Outlook express, Paint. Außerdem liefen auf dem Computer noch verschiedenste Systemdienste. U.a. ein Internetproxy (incl. kleiner Firewall), DFÜ-Netzwerk, Webserver und Netzwerkdienste für das wohnungsinterne Netz. Die Messung fand unter Windows NT 4.0 WKS (Service Pack 5) mittels SNMP auf einem 450 MHz PIII mit 128 MB RAM statt. Der Messzeitraum betrug ca. 2 mal 6 Stunden. Zwar variiert die Auslastung mit den verwendeten Programmen und in Abhängigkeit des Prozessors, aber die Messung dürfte repräsentativ für den durchschnittlichen Arbeitscomputer sein.
6 Grund dafür, daß überhaupt noch Bedarf nach schnelleren Prozesoren existiert, ist die Call-Response Zeit, die Zeit die zwischen Aktion des Benutzers und der Reaktion des Programmes. Diese Zeit wird durch Einsatz eines schnelleren Prozessors für den Nutzer immer noch merklich verkürzt
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Diagramm1: Angebot - Nachfrage für 2 Wirtschaftobjekte.
Ausgehend vom Homo economius berücksichtigt Nutzer 1 anfangs nicht den Grenzvorteil von Nutzer 2, da kein Anreiz dazu existiert. Vielleicht liesse sich 1 von 2 noch zu einer Mitbenutzung des Prozessors überreden, solange 1 kein Nachteil dadurch entstände. Nutzer 2 hätte dann bereits den Vorteil der Fläche EFAD. Aber rechts von Punkt A würde 1 den Computer ausschalten, obwohl der Punkt nicht dem Wohlfahrtsoptimum entspricht. Denn in Punkt C hätte Nutzer 1 zwar einen Verlust entsprechend der Fläche ABC, aber der Gewinn von Nutzer 2 (= DHIC) ist größer. Gäbe es jetzt einen Markt, dann könnte von 2 den Verlust von 1 kompensieren. Die Zahlung müßte größer sein als der Schaden, den 1 erleidet, so daß sich beide verbessern, ohne daß sich einer verschlechtert, entsprechend der Definition der Paretoverbesserung. Erst in Punkt C ist eine Verbesserung nicht mehr möglich. In der ökonomischen Theorie spricht man in diesem Falle von einer positiven Externalität. Hat ein Individuum einen Vorteil aus der Handlung eines anderen Individuums und existiert kein Markt dafür, dann ist die Güterbereitstellung nicht paretooptimal und es kommt zu einem Wohlfahrtsverlust (= ACD). Ein Markt hätte wohlfahrtsökonomische Vorteile.
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Arbeit zitieren:
Kai Kress, 2001, Distributed Computing - Eine wirtschaftswissenschaftliche Analyse des verteilten Rechnens, München, GRIN Verlag GmbH
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